Justizministerin Barley will kürzere Vertragslaufzeiten

Lange Vertragslaufzeiten könnten in Zukunft der Vergangenheit angehören. Das zumindest möchte Bundesjustizministerin Katarina Barley. Der Plan der SPD-Ministerin sieht vor, dass Verträge nur eine Laufzeit von einem Jahr haben dürfen. Das schließt Verträge für das Festnetz oder das Smartphone mit ein. Die automatische Vertragsverlängerung soll nur noch um jeweils drei Monate möglich sein, wenn nicht spätestens einen Monat vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit gekündigt wird. Auch die Union scheint das Vorhaben zu unterstützen, so die Tagesschau. Widerstand gibt es aus der FDP. „Die Unsicherheit über die Einnahmen werden die Anbieter über heftige Preisaufschläge absichern“, wird die verbraucherschutzpolitische Sprecherin Katharina Willkomm zitiert. Das Aus für Zweijahresverträge ist Teil eines Paket, mit dem Barley mutmaßliche Kostenfallen bekämpfen will.

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caschy

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59 Kommentare

  1. Regulierung hier, Bevormundung da. Die EU will eine automatische Tempobeschränkung für Autos und 30 Assistenten ab 2022 verbindlich.

    • Erst 2022…? Schade, ich dachte, die kriegen das früher hin…

      • @ cxli & Maverick: SIE können doch heute schon den Fuß vom Gas nehmen. Und wenn andere schneller fahren können (ich zähle da NICHT dazu) oder möchten, dann ist das doch deren Sache, solange sie dabei niemanden gefährden. Ich glaube, die EU und unser eigener Staat hat viel wichtigere Herausforderungen zu lösen als ein Tempolimit …

        • Was ist denn wichtiger als der Erhalt von Menschenleben?

          • @ cxli: Rhetorische Fragen sind bei einem so ernsten Thema nicht sachdienlich. Nachdem ich hauptberuflich im Gesundheitswesen und ehrenamtlich in de Blaulichtfamilie unterwegs bin, antworte ich Ihnen aber sehr gerne: Statt einer pauschalen Gängelung der Menschen durch Tempolimits gäbe es eine Reihe von Maßnahmen, die dem Erhalt von Menschenleben weit mehr dienen würden ! So würde – nur ein simples Beispiel ! – durch ein vernünftiges Baustellenmanagement auf deutschen Autobahnen die Zahl der Unfalltoten am Ende von vermeidbaren Staus sehr deutlich gesenkt, während die absolute Geschwindigkeit bei vielen Unfällen gar nicht relevant ist. Sie ahnen ja gar nicht, wie viele Deppen auf unseren Straßen noch fahren, ohne den Sicherheitsgurt anzulegen. Da kann Tempo 30 schon zu schnell sein.
            „Tempolimit“ ist aktuell wieder so ein ideologisches Reizthema, bei dem überwiegend Leute diskutieren, für die das Denken in Zusammenhängen zu anstrengend ist.
            Aber damit sind wir wieder bei dem ursprünglichen Thema: Statt dafür zu sorgen, dass die Bürger umfassend mündig sind, glauben viele Politiker, mit Vorschriften Probleme lösen zu können, die es gar nicht gäbe, wenn die BürgerInnen einfach vernünftiger wären …

            • Danke, aber das war keine rhetorische Frage und ist für mich der Kernpunkt der Überlegung. Ich finde es interessant, dass hier immer gleich der Begriff „Gängelung“ fällt – es ist zunächst einfach nur eine Regel. Regeln haben wir viele, sinnlose und sehr sinnvolle. Eine Regel, für die es sehr viele und (imho) sehr gute Gründe gibt. Regeln, die da eingesetzt werden, wo Menschen eben nicht die Übersicht haben, egal, wie mündig sie seien mögen. Das haben mehr oder weniger alle Nachbarländer eingesehen, selbst die USA (als Hort der freien, mündigen Bürger) haben ein Tempolimit. Das ist einfach nur überfällig, hat überhaupt nichts mit „Gängelung“ zu tun. Aber Tempolimit in Deutschland ist das gleiche Problem wie Waffengesetze in den USA.
              Es gibt viele Maßnahmen, die den Verkehr sicherer machen, absolut einverstanden – aber ein Tempolimit ist auch sehr effektiv. Es gibt einige Argumente für Tempolimits, aber ich würde gerne mal ein einziges Argument für dass Weglassen von Tempolimits hören – ein einziges reicht mir. Gängelung ist kein Argument…

              • @ cxli: Ein Argument ? Gerne – ich kenne etliche Menschen, die viel auf unseren Autobahnen unterwegs sein müssen. Und da ist es bei längeren Strecken ein zeitlicher Unterschied, ob 120 erlaubt sind oder (zumindest da, wo es möglich ist) das Auto ausgefahren werden kann. Ob wir das „gut“ finden, müssen wir hier nicht diskutieren.

                • Wäre ein Argument, wenn es wirklich einen signifikanten Unterschied gäbe.
                  Bei unserem Verkehr sind diese Unterschiede aber im Prinzip eine Illusion – zudem: wenn du mehr Gas gibst, musst du auch Pausen zum Tanken einrechnen.
                  Also, 15 min schneller auf 2h Fahrt gegen Sicherheit und Umweltbelastung nur weil freier Bürger? Überzeugt mich nicht…

                  • Nach meiner Erfahrung sind in den seltensten Fällen die Leute mit 200 km/h auf der Autobahn die Gefahr sondern in den allermeisten Fällen die (nebenbei bemerkt in 95% der Fälle Frauen) die Leute die mit 101 km/h hinter einem LKW rausziehen ohne in den Rückspiegel zu schauen und regelmäßig beinahe Unfälle verursachen. Oder beim auffahren auf die Autobahn einfach mit ihren 80 km/h (im besten Fall) ohne weiteren Kontrollblick auf die Autobahn ziehen.

                    Die Fälle, die alles andere als selten vorkommen, sind eine wesentlich höhere Gefahr als jemand der weiß was er tut, und mit 200 km/h wenn alles frei ist mal über die Autobahn fährt.

                  • @ cxli: Ich rede nicht über 2 h und dort 15 Minuten. Ich rede über Berufstätige, die Langstrecken fahren müssen. Und wenn ich mir die Tanks bestimmter Autos anschaue, muss während der Fahrt nicht getankt werden.
                    Und nochmal zum letzten Satz: Nein, ein Tempolimit würde eben die Sicherheit NICHT signifikant erhöhen (da gibt es viel wirksamere Regelungen !), und dass wir für die Umwelt weit wirksamere Maßnahmen hätten als ein Tempolimit, das dürfte doch wohl mittlerweile auch klar sein.

              • Du fährst ganz offensichtlich nicht viel Auto. Gerade auf längeren Strecken ist es eine deutliche Zeitersparnis.

              • Verbote müssen begründet werden, nicht das Weglassen dieser.

    • Zeit wird es. Zumindest was das Tempolimit betrifft!

      • GooglePayFan says:

        Die wenigsten Todesfälle in der Statistik kommen durch Unfälle durch überhöhte Geschwindigkeit auf Autobahnen zustande.
        Auch der erhöhte CO2-Ausstoß von schnell fahrenden Autos auf der Autobahn ist maximal eine Randnotiz unter all den LKW, Schiffen und Fabriken.

        Reine Symbolpolitik also…

      • Ich bin im Jahr ungefähr 40.000-45.000km auf deutschen Autobahnen unterwegs. Fahre eigentlich nie schneller als 130 und im Prinzip ist mir ein Tempolimit völlig egal (Fahrzeit=Arbeitszeit).

        Was ich mich nur frage was ein Tempolimit bringen soll. Beim heutigen Verkehr gibts zu den Stoßzeiten eh kaum Abschnitte wo man schneller als 120-130 fahren kann bzw. bei den Zuständen der deutschen Autobahnen sind sowieso viele Abschnitte bereits limitiert.

        Viel wichtiger würde ich ein generelles Überholverbot für LKWs finden sowie die Verpflichtung zum nutzen von Abstandswarnern.

        • Wenn man sowieso auf deutschen Autobahnen aufgrund der Überlassung nicht schneller als 120 fahren kann (was ich absolut bestätigen kann) wieso streubst du dich dann gegen ein generelles Tempolimit. Irgendwie unlogisch deine Denkweise. Wenn du unbedingt den LKW’s ein Überholverbot aufzwingen willst, warum dann nicht auch eins für Autos, es gibt hier absolut kein Unterschied wenn wir Mal ganz ganz e ehrlich sind 😉

