Kostenlose Rücksendungen: Im Modehandel möglicherweise bald Geschichte

Aktuell ist es noch in vielen Online-Shops möglich, oft ab einem gewissen Warenwert, Fehlkäufe kostenlos zu retournieren. Gerade für Modeartikel wird das gerne in Anspruch genommen, da man die Kleidung ja zwangsweise nicht vor der Bestellung anprobieren kann. Da wird dann auch schon einmal ein Kleidungsstück direkt mehrfach in unterschiedlichen Größen bestellt, wohl wissend, dass man nur die passende Größe behalten wird. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung könnte damit aber bald Schluss sein.

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) geht nämlich davon aus, dass zumindest im Modehandel kostenlose Retouren bald der Vergangenheit angehören. Genannt werden primär die gestiegenen Kosten, welche aktuell noch die Händler tragen. So steigen die Preise für Transport und Verpackung. Die Händler werden diese Mehrkosten also stärker an die Kunden weiterreichen. Ketten wie Uniqlo und Zara haben bereits reagiert und Rücksendegebühren von 2,95 bzw. 1,95 Euro pro Rücksendung eingeführt.

Der BEHV nimmt an, dass bald weitere Anbieter nachziehen werden. Zunächst teilten aber zumindest Amazon, Otto und Zalando mit, derzeit keine Pläne für kostenpflichtige Rücksendungen zu haben. Allerdings sollte man sich wohl auch da keine Illusionen machen: Auch wenn die Rücksendungen nicht direkt kostenpflichtig werden, dürften die Händler jene Kosten natürlich bei den Waren einpreisen. Letzten Endes zahlt der Kunde dann also auf anderem / indirektem Wege.

Retouren kosten den Handel jedes Jahr viel Geld und Deutschland ist hier „führend“ in Europa. Je nach Produktsegment gibt es hierzulande Rücksendequoten von bis zu 75 %. Im Bereich Mode geht in Deutschland z. B. im Durchschnitt jedes zweite Paket zurück. Das ist natürlich nicht nur wirtschaftlich für den Handel ein Problem, sondern auch in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit eher unschön. Letzten Endes darf man also gespannt sein, ob der BEVH da mit seiner Prognose recht behält.

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69 Kommentare

  1. Modeträger says:

    Damit kann ich leben

  2. Ist doch logisch, weil die Mode/Schuh-Fabrikanten es nicht hinbekommen, mal eine Größe korrekt zu produzieren. Ich habe hier diverse Schuhe einer Marke, die Größen variieren von 45 bis 47, bei anderen Marken habe ich meist 44. Bin ja mal gespannt, wer dann noch bestellt, wenn der Kunde es ausbaden soll, dass die Hersteller nix auf die Reihe bekommen.
    Gleich mehrere Größen bestellen ist sinnvoller: Dann kannst Du die passende Größe behalten und schickst den Rest zurück, das sind weniger Pakete, als wenn Du erst eine Größe bestellst, dann merkst: Passt nicht, dann nochmal eine andere Größe bestellst, passt evt noch mal nicht…

    Der Kunde bekommt dennoch gratis Rücksendungen. Wenn der Artikel nämlich von der in der auf den meisten Webseiten veröffentlichten Größentabellen abweicht, dann kann er sich auf einen Mangel berufen und dann ist der Rückversand gratis, siehe §439 Absatz 2 BGB

    • Das war auch mein Gedanke. Die meisten Kleidungsstücke passen mehr oder weniger, ich bestelle eh 1-2 Nummern größer. Schuhe allerdings sind so eine Sache. Vans, Adidas und Nike die ich mir bestellt habe hatten alle die gleiche größe. Alle auch 1 Nummer größer als meine eigentliche Schuhgröße. Die Adidas passen wie angegossen, die Vans passen von der Breite aber drücken in der Spitze. Die Nike sind generell etwas drückend. Dann müssen die halt wieder zurück. Passt halt nicht. Wieso war ich nicht in einem Sneakerladen oder Schuhgeschäft? Weil diese Modelle einfach nicht da verkauft werden.

      • Gerade bei Schuhen macht Online Shopping keinen Spaß.
        Abseits mir bekannter Modelle und Marken gehe ich beim Schuhkauf in den Laden.

    • Bei aller Liebe, bei Schuhgrößen bringt es wenig auf Größentabellen zu verweisen, da ist auch nur grob die Länge genormt und nicht die Form. Nachweispflichtig bist du selbst, dass die Länge und nicht die Form falsch ist.

