Kaufland und Too Good To Go wollen Lebensmittel retten

Too Good To Go ist eine App, die sich darauf spezialisiert hat Lebensmittel zu retten, die sonst in der Mülltonne landen würden. Denn das ist in Deutschland ein Problem: Viele Lebensmittel, die eigentlich noch problemlos genießbar wären, landen in Supermärkten im Müll. Too Good To Go kooperiert da bereits mit real und holt nun als weiteren Partner auch Kaufland ins Boot.

Den Prozess hatte Caschy ja in seinem Beitrag schon für euch beschrieben: Ihr könnt Lebensmittel, die kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, über die App bestellen und dann im Markt in einer Überraschungstüte abholen. Es geht also je nach Warengruppe – etwa Backwaren, Obst und Gemüse, etc. In Bezug auf Kaufland heißt es konkret: „Speisen, die kurz vor Ladenschluss in den Kaufland-Imbissen ausgewählter Filialen noch nicht verkauft wurden, können von interessierten Kunden als eine Art ‚Wundertüte‘ erworben werden.

Die normalen Preise für die enthaltenen Lebensmittel sollen bei 10 Euro liegen, sie werden dann aber für 3 Euro angeboten. In den Paketen sollen beispielsweise Bratwürste, Bockwürste, Hot-Dogs, Leberkäse, Steaks oder Schnitzel enthalten sein. Vorerst handelt es sich zwar nur um einen Test, bei Erfolg ist eine Ausweitung aber angedacht. So könnt ihr das gemeinsame Angebot von Too Good To Go und Kaufland in fünf Filialen wahrnehmen: in Aachen, Bad Dürrheim, Bad Kreuznach, Heidelberg-Rohrbach und Oranienburg.

Kaufland betreibt da übrigens auch andere Initiativen: Unter dem Banner „Die etwas Anderen“ kauft der Händler Landwirten optisch nicht ganz so attraktives aber qualitativ einwandfreies Obst ab, um es in seinen Märkten anzubieten. Außerdem spende man überschüssige Lebensmittel auch an örtliche Tafeln und kooperiere mit karitativen Organisationen und Foodsharing-Einrichtungen. Zudem habe man sein internes Warenwirtschaftssystem vor einigen Jahren optimiert. Artikel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum kurz vor dem Ablaufen steht, biete man außerdem vergünstigt an.

Letztere Taktik wenden aber natürlich viele Märkte an, besonders hervorhebenswert ist das in meinen Augen nicht – kenne ich etwa auch von Aldi oder Rewe hier vor Ort so. Die Zusammenarbeit mit Too Good To Go finde ich aber gut und hoffe, dass die Kooperation für Kaufland erfolgreich verläuft und wie im Falle von real später ausgebaut wird.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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22 Kommentare

  1. Wir wissen es doch alle: Lebensmittel sind mit ablaufen des MHD sofort schlecht und ungenießbar…

  2. Schade, die lokalen Kaufland Filialen hier hatten bis lang oft viel mehr Rabatt und man konnte sich die Wahren sogar aussuchen. Gerade bei Obst und Gemüse war das schon ein Highlight, gerade vor Wochenenden oder Feiertagen, bloß, dass man mit Horden Kopftuchträgerinnen (gut organisiert) konkurrieren musste. Aber auch Fisch und Fleisch, da war immer was dabei. Für Überraschungen bin ich nicht so zu haben, insbesondere wenn es so läuft wie bei Rewe hier, und man dann schnell eine Tüte voll Rauke für 3,5 € bekommt, die alles andere als to good to go ist.

    • Oh man, die gut organisierte Kopftuchträgerinnenmafia. So ein unnötiger Kommentar…

      • Es kann ja nicht sein, was nicht sein darf! Den Begriff „türkische Schnäppchenmuttis“ gibts schon seit den Neunzigern, und wer im Einzelhandel arbeitet, der kennt das und weiß, was gemeint ist.

      • Von „Mafia“ hat er nichts geschrieben.
        Zur Sache: Das kann ich definitiv bestätigen, sieht man bei uns auch regelmäßig, und da geht es dann wahrlich nicht gesittet zu.

        Nebenbei bemerkt unabhängig von der Gemüseabteilung:
        Unser Kaufland beschäftigt schon seit einer ganzen Weile private Security im Markt, und das liegt nicht daran weil sich der Harald Müller mal daneben benimmt sondern weil die Mitarbeiter mehrfach massiv bedroht und körperlich angegangen wurden, von eben jenem erwähnten Klientel. Das mag so mancher in übertriebener politischer Korrektheit nicht gerne hören, es ändert aber nichts an den Fakten, und es ist gefährlich für alle Beteiligten wenn man sowas lieber tot schweigt und sich nicht mit den Ursachen und Folgen konstruktiv auseinandersetzt.

      • Man man. Ich schrieb nichts von Mafia, nur von gut organisiert. Das war eine neutrale Beobachtung. Da steht halt einer mit vor dem Weiskraut und ruft den anderen vor der Kasse an, wenn der sich anstellen kann, weil der Preis jetzt runtergesetzt ist. Die Ware wurde schon gesichert, bevor der Preis runter ging. Das ist quasi Anerkennung. Ich selbst kaufe gerne solche Schnäppchen, eben damit sie nicht wegfliegen und weil ich immer ein gutes Gefühl habe, wenn ich Geld spare, also auch da habe ich kein Problem. Mein Kommentar zielte darauf ab, dass ich es schade fände, wenn dieses Runtersetzen ein Ende hätte, weil das Zeug in Tüten für to good to go verteilt wird.

        OK, die Beobachtung, dass sie Kopftuch tragen, war unnötig zu erwähnen und hätte ich für mich behalten können, das ist richtig. Tut mir Leid.

        Es ist aber ziemlich nervig, wenn man sich bei jedem Wort, welches man schreibt, überlegen muss, ob man jemanden vor’s Schienenbein tritt, beabsichtigt war es nicht und die Reaktion ist mindestens so daneben.

    • Ja, die Kundengruppe pilgert bei uns auch schon 30-60 Minuten vor dem üblichen Zeitfenster wann die Rabattierung erfolgt in Massen in der Obst und Gemüseabteilung umher.

      • Ist doch nix anderes wie wenn Mediamarkt & co Sonderaktionen haben oder DAS neue gadget auf den Markt kommt. Der unterschied ist allein die ‚Schicht‘ in der man lebt. Jeder will das bestmögliche für den niedrigsten Preis oder als erstes. Bei den einen geht es eventuell um Anerkennung in der peergroup bei anderen darum auch mit wenig Kohle noch etwas tolles zum Abendessen zu haben. Bei einigen sogar darum überhaupt mal was anderes als Toastbrot zu haben. Wer sich darüber aufregt sollte sich meiner Meinung nach eher über Ungleichverteilung und den Arbeitsmarkt aufregen.

        • Da ist ein himmelweiter Unterschied, und zwar in der Art und Weise wie bei der Suche nach Schnäppchen sich verhalten wird, und wie sehr man dabei zumindest mal in Grundzügen auf soziale Anstandsregeln Rücksicht nimmt.
          Ich empfehle Dir, das Schauspiel einfach mal live zu beobachten. Dann wirst Du selbst feststellen, wo die Unterschiede liegen. Wie gesagt Kaufland hat nicht umsonst private Security eingestellt.

        • danke für den konstruktivsten beitrag hier!!
          Zb Aktuell Cum Ex ist quasi auch nix anderes als Pfandbetrug auf nem ganz hohen level, aufregen darüber tut sich auch keiner…

  3. Die Idee von to good to go finde ich gut. Allerdings stehen sie zum Teil in Konkurrenz zu den Tafeln. Mir wäre es lieber wenn diese fast abgelaufene Waren erhalten würden.
    Ich selbst habe es zwei Mal genutzt. Leider fühlte ich mich beide Male übers Ohr gehauen. Ein Birne die gekonnt in die Schale gelegt, dann zu Hause aber unten schimmelt, gehört halt einfach in die Müll und nicht mehr verkauft. Egal für welchen Preis.
    Das ist vielleicht nicht die Schuld von to good to go, aber für mich sind sie erst mal durch.

    • Das ist mir bei eingeschweißten Äpfeln schon öfter aufgefallen. Oben sehen sie perfekt aus, aber einer war dann jeweils dabei der unten stark beschädigt und daher schon angeschimmelt war. Da an Zufall zu glauben, dass die zufällig exakt so in der Verpackung positioniert wurden, dass man nichts sieht fällt schwer :).

      • Ich kaufe kein eingeschweißtes Obst. In diesem Fall hat der Verkäufer bzw. Die Verkäufer das Obst beim abholen vor meinen Augen so in eine Pappschale gelegt dass ich die schlechten Stellen nicht gesehen habe und dummerweise auch nicht kontrolliert habe. D.h. es war kein Zufall in einer verschweißten Plastik Schachtel, sondern absichtlich das verfaulte Obst untergejubelt.

      • Peter Brülls says:

        Es ist kein Zufall. Die Schäden entstehen unten, weil die Tüten und Packungen gerne mal hingeknallt werden (auch von Mitarbeitern) und defekte, die von oben sichtbar sind, führen dann auch eher zum Aussortieren.

  4. Also ich finde ja „To Good To Go“ an sich eine gute Sache, ausprobiert habe ich es allerdings noch nie, aus Mangel an entsprechenden Partnern, die in meiner Gegend hier mit denen koopieren. Ich möchte mir jetzt aber nicht vorstellen, was wohl in dieser Imbisstüte von Kaufland zum Ladenschluss enthalten sein wird…verbrutzelte Bratwürste, aufgeplatzte Bockwürste, vertrocknete Schnitzel etc., das wird wohl keine Ware sein, die noch kurz vor Feierabend auf den Grill gelegt wurde, sondern schon länger da „rumgammelte“…nee danke, da sind mir dann auch 3 € zu schade und einen Hund habe ich nicht. Nichts gegen Ware (Obst, Gemüse oder Backwaren) welche am gleichen Tag verwendet, noch akzeptabel ist, aber am nächsten Tag nicht mehr verkauft werden könnte, aber bitte kein vergammeltes Grillgut. Würg.

    • Also, hier macht ein Fischhändler und eine Salat Bar mit und das Essen ist einwandfrei und ein echter Preishammer. Leider gibt es hier die Reste um 20:30, da habe ich selten Hunger.

  5. Also wer 3€ für 12 Stunden alte Backwaren (offen gelagert), ebenso alte Grillware und Obst am Rande der Verkehrsfähigkeit ausgibt, der sollte lieber in Therapie gehen.

    Schon irgendwie schäbig, dass Kaufland an an Orthorexia Nervosa erkrankten Menschen noch Geld verdienen will und sie in ihrem Wahnerleben unterstützt.

  6. Wundertüte Nein! Ich suche mir Ware aus, die ich wirklich haben möchte

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