          • @ Bob: Sachte bitte ! Sven schrieb – völlig zutreffend – „Stoßzeiten“ und „viele Abschnitte … limitiert“. Das heißt, ein generelles Tempolimit wäre sehr wohl ein schmerzhafter Eingriff. Und hinsichtlich Überholverbot liegst Du völlig falsch – erstens haben wir bei PKW in der Regel keine Elefantenrennen wie bei LKW, und vor allem ist ein riesiges Problem bei überholenden LKW, dass sie im Notfall die Rettungsgasse künstlich verengen,

            • Danke für die Antworten. Kann eigentlich nur hinzufügen das es schon einen Unterschied macht ob ein LKW auf einer 2 spurigen Autobahn mit Tempo 90 rüberzieht und alles abbremsen muss (Thema Sicherheit)oder ob ein PKW überholt (ja er kann auch mit Tempo 90 überholen, aber das geschieht weitaus seltener).
              @Bob – Zuletzt möchte ich mich noch einmal selbst zitieren „im Prinzip ist mir ein Tempolimit völlig egal“ „was ich mich nur frage, was ein Tempolimit bringen soll“
              Ich streube mich nicht gegen ein Tempolimit, ist wird nur nicht den Effekt haben den sich viele versprechen. Thema Sicherheit

    • Um was ging es nochmal?

  2. kann man nur begrüßen. außerdem bitte die „stille“ vertragsverlängerung durch opt-in bzw. opt-out ersetzen, damit dieser pausenlose lockvogelmist ala „nur 1 euro* … * in den ersten 12 monaten, danach drölf mal soviel“ ein für alle mal ein ende hat.
    dass die fdp sich wieder mal auf seite der abzocker stellt, war abzusehen.

    • kritischer Beobachter says:

      @ mugl: Wieso“Lockvogelmist“ ? Sind die Deutschen wirklich so blöd, zu glauben, „nur 1 Euro“ müsste nicht querfinanziert werden ? Diese von Ihnen – völlig zu Recht ! – kritisierten Vertragsangebote gibt es doch nur, weil die Menschen so blöd geworden sind, Dinge nicht zu hinterfragen. Das Problem löst aber auch kein gut gemeintes Gesetz, solange „Geiz ist geil“ und „Hauptsache, Ihr habt Spass“ die Kernaussage von Werbespots sind.

      • nein, das Problem ist:
        – ich möchte nicht bei jedem Angebot gezwungen sein, erst das Kleingedruckte zu lesen.
        – der Anbieter soll mir eine Vertragsverlängerung schmackhaft machen müssen, ohne dass ich erst nach einer Kündigung 5x nach besseren Konditionen für eine Vertragsverlängerung fragen muss (siehe zB Sky)
        – usw…

  3. kritischer Beobachter says:

    „Gut gemeint“ ist leider die kleine Schwester von „scheisse gemacht“. Ich bin wahrlich kein Freund der Neoliberalen, aber die Frau Barley hat wirklich keine Ahnung von Wirtschaft, und die FDP hat sehr schön skizziert, was passieren wird. Letztlich ist der SPD-(und CDU-)Ansatz ein Einknicken vor der immer schlimmer werdenden Unfähigkeit der Menschen, Verträge zu lesen und zu verstehen. Das Problem dieser um sich greifenden Lese-Inkompetenz wird aber nicht besser, indem der Gesetzgeber Verträge verbietet. An der Bildung müsste gearbeitet werden … aber das konnte die SPD halt auch noch nie …

    • eventuell wäre es auch einmal besser das „Kleingedruckte“ auszumisten und den Rest verständlich zu drucken. Die ganzen Vertragsklauseln sind von Juristen entworfen und können teilweise schon kompliziert sein.

      • kritischer Beobachter says:

        @ gast: JA, auf den ersten Blick haben Sie Recht. Aber warum werden die Vertragsklauseln immer komplizierter ? Weil es (Rechtsschutzversicherungen machen es möglich !) IMMER jemanden gibt, der Juristen beauftragt, Lücken in Verträgen zu finden oder zumindest zu konstruieren – und die Leistungserbringer schröpfen möchte. Und immer wieder Richter mitspielen und irre Urteile fällen. Ich fürchte, die immer komplexeren Vertragsbedingungen sind oft eine Reaktion auf derartige schlechte Erfahrungen.

      • Das Kleingedruckte liest keiner. Absolut keiner. Niemand. Null. Ich war als Betreiber eines Mobilfunkgeschäfts knapp vier Jahre selbstständig. Selbst Leute, die von Berufswegen alles hätten lesen sollen, taten dies nicht.