    • Funktioniert nur solange die Anbieter nicht „Fällt 1-2 Größen kleiner aus“ hinschreiben. Amazon macht es ja teils schon.

    • Die eine Marke ist zufällig Nike?
      Bei Nike habe teilweise 2 Größen mehr, als bei den anderen Marken.

  3. Wird auch mal Zeit, das diese Unsitte mal ein Ende hat – mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz hat das alles nichts mehr zu tun, soviel Kleidung dadurch vernichtet wird. Zahlen müssen es am Ende alle Kunden.
    Ich würde kostenlose Rücksendung für alle Bestellungen untersagen, vielleicht lernen die Menschen dann man, das im Leben nichts umsonst ist und schaltet vor einer Bestellung mal ihr Gehirn ein, im besten Fall wird wieder mehr local gekauft.

    • Gute Idee, ist bestimmt nachhaltiger alles dezentral zu lagern und jeden Kunden mit dem Auto anfahren zu lassen 🙂

      • Ist es tatsächlich. Zurückgesendete Kleidung wird meist vernichtet, weil die Produktion günstiger ist, als das Kontrollieren und wieder ordentlich verpacken.
        Und gegen das vernichtungsverbot gibt es schon längst Umgehungsmöglichkeiten. In den 3. Weltländern gibt es Importfirmen, die genau solche Ware für einen schmalen Taler holen und dann fast alles auf Müllkippen werfen.
        Und diese Ausmaße gibt es erst, seitdem es diese Modeversandriesen gibt. Es ist nun mal Tatsache, dass man weniger konsumiert, wenn man den eigenen Arsch dafür bewegen muss.

        Unser Konsum ist für über 50% der weltweite CO2-Ausstoß verantwortlich. Der Verkehr gesamt gerade einmal 17%. Und da ist Schiffs-, Flugverkehr und Gewerbeverkehr bereits inkludiert!

        An unserem Konsumverhalten muss sich schleunigst was ändern. Und da wäre es ein Anfang, wenn Mode nicht nur einen gerechtfertigten Preis bekommt, sondern man auch mal sein Arsch bewegt und nur die passende Größe bestellt.

        Einzig beim Landleben ist der Versand gerechtfertigt. Aber genau diese leben oft bewusster und fahren in die Stadt. Der durchschnittliche in Besteller Großstädten hat es oft keine 10 Minuten Wegzeit mit Bus oder Bahn!

        • War ja zu erwarten, dass bei diesem Thema wieder ein Moralapostel auftaucht und von Nachhaltigkeit quaselt. Mir ist dieser grüne Kram völlig egal. Ich mache es einfach so, dass ich nicht dort kaufe, wo für die Rücksendung Geld verlangt wird. Einer der großen wird immer aus der Reihe tanzen um vor dem Rest einen Vorteil zu haben.

          • Ich bin auch kein grüner Fanatiker. Nur schalte ich das Hirn ein.
            Rückversand bezahlst Du immer. Wenn nicht direkt, dann indirekt über den Preis. Das ist nun mal so. Und diese ganze grüne Politik haben wir uns selbst zu verdanken. Denn an den Konsum, der die größte CO2-Schleuder ist, geht die Politik wegen der Wirtschaft nicht ran. Stattdessen wird alles dafür getan, die das Leben in den andren Bereichen des Lebens so teuer und unbequem wie möglich zu machen. Und dass, obwohl es erwiesener maßen das kleinere Problem ist. Gewinner ist die Wirtschaft, Verlierer sind wir, die dafür zahlen und Einschränkungen hinnehmen müssen.
            Wenn alle schon vor ein paar Jahre mal das Hirn eingeschaltet hätten, würdest Du noch Auto fahren können, ohne dass Dir ständig jemand ein schlechtes Gewissen machen will.

            Und machen wir uns nichts vor. Den Niedriglohnsektor, der Dir deinen preiswerten Versand erst ermöglicht, finanzierst Du wiederum mit deinen Steuern, da dieser Bereich ständig Zuschüsse aus xer Staatskasse bekommt. Egal wie Du es drehst, Du zahlst es immer.

            • Super geschrieben!

              Wird gerne vergessen, dass sowas alles im Preis einkalkuliert ist. Identisch mit Diebstählen in Supermärkten, auch das ist in den Endpreisen einberechnet.

              Wenn „kostenfreier“ Rückversand gestrichen wird, müssen ja die Preise 10% purzeln *hust hust*.

        • Du solltest weniger Fernsehen. Gut gemeinter Tipp.

        • Das ist falsch. Weit über 90 Prozent wird aufgearbeitet und ganz normal wieder verkauft. Ein kleiner Rest als B-Wäre und noch weniger wird vernichtet.

    • DragonHunter says:

      Tja, leider ist der lokale Handel nicht immer vom Servicegedanken beseelt und viele Menschen wissen, warum sie dort nicht mehr hingehen.
      Solange die Einzelhändler Lobby lieber gegen Onlinehandel lobbyiert, statt sich auf die eigenen Kompetenzen zu konzentrieren, wird das kein Ende nehmen.
      Deutschland hängt bei vielem einfach nur endlos hinterher und will das nicht ändern:
      Onlinehandel: böse, Online-Apotheke: sehr böse und gefährlich(!), Onlinemedizin: naja, vielleicht nicht so ganz böse, aber lieber vorsichtig…

      Es könnte so eine schöne Ko-Existenz von Online- und Lokal-Handel geben… Aber das will man an vielen Stellen offenbar gar nicht in Deutschland und so wird der Online-Handel verteufelt und man wundert sich, warum dennoch so viele online bestellen.

      • Wohl wahr. Zumindest ich habe im lokalen Handel inzwischen so viele schlechte Erfahrungen gemacht was den Service und das Angebot angeht, dass ich bis auf Lebensmittel praktisch alles online kaufe. Und auch online zeigt sich einfach woher die Händler stammen. Händler wie Amazon oder im Modebereich Zalando oder about You machen es mit retouren und Rückzahlung extrem einfach. Wenn ich bei manchen anderen Händlern fünf Schritte mehr für eine Retoure brauche oder sogar extra anrufen muss, muss der Preis schon extrem gut sein das ich dort bestelle.

      • Man darf auch nicht vergessen, dass gerade das Einkaufen in großen Städte zur Qual wird. Immer mehr Parkplätze und Straßen werden zu Radwegen umfunktioniert. Man darf dann seine Einkäufe in öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause buckeln. Mal ganz abgesehen davon, dass viele Läden Waren völlig überteuert anbieten. Nee, dann lieber bequem Online kaufen und sparen. Wenn der Einzelhandel dereinst in den grünen Städten eingegangen ist, gibts genug Platz für Telefonläden, Spielhalen, Schischabars und andere hübsche Einrichtungen.
        Egal. Amazon wird die kostenlose Rücksendung bestimmt als Prime Feature anbieten, wenn es soweit ist.

        • Weniger Autos beleben die Innenstadt und es bringt mehr Umsätze. Gibt einige Beispiele und Publikationen dazu. Autos verbrauchen irre Platz und es kommen weniger Menschen. Fahrradstraßen bringen ab gleicher Fläche viel mehr Personen unter und von A nach B und verpesten nicht die Luft.

    • Hallo Tom,

      Du denkst wie so viele nicht nach bevor mit dem Keule zugeschlagen wird.
      Das Problem ist, dass viele Hersteller die Größenangaben frei erfinden. Also bleibt den Kunden faktisch nichts anderes übrig als gleich in mehreren Größen zu bestellen. Ist auch sinnvoll, dann kommt ein Paket zum Kunden und ein Paket geht wieder zurück zum Händler.

      Die Alternative wäre, dass 5 Pakete zum Kunden und 4 Pakete zurück zum Händler gehen bis die richtige Größe erraten wurde.

    • gute Reise says:

      Ich denke du verstehst nicht, wie das alles funktioniert. Eine Rücksendung war nie kostenlos. Es war immer eingepreist. Was jetzt passiert, ist eine Möglichkeit für den Handel, die Gewinne zu steigern, in dem man die Rücksendung abermals sich bezahlen lässt. Im Grunde ist es eine Preiserhöhung.

      Und wie schon andere geschrieben haben, gibt es ja nicht ohne Grund Größentabellen, an die sich aber Hersteller nicht mehr halten. Ich z.B. trage Größe M. Bei einer Bestellung von Z hatte ich M und L der gleichen Ware bestellt. Leider war beides zu eng. Wie soll ich das denn bitte vorher wissen?

      Und mein, es ist kein Wunsch-M sondern vorher extra ausgemessen.

      Dennoch ist mittlerweile der Online Handel alternativlos geworden, da 1. Parkplatzgebühren oft höher sind als der Versand, dazu ist die Ware oft nicht vorrätig und das Sortiment viel kleiner und im Laden versteckt. Auf das Spiel mit der Suche habe ich einfach keine Lust mehr.

  4. Für mich ist das auf jeden Fall günstiger, als wenn ich vor Ort kaufe.
    Ich muss in die nächste Kleinstadt 15 Kilometer oder meist in die größere Stadt 60 Kilometer fahren und habe noch erschreckend hohe Parkplatzgebühren. Da komme ich mit 2-3 Euro Porto für die Retouren definitiv besser weg.

  5. Kann es sein, dass da wer seine schlechten Konditionen rechtfertigen möchte? Viel Erfolg. Lobbyarbeit wird da auch nicht viel bringen, weil 98% der Bürger das ganz anders sehen.

    Kleidung muss man anprobieren und die Größe und Qualität kann man nur durch anprobieren prüfen. Wer durch komplizierte Rücksendeprozesse und hohe Kosten negativ auffällt hat schlechte Karten. Gerade Amazon hat das immer gut gemacht und sehr einfach für den Kunden, wenn und nur wenn man nur bei Amazon selbst bestellt. Negativ fällt mir hier dagegen insbesondere Mindfactory auf. Und Versender denen man die Kontonummer nochmal mitteilen soll, weil das ERP nicht funktioniert. Bitte? Geld per Default genau so zurück wie es gekommen ist.

    Ich konzentriere mich mittlerweile wieder auf die Versender mit Lastschriftverfahren. Da ist doch deutlich besser.

  6. Die Versandhäuser sind doch zum Teil auch selbst Schuld dran. Viele Artikelbeschreibung sind einfach so unterirdisch. Wenn die genauen Maße dastehen würden, würde es sicher deutlich weniger Retouren geben.
    Leider legt ja jedes Modelabel die Kleidungsgrössen auch anders aus.

    • Kevin allein zu Hause says:

      https://fashionunited.de/nachrichten/business/weniger-retouren-so-will-zalando-passformprobleme-in-den-griff-bekommen/2019091633057

      Die Versandhändler arbeiten an Jahren zur Verbesserung der Kleiderangaben und Größen. Erzählen hier doch sehr viel mit Meinung im Forum aber ohne Ahnung.

      • Ich gebe dir recht, dass sich einiges getan hat zum positiven in den letzten Jahren. Aber gerade Zalando ist bei der Beschreibung notorisch knapp. Immerhin haben sie zumindest zum größten Teil Produkt Fotos in ordentlicher Qualität, die man sich dann auch angucken kann. Aber auch Zalando hat beispielsweise immer nur die Länge des beispielsweise T-Shirts in Größe M eingegeben. Das hilft mir leider nichts wenn ich es oder L brauche.

    • DragonHunter says:

      Naja, es sind eher die Hersteller, die das Problem sind, weil Kleidungsgrößen maximal als grobes Schätzeisen funktionieren.
      Die Onlinehändler wollen das verbessern, aber die Produzenten sind da taub und schwadronieren was von „Wohlfühlgrößen“ und ähnlichem Unsinn.

      • Das ist primär bei Frauenkleidung ein Problem. Ein Mann sieht eher entspannt der Tatsache ins Auge, dass er nun mal ein dicker Brummer ist und nicht mehr in das M/L Shirt passt.

        • Das weisst du woher? Bei mir variieren Größen auch zwischen S und L. Und das nicht nur von Marke zu Marke sondern auch schon innerhalb einer Marke.

  7. Ein Kommentator says:

    Es gibt tatsächlich Leute, die bestellen sich etwas, ziehen es zu einer Veranstaltung an und schicken es danach zurück. Das ist schäbig.
    Leider sind aber Größenangaben oft unzureichend oder fallen unterschiedlich aus.
    In der Regel weiß ich, welche Größe ich brauche. Größe M passt bei Kleidung eigentlich immer.
    Bei Schuhen habe ich drei unterschiedliche Größen.
    Ich habe jedenfalls ein schlechtes Gewissen, wenn ich etwas zurück schicken muss.

