Jugendliche surfen laut Studie mehr als 70 Stunden pro Woche im Netz

Jugendliche in Deutschland surfen im Schnitt mehr als 70 Stunden pro Woche im Netz – zumindest wenn man nach einer Studie der Postbank geht. Berücksichtigt hat man dabei 16- bis 18-jährige Jugendliche aus Deutschland.  Am stärksten wird dabei, sicherlich keine Überraschung, das Smartphone verwendet. Neun von zehn Teenagern verwenden es zum Surfen. Besonders beliebt ist das Gerät bei Mädchen: 95 Prozent von ihnen gehen damit online, aber nur 88 Prozent der Jungen.

Hinter dem Phone folge laut Postbank der Laptop, den 53 Prozent nutzen. Im Vorjahr waren es allerdings noch 67 Prozent der Jugendlichen, sodass hier eine Verlagerung zu bemerken ist. Auch die Beliebtheit des Desktop-PCs sank: um neun Prozentpunkte bzw. auf 34 Prozent. Während nur 18 Prozent der Mädchen das Gerät nutzen, sind es bei den Jungen 48 Prozent.

Die Vormachtstellung des Smartphones zeige sich auch in der Intensität der Internetnutzung. 43,7 Stunden pro Woche surfen Jugendliche mit ihren Mobilgeräten. Das sind rund drei Stunden mehr als noch im Vorjahr – da waren es 40,9 Stunden. Mit deutlichem Abstand folgen Laptops und Desktop-PCs. 16- bis 18-Jährige gehen damit pro Woche 8,8 beziehungsweise 8,0 Stunden ins Internet.

Die Steigerung der Online-Nutzung 2020 und 2021 liegt auch wesentlich mit an der Corona-Krise. Dabei gaben die Jugendlichen an das Internet im Durchschnitt 3,6 Stunden pro Tag entweder für berufliche oder schulische Zwecke genutzt zu haben. Das sind 1,1 Stunden mehr als noch 2019.

Auch da wird aber meistens mit dem Phone hantiert, was ich mir für produktive Recherche nun nicht so ideal vorstelle – da halte ich einen größeren Bildschirm und Produktivitätsanwendungen für geeigneter.

Mädchen kleben laut der Digitalstudie der Postbank pro Woche stärker am Phone, nämlich 49,7 Stunden, während es bei den Jungen 38,1 Stunden sind. Wie vorab erwähnt – dafür nutzen Jungen beispielsweise Desktop-PCs ja auch intensiver. Decken sich die Studienergebnisse in etwa mit euren Erfahrungen bzw. Beobachtungen?

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22 Kommentare

  1. Ich kenne keinen Jugendlichen der im Internet „surft“. Das hat man in den 90gern gemacht. Heute hängen die Kids alle stationär auf Instagram, YouTube oder TikTok rum. Das höchste der Gefühle ist dann die Google-Suche. Das „Internet“ ist Terra Inkognita für diese Altersgruppe. Die meisten kenne nicht mal Wikipedia… OMG

    • Wenn es wirklich in diesem Land einen Jugendlichen gibt der die Wikipedia nicht kennt dann haben sowohl die Eltern als auch die Schule auf ganzer Linie versagt.

      • Ich glaub schon, dass die SchülerInnen Wiki kennen. Woher sollten sie sonst ihre Copy+Paste Hausaufgaben, Präsentationen usw haben?

        • Mit stupidem copy&paste ist man schon zu meiner Schulzeit nicht mehr weit gekommen, ganz so blöd waren die Lehrer auch vor über 20 Jahren nicht :).

  2. Scheint zu stimmen. Während meine Tochter ständig am iPhone klebt nutzt der Sohn vor allem seinen Desktop PC, was auch mit Corona und online Studium zu tun hat. Stellt sich die Frage ob es sich jemals ändern wird.

  3. Boris Schumann says:

    Spannend wird es, wenn diese Generation (Smartphone frei) arbeiten gehen (muss). Mal schauen wie produktiv dass dann wird.