        • kritischer Beobachter says:

          @ Hasan: Sehr schön beschrieben 🙂 Der Verbraucher hat aber jetzt schon eine Waffe, ganz ohne neue Gesetze: Wenn ich bei einem Handyvertrag feststelle, dass der Vertrag ausufert, dann lese ich nicht weiter und wende mich einem Wettbewerber zu. Bisher hat der Markt das sehr schön geregelt …

  4. Jo und zB ein 35€/Mon Mobilfunkvertrag mit Smartphone wird zu einem 70€ Vertrag, da die Anbieter nur noch mit 1 Jahr kalkulieren dürfen. Spitzenklasse

  5. Dann kann man schon mal, wie die FDP das schon festgestellt hat, felsenfest damit rechnen, dass Verträge noch teurer werden und/oder noch weniger Leistung inkludiert bekommen, als das eh schon im europäischen Vergleich der Fall ist. Subventionen für Telefone (welche heute ja schon im Prinzip nur Ratenkäufe sind, bei denen man über die Laufzeit das Telefon komplett abbezahlt) werden weiter sinken. Kurz: es wird nur Nachteile bringen. Und das nur, weil es so viele Menschen da draußen sind, die nicht weiter als eine Armlänge denken können und die Lesekompetenz nicht mal mehr für Inhaltsangaben von Backpulver reicht.

    • Genau, man schaue sich nur die aktuelle Prepaid-Tarife an, bei denen es keine Mindestvertragslaufzeit gibt. Extrem teuer und keine Leistung…
      Merkst du was? Wenn der Anbieter den Kunden nicht mehr für 2 Jahre an sich binden kann, muss er ihm jeden Monat aufs neue ein Angebot machen, daß besser ist als das der Konkurrenz. Deswegen sind Prepaid-Tarife eben nicht viel teurer oder schlechter. Und als weiterer Vorteil kommt hinzu, daß man als Nutzer eines Prepaid-Tarifes in der Regel sofort von Verbesserungen des Tarifes profitiert, während ein Laufzeitkunde betteln gehen muss.
      Ohne lange Vertragslaufzeiten steigt der Konkurrenzdruck. Das ist im Ergebnis gut für den Kunden, weil die Anbieter sich nicht mehr ausruhen können.

      • Eben nicht, es gibt genügend Optionen, die Vertragskunden angeboten werden, von denen Prepaid-Kunden nur träumen können. Das liegt einfach daran, dass die Anbieter mit Laufzeitkunden einfach besser rechnen können, liegt ja in der Natur der Sache.

        Der Konkurrenzdruck wird durch kurze Laufzeiten nicht steigen, so funktioniert der Mobilfunkmarkt nicht. Die großen Anbieter profilieren sich immer durch mehr Leistung und versuchen sich so in die Premium-Ecke zu stellen. 10GB Datenvolumen sind 10GB Datenvolumen, ob bei Drillisch oder Vodafone, bei Telefonica oder Telekom. Den Unterschied machen die Services drumherum aus, und das lassen sie sich gut bezahlen. Und genau in dem Segment sind die Laufzeiten durchgehend zwei Jahre. Und genau in dem Segment wird – leider – immer noch wenig auf den Bestandskunden gegeben. Man kriegt dort als Neukunden vieles hinterhergeschmissen. Wenn man jetzt kürzere Laufzeiten hat, werden immer mehr „Neukunden“ kommen, also eigentliche Bestandskunden, die einfach kündigen und neu abschließen. Das wird, durch zunehmende Rabattaktionen, immer und immer mehr Geld kosten. Statt aber mit sinkenden Profit zu rechnen werden die Anbieter einfach sukzessive Leistungen runterfahren. Dann gibt es eben kein Zero-Rating mehr, man nimmt Flatrates raus, da man der Meinung ist, VoIP wäre die Zukunft. Auf dem Weg wird man immer mehr GB an Volumen anbieten, bis irgendwann normale Telefonie gänzlich verdrängt ist , weil jeder nur noch reine Internettelefonie nutzt. Und da ab werden GBs wieder kostbar werden.

        Und wenn dann nämlich irgendwann nur noch sehr wenig Geld in die Kasse gespült wird, genau dann werden Leute sich noch mehr darüber aufregen, warum die Zuzahlung zum vermeintlich subventionierten Telefon so hoch ist, warum die Netzabdeckung so mies ist, und und und.

