Joeffice: Office Suite in 30 Tagen entwickelt

Anthony Goubard hat sich eine beachtliche Zielstellung gesetzt. Ihm waren die bestehenden Office Suiten von Microsoft Office, LibreOffice oder den webbasierten Lösungen von Google und Microsoft nicht ausreichend und er entschied sich eine eigens entwickelte Lösung namens Joeffice zu entwickeln.

Joeffice

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Natürlich ist die Software noch in einem frühen Stadium und mit Sicherheit nicht für einen produktiven Einsatz geeignet. Dennoch ist es interessant, wie er innerhalb von nur 30 Tagen eine Office Suite für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation und Datenbanklösung präsentiert. Den Fortschritt hat er transparent für jeden in seinem Google+ Stream veröffentlicht.

Die ersten Kritiker werden sich mit Sicherheit daran stören, dass Goubard hier auf Java setzt, damit er die Software sehr leicht plattformunabhängig auf Windows, Mac oder Linux, sowie im Web als Applet anbieten kann. Die Kompatibilität mit Microsoft Office Dokumenten (.docx, .xlsx, .pptx) ist ebenfalls gegeben.

Wichtig bei der Entwicklung war ihm die schnelle Bearbeitung mehrerer Dokumente zur gleichen Zeit, was ihn bei den bestehenden Angeboten gestört hat. Dies scheint auf den ersten Blick auch gut gelungen durch den Einsatz von Tabs und die Baumnavigation durch die Ordner auf der linken Seite. Einen ersten Eindruck könnt ihr euch in dem folgenden Video holen.

Der Projektfortschritt ist abhängig von der Weiterentwicklung von Apache POI, einer Java API für Microsoft Office Dokumente. Da Joeffice diese Bibliotheken und APIs benutzt, steht das Projekt unter der Apache Licence 2.0. Schaut zwar nach einem interessanten Projekt für eine Entwicklungszeit von 3o Tagen aus, allerdings kann ich mir derzeit nicht vorstellen, dass wirklich viele auf Joeffice umsteigen, sobald eine stabile Version veröffentlicht ist. Ein Faktor der gerne unterschätzt wird ist hier nicht nur die generelle Funktionalität, sondern auch ein optisch gelungenes Design, an denen schon die bestehenden Angebote z.B. LibreOffice seit Jahren zu kämpfen haben. Ich werde das Projekt aber gerne einmal weiter beobachten.

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Der Gastautor ist ein toller Autor. Denn er ist das Alter Ego derjenigen, die hier ab und zu für frischen Wind sorgen. Unregelmäßig, oftmals nur 1x. Der Gastautor eben.

13 Kommentare

  1. „Wichtig bei der Entwicklung war ihm die schnelle Bearbeitung mehrerer Dokumente zur gleichen Zeit“

    Schade, meiner Meinung nach sind das falsche Prioritäten. Wenn man eine Alternative zu Office programmiert, sollte man den Fokus auf Kompatibilität zum Original setzen. Natürlich ist das erstmal „selbstverständlich“ und grundlegend, dass das Thema Kompatibilität aber nur sehr schwer umzusetzen ist, zeigt LibreOffice sehr gut. Für den 0815 Anwender reicht das, aber sobalds in Office und Excel mal komplizierter wird klappts auch da nicht mehr so richtig.

  2. Naja, so wirklich überwältigt bin ich nicht. Ist zwar cool, dass er das wirklich einen ganzen Monat lang durchgezogen hat, aber bei dem aktuellen Featurestand nicht wirklich eine Meisterleistung. Das UI kann man sich ja dank Java-Tools zurechtklicken und ein paar Filehandler und Rich-Text-Optionen sind auch schnell integriert.

    Wenn er daraus einen wirklichen Konkurrenten machen will, braucht er noch einiges an Arbeit und Unterstützung. Meine Meinung: Nicht an 100 Projekten gleichzeitig arbeiten, sondern lieber LibreOffice zu einem echten Tier machen.

  3. Respekt, ein Monat is gute Zeit

  4. Naja, er hat SoftMaker Office vergessen. Klein schnell und mit Dokumentreitern. Das einzige was dem Produkt wirklich fehlt, ist eine Datenbank.

  5. Und der Nächste der ein Office entwickelt…. haben die Leute Langeweile?

  6. Ich find diese schlanke und schnelle Lösung echt super. Keine overkilled Features. Einfach Dokumente bearbeiten.

  7. yaumsc

    yet another unnecessary microsoft office clone

  8. Ob diese „Leistung“ nun so toll ist lässt sich nicht wirklich beurteilen, es sei denn man weiß wieviel Arbeit ihm dabei Apache POI abgenommen hat.

    Ansonsten sieht das eher wie ein nettes Freizeitprojekt aus. Denn ob ein Java-Office nun nur durch einen Fokus auf Multi-Dokumentenbearbeitung zur Killer-Anwendung wird wage ich zu bezweifeln.

  9. Christoph says:

    java = no.

  10. Für Reiter in Office ab 2003 gibt es z.B. Office Tabs Free Edition, auch andere bieten Software für Reiter in Office an. Hab’s mal eine Zeitlang benutzt aber nie wirklich gebraucht.
    Trotzdem Hut ab dem Entwickler Anthony Goubard.

  11. @Hotti: Danke für den Hinweis mit Office Tabs! 😀

  12. Naja die Formatkompatibilität kommt aus einer externen Library. Ohne mir alles angesehen zu haben frage ich mich da wie lange er an den 30 Tagen daran gearbeitet hat. Bei 2h täglich ist das Ergebnis durchaus sehenswert, für ganztags: eher nicht.

    Lg,
    Thalon