  8. bei kleidung ist das so ne sache, wenn diese nicht so ausfällt von der größe wie angegeben.

    ansonsten: ich hab natürlich meine favoriten shops wo ich eine versandflatrate fürs ganze jahr hab.

  9. Das wird auch Zeit. Inzwischen fahren 6 Zusteller von DHL, Hermes, Amazon, etc in den gleichen Straßen und blockieren sich gegenseitig. Die Arbeiter werden dort durch Sub Sub Unternehmen und scgeinselbstandige aus Bulgarien, teilweise fahren hier schon georgische Staatsangehörige. Wundert mich nur, dass nicht noch Paketfahrer aus China vor der Tür stehen. Inditex als weltgrößte Modekonzernmit Marken wie Zara, Massimo Dutti etc. nimmt seit wenigen Tagen schon Retourgebühren in Höhe von 1,95 Euro (Real sind die Kosten bei mindestens 3,95 Euro)

    Uniqlo als grosse Modemarke aus Japan nimmt 2,95 Euro, was Nah an der Höhe der tatsächlichen Kosten sein dürfte.

    Und nein es geht hier nicht um den Kamp stationärer vs online Handel. Es geht darum, dass die Zusteller kein Geld verdienen und immer mehr am Markt mit immer schlechteren Arbeitsbedingungen kämpfen. Gleichzeitig man sich aber die Fahrer abjagt und immer weiter nach Asien geht um noch welche zu finden die noch billiger und unter noch schlechteren Bedingungen hier ausfahren.

    • Fritz Mukula says:

      Und Du glaubst allen Ernstes, dass der Onlinehändler danach die Fahrer mit einem Bonus belohnt, weil er von Dir eine Gebühr für die Retoure kassiert? Nope. Er freut sich über die zusätzliche Einnahme und belässt den Rest, wie gehabt.

    • Den Zustellermarkt gibt es vielleicht auch nur in der aktuellen Größe, weil es kostenlose Retouren gibt. Und dass die Zusteller etwas von den Einnahmen aus den nichtkostenlosen Retouren bekommen, glaube ich nicht.

    • Ich weiß nicht, wie sich deine Daten zusammensetzen, aber die reinen Paketpreise liegen deutlich unter 3,95. Ich arbeite in unserer Firma täglich mit den Offerten. Für den Preis wird in die EU versendet. Und das Verpackungsmaterial liegt im Cent Bereich.

  10. Franky R. says:

    Bei uns in südlich von Berlin fährt man inzwischen anstatt mit einheimischen Paketautos der Post mit holländischen Paketautos (holländische Kfz Kennzeichen) und holländische Fahrer aus, weil man hier keine mehr findet. Das ist inzwischen so skurril, daß man 5 mal am Tag zum Briefkasten rennen kann weil irgendeiner was reinsteckt oder liefert. Von DHL, Hermes, Pin, Amazon, ups, postcon, dpd. Da stehen dann teilweise 6 Paketautos in einer Straße und die suchen dann die Adressen. Wird Zeit das dort der Staat regulierend eingreift. Was das für eine Verschwendung vo. Ressourcen ist mehrere Paket und brief Dienste ein Gebiet beliefern zu lassen…

  11. Die Sau wird doch immer wieder durch’s Dorf getrieben…

    Der Händler spart bei teuren Innenstadt-Immobilien und bei Personal. Wenn er dann im Onlinehandel trotzdem die gleichen Preise erhebt wie im stationären Handel, sollte ich als Kunde vielleicht den Vorteil der kostenlosen Rückgabe haben. Ansonsten werde ich entweder in den stationären Handel gehen (und damit andere Kosten verursachen) oder zur Konkurrenz gehen.

    Gerade Mode ist halt auch ein Artikel, der sehr anfällig für Rücksendungen ist. Im stationären Handel probiere ich Sachen ja üblicherweise auch zuerst an, bevor ich sie mitnehme. Ich weiß, dass es auch genug Kunden gibt, die einen Artikel für eine Nacht anziehen und dann zurücksenden. Aber auch hier gibt es Möglichkeiten, das zu verhindern/erschweren (z.B. Sticker, ohne die eine Rückgabe nicht möglich ist). Und Amazon hat mit Wardrobe ja auch erkannt, dass es ein normales Verhalten ist, Klamotten erst einmal anzuprobieren.

    Aber am Ende darf das jeder für sich selber entscheiden.