        Wenn Konkurrenz wirklich den Preis nach unten treiben soll (im Mobilfunkmarkt), warum tat es das nicht in den letzten 10 Jahren, seit es den Smartphone-Boom gibt? Man zahlt im Schnitt immer noch mit aktuellen Smartphone 40-50 Euro im Monat und geht mit einer Allnet-Flat und 10 GB Volumen nach Hause – das bekam ich auch schon vor 4-5 Jahren, wenn ich mich nicht all zu blöd angestellt habe.

        Die gesamte Branche rechnet mit 24-Monats-Umsätzen. Wenn man die Kosten auf 12 umschlagen muss, werden sie steigen. Das wird den Effekt haben, wie es jetzt schon im Smartphone-Markt ist: es wird die Budget-Anbieter geben, deren Preise aber auch schon auf dem Level der Premium-Anbieter von vor fünf Jahren sind. Und die selbst auserkorenen Premium-Anbieter gehen einfach immer weiter hoch. Vor paar Jahren hat man Apple noch den Vogel gezeigt für deren EUR 1000+ Smartphones – nun kosten alle Flagships so viel. Können tun sie nicht signifikant mehr als die Budgetbomber – aber die Leute zahlen es nun mal. Und genau diese Philosophie herrscht hier in Deutschland – ich kann, also mach ich es.

        Die Limitierung auf eine dreimonatige automatische Verlängerung mit einmonatiger Kündigungsfrist ist super, das darf kommen.

        • „Wenn Konkurrenz wirklich den Preis nach unten treiben soll (im Mobilfunkmarkt), warum tat es das nicht in den letzten 10 Jahren, seit es den Smartphone-Boom gibt? “

          Weil man bei 2-Jahres-Verträgen eben kaum einen Konkurrenzkampf hat. Man muss den Kunden einmal locken, und dann bekommt man 2 Jahre lang Geld, ohne sich weiter um den Kunden kümmern zu müssen oder sinkende Preise weiterreichen zu müssen. Daß die Preise eben doch sinken, sieht man daran, daß Neukunden für denselben Preis oftmals mehr Leistung bekommen, und daß die Prepaid-Tarife alle paar Monate aufgestockt werden. Also genau die Kundensegmente, die man nicht bereits fest in einem 2-Jahresvertrag hat, sondern die man umwerben muss. Ich habe eine Prepaid-Karte, und ich habe jetzt dreimal mehr Datenvolumen als vor 2 Jahren, beim selben Preis.

          Daß die Preise für Verträge bei uns konstant hoch sind liegt eben genau daran, daß die Anbieter überwiegend lange Laufzeiten für die Verträge durchzusetzen versuchen. Wenn die Kunden alle paar Monate die Wahl haben, zu wechseln, muss der Anbieter den Kunden umgarnen.

          • Beobachter says:

            @ esque: Inhaltlich will ich Ihnen gar nicht widersprechen. Sondern fragen, ob es Aufgabe des Staates ist, sich um Vertragsbeziehungen zwischen Mobilfunkanbietern und Kunden zu kümmern. Der „mündige Bürger“ hat doch heute schon die Möglichkeit, um Knebelverträge einen großen Bogen zu machen. „Der Staat“ sollte sich lieber dort einmischen, wo die Marktwirtschaft nicht existiert … um in der (Tele-)kommunikation zu bleiben: Versorgung des Landes mit schnellen Verbindungen, aber auch so banale Dinge wie „tagtäglich scheitern Millionen von Faxverbindungen“ wegen technischer Unzulänglichkeiten des Netzes oder „die Briefpost funktioniert nicht mehr“.

          • Eigentlich beantwortest Du Deine Frage schon mehr als ausführlich selbst.
            Die Preise sinken bzw. man bekommt mehr für sein Geld

  6. Sie hat einen ganzen Massnahmenkatalog erstellt, unter anderem halt mit der Abschaffung von Vertragslaufzeiten von über 12 Monaten. Viele Maßnahmen sind wirklich gut und werden auch von der CDU mitgetragen.

    Der Punkt mit der Abschaffung von 24 Monatsverträgen beim Mobilfunk ist allerdings nicht so toll. Über diesen Zeitraum wird schließlich ein oftmals sehr teures Smartphone subventioniert. Daher müsste dann die Einmalzahlung fürs Handy deutlich steigen oder man entkoppelt die Grundgebühr und die Abzahlung fürs Handy, wie es zb O2 oft macht. Beides würde die Gesamtkosten aber wohl steigen lassen. Die Smartphonehersteller nutzen diese Mobilfunkverträge über 24 Monate nämlich um deutliche Rabatte auf ihre Geräte zu verschleiern, so dass man weiterhin einen hohen Preis auf Geräte ohne Vertrag verlangen kann. Das Huawei P30 Pro, welches Brandneu ist, wird zum Beispiel jetzt schon bei Verträgen für einen Euro angeboten.

