Huawei: USA will den Hersteller von internationalen Chip-Herstellern abschneiden

Huawei steht bei der US-Regierung immer noch auf der schwarzen Liste. Das soll auch mindestens noch ein Jahr so bleiben. Als Begründung führt man die nationale Sicherheit an. Das wohl verheerendste Ergebnis für den chinesischen Hersteller ist bisher, dass man nicht mehr auf die Google-Dienste für seine mobilen Endgeräte setzen kann. Auch die Huawei-Tochter Honor ist davon betroffen. Nun will sich die USA aber wohl auch in den Handel mit internationalen Zulieferern einmischen.

So solle Huawei generell keine Schaltkreise und Komponenten erhalten, die auf Software und Technologien aus den USA setzen bzw. mit der Hilfe dieser hergestellt worden sind. Bei den weitreichenden Vernetzungen der Tech-Industrie ist das natürlich eine harte Nummer. Das US-Handelsministerium hat bestätigt, dass man verhindern wolle, dass Huawei eine Möglichkeit habe die Beschränkungen der USA zu umschiffen. Treffen würde man damit nicht nur Huawei, sondern z. B. auch TSMC, welche für Huawei Chips fertigen und ein neues Werk in den USA planen.

Die US-Regierung erklärt, dass Huawei für seine Produkte weiterhin auf US-Software und -Technologie setze, obwohl dies nicht mehr der Fall sein dürfe. Sollte man seine Exportvorschriften anpassen, müssten aber alle Firmen, auch diejenigen, die im Ausland sitzen, eine Lizenz von den Vereinigten Staaten beantragen, sollten sie Huawei beliefern wollen. Zumindest gilt das eben dann, wenn die Zulieferer selbst Equipment, sei es Soft- oder Hardware, verwenden, die aus den USA stammt. Vermutlich könnten sie sonst selbst mit erheblichen Strafen rechnen oder auf der schwarzen Liste landen. Fast alle Chip-Hersteller setzen auf Equipment aus den USA.

Huawei habe da laut dem US-Handelsminister Wilbur Ross bisher ein Schlupfloch ausnutzen können. Das müsse man nun schließen. Wafer, die sich bereits in der Produktion befänden, sollten noch an Huawei gehen – solange das Procedere innerhalb von 120 Tagen abzuschließen sei. Wie man sieht, spitzt sich die Lage für Huawei nun wohl erheblich zu. Man darf gespannt darauf sein, wie die chinesische Regierung reagieren wird.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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21 Kommentare

  1. Was kann Huawei denn machen, damit US-Unternehmen wieder mit ihnen handeln dürfen?

    • Andreas H. says:

      Ich denke nichts außer der USA zu gehorchen.

    • Wenig. Wenn sie ihre nebulöse Gesellschaftsstruktur transparent machen und kritische Unternehmensteile in rechtsstaatliche Länder listen würde, müsste sich die Firma plötzlich an internationale Spielregeln halten und würde sich sehr schwer tun mitzuhalten.

      Abgesehen davon muss man mit einer Firma, die so großen Einfluss auf Polizei und Gerichte hat dass sie ihre eigenen Mitarbeiter monatelang ins Gefängnis werfen kann, um keine Abfindungen zu zahlen, kein besonderes Mitleid haben.

      • Aber was sind denn die konkreten Vorwürfe? Gerade der erste Teil ist viel heiße Luft und der zweite Teil hat die USA noch nie gestört solange es für sie vom Vorteil ist.

        • @Kaba
          Im Kern stellt die USA nur wilde Behauptungen auf, hat aber bis heute keinen einzigen (!) Beweis dafür geliefert. Und wie vertrauenswürdig die USA und besonders der Wahrheitsgehalt deren Geheimdienste ist muss man nach den erwiesenen Ereignissen in der jüngsten Vergangenheit hoffentlich nicht noch extra ausführen.

      • So ein Schwachsinn.
        Als ob sich andere internationale Konzerne großartig anders verhalten würden. Google wurde von der CIA mit gegründet, MS ist engstens mit den US-Diensten und dem Militär verbunden, ALLE anderen US-Konzerne auch.
        WAS macht denn Huawei so „nebulös“ im Vergleich? Wir sind doch nur treudoof an der Leine der USA, gehirngewaschen durch die Medien.
        Die Vorwüfre sind erfunden, die Sanktionen sind illegal und die USA speilen sich nicht zum ersten mal als Rowdy auf der sich nicht an Recht und Ordnung hält und mit Lügen und Gewalt internationale Beziehungen, die Märkte und die Anstandsregeln mit Füßen treten.

