Hands Free: Google nach Android Pay mit weiterem Mobile Payment-Dienst

Die Fühler in alle Richtungen ausstrecken, das kennt man von Google. Was nicht funktioniert, wird über kurz oder lang wieder eingestellt. Nicht auf ein Produkt konzentrieren, sondern ausprobieren. Anders lässt es sich auch nicht erklären, warum Google einen Tag nach der offiziellen Ankündigung von Android Pay auch Hands Free zeigt, einen weiteren Ansatz im Bereich mobiler Zahlungen.

Hands Free benötigt für den Kunden keinerlei Interaktion. Möchte man in einem Geschäft auf diese Weise bezahlen, genügt es, dies dem Verkäufer mitzuteilen. Wie genau das Ganze abläuft, erklärt Google allerdings noch nicht. Hands Free wird auch in sehr kleinem Rahmen getestet. Einen Test in San Francisco kündigt Google für „später in diesem Jahr“ an. Ob und wann Hands Free dann für alle verfügbar ist, steht in den Sternen.

Der Vorteil von Hands Free soll sein, dass man sich nicht mit Kreditkarten-Terminals oder gar Bargeld herumärgern muss. Außerdem soll es sicher sein, da der Händler keine Kreditkarteninformationen erhält. Ist eine Zahlung mit Hands Free abgeschlossen, erhält man eine Benachrichtigung auf das Smartphone. Google will auch über ungewöhnliche Aktivitäten informieren, wenn Hands Free verwendet wird.

Hands Free tauchte übrigens erstmals im Februar dieses Jahres auf, damals lief es noch unter dem Namen Plaso. Unklar war damals, ob es zusätzlich zu Android Pay kommt oder Android Pay wird, diese Frage ist nun geklärt. Sicher kein Mobile Payment-Dienst, den wir zeitnah in Deutschland verwenden werden können, so wie leider alle Mobile Payment-Dienste. Warum Google hier zweigleisig fährt und nicht komplett auf Android Pay setzt? Tja, das weiß nur Google. Aber Auswahl für den Kunden ist ja bekanntlich Googles Stärke. So wird für jeden das passende Bezahlsystem zur Verfügung stehen.

(via @klotzbrocken)

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

12 Kommentare

  1. Ziemlich cool, aber ich glaube solche Sachen von Google sind leider nichts anderes als lediglich Image Werbung von Google.
    „Hey, schaute mal. Wir sind“
    – Innovativ
    – cool
    – smart
    und co.

  2. typisch amerika, ein mutte mit kind inszenieren…

  3. Ich bin inzwischen ein Verfechter des Bargelds. Die letzte nicht behördlich überwachte Form des bezahlens, ein Stück Freiheit!

  4. Ohne Bargeld keine funktionierende FIFA und alle müssten Sozialabgaben zahlen. Wie schrecklich!

  5. Bojarensohn says:

    Markus kann ich nur zustimmen. Insbesondere auf Hinblick des §14 (1) des BBankG: …“Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.“…. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass alle anderen Zahlungsmittel nicht gesetzlich oder beschränke Zahlungsmittel sind. Richtig interessant wird es sobald man an den ESM und unser aller Haftung mit Privatvermögen denkt.
    Nun startet aber bitte nicht den großen „Bankenrun“, denn dort sind maximal nur 3% der Einlagen als Bargeld vorhanden.

  6. Dein Papiergeld kann aber genauso schon morgen nix mehr wert sein. Da hilft dann auch kein „Bankenrun“ mehr. Letztlich ist also auch Bargeld reine Vertrauenssache. 😉

  7. wisst ihr was, ich nehm’s zurück. Hab dies grade gelesen, ein Alptraum… http://mobil.derstandard.at/2000016338867/Banknoten-mit-Funkchip-Geld-kann-ferngesteuert-entwertet-werden

  8. GongGonzo says:

    Bei Kreditkarten und EC-Karten denkt immer an die Beteiligung der Institute an jeder Transaktion. Gut 15% wandern da gerne mal zur Bank, kein Wunder das sie es in den Markt drücken wollen.
    http://blog.fefe.de/?ts=ab962323

  9. Und weiter gehts jeder kocht sein eigenes Süppchen. Warum nichtmal alle an einem gemeinsamen Strang ziehen?

  10. Bojarensohn says:

    @Markus derzeit gibt es solche Banknoten noch nicht. Solltest Du dennoch Bedenken haben, dann nimm einen Geldschein und halte ihn gegen das Licht.

  11. Bojarensohn says:

    @ Rob Vertrauen ist die Grundlage aller Zahlungsmittel, ob sie nun intrinsischen Wert, wie bei Gold, besitzen oder nicht. Wenn morgen, egal welche Form der Zahlung Du wählst, die Zahlungsannahme verweigert wird, wird auch das Zahlungsmittel wertlos. Entscheidend ist, ob es jemand interessieren soll was Du alles so bezahlst. Betablocker in der Apotheke, Sexspielzeug, Deiine Nahrung, Dein Guthaben auf der Bank etc… Herzkrankheit – Bewerbung bei einem Unternehmen mit Zugriff au Deine Daten …Ablehnung – Du bis was Du isst. Als Unternehmer brauchst Du eine priv. Krankenvers….Deine Beiträge sind evtl. höher – beantrage einen Kredit für Dein Traumhaus…Ablehnung Du könntest vorher sterben und die Lebensversicherungen müssen neuerdings nicht mehr zahlen als was Du eingezahlt hast. Die Nachteile für uns alle überwiegen. Du solltest für dich entscheiden, ob Dein Sicherheitsbedürfnis oder Deine Freiheit und Selbstbestimmung wichtiger für Dich sind.

  12. Nein, noch nicht. Steht ja auch in dem Artikel. Ist aber nur eine Frage der Zeit. VollÜberwachung und alle jubeln…