  12. Und als Nächstes darf der Kunde auch die Personalkosten, die Miete bezahlen und die Reinigung in Geschäften in die er eintritt.

    Kann sein dass es einzelne Läden einführen. Aber niemand der ernsthaft e Commerce betreibt.

    • Nur mal ein dezenter Hinweis. die Kosten fürs Personal, Miete etc. sind bereits bei allen Artikeln auch bei den stationären Händlern eingepreist.
      Daher ist es auch blödsinn davon zu reden, dass Händler künftig die Kunden an den versandkosten beteiligen. Die Kunden tragen bereits heute die Versandtkosten entweder direkt in dem sie ausgewiesen werden oder versteckt im Preis, sonst würde jeder Händler auf dauer Plete gehen. Das kann man z.B. auch sehr gut bei ebay nachvollziehen. die günstigsten Preise weisen meist zusätzlich die Portokosten aus, bei den anderen sind sie im Preis enthalten. Vergleicht man nachher die Endsumme, liegen die Preise nicht mehr so weit auseinander.

      • NanoPolymer says:

        Ich hab ja kurz gelacht über seine Aussage. Aber er meint das ernst und da verging mir das Lachen. Ich hoffe er ist so ziemlich einer der wenigen die das denken.
        Auf der anderen Seite gibt es auch viele die schlecht im Sinne ihrer Firma handeln weil sie denken Geld bekommen sie ja so oder so… das sind dann wohl die gleichen die nicht verstehen wo das herkommt.

    • Also ich glaube da hast du eine rosa Brille auf. Inditex ist mit Marken wie Zara der größte Modehändler der Welt.

      Uniqlo der größte in Japan, der sehr erfolgreich in Deutschland und Europa ist.

      Wenn die jetzt Gebühren für die Retouren nehmen, dann ziehen andere nach. Das sind marketplayer und keine Tante Emma Läden.

      • Es ist völlig wurscht, ob einer Erfolg in Japan hat oder weltweit aktiv ist. Es geht hier um den deutschen Markt und da sind Amazon und Otto uneinholbar marktbeherrschend, dagegen ist Zara in Deutschland eine Nullnummer und der Japaner nicht einmal das.

        Und die beiden werden nichts nehmen, gerade wo Otto mit seiner Versandflat ordentlich Kunden gewinnen konnte und durch die Paketshops und eigenen Versand (Hermes) im Vorteil gegenüber Amazon ist.

        Solange die Händler nicht auf einheitliche Größen und eine Toleranz von kleiner 0,5cm bestehen, müssen sie kostenlos retounieren, sonst kann der Kunde auch offline kaufen. Online Kleidung ist ohne kostenlose Retour ein toter Markt.

  13. Gerade im Modebusiness kann ich nicht erkennen, dass die letzten Jahre seitens der Hersteller/Shops dazu genutzt wurden, dass man als Kunde Material, Größe und Passform wirklich während der Bestellung vernünftig einschätzen kann, um Fehlbestellungen zu vermeiden.
    Somit liegt die Schuld bei bspw. nicht passender Kleidung nicht beim Kunden und nun den Kunden bewusst für die eigenen Unzulänglichkeiten zu bestrafen, finde ich ziemlich unpassend und wird mich persönlich wieder vom Onlinehandel webbringen.

  14. Fritz Mukula says:

    Ich glaube die üblichen Schlagwörter „Nachhaltigkeit“ und „Klimaschutz“ sind hier deplatziert, denn ich bezweifle an der Stelle, ob es klimafreundlicher ist 2-4 mal im Monat in die die Stadt zu fahren um seine Klamotten zu kaufen, oder eben online zu bestellen und die unpassenden Teile zurück zu schicken. Da ist eher das Verhalten des Käufers gefragt und nicht die Abwicklung der Retoure selbst, denn es ist schließlich ein großer Unterschied, ob ich eben mehrfach bestelle und mehrfach zurück schicke, oder eben eine große Bestellung mache und die unpassenden Stücke wieder in nur einer Sendung zurück schicke. Auch was die Nachhaltigkeit angeht, liegt es an einem selbst, ob er/sie Kleidung bestellt, die länger genutzt wird, oder den Modetrends hinterherrennt und deshalb alle paar Tage/Wochen irgendwas neues braucht.

