Huawei äußert sich zur Leica-Optik im P9

huawei artikel logoHuawei kam in den letzten zwei Tagen in die Medien. Schuld daran war ein Bericht einer chinesischen Webseite, die darauf hinwies, dass nicht Leica für die Optik des Huawei P9 verantwortlich sein soll. Ob Fehler bei der Übersetzung oder falsche Deutung – jedenfalls hieß es, dass der chinesische Linsen-Gigant Sunny Optical hinter der Optik stecken soll (was er letzten Endes auch tut). Etikettenschwindel? Ich denke nicht wirklich – denn wenn ich als Firma etwas herstelle und genau dieses Design nach meinen Vorgaben bei einem Zulieferer in Auftrag gebe, dann kann ich ja dennoch mein Logo draufpappen. Ist ja Usus, nicht nur in der Techbranche. In einzelnen Medien hieß es jedenfalls, dass Leica wohl nur den Namen gegeben hätte und man sonst in keiner Weise in die Entwicklung involviert war.

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Ich hatte diesbezüglich mal bei Huawei angeklopft und mittlerweile ist ein offizielles Statement da. In diesem Statement erklärt man, was Leicas Beitrag nun wirklich war – unabhängig davon, ob die Optik von Sunny Optical hergestellt wurde. Leica hat demzufolge mit Huawei: gemeinsam entwickelt, evaluiert und die Optimierung des optischen Designs vorgenommen. Ferner gab es eine gemeinsame Entwicklung der mechanischen Konstruktion des Kameramoduls zur Reduktion von Streulicht-Effekten, eine Definition der Bildqualität in puncto Farbwiedergabe/Farbtreue, Weißabgleich, Streulichtreduktion, Belichtungspräzision, Kontrastumfang, Schärfe und Rauschverhalten. Ferner soll Leica an der Aufbereitung des Bildsignals mitgeholfen haben. Beide Firmen haben zudem definiert, welche Qualitätsstandards und Produktionstoleranzen gesichert sein müssen.

<< Testbericht Huawei P9 >>

Persönliche Meinung: Es darf darüber gestritten werden, wie die Partnerschaft zu bewerten ist. Was ist die Leica-Optik wirklich? Darf sie dieses Siegel nur tragen, wenn wirklich alles von Anfang bis Ende im direkten Werk von Leica gefertigt wurde und von kleinen Elfen am Ende überprüft wurde? Wie ich eingangs erwähnt, ich bin da gerne sehr kritisch, mache mir aber im konkreten Fall keinen Kopf darum. Wäre am Ende wirklich ein Müll dabei rausgekommen, dann wäre es nicht nur auf Huawei zurückgefallen, sondern auch auf Leica. Und da hat man halt einen Traditionsnamen zu verlieren. Es kann also nur in Leicas Sinne gewesen sein, ein genaues Auge auf die Optik zu haben. Festzuhalten bleibt dennoch: das Huawei P9 macht verdammt tolle Bilder – ob Leica oder nicht. Das zählt bei mir.

Und eure Meinung zum Thema? Etikettenschwindel oder überbewertetes Hype-Thema?

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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16 Kommentare

  1. Für mich geht das klar. Man merkt ganz einfach, dass die Kamera durch die Leica-Kooperation ein ganz anderes Level, als die von vorherigen Huawei-Smartphones erreicht hat. Es wurde ja auch auf der PK immer betont: „Co-Engineered with Leica“ und nicht „built by Leica.

    Ergo: Hype-Thema.

  2. savantorian says:

    Solange die Bimmel ordentlich knipst, ja nun…. Das Blafasel halte ich eher kontraproduktiv und Hand aufs Herz: die meisten User wissen doch gar nicht wirklich, was Leica wirklich macht, woher es kommt. Und es ist fast allen sowieso aus o. g. Grund egal.

  3. Ganz normal und definitiv kein SChwindel. Ist bei richtigen Kameras nicht anders, z.B. bei den meisten Kompakt- oder Systemekameras von Lumix/Panasocic: Die Rechnung des Objektivs stammt von Leica und der OEM darf gegen Gebühr dden Namen drauf schreiben.

  4. Ein iPhone ist ja auch von Apple und nicht von Foxcon, auch wenn es dort ist auch nicht

  5. Michael Lang says:

    Nein, kein Etikettenschwindel, wenn – wie hier geschrieben – sowohl die konstruktive Entwicklung als auch eine Qualitätskontrolle durch den Markeninhaber erfolgt. So arbeiten über 90 Prozent der Unternehmen in der produzierenden Industrie. Diese Strategie führt im Schnitt sogar zu qualitativ besseren Produkten als eine komplette Eigenproduktion, wie einige Studien ergaben. Das ist auch logisch, denn spezialisierte Zulieferer beherrschen hoch komplexe Fertigungsprozesse bei weniger Kosten deutlich besser als Allrounder. Entscheidend ist hierbei allerdings, dass der Auftraggeber die Kosten nicht unter die Rentabilitätsschwelle drückt, denn dann muss die Qualität zwangsläufig unter das eigentlich beherrschte Niveau gesenkt werden, um wieder rentabel zu sein.

