Homebridge und Ring: Kameras und Videotürklingeln in Apple HomeKit bringen

Vermutlich ist es eine Nischen-Info, aber ich möchte dennoch darauf hinweisen, da ich dieser Tage selbst damit zu tun hatte. Es gibt mittlerweile einen unüberschaubaren Wust an Möglichkeiten, irgendetwas im Smart Home zu bewerkstelligen. Eine konstruktive Diskussion ist da kaum noch möglich, da viele Anwender die von ihnen eingesetzte Lösung als Nonplusultra verkaufen.

Ring, seit einigen Jahren zu Amazon gehörend, bietet einige Smart-Home-Produkte an, darunter Kameras, Alarmsysteme, Sensoren und die wohl am häufigsten eingesetzten Ring-Produkte: smarte Videotürklingeln. Ist ja alles auch oft im Angebot. Ring bietet auch ein Abo an, das ist für Menschen, die die Funktionen einfach nutzen wollen, vermutlich sehr praktisch. Ring hat eine eigene App mit zahlreichen Funktionen und schmiegt sich, wen wundert es, prima in das Amazon-Alexa-System mit Fire TV, Echo und Echo Show ein.

Wenn man Systeme nutzt und / oder genauer unter die Lupe nimmt, dann fallen manchmal Ärgernisse auf. Schauen wir da mal kurz zu Ring rüber. Die haben in ihrer App drei Statusmöglichkeiten. Abwesend, Inaktiv und Zuhause. In jedem Status kann eine Kamera (oder Doorbell) einen anderen Zustand einnehmen. Bewegungserfassung an / aus oder Live-Video an / aus.

Das klingt für viele ausreichend, ist aber echt dünn. Einstellungen auf Basis Zeit? Gibt’s nicht, dafür müsste man sich Ring Alarm als separate Hardware kaufen. Das war das erste Problem. Kann man mehr als die drei vorgegebenen Modi erstellen? Ebenfalls nicht. Kann ich einen Modus erstellen, der dafür sorgt, dass alle Kameras immer aufpassen und aufnehmen, nicht aber die Terrasse-Kamera zwischen 10 und 17 Uhr? Nein, es gibt keine Zeitschalter. Es gibt auch keine Möglichkeit, Geofencing direkt zu nutzen. Ring hat zwar eine Geofencing-Funktion, aber die sorgt nur dafür, dass die Geräte in einen Schlummermodus gehen, wenn man nach Hause kommt – da werden also keine Modi umgeschaltet.

Ganz schön viele Einschränkungen für ein so beliebtes System, welches auch noch Abokosten hat, nicht wahr? Falls ihr dieses Problem kennt, so lasst mich noch einmal auf Homebridge hinweisen. Das ist natürlich nur für Menschen interessant, die Ring-Produkte auch in Apple HomeKit integrieren wollen. Offiziell wird das nicht unterstützt. Homebridge. Homebridge ist eine kostenlose Open-Source-Software, die eine Plattform für Plugins darstellt. Plugins, die dafür sorgen, dass Smart-Home-Geräte, die nicht mit Apple HomeKit kompatibel sind, in dieses System eingebunden werden können. Homebridge kann selbst auf einem günstigen Raspberry Pi oder in einem Docker-Container auf einem NAS laufen.

Da gibt’s auch ein Plugin für Ring. Recht flott eingerichtet, ist ja mittlerweile und Gott sei Dank fast nur Klickerei aus der Oberfläche von Homebridge. Sind die Geräte im Homebridge, tauchen sie in Apple HomeKit auf (siehe Screenshot über diesem Absatz, die Wallpaper gibt’s hier). Dies ermöglicht natürlich Automationen, die direkt bei Ring in der App nicht möglich sind. Beispielsweise das oben angesprochene.

Drei Modi bietet Ring direkt, in einem davon habe ich die Terrassenkamera deaktiviert. Jenen Modus kann ich über einen Automation automatisch starten und beende. So bin ich quasi von 10 bis 17 Uhr im Modus, wo die Terrassenkamera nichts aufnimmt. Und wenn die letzte Person das Zuhause verlässt, werden alle Kameras scharf geschaltet – aber nur, bis die erste Person nach Hause kommt.

Definitiv einen Blick wert das Ganze, wenn man mehr als eine Kamera von Ring hat und das Ganze auch etwas ausnutzen möchte. Und für das Erstellen von Regeln sollte man sich ruhig die kostenlose Eve-App anschauen (Screenshot über diesem Absatz), die kann Automatisierungen nämlich komplexer erstellen, sodass man sich im Vergleich zur Home-App Arbeitsschritte sparen kann.

In diesem Artikel sind Partner-Links enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

8 Kommentare

  1. @Caschy

    HomeKit Secure Video kann man aber so nicht nutzen, oder?

    Hast du die Video Doorbell von eufy auch in HomeKit einbinden können?

  2. Kann ich nur empfehlen, ich nutze Homebridge mit der Applewatch: Hey Siri Tür öffnen und auch sonst alles von Buschjäger/ABB um es in Homekit zu steuern/regeln.

    • Schon prima, aber man sollte vllt. nochmal explizit erwähnen, dass dafür ein Gerät (leider kein iPad oder so, das ohnehin im Haushalt immer „an“ rumliegt) immer laufen muss, um als Server zu fungieren. Wer ohnehin ein NAS betreibt, kein Verlust, aber sonst? Dafür lasse ich persönlich keinen Computer (und sei es ein Rapberry Pi) always on laufen. Stand neulich für der Anschaffung eines Shelly, aber diese Notwendigkeit ließ mich meine Ambintionen dann doch schnell gaz tief begraben.

  3. Habe seit einigen Monaten eine Homebeidge aufm nem Raspi laufen um mein Finaro zwave und hue system (mit original Philips als auch Ikea Birnen) zu betreiben.
    Komplexere Auromationen habe ich per LUA im Fibaro System erstellt. Für die tägliche Bedienung der Lichtschalter, Rolladen und Szenen benutze ich die home app.

  4. Sohnkarlsruhe says:

    Ich kann nur die logitech doorbell empfehlen, ist zwar etwas umständlich über die USA zu bestellen… aber die Kamera kann HomeKit secure und ist einfach perfekt und zuverlässig

Es werden alle Kommentare moderiert. Lies auch bitte unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?

Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren.