Kurztest: Aqara G2H: ZigBee-Hub und (HomeKit-)Sicherheitskamera in einem

Sie dürfte auch bald zu mehr Händlern nach Deutschland kommen, denn im EU-Ausland kann man sie schon länger kaufen: die Aqara G2H. Ich habe mir die Kamera, die es schon lange im Ausland gibt und auch Apple HomeKit unterstützt, einmal flott angeschaut, weil ich weiß, dass es ein paar Leser interessiert. Der Preis schwankt zwischen 60 und 70 Euro.

Hier muss man nun schauen, was man so machen möchte. HomeKit-Kameras, die ihre Arbeit sehr gut erledigen, gibt es schon für weniger Geld. Hier erwähne ich nur mal den Eufy-Dome oder die normale Indoor-Variante trotz fehlender „kritischer Beanchrichtigungsmöglichkeit“ und mangelhaftem Geofencing.

Der Blick zur Aqara G2H dürfte für Smart-Home-Sparfüchse aber interessant sein. Ich schrieb in der Vergangenheit schon darüber, dass ich mir von Aqara einen Hub kaufte und diesen mit einigen Sensoren für Fenster, Bewegung und Türen koppelte, um Automatisierungen im Smart Home auszuführen. Je nach Shop gibt es die Sensoren für den schmalen Taler – und die Teile verrichten hier wirklich problemlos ihre Arbeit, bisher in der Xiaomi-App.

Der Clou der Kamera von Aqara? Es ist gleich ein Hub mit drin, an den ihr die Xiaomi- / Aqara-Sensoren per ZigBbee anbinden könnt. Ist quasi wie ein Echo Plus oder ein Aqara-Hub. Ziemlich cool, weil man nicht mehrere Geräte am Start haben muss.

Abstriche in Sachen Smart Home? Ja klar, ein ZigBee-Hub mit HomeKit von Aqara kann gleichzeitig den HomeKit-Alarm setzen, das kann die Cam nicht. Sie kann aber jegliche unterstützen Sensoren an HomeKit durchreichen, sodass ihr da eben auch Automatisierungen nutzen könnt. Wohlgemerkt: Der Sensor muss das Durchreichen unterstützen. Anwendungsbeispiel: Kamera und eine Handvoll Bewegungs- / Fenstersensoren, Stückpreis unter 10 Euro bei Aliexpress oder mit Glück im Sale bei Conrad, Reichelt und Co.

Den Spaß kann man natürlich auch ohne Apple HomeKit bedienen, Aqara liefert eine eigene App, die auch Automatisierungen und grundlegende Kamerafunktionen erlaubt, aufgezeichnet wird dann eben auf einer microSD-Karte. HomeKit ist das nette Beiwerk, kann aber nicht ausschließlich genutzt werden, wenn ihr Sensoren anlernen wollt. Die Kamera kann allein für sich in HomeKit eingebunden und benutzt werden, als ZigBee-Hub muss zwingend die Aqara-App genutzt werden. 32 Sensoren werden maximal unterstützt.

Kurzeindruck zur Kamerafunktion: 1080p / 140° Blickwinkel werden angeboten. Die Bildqualität ist am Tag auch dementsprechend gut, Nachtsicht ist mit drin, die würde ich auch als ausreichend gut bezeichnen.

Das Mikrofon ist gut, Zwei-Wege-Kommunikation ist ebenfalls möglich. Nutzer können Push-Mitteilungen erhalten, auch Regionen festlegen, in denen Bewegung erkannt werden soll. So kann man festlegen, dass beispielsweise die Tür überwacht wird, der Rest im Bild aber nicht. Alternativ können Apple-Nutzer das Ganze an HomeKit durchreichen und dort automatisieren – inklusive Aufzeichnung in HomeKit Secure Video. (Wer nicht mehr als 200 GB iCloud-Speicher benötigt oder hat, der sollte eh bedenken, dass nur eine Kamera aufzeichnen kann in der iCloud – der Grund, warum ich die Lösungen mit microSD-Karte bevorzuge.

Links im folgenden Bild: HomeKit, rechts die Aqara-App, wo man ohne HomeKit-Nutzung beispielsweise Bedingungen festlegen kann – natürlich Benachrichtigungen, aber auch andere Automatisierungen. Klappt natürlich nicht nur mit der Kamera, sondern auch bei angebundenen Sensoren.

Viel mehr braucht man fast nicht schreiben, denn die Anbindung und Automatisierung der Sensoren wurde schon ein paar Mal bei uns im Blog beschrieben. Weiter oben habe ich die Testberichte noch einmal verlinkt. Die kleine Aqara G2H ist genau die Lösung, die ich beispielsweise meinem Schwiegerpapa in die Hand drücken würde – wenn ich einrichten müsste (normale Nutzer verzweifeln sicher am unstrukturierten Aufbau der App). Eine Kamera zur Raumüberwachung, günstige Sensoren, ein paar Automatisierungen und Ruhe ist.

Kritik? Nun ja – auf jeden Fall: Die Kamera spricht im Setup Deutsch, die App von Aqara tut dies leider noch nicht. Und für Leute, die sie dauernd anhaben und irgendwie im Dunkeln TV schauen: Sie klackt durchaus hörbar beim Umschalten auf die Nachtsicht. Wer da TV mit Hell- und Dunkel-Wechseln schaut, könnte genervt sein. WLAN? Nur 2,4 GHz. Achtet beim Kauf auf die EU-Version. Die App von Aqara ist schrottig. Direktes Geofening fehlt.

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12 Kommentare

  1. Blacky Forest says:

    Was ist denn mit Geofencing gemeint? Dass die Kamera deaktiviert wird, wenn ich daheim bin? Warum ist dies nicht lösbar?
    Mein Kameras haben das auch nicht out of the box, da muss ich mir Sensoren und Routinen zusammenstellen, damit das geht.

  2. Geofencing nicht über ne Homekit Automation als Workaround möglich?

  3. Ist das ein GameBoy Schrank?

  4. Ich wollte schon fragen was das für ein neues Teil links ist und was es kostet:) Da werden Kindheitserinnerungen wieder wach.

  5. Wie erkenne ich denn ob es die Eu verison ist? Was ist der Unterschied?

    • Würde mich auch interessieren. Warum beim Kauf auf EU-Version achten?

      • Bei der nicht EU Version kommen die Ansagen der Kamera nur auf Chinesich. Man kann sich zwar denken was gemeint ist, beim eventuellen Fehlern aber schwierig. Wenn man die Aqara App nutzen will muss man China als Land einstellen und alles läuft über chinesische Server. Mag auch nicht jeder. Man kann die Kamera aber auch im Homekitmodus betreiben dann läuft es nicht über China.

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