    Was wirklich sind macht, ist das Verbot von der automatischen Verlängerung um 12 Monate wenn man nicht kündigt, hier sollen es nur noch 3 Monate sein dürfen.
    Auch wird es hoffentlich verboten, dass Optionen zwangsweise mit rein gebucht werden, die nach 2 Freimonaten aktiv vom Kunden gekündigt werden müssen (Sicherheitspaket, etc).

    Also generell wird das Maßnahmenpaket, wenn es dann fertig ausgehandelt ist, eine gute Verbesserung des Verbraucherschutzes darstellen. Bestandteile, die eine Kostensteigerung bedeuten, werden sicherlich noch abgeschwächt.

    • Also bei den letzten 3 Smartphones verschiedener Preisklassen habe ich (zusätzlich zur Smartphoneauswahl) jeweils mehrere Tage Arbeit darein investiert, Verträge (einschließlich Prepaid und flexibler Angebote) zu vergleichen. Kein einziges Angebot habe ich gefunden, bei dem die Gesamtvertragskosten über die Mindestlaufzeit abzüglich des günstigsten seriösen deutschen Direktkauf-Preises den Vertrag lukrativ gemacht hätten. Immer habe ich einen (bzgl. Netzanbieter, Inklusivleistungen und Volumen, Geschwindigkeit und Vertragslaufzeit) gleichwertigen oder besseren Vertrag gefunden, der in der Summe mit separatem Smartphone-Kauf günstiger war als die Komplettverträge mit Gerätesubventionierung.

      Allerdings würde ich zustimmen, dass es trotzdem die Vertragsfreiheit der Provider einschränkt und damit so oder so einige interessante Angebote wegfallen dürften.

      Aktuell habe ich einen bald auslaufenden Vertrag im Vodafone Netz mit 12 GiB LTE-Volumen für effektiv 12,49 EUR pro Monat in den ersten 24 Monaten. Inklusive Mittelklasse-Smartphone liege ich auf 24 Monate umgerechnet bei 23,86 EUR + ca. 0,50-4,00 EUR für Telefonie/SMS. Einziger Nachteil sind die hohen Minutenpreise, sodass ich auf einen Prepaid-Tarif (Dual SIM) ausgewichen bin. Sonst wären es monatlich eher 1,50 – 12 EUR extra. (Alle manchmal anfallenden Nebenkosten beim Vertragswechsel sind berücksichtigt.)

  7. Die automatischen Verlängerungen zu begrenzen finde ich lobenswert, aber die Begrenzung von Neuverträgen auf 1 Jahr wird am Ende der Verbraucher zahlen.
    Wenn immer mehr Menschen mit den Verträgen überfordert sind könnte man doch einfach auch eine Regelung einführen die es zur Pflicht macht die Gesamtkosten die über den Rahmen der Vertragslaufzeit entstehen groß anzugeben. Zumindest die Fixkosten die dabei entstehen. Ganz ähnlich wie bei Lebensmitteln auch meist der Kilopreis angegeben werden muss (nur meist viel zu klein).
    Somit würde man für jeden eine einfache Vergleichsmöglichkeit schaffen – zumindest eine grobe.

  8. Jeder Anbieter Internetprovider hat für die Kleingeister mindestens ein 12 Monate Vertrag im Portfolio.

    Die Darstellung der Werbung kann verwirrend sein, aber spätestens in der Auftragsbestätigung wird schon heute der reguläre monatliche Preis prominent angezeigt und in Klammern oder klein dahinter wird die Promo für x Monate ausgewiesen. Aber Auftragsbestätigung lesen, wenn doch daneben das neue tolle Handy liegt …. . Armes Deutschland.

    Da muss wieder der Politiker für herhalten. Für mein derzeitigen Cable 200, zahle ich weniger als 10€ pro Monat hochgerechnet auf die zwei Jahre, mit zwei FritzBoxen 6590 für Lau (remoters.de) wo eine übrig gebliebene DSL Fritze 7590 und eine der 6590 über die Bucht verkauft wurden. Solche Angebote wird es dann nicht mehr geben und nur weil die bisherige Regulierung dem Deutschen nicht ausreichend ist.