    Diesen Vorwurf des Etikettenschwindels höre ich in den letzten Tage auch oft, vielfach von Apple-Anhängern. Eventuell auch eine Reaktion auf Vorwürfe der Apple-Gegner, das iPhone werde nicht von Apple, sondern von Foxconn gebaut. In beiden Fällen stimmt das auch, ist aber keineswegs ein Beweis für schlechte Qualität

  6. Wenn man Käufe nur nach der technischen Qualität ausmacht, ist das ja ok. Wenn Leica *alles* vorgibt, von den Materialien über die Konstruktion bis zur Qualitätskontrolle, ist dahingehend alles ok.

    Für die Kundschaft zählt allerdings mittlerweile ja immer mehr: Es kann für Manche durchaus einen Unterschied machen, ob die Fabrik einem in D steuerpflichtigen Unternehmen gehört (auch bei Standort China) oder nicht. In anderen Ländern, in denen D einen guten Ruf in Sachen Qualität hat, könnten die Leute schlicht der Gleichwertigkeit misstrauen.

    Ich finde es also durchaus nicht schön, dass da der Name Leica so verwendet wird, da aber die Kamera wohl ganz gut sein soll (?), würde ich als Betroffene(r) mangels Schaden die Füße stillhalten. Kritisch sehe ich eher den langfristigen Effekt: Nicht, dass wir uns Schritt für Schritt an immer mehr Schwindel gewöhnen, bis wir ein Samsung Galaxy constructed together with Nokia, with optics partially developed by Leica haben. Es wäre insbesondere auch für Qualitätshersteller doof, wenn Billigheimer so Marketing betreiben können.

  7. @George: Im Endeffekt hat dann aber vorher der „Qualitätshersteller“ für dieses Marketing seinen Namen hergegeben und sollte daran interessiert sein, dass dieser nicht verbrannt wird. Sonst wäre er selber Schuld und für mich auch kein „Qualitätshersteller“ mehr.

  8. Wie ich vermutet habe: http://stadt-bremerhaven.de/huawei-p9-mit-leica-branding-fuer-die-kamera-abgelichtet/

    Wenn Leica so wie bei Panasonic/Lumix in Design und Entwicklung involviert ist dann ist das sicherlich kein Etikettenschwindel.

  9. @Patrick
    Jo, bei Leica ist das immer noch was anderes als bei anderen D-Marken wie Zeiss, Dual, etc. Um das zu erkennen muss man sich aber mit der Materie befassen.

  10. Wenn der Preis dadurch fällt. Ansonsten nur Marketing Bullshit.

  11. Hast mit dem Beitrag alles gesagt. Wenn nicht nur der Name drauf steht, geht das in Ordnung. Wobei mir das letztlich auch egal ist, solange ich das Gerät nicht zu kaufen gedenke. Denn letztlich sind es ja die (nicht)Käufer, die einem Hersteller zeigen, ob er alles richtig gemacht hat. Oder nicht.

  12. Wenn Leica drauf steht aber Sunny Optical drin ist, ist das ganz klarer Fall Etikettenschwindel.
    Schade das Leica sich den guten Namen durch solche Zinkerein verdirbt. Wer weiß was demnächst in Leica Kameras alles für ein Billig Gedöns verbaut wird und wo sie überhaupt zusammen geschraubt werden.
    Unter dem Gesichtspunkt sind die aktuellen Leica Kamerapreise mit Vorsicht zu geniessen.

  13. Erinnert mich übrigens an die Lada Werbung mit dem Porsche Motor (Muahahaha) vor vielen Jahren.

  14. @ralvi67 dann hast du den punkt nicht verstanden. beim iphone ist auch hinten ein apple logo drauf und eben nicht das von foxconn, der firma die es herstellt. es zählt eben der entwurf und nicht wer es baut. nichtsdestotrotz wundert es mich auch, dass leica seinen namen für ein handy hergibt.

  15. Jonas Zehnder says:

    Find ich genauso

  16. @ralvi67
    Ich glaube du hast nicht ansatzweise verstanden wie heutzutage die Industrie funktioniert. Wenn Sunny Optical nach Leica’s Vorgaben fertigt ist das eben so. Schliesslich hat Leica was Linsendesign angeht ein enormes Know-How. Brechungsindex ist zum Beispiel so eine Sache. Hersteller korrigieren das gerne mit Chips. Leica will das in der Linse. Unterschied sieht man definitiv.

    Zum Thema Billig Gedöns: Leica nimmt sich seit Jahren Panasonic’s Lumixe mit Leica-Branding, baut ein anderes Gehäuse drum, klebt einen roten Punkt drauf und verkauft sie für drei mal so viel. Vom Gehäuse abgesehen sind alle technischen Daten und Innereien gleich. Das muss auch nichts schlimmes sein. Schliesslich wurden die Linsen in den Lumix von Panasonic nach Leica’s Vorgaben gefertigt und beim Bildprozessor hatte Leica auch viele Vorgaben.

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