Jaybird X4 Wireless angehört – Gelungene Evolution toller Sportkopfhörer

Kopfhörer gibt es wie Sand am Meer da draußen, doch nicht alle Modelle halten vor allem beim Sport das, was sie versprechen. Damit meine ich nicht unbedingt den Sound, sondern vor allem den Halt. Nichts ist nerviger, als die In-Ear-Kopfhörer während des Workouts ständig im Ohr korrigieren zu müssen, wenn sie denn überhaupt bei Bewegungen im Ohr bleiben.

Jaybird gehört zu den Herstellern, die den Spagat zwischen tollem Klang und 1a-Halt schon seit längerem schaffen. André hatte für euch zuletzt die Freedom 2 und Run im Test. Während der IFA bin ich an ein Modell der neuen Jaybird X4 gekommen und habe mir die Kopfhörer mal etwas näher angesehen.

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Video-Link: https://youtu.be/LFou6kFtM9E

Was ist in der Box?

Jaybird gibt sich seit jeher Mühe, was die Präsentation der Kopfhörer in der Verpackung betrifft. Äußerlich angenehm gestaltet kommen die X4 zu euch ins Haus. Klappt ihr die Box auf, findet ihr die Kopfhörer selbst, neben zwei Paar Silikon-Tips (SM/LG) und zwei paar neuen Comply Ultra Schaumstoff-Tips für noch bessere Isolierung und festeren Halt.

Weiterhin sind drei Paar Silikon-Wings mit an Bord, eine Ladestation, ein USB-Ladekabel, ein Befestigungsclip, eine Kabelsicherung und der Tragebeutel, der im Vergleich zu den Vorgängern wesentlich hochwertiger daher kommt.

Design, Verarbeitung & Akku

Jaybird hat mir zum Test das Modell in Storm Metallic-Glacier bereitgestellt. Buds, Kabel und Remote sind grau, während die verbauten Treiber blau akzentuiert sind. Wer die X4 kauft, entscheidet sich für Robustheit, einen möglichst personalisierten Fit und weniger für die Leichtigkeit der Freedom 2, die um einiges kleiner sind.

Wie man es von Jaybird gewohnt ist, findet man auch bei den X4 das Logo der Firma auf dem Rücken der Buds, die rundum sehr gut verarbeitet sind. Das gummierte Kabel ist ausreichend lang und beherbergt eine Remote, die wiederum drei Buttons besitzt, dazu aber später mehr. Auf der Rückseite der Steuerung hat der Hersteller die Ladepins platziert, die per kleinen Kerben in die Ladestation einrasten. Diese beherbergt keinen Akku, wie es etwa bei den Freedom der Fall ist.

Das ist aber Absicht, denn bei den Freedom ist die Akkulaufzeit wesentlich geringer. Die X4 kommen in meinem Test mit einer vollständigen Ladung auf gute 7 – 8 Stunden Musikhören bei moderater Lautstärke, entspricht also dem versprochenen Wert von Jaybird. Sollte euch der Saft mal ausgehen, könnt ihr per Schnelladefunktion in 10 Minuten Strom für eine Stunde Musik in den Akku pumpen. Wer auf 100 Prozent laden möchte, muss sich 2 Stunden gedulden.

Anpassen & Tragekomfort

Das Jaybird in der Lage ist, gute Kopfhörer zu bauen, die auch noch gut und vor allem sicher im Ohr sitzen, sagte ich bereits. Auch bei den X4 ist das wieder der Fall, eigentlich kein Wunder, denn so viel hat sich zum Vorgänger nicht verändert.

Einigen Nutzern waren wohl die Wings der X3 zu fest und man hat es über Stunden wohl doch im Ohr gemerkt oder es ist zu Irritationen gekommen. Das möchte Jaybird natürlich nicht auf sich sitzen lassen und macht bei den X4 vor allem die Wings und die Tips wesentlich weicher, aber gerade nur so viel, dass die Kopfhörer den Halt nicht verlieren.

Habt ihr die richtige Wing- und Tip-Größe gefunden, müsst ihr euch nur noch entscheiden, wie ihr die X4 tragen möchtet. Soll das Kabel über oder unter dem Ohr nach hinten geführt werden? Je nachdem, wie ihr euch entschieden habt, dreht ihr die Wings entsprechend und setzt die Kopfhörer ein.

