Kleiner Roboter zum Verschlucken kann Diabetikern Insulin ohne Spritzen liefern

Wissenschaftler aus Italien haben ein Konzept für einen kleinen Roboter entwickelt, der von einem Menschen verschluckt werden kann, um am Ende im Bauchraum zu ruhen. Dort könnte er Patienten mit Insulin versorgen und so Diabetikern helfen. Nachgeliefert würde das Insulin über kleine magnetische Kapseln, die der Roboter leer wieder abgeben könnte.

Muss dann die Reserve wieder aufgefüllt werden, könnte der Patient einfach eine magnetische Kapsel schlucken, die dann vom Roboter festgehalten werden würde. Der Roboter würde aus der Kapsel mit einer kleinen Nadel sein Reservoir wieder auffüllen. Wie das Gerät im Körper wieder geladen werden kann? Das soll kabellos geschehen. Klingt natürlich auf dem Papier alles sehr abenteuerlich, denn das muss natürlich alles ziemlich sicher sein, damit nicht versehentlich zu viel Insulin abgegeben wird.

Allerdings ist es für Patienten nun auch nicht so angenehm sich täglich über eine Spritze oder andere Hilfsmittel täglich möglicherweise mehrere Dosen Insulin zu verabreichen. Da ist so eine Art Docking-Station im Körper vielleicht die weniger anstrengende Maßnahme. Auf Dauer sei das laut einer der Autorinnen der Studie, Arianna Menciasso, die weniger invasive Methode. Das System könnte zudem auch für andere Medizin nutzbar gemacht werden, nicht nur für Insulin.

Man hat die Apparatur auch schon mit drei Schweinen mit Diabetes getestet und konnte zumindest schon für mehrere Stunden auf diese Weise deren Insulin-Niveau erfolgreich regeln. Probleme gab es mit der Versiegelung, denn es gelangte Körperflüssigkeit ins Innere der Roboter. Hier gibt es also noch Arbeit für die Wissenschaftler. Somit dürfte es dann auch noch eine ganze Weile dauern, bis hier möglicherweise eine Marktreife erzielt werden kann.

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18 Kommentare

  1. Herr Hauser says:

    Lass sowas nicht Verschwörungsschwurbler lesen.

  2. Ok, dass ist tatsächlich leider geil

  3. Verwechslungsgefahr: Mit „drei Schweinen“ oder „drei armen Schweinen“ getestet.

  4. Das könnte hilfreich für Betroffene sein. Wie kommt man das Ding wieder raus wenn man es mal nicht mehr will? Vorstellen kann ich mir solche Dinge in meinem Körper eher nicht. Wenn es lebensnotwendig ist, ist das sowieso kein Thema, bei Diabetes würde ich bestimmt eher traditionell spritzen. Mal sehen wann Menschliche Verbesserungen kommen, ob ich das noch erleben werde.

  5. der „roboter“ wird doch implantiert, nur die kapseln werden verschluckt?

  6. Zukunftsmusik. Es gibt mittlerweile Messgeräte für den Blutzucker, die unter die Haut implantiert werden. Die müssen aber nach 6 Monaten entfernt und ein neues eingesetzt werden. Der Roboter scheint ja noch weiter von der Haut entfernt zu sitzen, wie da Energie aufgeladen werden soll, ist mir ein Rätsel.
    Es gibt neben dem spritzen ja auch Pumpen, dort setzt man sich nur alle 2-3 Tage eine Nadel.
    Kurzum: als betroffener würde ich das Szenario hier nicht in Betracht ziehen. Dir fehlt ja komplett die Kontrolle, außer dem angedeuteten Bluetooth…

    • Hier geht es um die Insulinabgabe.
      Das ‚Eversense‘ ist für das Messen unter der Haut. Das ist schon ein deutlicher Unterschied.

    • So riesig ist der Energiebedarf einer Insulinpumpe nicht. Wahrscheinlich legt man nachts eine Spule über das Implantat, um es induktiv zu laden.

      Warum das Teil als Roboter bezeichnet wird, verstehe ich nicht. Zumindest erfüllt es nicht die Kriterien von verschiedenen Industrieorganisationen.

  7. Also ich sehe nichts was schief gehen könnte.

  8. Cochlea-Implantat … zwar noch weit von dem entfernt was hörgesunde Menschen als hörästhetik empfinden, aber wenn es um hören oder nicht-hören geht … gäbe es ein Implantag welches mir verloren gegangene Funktionen des Körpers zurückgibt wäre es für mich gar keine Frage . natürlich müsste es soweit wie das für ein technisches Prosukt zusicherbar ist unschädlich sein und das über seine gesamte Betriebsdauer hinweg. Aber „wieder leben wie vorher“ , also z. B. ohne seine verloren gegangene Insuli-Regulation selber „managen“ zu müssen – wäre für mich das allein ausschlagebende Argument. Träume mal einfach: irgendwann ein kleiner Dialyse-Roboter im körper … 3 x die woche an die „Maschine“ ist sehr einschränkend für die lebensqualität … ich glaub da würde sich jeder gerrn einen „Kitney-Rob“ einpflanzen lassen. Wäre ich in der Lage wäre mir das auch lieber als mit einem Stück Organ eines Verstorbenen rumzulaufen.

  9. Insulinpumpen sind eine Alternative zu „sich täglich über eine Spritze oder andere Hilfsmittel täglich möglicherweise mehrere Dosen Insulin zu verabreichen“. Um implantierbare Pumpen ist es recht still geworden. Wahrscheinlich, weil die aktuellen externen Pumpen so klein und leicht geworden sind. Implantierbare Glukosesensoren gibt es noch nicht, da sie nicht langzeitstabil sind. Die externen Sensoren sieht man aber immer häufiger (Button auf dem Oberarm). Der Messort muss auch vom Insulinzugabeort räumlich entfernt sein, um verlässliche Messwerte zu erhalten. Da ist es bei implantierbaren Herzschrittmachern oder Defibrillatoren bedeutend einfacher. Die können ggf. über ihre Stimulationselektroden auch messen.

    Das vorgestellte Projekt sehe ich mit Skepsis. Das Implantat wiegt 165 g und ist 78 *63 * 35 mm groß. Es muss im Bauchraum fixiert werden, gleichzeitig soll eine Dünndarmschlinge fest am „Dockingport“ für die Nachschubkapseln verbunden werden. Was Keimbelastung angeht, ist eine Verbindung zwischen Darminnenseite und Bauchraum sehr kritisch.

    • Eversense ist doch ein „implantierter“ Sensor. Hält nur leider nicht sehr lange.

    • DragonHunter says:

      Das Problem der ganzen CGM ist vielmehr, dass sie den Gewebezucker und eben nicht den Blutzucker messen. Das macht medizinisch einen Unterschied, weswegen die CGM immernoch nicht alleine eingesetzt werden dürfen und die allermeisten eh eine regelmässige Validierung mit dem Blutzucker brauchen, um halbwegs verlässliche Daten zu liefern.
      D.h. die sind auch nicht das Gelbe vom Ei.

  10. Interessant wird das alles erst, wenn es vollautomatisch funktioniert, also den Blutzucker (und idealerweise nicht den Gewebezucker) musst und dann selbstständig die passende Menge Insulin abgibt. Da finde ich den Ansatz gezüchtete Betazellen zu Implantieren aber irgendwie vielversprechender… und auch natürlicher.

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