    Das nach der Laufzeit nicht mehr 12 Monate verlängert werden soll, gehe ich gerne mit… .

    • GooglePayFan says:

      Sehe ich genau so. Wer Preise vergleicht, alle zwei Jahre den Anbieter wechselt und kostenlose Hardware oder Cashback-Zahlungen mit nimmt, der zahlt heute schon effektiv für seinen Internet-Anschluss oder Handyvertrag (LTE-Allnet Flat) unter 20€ oder sogar unter 10€ im Monat.

      Verlieren wird der, der lesen kann. Gewinnen wird durch so ein Gesetz eigentlich nur der unmündige Bürger…

  9. Die krasse Teuerung ist doch Käse. Congstar bietet seit Jahren die Flex-Varianten mit einer monatlichen Kündigungsfrist ohne Mindestvertragslaufzeit. Ja, im Gegensatz zu den 2-Jahresverträgen ein bisschen teurer, aber keine Größenordnung. Da dürfte ein Jahr doch erst Recht kein Problem sein. Gut so!

  10. Die Preise werden dadurch nicht steigen, sondern sinken! Wir zahlen schon mit Abstand am meisten für Mobilfunk und Internetzugänge, in Zukunft gewinnt der die Kunden, der den besten Preis macht. O2 hat schon vor Jahren die angebliche Handysubvention abgeschafft (heutzutage zahlt man im Grunde nur noch ab, subventioniert wird da schon lange nichts mehr), mit dem Ergebnis, dass deren Verträge deutlich günstiger geworden sind. Außerdem müssen sich Unternehmen dann auch mal um Bestandskunden kümmern, wenn die nach einem Jahr nach drei Monaten abhauen können, werden solche Scherze wie steigende Grundgebühr nach Vertragslaufzeitende nicht mehr vorkommen. Die Unternehmen sparen auch einiges, so fällt viel Verwaltung und technischer Aufwand für Wechselkunden weg, wenn man einfach mal attraktive Angebote machen würde, damit die gar nicht erst das Weite suchen.

  11. Ich halte es für ein wenig seltsam, einzelnen Wirtschaftsteilen vorzuschreiben, wie sie Verträge schließen dürfen. Wenn ein Mobilfunkanbieter mir einen Vertrag anbietet, der 10 Jahre lang geht, dann soll er das machen dürfen, so lange er diese Vertragslaufzeit auch deutlich macht.

    Was allerdings dringend notwendig ist, ist eine Verschärfung des Preisauszeichnungsgesetzes. Ganz konkret sollte ein Anbieter einen Preis nur noch auszeichnen dürfen, wenn und exakt so wie er über die gesamte Vertragslaufzeit gilt. Damit würden sich die „Kostenfallen“ erledigen. Weg mit irreführenden Auszeichnungen ala „€x in den ersten y Abrechnungsperioden“, wenn es keine Möglichkeit gibt, exakt diesen Preis wahrzunehmen, weil der Vertrag wesentlich länger läuft.

    Im Supermarkt gibt es ja auch keine Möglichkeit für eine Auszeichnung ala „€0,60 pro 100g“ mit einem Kleingedruckten „für die ersten 200g der Packung, danach €2,20 pro 100g)“

  12. Ähm als als Jusitzministerin sollte Sie oder zu mindestens Ihre Verwaltungsreferenten doch wenigsten die Gesetze kennen. Und @Cashy auch wenn Sonntag ist ein wenig Recherche hätte dem gut getan.
    Ich möchte hier nur mal §43 Telekommunikationsgesetz erwähnen, denn da steht schon heute drin, dass 12 Monate Vertragslaufzeit zu ermöglichen sind.
    Un diese werden ja auch heute schon, leider nur auf Nachfrage, angeboten. Kosten aber dann halt den einen oder anderen Euro mehr im Monat.

    Darum lesen, informiere und rechne doch jeder selber genau. Wer dazu nicht willens ist – sorry kein Mitleid

    Q:
    https://dejure.org/gesetze/TKG/43b.html
    https://dejure.org/gesetze/TKG/3.html

    • Eben, wie ich oben bereits schrieb.

