Huawei Watch GT offiziell vorgestellt


Huawei hat das Feld der Wearables wohl noch nicht ganz abgeschrieben und stellt im Rahmen des Mate 20 Events in London ebenfalls die Huawei Watch GT vor. Allerdings bietet die neue Smartwatch mit 1,39 Zoll AMOLED-Display einiges an Überraschungen.

Bye, Bye Wear OS

Für mich die größte Überraschung war, dass Huawei auf Wear OS verzichtet und auf ein eigenes Betriebssystem setzt. Dies soll den Vorteil haben, den Stromverbrauch des ebenfalls neuen und nicht weiter spezifizierten Prozessors besser kontrollieren zu können. Auf Nachfrage im Vorab-Briefing wollte man noch nicht allzu viel über den Prozessor erzählen. Lediglich die Info, dass es sich um einen „Dual-Chip“ bei dem ein Chip für Low Power und der andere für High Speed verantwortlich ist was zu einer enormen Steigerung der Laufzeit führe.

Laufzeit von bis zu 30 Tagen (EIN F****G MONAT!)

Vollmundig sprach man über eine Laufzeit von bis zu einem Monat – allerdings macht die Watch GT dann nichts anderes, als die Uhrzeit zu zeigen und euch über eingehende Nachrichten zu informieren (Ohne Interaktion), das kann man soweit einmal im Raum stehen lassen. Interessanter wird das Ganze dann, wenn man sich die Laufzeit mit weiteren aktiven Funktionen wie HR und / oder GPS anschaut. ?Huawei gibt an, dass die Uhr mit aktiver HR Messung eine Laufzeit von 2 Wochen hat, wenn man in der Woche auf ca. 90 Minuten Workout kommt (wer macht sowas?). Wer viel Sport macht muss allerdings mit einer noch geringeren Laufzeit auskommen – Sport ist sozusagen Akkumord.

Im sogenannten „Marathonmodus“ – mit GPS, HR und alles was die Uhr sonst noch kann aktiv bringt es die Watch GT immerhin noch auf eine Laufzeit von 22h. Wie der ganze Zauber allerdings funktionieren soll, hat Huawei noch nicht verraten – was ich mir vorstellen könnte, ist das in den verschiedenen Modi auch in unterschiedlichen Abständen eine Messung vorgenommen wird. So könnte im normalen Modus nur 1x pro Stunde der Puls gemessen werden, während er im Marathon-Modus 1x pro Minute gemessen wird. Das Gleiche gilt für GPS (1m vs. 10m), das senkt den Stromverbrauch um einiges.

Multisport und smarter Coach mit AI Unterstützung

Wie ihr aus dem letzten Absatz schon ablesen könnt, versucht Huawei mit der Watch GT eher Sportler anzusprechen, deswegen wurde auch der aus der Watch 2 bekannte Trainer für die neue Plattform adaptiert. Egal ob ihr schwimmt, joggt, walkt oder mit dem Rad fahrt – er wird euch für jede dieser Sportarten nützliche Tipps geben um eure Leistung stetig zu verbessern. Das Ganze wird durch den True Scene Pulsmesser unterstützt, der in Verbindung mit der AI lernt und so immer genauer werden soll. Sei es bei der Analyse der Schlafphasen um euch den besten Zeitpunkt zu nennen wann ihr ins Bett gehen solltet, oder bei einem langen Lauf um euch ggf. auszubremsen damit ihr noch genug Luft für den Endspurt habt.

Plattform- / Geräteunabhängig dank Huawei-Health App

Andere Hersteller lassen ihre zusätzliche Hardware ja ungerne mit anderen Systemen zusammenarbeiten (ja, Samsung dich und deine Gear 360 meine ich). Huawei jedoch nicht – dank der hauseigenen Health App für Android oder iOS ist es vollkommen egal mit welchem Smartphone ihr die Watch GT verwendet und dank der integrierten Schnittstelle zu Google Health könnt ihr diese auch noch mit Gesundheitsdaten (z.B. einer Smarten Waage von Withings) kombinieren.