An dieser Stelle begann bei den X3 und bei den Freedom der eigentliche Spaß: Kabelziehen bzw. Kabel entsprechend einrichten und in die Halterungen setzen. Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich habe bestimmt eine geschlagene halbe Stunde benötigt. Mit der neuesten Generation ist das schnell gelöst.

Habt ihr die Kopfhörer im Ohr, zieht ihr einfach mittig am Kabel hinter der Kabelsicherung, fertig. Nie war dieser Prozess einfacher. Nun könnte man meinen, die große Kabel-Schlaufe würde beim Joggen oder Workout stören, macht sie aber nicht.

Während des Tests habe ich die X4 auch auf Arbeit beim längeren Musikhören im Ohr gehabt und auch nach 4-5 Stunden störten sie mich nicht. Der Halt beim Joggen oder bei Freeletics-Workouts ist immer noch vorbildlich. Daumen hoch!

Die Bedienung der Jaybird X4

Kopfhörer angepasst, Kabel gekürzt und losgeht es mit der Einrichtung der Dinger. Zuerst müssen die X4 gepairt werden, dazu betätigt ihr einfach den mittleren Button, die Kopfhörer sind beim ersten Mail direkt im Pairing-Modus und können in den Einstellungen eures Smartphones gekoppelt werden.

Ab diesem Zeitpunkt sagt euch eine freundliche Frauenstimme, ob ihr verbunden seid und wie hoch die Akkuladung ist. Jeder der Buttons auf der Remote ist übrigens mit verschiedenen Funktionen belegt. Im folgenden Bild seht ihr alle möglichen Kombinationen.

Die MySound App

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Video-Link: https://youtu.be/tuA8zW-huiQ

Jaybird baut keine Kopfhörer mehr, die nicht auch mit der MySound App können. Das eigentliche Feature der App steckt im Namen: MySound – mein Sound! Ihr dürft bestimmen, wie die Jaybird X4 klingen sollen, egal mit welchem Gerät ihr sie danach koppelt, die Einstellungen bleiben.

Den Sound könnt ihr entweder über vordefinierte Presets von Sportlern oder der Community anpassen oder aber euer ganz persönliches Preset bauen. Höhen, Mitten und Tiefen lassen sich detailliert erhöhen oder dämpfen. Solltet ihr mal einen Fehler gemacht haben, könnt ihr außerdem jederzeit über die Historie zurückgehen.

Weiterhin bringt die App mittlerweile einen eigenen Musikplayer und auch Playlisten mit, durch die ihr euch beim Workout beschallen lassen könnt. Die Profilseite gibt euch einen Überblick über eure Daten, während das letzte Tab Infos zum Kopfhörer und ein paar Einstellungen beherbergt. Hier findet ihr auch Kontaktmöglichkeiten im Support-Fall.

So klingen die Jaybird X4

Ich habe von Jaybird bisher die X3, Freedom und Freedom 2 in den Ohren gehabt und alle klangen durchweg sehr gut. Da wäre es doch sehr verwunderlich, wenn das bei den X4 nicht so wäre. Auf der Technik-Seite verbaut der Hersteller dieselben 6 Millimeter Treiber, die auch in den anderen Modellen stecken.

Raus kommt der typische Jaybird-Sound, der über die App getunet werden kann und dessen EQ-Einstellungen in die Firmware geschrieben werden. Ihr habt also überall euren Sound, egal mit welchem Bluetooth-Gerät ihr die X4 verbindet, die übrigens kein aptX unterstützen. Vermisse ich persönlich beim Sport aber auch nicht.

Ich habe das Preset von Timothy Olson ganz gern: etwas basslastiger mit leichtem Push in den Höhen. Doch egal, was ihr aussucht: Die X4 machen einen durchweg guten Job. Sollen es drückende Bässe sein? Die Jaybird liefern. Auch die Mitten und Höhen sind je nach Geschmack transparent und detailliert ohne aber zu „schreien“. Die Tips geben außerdem eine feine passive Geräuschisolierung, die euch den Klang noch etwas mehr genießen lassen.

Ich bin sehr zufrieden.