    • GooglePayFan says:

      Natürlich kosten solche Verträge (deutlich) mehr.
      Der Anbieter muss dann im Zweifel natürlich schon seine Fixkosten für die Hardware des Kunden und die Schaltung des Anschlusses in den ersten 12 Monaten oder sogar schon im ersten Monat drin haben (es gibt ja auch Verträge mit einem Monat Laufzeit).

      Deswegen kann auch kein mündiger Bürger den Vorschlag von Barley begrüßen. Und für solche Dinge wie Umzug innerhalb der ersten Monate nach Vertragsschluss gibt es heute schon ausreichend Regeln.

      • Ich bin also kein mündiger Bürger? Mutige Aussage.

        Die Hardware ist ja heute schon in der Regel optional, Wenn der Kunde ein Kaufgerät von seinem Anbieter will, sollte das einfach als separater Kaufvertrag mit eigener Laufzeit/eigenen Abzahlkonditionen abgeschlossen werden.
        Und den Preis eines Mietgerätes sollte der Kunde sowieso nicht voll abzahlen müssen, wenn er nur ein paar Monate Kunde ist. So einen Mietrouter kann der Anbieter schließlich weiterverwenden.
        Das Problem ist also nur eines, wenn der Anbieter sich über die angeblichen Hardwarekosten sanieren will.

        • GooglePayFan says:

          Deine Argumentation würde zutreffen, wenn man nicht bei vielen Anbieter eben doch den Mietrouter behalten darf. Bei 1und1 gibt es z.b. die FritzBox 7590 für 168€, dafür gibt es das Ding nicht mal im Sonderangebot.

          • mit Branding, welches nicht mehr entfernen werden kann… würde dafür nichts ausgeben, kauf denn lieber Original im Sale

            • GooglePayFan says:

              Das Branding ist aber rein optisch. Wenn der Router im Schrank verschwindet ist es also völlig egal. Klar, wegen 5€ Ersparnis würde ich auch eher die orignial FritzBox kaufen, aber man spart mit den 1&1 FritzBoxen eher 25€ und mehr.

          • Warum sollte man einen Mietrouter behalten wollen? Wer sich keinen Router kauft, nimmt vermutlich auch beim nächsten Anbieter den Mietrouter. Ergo braucht er den Mietrouter vom Voranbieter nicht.

            Und mir fällt auf, daß Du nicht zu meinen anderen Bemerkungen Stellung nimmst. Wir sind also immer noch an dem Punkt, wo Du Dir erlaubst, mich einen unmündigen Bürger zu nennen.

            • GooglePayFan says:

              Wenn man den Mietrouter (also ja eigentlich ein auf Raten bezahlter eigener Router) vom vorherigen Anbieter weiter benutzt, dann spart man beim neuen Anbieter teils 5-7€ im Monat ein.

              Einen vernünftigen! Router lassen sich alle Anbieter in irgendeiner Art und Weise zusätzlich bezahlen oder bieten gar keinen an.

              Und damit wie ich dich genannt habe liege ich wohl gar nicht so verkehrt, immerhin schließt du derzeit deine Internet-Verträge ja anscheinend aufgrund falschen Kenntnisstands (Branding, Mietkosten, Eigentum oder nicht usw).

  13. M-Net bietet mit und ohne Vertragslaufzeit an. Bei den monatlich kündbaren Verträgen gibt’s eine kleine Anschlussgebühr, bei den anderen wird die erlassen. Soviel zu den heftigen Preisaufschlägen.

  14. morgen is doch erst der 1 April? 😀

  15. Tatsächlich sind 2 Jahre meiner Meinung nach zu lang. 2 Jahre sind eine Ewigkeit! 12 Monate und dann automatische Verlängerung, besser noch mit Vorankündigung, wäre optimal!

  16. sonnendeck says:

    das ist dann der Tot der Subventionen für den Handy Neukauf, mit den 24 Monaten haben die Telekommunikation Unternehmen ja nicht anderes gemacht als die teueren Handy zu finanzieren. Apple und Co werden sicherlich begeistert sein ^^

    • Die Handys wurden doch schon lange nicht mehr „Subventioniert“
      Wer das tatsächlich glaubt, der kann wohl nicht mehr rechnen.

    • Ob Privat- oder Geschäftskunde… Handys bei Neuverträgen sind günstiger wenn man das Handy selbst kauft! Hatten im Geschäft einen da (7-8 Monate her) und er sagt „Ehrlich? kaufen Sie Ihre Mobiltelefone lieber im Internet oder Media Markt. Bei uns zahlen se drauf!“

      Soviel dazu…

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