    Ich sehe bei diesem Thema nichts anderes, als den perfiden Versuch die Kosten an den Endverbraucher weiter zu geben, ganz unter dem Deckmantel des Arguments der „aktuellen Marktsituation“. Jeder, der in der Textilbranche arbeitet oder gearbeitet hat und weiß, was die Dinger im Einkauf kosten, der kann über diese Diskussion nur schmunzeln.

    • Dito. Mit „Nachhaltigkeit“ und „Klimaschutz“ hat es nichts zu tun, wenn Rücksendungen erschwert werden. Das ist eher selbstherrliches Gelaber und „Die anderen sind alle doof die nicht so sind wie ich“.

      Und zweimal in die Stadt zu fahren nur um fest zu stellen, dass die das nicht haben und man trotzdem bestellen musst ist nicht nachhaltig. Genau so, wie jedes Stück einzeln zu bestellen nicht nachhaltig ist. Perfekt ausbalancieren kann man es auch nicht.

  15. Selbst mit Retouren verliert der stationäre Handel im Klimavergleich.
    Die Rücksenderei würde zum Beispiel auch weniger werden wenn die Hersteller sich mal Größentechnisch einigen würden.
    Ich vermute ändern werden sich hier nur die Kundenzahlen der Anbieter die Rücksendekosten verlangen.

  16. Habe heute tatsächlich ein Paket von Uniqlo zurückgeschickt. Die kleine Gebühr finde ich okay. Schade ist nur, dass ich alle Artikel in M bestellt habe und sie einfach so unterschiedlich ausfallen, das man keine andere Chance als zurücksenden hat. Toll wäre es, wenn gewisse Maße (etwa Länge und Breite beim T-Shirt) auf der Webseite angegeben werden. Dann kann man sich ein zwei tolle T-Shirts von sich ausmessen und die als Referenz nutzen. Bei Vinted frage ich z.B. immer die Verkäufer und wenn ich die Maße bekomme, dann passt das Produkt in 99% der Fälle einwandfrei.

    Bzgl. Kosten für die Firma: Mag sein das Versand, Warenlager und Retouren teuer sind, aber physische Läden sind auch kein Schnäppchen.

    Bzgl. Umwelt: Ja, Zurücksenden ist nicht toll. Aber extra dafür ins Geschäft fahren ist auch nicht immer das Wahre und insb. mit dem Auto auch gut umweltschädlich. Gut, bei Uniqlo geht es sowieso nicht, da die (leider) kaum Standorte haben. Und ob die Retoure so ins Gewicht fällt wenn man sich mal die Herstellung der Waren anschaut, wage ich auch zu bezweifeln. Daher würde ich tatsächlich second-hand immer bevorzugen, solange es nicht gerade Unterwäsche ist.

  17. NanoPolymer says:

    Kostenlos sind die Rücksendungen ja jetzt auch schon nicht. Dann werden halt die Preise etwas nach oben korrigiert und alles bleibt wie es ist.

    • Stimmt, aber ich denke die Ausweisung von „Extra“ Preisen für den Rückversand sollen eher den Erziehungscharakter haben – schon beim Einkauf nur das in den Warenkorb, was wahrscheinlich auch behalten wird.

      Den Verkäufern geht es bestimmt weniger um den Vorgang Rückversand an sich, als die ganzen Retouren, die auch extra bearbeitet und zwischengelagert werden müssen.

      Jetzt wird langsam aber stetig an die Schmerzgrenze der Kunden herangetastet werden.

  18. Prinzipiell sinnvoll, allerdings haben da Shops wie H&M auch durchaus selbst Schuld dran. Ständig neue Schnitte und die Bilder sind selbst bei maximaler Größe der reinste Pixelbrei. Da lässt sich weder die Stoffstruktur darauf erkennen noch die Farbe bei natürlichem Licht.

  19. Also gerade! bei Kleidung würde ich das nicht nachvollziehen können. Da ist es ja eher die Regel, dass etwas nicht passt oder anders als dargestellt ankommt. Stationärer Handel ist keine Option mehr für mich, schon lange nicht mehr. Am Ende wird es solche und solche geben, der eine Shop wird was berechnen, der andere nicht. Ist ja jetzt auch schon so.

  20. Meine Hosengröße bekomme ich nur im Internet und das weil ich zwei größen unter der Norm bin. Werde dann wohl zu Maßhosen über gehen auch wenn die Hose dann 500€ kostet aber dafür mit zehn Jahren Garantie und kostenloser Reparatur.

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