      • @Tobias
        Für den Teil

        „Abgesehen davon muss man mit einer Firma, die so großen Einfluss auf Polizei und Gerichte hat dass sie ihre eigenen Mitarbeiter monatelang ins Gefängnis werfen kann, um keine Abfindungen zu zahlen, kein besonderes Mitleid haben.“

        würde ich gerne eine Quelle sehen, das wäre an mir vorbei gegangen.

  2. Die USA (und die EU) beschuldigen China, Wirtschaft als Waffe einsetzen zu wollen.

    Und machen dann genau das selbst.

    Und was die USA jetzt mit China machen, werden sie Morgen mit Europa bzw. Deutschland machen.
    Erinnert einen irgendwie an die alte Sowjetunion. Ob die USA damit ihre Weltdominanz wirklich verteidigen können?

  3. Wenn man irgendwie in der Kolonialzeit hängen geblieben ist und das Pejorativum der „gelben Gefahr“ nicht aus dem Kopf bekommt.

  4. Solch ein vorgehen sollte jedem Land auf der Welt eine Warnung genug sein sich soweit es geht von den USA zu emanzipieren. Sie sind zwar schon lange kein verlässlicher Partner aber jetzt werden sie auch noch größenwahnsinnig.

    • In der 5G Technologie hat China ja eben das gezeigt, dass es eigenständig durchaus längst mithalten kann, wenn nicht führend ist.

      Und was Technologie angeht, die USA haben da vor allem auch davon profitiert, das z.B. ihnen Europa gut ausgebildete Kräfte lieferte (weil das US Bildungssystem einfach beschissen ist), die dann an den TopHochschulen oder in der Forschung arbeiten.

      Die Abhängigkeit in vielen Bereichen hat nich China verursacht, sondern (oft auch noch US) Unternehmen – die lieber 2-3 Cent mehr verdienen wollten (indem die Produktion nach China – oder sonstwo – hin verschoben wurde), als im eigenen Land den Arbeitern ein paar Dollar mehr zu zahlen.

      Und was den Versuch angeht, andere Ländere zu dominieren, da können die Chinesen noch viel von den USA abschauen.

      Die heutige USA entwickeln sich zu einem parasitären Staat, nicht anders, als es einst die Sowjetunion war.

      • „…Und was Technologie angeht, die USA haben da vor allem auch davon profitiert, das z.B. ihnen Europa gut ausgebildete Kräfte lieferte…“

        Auf den Punkt! Es sei nur an den deutschen Raketenwissenschaftler Wernher von Braun erinnert. Ohne den wären die Amis nie bis zum Mond gekommen. Wenn sie denn überhaupt dort waren?

        • Hallo Mr. T., der wahre skandal daran ist daß unter Wernher v. Braun und anderen die an der Versuchsanstalt peenemünde Waffen für das III. Reich entwickelten , Gefangene in Konzentrationslagern zur zwangsarbeit gepreßt wurden. War alles „vergeben und vergessen“ wenn man sich den Amis in die Arme warf und für ihren Militär-und Raumfahrt Apparat arbeitete. Als Siegermacht hier entnazifizierung predigen und selber menschenschinder wie den herrn von Braun hätscheln, das ist echte und perverse Doppelmoral.

    • @Kaba
      Du kannst Dir sicher sein, dass alle Unternehmen weltweit den Warnschuss mehr als deutlich gehört haben und dies mittelfristig geschehen wird.

  5. Irgendwie erinnert mich das an USA, USA über alles auf der Welt. Gut, daß deren Genozid schon lange her ist, da wird das wenigstens nicht wiederholt.

  6. Die Mehrheit an TSMC sollen Investoren aus den USA gehören. Die werden für Enge Verbindungen mit US Produkten gesorgt.

    Huawei wollte den ersten 5 nm Mobil Prozessor vorstellen. Das dürfte nicht mehr funktionieren. Vielleicht gibt es für die bestehenden Prozessoren wieder Ausnahmen.

  7. MrNilsson says:

    Wenn China keine Schaltkreise und Komponenten mehr bekommt, dann werden sie sicher den Export von seltenen Erden drosseln, oder vielleicht sogar für eine kurze Zeit ganz einstellen.

    Wenn das kleine Kind im Oval Office so weitermacht, dann wird es früher oder später einen militärischen Konflikt geben.

  8. Irgendwas scheint ja dran zu sein, wenn es zu dem Thema nach wie vor keine Ruhe gibt. Ich will und hatte noch nie was von Huawei. Wenn es die morgen nicht mehr gibt ist mir das relativ egal.

  9. Aus dieser Farce lernen wohl alle Firmen weltweit, dass es eine gute Idee ist sich mittelfristig komplett unabhängig von den USA zu machen.

    Trump schadet seinem Land mal wieder massiv, und weder er selbst noch ein großer Teil seiner Anhänger realisieren dies.

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