Mein vorläufiges Fazit zu den Jaybird X4 Wireless

129 Euro – das ist der Preis, den Jaybird für die X4 von euch haben möchte. Meiner Meinung nach, geht das an und für sich in Ordnung, wenn man sich das Gebotene ansieht: Toller Sound, sicherer Halt, wasserdicht und schweißbeständig mit einem hohen Maß an Persönlichkeit.

Am Ende ist es dennoch eine Menge Geld für ein paar Kopfhörer, aber das ist generell ein Thema in der Audio-Branche: dem Einen reicht ein ausgewogener Kopfhörer zu einem billigen Preis, der Andere möchte mehr. Und eben für letztgenannte, die Sport treiben wollen ohne Kompromisse bei der Beschallung einzugehen, gibt es Marken wie Jaybird. Alle anderen sind mit einem Modell von MPow oder Anker sicherlich auch gut bedient.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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8 Kommentare

  1. Gibt es abseits der AirPods kabellose Kopfhörer, die kein „in-ear“ sind?

    • Sehr schwer. Ich suche auch schon seit Monaten, bzw. Jahren. Evtl. sind die Jabra Elite 45e eine alternative. Zwar auch InEar, aber nicht solche die man sich in das Ohr stopfen muss. Ich habe so eine Form bei meinen kabelgebundenen Bose Kopfhörern und bin sehr zufrieden damit.

  2. Tolle Kopfhörer, wobei ich die Jaybrid RUN empfehlen würde, da diese derzeit im Internet auch für 130 Euro zu finden sind.
    Habe diese selbst im Einsatz und bin sehr zufrieden.

  3. Habe ich dann noch Umgebungsgeräusche. Ich möchte beim Joggen oder Radfahren schon noch hören, wenn von hinten war heran rauscht. Die typische Abschottung von Außengeräuschen bei In-Ears halte ich in dem Fall für lebensgefährlich.

    • Ich habe seit März die AfterShokz Trekz Air (sind mit 170€ nicht soviel teurer) aber durch den Knochenschall bleiben die Umgebungsgeräusche hörbar. Ich bin total begeistert von den Dingern. Ich nutze die auch gerne in der Werkstatt, einfach Gehörschutzstöpsel rein und trotzdem weiter Musik hören. Geht auch mit Brille und BT Reichweite (im vergleich zu billigen BT Sportkopfhörern) super! EInzig am Anfang ist wenn man die mal 2-3 Stunden getragen kribbelt es danach noch einige Zeit aber das vergeht irgendwann mal (ich trage die jetzt teilweise eine komplette Akkuladung, 7-8 Stunden, am Stück und merk danach nix mehr)

  4. HerrTaschenbier says:

    Unterstützten die Teile AAC?
    Lässt sich mit einem Mac einfach prüfen, koppeln und dann mit gedrückter ALT Taste auf das Bluetooth Symbol in der Leiste oben drücken. Dann werden Details zum verwendeten Codec gezeigt….

  5. Ich habe für 25 Euro die Anker Soundcore SpiritX.
    Ebenfalls in-ear, Sound ist top, nach fünf Minuten laden kann man eine Stunde Musik hören und mit voller Ladung 12 Stunden.
    Ist ebenfalls für Sportler geeignet und ich hab sie bei jeder Jogging Einheit über 15~km im Gebrauch.
    Zudem IPX7 zertifiziert und komplett wasserdicht.
    Hab sie schon mehrmals unter Wasserhahn gereinigt.

    Finde den Preis von 129 Euro für die Jaybird viel zu teuer.

    Schaut euch die von Anker an:

    https://www.soundcore.com/products/variant/spirit-x/A3451011

    https://www.amazon.de/Soundcore-SweatGuard-Technologie-Akkulaufzeit-Fantastischem-Schwarz/dp/B07B9R67WR/ref=mp_s_a_1_2?__mk_de_DE=ÅMÅZÕÑ&qid=1536653594&sr=8-2&pi=AC_SX236_SY340_FMwebp_QL65&keywords=soundcore+spirit+x&dpPl=1&dpID=41kSF%2BAsVpL&ref=plSrch

    • HerrTaschenbier says:

      Danke, habe die Jaybird X4 schon bestellt. Bestelle jetzt die Anker Teile zusätzlich und schicke eins von beidem zurück.
      Für mich sehen die Soundcore Stöpsel richtig gut aus…!

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