Preise und Verfügbarkeit

Die Huawei Watch GT wird in 2 unterschiedlichen Varianten auf den Markt kommen. Diese unterscheiden sich lediglich in der Farbe und der Art des mitgelieferten Armbandes. Die sportlichere Variante kommt mit einem Silikonarmband und einem schwarzen Gehäuse für 199 Euro UVP, die Fashion Version mit silbernem Gehäuse und einem Lederarmband wird 229 Euro UVP kosten. Die Auslieferung soll zeitnah erfolgen. In Größe, Material und Funktion sind beide Varianten jedoch identisch.

Über unseren Gastautor:

Torsten Schmitt

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15 Kommentare

  1. Ach schade, mit WearOS wäre sie meine gewesen

  2. Was nützt die schönste Uhr, wenn nach 2 Jahren und ein Monat nach der Garantie, Huawei, oder die Vertragspartner sie reparieren kann. Weil Huawei keine Ersatzteile zu Verfügung stellt. Huawei Watch 1 430€ Saturn.

  3. Ohne WearOS bedeutet halt auch ohne sinnvolle Apps, kein Google Pay und Co. Das macht eine Smartwatch alles andere als smart und disqualifiziert sie in meinen Augen komplett. Schade, wäre sonst eine Überlegung wert gewesen.

  4. RIP Wear OS
    Welcher Hersteller nutzt das dann überhaupt noch wirklich?

    • Laut Geizhals-Filterung mit WearOS-Smartwatches ab 2018: Diesel, Fossil, Michael Kors, Misfit, Montblanc, Nixon, Skagen und Tommy Hilfiger.

      Sicher, Wear OS ist nicht unbedingt ideal, aber ein eigenes OS macht’s sicherlich auch nicht besser. Im Idealfall ist man nicht unbedingt auf separate Apps angewiesen. Dennoch gibt’s wohl die eine oder andere App, die man dann doch ganz gerne hätte – und wenn die dann z. B. jetzt bei Tizen fehlt, wie wahrscheinlich ist es, dass ein Entwickler diese dann in den nächsten Monaten für die Smartwatch von Huawei anbietet.

      • clockworksnaki says:

        Nur so zur Info: Diesel, Fossil, Michael Kors, Misfit, Skagen gehören alle zur Fossil Group.
        Zum Thema: Die Wear OS Akkulaufzeit ist für mich nach aktuellem Stand unbrauchbar und Google hat hier auch funktionell mal so richtig versagt. Ich freu mich über Alternativen und bleibe gespannt, ich werde mir die Huawei Watch GT auf jeden Fall etwas näher anschauen.

  5. „Diesel, Fossil, Michael Kors, Misfit, Montblanc, Nixon, Skagen und Tommy Hilfiger.“
    …also alles keine Tech-Hersteller sondern Mode/Lifestyle-Marken die im Verdacht stehen nur ihr Label auf ein China-Produkt zu kleben, ohne Nachhaltigkeit. Das kann nix werden.

  6. Für mich ist die wichtigste Funktion einer Smartwatch die Google Pay Funktion. Ohne die ist für mich eine Smartwatch witzlos. Das „Sport“gedöns brauche ich nicht. Nachrichten- und Anrufanzeige kann sogar die dümmste Smartwatch.
    Aber die Payfunktion ist wirklich cool. Ixh möchte sie nicht mehr missen.

    • Apple Pay und Garmin Pay gibts schon, Samsung Pay kommt sicherlich bald, damit wären schon die drei größten (?) Smartwatch-Hersteller abgedeckt.

  7. 30€ mehr und dafür mit WearOS. dann isses meine, aber so bitte nicht.
    Alles was nicht Google folgt wird sterben. Das ist der Wille des Monopolisten Google. Und den wird Google auch erreichen.

  8. Dann lieber die Amazfit BIP. Ohne Wear OS, ohne Google Pay = ohne mich.

  9. Und was kann die Uhr nun? Das was hier steht wußten wir doch schon. Wie sieht es mit LTE aus? Wie kann die NFC Schnitstelle für Mobiles Bezahlen genutzt werden?

  10. Peter auch Lustig says:

    20-30 Apps?
    Alles Gute.

  11. Kann die Uhr Spotify offline abspielen?

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