    • Ach ich hab das schon vor Jahren erlebt. Stammbäckerei. keine Aufwärmstation, sonder eine richtige Bäckerei. Die Chefin steht im Laden. Eine neue Azubine als Bäckereifachverkäuferin. Die hat die Probezeit nicht überstand. Kaum war die Chefin nicht im Laden. iphone raus und tippen. Auch wenn die Kundschaft am Tresen gewartet hat… Nächste Erfahrung. Bei Renovierungsarbeiten zwei Maurer und ein Azubi bei uns. Der Azubi am Lescha Betonmischer sollte Mörtel herrichten. Auf einmal gab es eine laute Diskussion. Die Mischung war für den Container und sein Smartphone hatte der Cappo. 🙂
      Ich warte jetzt nur auf Stories von Schreiner, wo der Stift mit der Leimflasche am Holz festklebte und vom Fliesenlegernachwuchs, wo die Fliesen sich lösten, weil der Kleber schneller hart wurde, wie die WhatsAppNachricht getippt wurde.

      • Am Smartphone tippende Verkäuferinnen kannst Du auch häufiger in diversen Klamotten Läden beobachten, während der Kundschaft ignoriert wird.

        Wie so oft gilt aber auch hier „Wer mit Peanuts bezahlt wird von Affen bedient“.

        Es sollte wahrlich niemanden verwundern, dass die Motivation von Mitarbeiter die man effektiv unter dem Mindestlohn ausbeutet sagen wir mal überschaubar ist.

  4. Michael Schmid says:

    Also was war das denn für eine Boomer-Studie? Wie ist denn „surfen“ definiert? Das erinnert mich stark an Fragen wie „wieviele Stunden sind sie pro Tag online?“
    ¯\_(ツ)_/¯

    • Solche Fragestellungen sind eh sehr schwammig. Auf die Frage „wieviele Stunden sind sie pro Tag online?“ könnte man wahrheitsgemäß 24 Stunden antworten. Mindestens das Smartphone ist faktisch rund um die Uhr mit dem Internet verbunden und somit online.

  5. Meine Kinder surfen nicht! TikTok, YouTube usw über Apps. Es wird höchstens mal wegen Hausaufgaben gegoogelt. 70 Stunden online würde bedeuten jeden Tag 10 Stunden. Mein lieber man, was für krasse Eltern sind dass denn, die das zulassen? Dann wundert man sich, dass normale Gespräche schon schwerfallen, von Partnersuche mal ganz zu schweigen. In meiner Firma kommen Jugendliche aus der Ausbildung die einen Rundgang in den verschiedenen Abteilungen machen müssen. Teilweise ist es echt erstaunlich wie deren Verhaltensweisen zum Thema Smartphone und Kommunikation ist. Die einen stammeln rum wenn man etwas fragt, die anderen haben die ganze Zeit das Smartphone vor der Nase und chatten den ganzen Tag. Dann wundern wir uns über die immer schneller voranschreitende Verrohung der Gesellschaft vor allem aber bei den Jugendlichen. Das Smartphone leistet bei manchen sicher einen Beitrag dazu. Das Beste im Pausenraum, da sitzen 4 Jugendliche am selben Tisch die kein einziges Gespräch führen und immer nur ins Smartphone schauen. Gruselig…

    • Die haben innerlich schon gekündigt vom Leben. Vielleicht auch darin begründet, weil denen ständig gesagt wird, dass die wegen der Klimakrise eh die letzte bzw. bestenfalls vorletzte Generation ist.

    • „Meine Kinder surfen nicht!“
      Kommt immer darauf an wie alt die Kinder sind. Ab einem gewissen Alter ist, nach meiner Erfahrung, kaum noch eine effektive Kontrolle möglich.

