iFixit: Samsung Galaxy Note 10+ 5G zerlegt, gut reparierbar sieht anders aus

Noch bevor das neue Samsung Galaxy Note 10 bei seinen ersten glücklichen Neubesitzern angekommen ist, hat man sich bei iFixit schon das große Modell Note 10 + 5G geschnappt und jenes Schritt für Schritt auseinandergenommen, um einen ersten Blick auf die verbaute Hardware zu bekommen und außerdem bewerten zu können, wie gut sich das teure Stück am Ende im Notfall reparieren ließe.

Und da ist wohl niemand mehr wirklich überrascht: bei der Reparatur wird man es zukünftig schwer haben, denn nicht nur, dass alle Bauteile besonders gut miteinander verklebt sind – die neue Anordnung des Motherboards im Inneren des Geräts sorgt außerdem dafür, dass man nicht mehr so einfach an den Akku herankommt. Dieser wird nun nämlich von diversen Kabeln blockiert, was den Akkutausch zwar nicht unmöglich, aber dafür sehr aufwendig macht.

Drei von zehn möglichen Punkten kann das Note 10+ 5G damit gerade einmal bei iFixit erzielen. Grund dafür ist auch, dass ein Austausch des Displays entweder das vollständige Zerlegen des Geräts bedeuten würde oder aber, dass fast das halbe Smartphone-Innenleben ersetzt werden müsste. Einen kleinen, wenn auch für den Anwender vermutlich recht unbedeutenden, Lichtblick kann man bei iFixit dann aber doch vermelden: zwar fehlt dem Note 10+ 5G (und den anderen Modellen) nun auch der 3,5 mm-Klinkenanschluss, dafür habe Samsung nun aber wenigstens einen neuen Vibrationsmotor verbaut – whoop whoop.

Am Ende des Teardowns bleibt die Gewissheit, dass das neue Note 10, sowie dessen Plus-Modelle, leider die Liste der übermäßig teuren und dennoch absolut schlecht reparierbaren Geräte ergänzen wird und Käufer jener Geräte verdammt gut darauf aufpassen müssen. Wenn aber mal der Akku Probleme machen sollte, dürfte dem einen oder anderen nach diesem Ausblick sicherlich der Schweiß auf der Stirn stehen.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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9 Kommentare

  1. Tja, reparabel zu sein ist leider kein Punkt im Lastenheft der Ingenieure. Hauptsache, man kann es einfach zusammenbauen. Wartung und Recycling interessieren den Hersteller nach dem Verkauf nur noch mäßig. Dabei könnte man die Geräte auch anders konstruieren. Statt Kleber könnte man auch Schrauben verwenden. Das dies nicht unschön und klobig sein muss kennt man ja aus dem Uhrmacherbereich. Es muss auch nicht auf Teufel komm raus wasserdicht sein, bei meinem Gerät mit noch wechselbarem Akku war das über die Jahre nie ein Problem.

    Ob sich dieser Trend jemals noch mal ändern wird? Es liegt wie so oft an den Nutzern. Solange es gekauft wird und profitabel ist, wird es gemacht. Da darf man dann auch nicht darüber meckern.

    • Der Nutzer hat aber auch nur kleine Nischen als Alternative. Ich habe ein iPhone und möchte auch nicht mit so einem klobigen Teil mit Sowjet Flair herumlaufen, das nie Updates bekommt. Das könnte durchaus auch politisch klar geregelt werden.

      • Was meinst du denn mit „Sowjet-Flair“? Beziehst du das auf das Note 10+?

      • Also das iPhone ist auch alles andere als gut zu reparieren.

        Und mit „klobiges Teil mit Sowjet Flair“ und „nie Updates“ meinst Du sicher nicht das Note 10(+).

        • Das einzige, was beim iPhone relativ einfach geht, ist den Akku zu wechseln. Aber von der Reparatur nehmen die sich alle nicht viel.

          • Der Unterschied ist recht groß. Um bei einem iPhone den Bildschirm zu tauschen muss man zwei Schrauben und ein Flexkabel lösen (Bildschirm dürfte wohl die häufigste Reparatur sein). Darunter liegt direkt der Akku (auch sehr häufig). Der Rest wie Kamera usw ist auch modulär und alles mit mit Schrauben befestigt. Wer schonmal ein Galaxy geöffnet hat kennt den Unterschied. Da muss man alles einmal zerlegen um an den Bildschirm zu kommen.

      • Nee, ich beziehe mich nicht auf das Note 10, sondern eben auf gut zu reparierende Alternativen aus der Nische zu den großen Anbietern. Fairphone und ähnliche Dinger. Die großen Anbieter nehmen sich wahrscheinlich wenig.

  2. FriedeFreudeEierkuchen says:

    Sehr Schade, dass so viele Hersteller meinen, Top-Gerät bedeutet nicht-reparierbar. Ob Microsoft Surface oder die gesamte Apple Modelllinie der letzten Zeit oder jetzt das Note 10 – es nervt. Für mich sind solche Infos Kauf entscheidend. Ein nicht reparierbares oder leicht erweiterbares Gerät kaufe ich nicht.
    Meine alten Galaxy Note 1, Note 3 oder mein Note 10.1 von 2014 habe ich alle gebraucht gekauft und schon mehrfach geöffnet und Teile getauscht bzw. das Gerät nach einem Sturz repariert. Auch deshalb habe ich hier immer noch meine leicht reparier- und erweiterbaren Lenovo Notebooks aus der Business-Serie (die nebenbei dank Intels CPU-Politik bis zur neuesten Generation noch bei der Performance vollauf mithalten konnten).

    Ich denke, dass bei der Reparierbarkeit tatsächlich gesetzgeberisch eingegriffen werden muss. Das gleiche gilt für software-technische Verdongelung. Mein Sohn repariert defekte Apple Geräte, aber sobald jemand seine iClouddaten nicht mehr weiß, kann man ein neuwertiges Gerät wegschmeißen. Vor kurzem hatte er ein iPad Pro, dessen Besitzer mehr Geld als Hirn hatten. Für jedes neue Apple Gerät wurde ein neues Konto angelegt, Daten haben sie sich nie aufgeschrieben. Das Gerät wäre noch mit vertretbarem Aufwand und Geld reparierbare gewesen – jetzt ist es Elektroschrott. Ebenso die Geräte aus der neueren Generationen mit Sicherheitschip-Verdongelung oder softwaretechnische Akku-Blockierung. Auch so etwas geht nicht.

  3. Genau das ist der Grund warum ich nur noch Geräte gebraucht bis 300 Euro kaufe.
    Ich sehe es einfach nicht mehr ein mehr für Geräte zu bezahlen deren Nutzungsdauer künstlich beschränkt wird.

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