Huawei: Handel mit US-Partnern soll in 2 bis 4 Wochen wieder anlaufen

Huawei soll innerhalb der nächsten zwei bis vier Wochen erneut mit US-Unternehmen handeln können. Dies soll der amerikanische Präsident Donald Trump in jener Form genehmigt haben. Anzeichen auf eine Einigung hatte es in der letzten Zeit ja schon wiederholt gegeben.

So hatte der US-Handelsminister Wilbur Ross bereits bestätigt, dass amerikanische Firmen wieder Handel mit Huawei treiben könnten, wenn die nationale Sicherheit nicht gefährdet werde. Man ließ aber offen, wann genau der Handel dann bedenklich oder unbedenklich sei. Nun geht es aber offenbar schneller voran als gedacht, wenn schon in wenigen Wochen der Handel zwischen Huawei und seinen US-Partnern wieder losgehen soll.

Offenbar wurden Trump und die US-Regierung stark von der Chip-Industrie sowie der chinesischen Regierung unter Druck gesetzt. Zwei Chiphersteller aus den USA sollen laut Reuters bereits bekannt gegeben haben, dass sie bereits neue Lizenzen für den Handel mit Huawei beantragt hätten. Weitere Unternehmen sind ebenfalls bereits dran.

Für die US-Partner sind die Geschäfte mit Huawei von enormer Wichtigkeit: Huawei investierte 2018 rund 70 Mrd. US-Dollar in Komponenten und allein 11 Mrd. flossen zu US-Partnern wie Qualcomm, Intel oder Micron. Nun zeigt sich Huawei zwar erfreut über die Lockerung der Bedingungen, wünscht sich aber immer noch, dass man endgültig von der schwarzen Liste der Amerikaner gestrichen werde. Man sei keines Unrechts überführt worden und stelle kein Risiko für irgendein Land dar.

Offen ist immer noch, welche Produkte genau mit Lizenz an Huawei gehen dürfen und wie lange es diese temporäre Lösung geben soll – denn auf Dauer soll sie in dieser Form nicht bestehen. Die Bedingungen, zu denen US-Unternehmen Lizenzen für den Handel mit Huawei erhalten, sollen wohl von Fall zu Fall geprüft werden. Eric Hirschhorn, ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Handelsministeriums, kritisiert, dass es da immer noch Probleme innerhalb der US-Regierung gebe.

Laut Hirschhorn sei das größte Problem, dass es keinen langfristigen Plan gebe. Nun vergebe man zwar neue Lizenzen, doch weder sei die genaue Grundlage klar noch wie man in Zukunft vorgehen wolle: „Die Regelungen, die vor zwei Minuten gültig gewesen sind, können in den nächsten zwei Minuten schon wieder abweichen„, beschreibt Hirschhorn die Lage. Wir können da wohl nur abwarten, wie es mit Huawei und den USA weitergeht.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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3 Kommentare

  1. Peter Schrumm says:

    Der Schaden fuer den Westen ist dennoch gewaltig: China setzt nun alles daran, westliche Komponenten aus ihren Lieferketten zu verbannen, um nicht weiterhin erpressbar zu sein. Koste es was es wolle. In ein paar Jahren sind die USA (und wir) dann endgueltig draussen.

  2. Der Schaden ist für Huawei angerichtet, es würde mich überraschen wenn sich deren Smartphone Markt in Europa und den USA nochmal erholen würde. Zu groß ist da die Unsicherheit bei den Kunden für die Zukunft.

    • Der Markt wird sich erholen. Otto Normal User vergisst sehr schnell. Siehe z.B. den Datenskandal bei Facebook. Das interessiert keinen mehr. Ähnlich wird es bei Huawei sein. Im Moment fahren Sie noch Werbung mit dem Huawei Zukunftsversprechen. Die wird in ein paar Monaten verschwinden.

      Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass sie an der Preisschraube drehen und über einen gewissen Zeitraum günstigere Geräte anbieten. Besonders in der Mittelklasse.

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