  6. Ich kann mich erinnern, daß zu meiner Jugendzeit von vielen ähnliche Aussagen zu
    – rock _n_ roll-und Beat-Musik
    – Walkman und Ghettoblaster
    Fernseher
    video-Recorder
    kamen – immer je nachdem was gerade hipp war. Mir wurden von einem Lehrer sogenannte „Schundromane“ weggenommen mit der Begründung „sowas zu lesen würde zu Verblödung und Verrohung“ führen. Es waren keine Pornos. noch nicht mal Splatter-Horror. Meine perry-Rhodan-hefte wurden konfisziert. Soviel zum Wert solcher generalisierenden Aussagen über angebliche Gefahren des jeweils angesagten medienkonsums durch Jugendliche. Übrigens: ich lese Perry Rhodan und andere SF, aber natürlich auch alle andere für mich interessante Literatur immer noch. Habe es bis zu einem Fachhochschulabschluß gebracht und bin inzwischen im Rentenalter. Alles trotz intensiven Fernsehkonsums in meiner Jugend – u. a. auch Raumpatrouille oder Kojak – und meiner Leidenschaft für Romanhefte. Ja ja die tollen Jugendpsychologen und Self-made-pädagogen die immer den untergang der Jugend herbeischwadronieren zu der sie selber nicht mehr gehören.

  7. Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen. (Aristoteles, 384-322 v Chr.).
    Merkt ihr was?
    Hört auf zu heulen, Leute. Das ist nur ein Zeichen, dass ihr alt und verstockt werdet. Unsere Jugend wird das machen, und gut machen, wenn sie dran ist. Wie die Generationen vor ihr.

  8. Diese bösen, bösen, bösen Jugendlichen!!1! Pfui! Da wird mir ganz übel !!!!

    Sorry, liebe Kommentatoren über mir…. aber wer den ganzen Tag aufs Phone & Wearable guckt oder bei der Arbeit einen privaten Tab geöffnet hat…. der möge nicht im Glashaus mit Steinen werfen.

    Die Problematik, dass die Menschen immer mehr zu Tastatur-Rambos als zu „Machern“ werden, ist keine Sache, die nur Jugendliche betrifft. Sondern eher Altersgruppe 12 bis „open end“.

  9. Ich glaube die 70 Stunden nicht. Sufen bedeutet für mich aktiver Blickkontakt auf den Bildschirm, das sollen 10 h pro Tag sein? Nehmen wir mal 6 h Unterrichtszeit ohne „Surfen“ für den Durchschnittsjugendliche und 7 h Schlaf, dann sind wir schon bei 23 h, bleibt noch eine Stunde für alles andere im Leben. Never.

    • Derartiges kann man messen, mit glauben hat dies wenig zu tun.

      Mein Bildschirmbericht sagt mir letzte Woche eine Nutzungsdauer von 36h 55min, sprich 5h 16min am Tag.
      Die meiste Zeit geht für soziale Medien drauf.

      Und ich bin alt und mein Smartphone liegt die meiste Zeit auf dem Tisch.

      Insofern sind die Zahlen schon plausibel. Die Jugend ihn heutzutage gut vernetzt und kommuniziert hauptsächlich über das Smartphone. Das Ergebnis der Studie ist nun nicht überraschend.

  10. Vielleicht sollte man sich nicht so am Begriff „Surfen“ festhalten. Gemeint ist bewusst online etwas tun. Bei Jugendlichen ist dies sicherlich weniger der Webbrowser, sondern das Smartphone oder Tablet. Die überwiegende Anzahl an Free2Play Games ist auch permanent online, um im Team zu spielen oder Ads anzuzeigen. Ansonsten sind natürlich diverse Messenger, Social Media Plattformen und Videocontent via YouTube & TikTok angesagt. Wenn das Netz für die Schule genutzt wird, dann meistens per YouTube (z.B. Lehrer Schmidt für Mathe), wenn die Lehrer es nicht anschaulich erklärt haben oder man gepennt hat. Mich stört nicht, dass Informationen heute anders beschafft werden, sondern, dass die Schule nur wenig fördert, wie mit diesen umgegangen wird. Medienerziehung kam bisher bei unseren Kindern nicht wirklich vor. Sie wissen, wie man googelt und Inhalte findet. Was die Differenzierung von seriösen zu unseriösen Quellen angeht oder Uhrheber- und Lizenzrecht, kam bisher weder in der Grundschule, noch im Gymnasium ran.

  11. Was soll die Aufregung? Leben regelt. Wie schon immer…

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