LEGO Hidden Side – Auf zur Geisterjagd

Bereits im Februar haben wir euch einen ersten Blick auf die neue Lego-Serie „Hidden Side“ werfen lassen. Seit Anfang dieser Woche sind die ersten Sets auf dem Markt und wir haben Gelegenheit gehabt euch den „Spezialbus Geisterschreck 3000“ (UVP 59,99) vorzustellen.

Was ist das Besondere an der neuen Serie? Lego versucht (erneut) die reale Welt der bunten Steine mit der virtuellen Welt der Smartphones zu verknüpfen. Richtigerweise hat man bei Lego erkannt, dass die junge Zielgruppe immer früher mit Smartphones unterwegs ist und dadurch die Hauptzielgruppe immer früher den Bausteinen den Rücken kehrt. Mit „Hidden Side“ bringt man nun eine Serie auf den Markt, die sowohl das Spielen in der realen Welt als auch auf dem Smartphone unterstützt.

Schauen wir uns zunächst das klassische Set an – unser Geisterbus besteht aus 689 Teilen. Für geübte Bauer sollte das in etwas mehr als einer Stunde zu schaffen sein. Das Set besteht aus 5 Minifiguren und einem Geisterhund. Neben dem Geisterbus, der einem amerikanischen Schulbus nachempfunden wurde, befindet sich noch ein Toilettenhäuschen in der Packung.

Nachdem man das Set aufgebaut hat (welches sich übrigens sehr gut in die Lego City Welt eingliedert) kann man es in der App zum Leben erwecken. Hierzu benötigt ihr ein iPhone (mindestens iPhone 6s/iOS 11 mit 1 GB freiem Speicher) oder ein Android-Smartphone mit Android 7. Die Altersempfehlung liegt bei 7 Jahren.

Nachdem ihr in der App ein kurzes Tutorial durchlaufen habt, könnt ihr euch entscheiden, ob ihr auf der Jägerseite oder auf der Geisterseite spielen wollt. Wenn ihr Jäger sein wollt, benötigt ihr zwangsläufig ein aufgebautes Set, die Geisterseite lässt sich auch jederzeit ohne physisches Modell spielen. Sehr gut gefällt mir, dass es keinerlei In-App Käufe gibt, es kann sich also niemand einen Vorteil „erkaufen“. Zwar gibt es einen „Shop“, hier können aber nur virtuelle Legoklötzchen, welche ihr im Spiel erhaltet, eingetauscht werden.

Das Spiel an sich ist schnell erklärt (siehe Video), ihr scannt euer Modell, welches daraufhin auf dem Bildschirm in einer virtuellen Welt angezeigt wird. Nun gilt es bestimmt Bereiche abzuscannen, bis die Geister aufgeschreckt sind. Diese müssen dann mit „Gloom“ beschossen werden, aber Achtung – es wird auch zurückgeschossen. Je besser ihr euch dabei anstellt, umso mehr Studs könnt ihr sammeln.

Schließlich könnt ihr den besiegten Geist eurer Sammlung hinzufügen. Wer jetzt vielleicht auf die Idee kommt, dass man doch einfach ein Foto des Modells scannen könnte, der wird leider enttäuscht, da Lego in die Modelle ein Drehrad eingebaut hat über das man mehrmals die Farbe wechseln muss, damit der Spielspaß weitergehen kann.

Auf der Geisterseite könnt ihr sofort loslegen und Legoelemente „befreien“. Mit der Zeit wächst eure Sammlung an Geistern und die Anzahl an Abonnenten. Abonnenten sind virtuelle Zuschauer. Immer wenn ihr eine gewisse Anzahl neuer Abonnenten erreicht habt, erhaltet ihr eine Belohnung, welche ihr im Spiel einsetzen könnt.

Ich finde die Onscreen- Steuerung auf der Geisterseite ein wenig hakelig, das mag allerdings Übungssache sein und an meinen Fähigkeiten liegen.

Fazit:

Für einen klassischen Spielzeughersteller sind die Zeiten sicherlich nicht einfach, wobei die Kombination der beiden Welten durchaus funktionieren könnte. Das Hidden-Side-Set hat bei meinem 10-jährigen Sohn dazu geführt, die seit langer Zeit brach liegende Lego-Sammlung doch noch mal zu reaktivieren. Ich bin gespannt wie lange das anhält.

Das ist auch mein bisher größter Kritikpunkt – Lego muss schauen wie man eine Langzeitmotivation erreichen kann. Hier hapert es zur Zeit noch. Problematisch ist bei diesem Thema auch immer die Frage, ob gemeinsames Onlinespielen mit Freunden ermöglicht wird. Ich glaube die Kids erwarten das, wir Eltern sehen das eher kritisch. Zur Zeit gibt es keine Funktion sich mit Freunden zu verbinden. Lego deutet in den FAQ allerdings an, dass für 2020 etwas „Cooles“ in dieser Richtung geplant sei.

Ich, als älterer Legofan, kann den neuen Sets durchaus etwas abgewinnen. Alle acht zur Zeit verfügbaren Sets haben ihren Reiz und bewegen sich auch preislich im Rahmen. Das günstigste Set liegt bei UVP 19,99€, das teuerste bei 119,99€ – die Straßenpreise werden sich sicherlich noch ein wenig darunter einpendeln.

Wie wichtig die neue Serie für Lego ist, zeigen auch die umfangreichen Marketingaktionen, welche die Produkteinführung bis zum Jahresende begleiten sollen. So gibt es u. a. eine Road Show mit einem umgebauten Schulbus durch ganz Deutschland. Aktuelle Termin findet ihr auf der Facebookseite.

Das Set wurde uns freundlicherweise durch LEGO zur Verfügung gestellt.

Über unseren Gastautor: Stephan Wilms, hauptberuflich als Zahnarzt im Süden der Republik unterwegs und somit von der Hand in den Mund lebend. Besitzt allerdings gleichzeitig eine hohe Affinität zu allen Dingen, durch die Strom fließt. Sein Fuhrpark besteht aus iOS-Geräten, aber auch ein Surface Book sowie ein Android-Smartphone fehlen nicht.

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Der Gastautor ist ein toller Autor. Denn er ist das Alter Ego derjenigen, die hier ab und zu für frischen Wind sorgen. Unregelmäßig, oftmals nur 1x. Der Gastautor eben.

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3 Kommentare

  1. auch ne (dezidierte) Meinung zu Hidden Side

    https://www.youtube.com/watch?v=zolU_kbHJWI

    so als Kontrapunkt 😉

    • Ich bin mir sicher dass auch bald „die Welt gegrüsst sei“ aus „Frankfurt am Main im Herzen von Europa“

      Bisher hat er noch nichts dazu gemacht…

  2. Echt jetzt? Lego allein reicht nicht mehr? Ich habe in meiner Kindheit so gerne mit Lego gespielt, aber natürlich ist es langweile nur die Sets zusammen zu bauen. Das habe ich genau 1x gemacht, und danach die Steine dazu verwendet meine eigenen Fantasiekreationen zu bauen.
    Wenn man die Kids nur noch mit einer App motivieren kann ist das schon sehr traurig.
    Ich baue heute noch gerne Lego mit meinem Sohn, wir bauen die dollsten Gefährte mit der Kiste voll Duplo Steinen.

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