Hamburger Datenschützer besteht auf Begrenzung der Google-Profile

Die Datenschützer aus Hamburg melden sich zurück. Sie fordern mehr Kontrollrechte für Google-Nutzer. Im vergangenen Jahr hatte man ein Verwaltungsverfahren gegen Google in die Wege geleitet, dieses wurde nun mit dem Erlass eines Widerspruchsbescheids beendet. Grund zur Kritik gaben im September 2014 Googles Daten-Erhebungen in Sachen Dienstenutzung.

Google Office

Der Hamburgische Beauftrage für Datenschutz und Informationsfreiheit vertritt die Meinung, dass die bisherige Praxis der Erstellung von Nutzerprofilen weit über das zulässige Maß hinaus geht und in die Privatsphäre der Google-Nutzer eingreift.

Durch den aktuell ergangenen Widerspruchsbescheid wird Google nun verpflichtet, die notwendigen Änderungen vorzunehmen, um die Verarbeitung der Daten seiner deutschen Nutzer auf eine zulässige Rechtsgrundlage zu stellen.

Konkret bedeutet dies, dass Google kombinierte Daten auf ein zulässiges Maß begrenzen soll, Stichwort Profilerstellung eines Nutzers über verschiedene Google-Dienste hinweg. Alternativ soll der Nutzer explizit gefragt werden, ob er der Erhebung der Daten zustimmt.

Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit dazu:

Die dem Widerspruchsbescheid zugrundeliegende Anordnung wurde vom Hamburgischen Datenschutzbeauftragten im September 2014 erlassen. Grund dafür waren die von Google 2012 in Kraft gesetzten neuen Datenschutzbestimmungen, in denen Google mitteilt, Dienste übergreifend die Daten der Nutzer ohne deren Einwilligung zu umfassenden Profilen zusammenzuführen.

Gegen diese Anordnung hat Google Widerspruch eingelegt, der nun abschließend beschieden wurde. Dabei wurden zwar einige der von Google vorgebrachten rechtsförmlichen Einwände aufgegriffen und die Anordnung insoweit angepasst, in der Hauptsache wurde der Widerspruch aber zurückgewiesen. Die Anordnung wird nun rechtskräftig, wenn das Unternehmen nicht innerhalb von einem Monat Klage beim Verwaltungsgericht gegen sie erhebt.

Google hat jedoch bereits jetzt dem Hamburgischen Datenschutzbeauftragten und weiteren europäischen Datenschutzbehörden gegenüber signalisiert, dass substantielle Änderungen an den Diensten erfolgen sollen, um die Anforderungen des Datenschutzrechts zu erfüllen. Diese Pläne hat Google bereits Ende März den europäischen Datenschutzbehörden präsentiert, die sich im Rahmen der Art.29-Gruppe zu einer Task Force zur Abstimmung der Vorgehensweise gegen Google zusammengefunden haben. Dies lässt erkennen, dass die gemeinsamen Anstrengungen der Aufsichtsbehörden auf europäischer Ebene bei dem US-Unternehmen Wirkung zeigen.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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10 Kommentare

  1. Also fragt mich jetzt Google einmalig ob ich damit einverstanden bin weiter zu machen wie gewohnt und ich drücke JA oder verlasse die Seite…..

    Wie oft muss ich eigentlich noch fragen: Wir einer von euch gezwungen täglich „www.google.de“ einzugeben? Hab noch keinen mit ner Waffe im Rücken gesehen.

  2. @MeMe
    Hier geht es wohl weniger um „uns Cracks“ als um die viiiiiiiiiiiiiiiiiiielen vielen vielen vielen unwissenderen Nutzer. Die haben Ihr Google Android Handy verknüpft, nutzen täglich Google.de, Kalender, Emails, evtl. Google Chromecast. Irgendwann hat Google ein ziemlich perfektes Bild von jedem Menschen. Das ist genau das was mir „Angst“ macht. Don´t be evil und so, aber Google ist längst so mächtig, dass niemand mehr komfortabel ohne das Unternehmen auskommt

  3. Wolfgang D. says:

    Verstehe das Theater auch nicht. Als ob irgendeine der Heulsusen zur Nutzung von Google gezwungen ist. Aber Hauptsache, die Blogs haben was zum Schreiben.

    Andere Seite: Microsoft wertet über MSE die installierte Software des Rechners und über den Smartscreen Filter vom IE das Surfverhalten jedes Windows-Nutzers aus. Wo bleibt das Kartellverfahren zur Zerschlagung dieses Konzerns?

    Datenschutz ist eine gute Sache, allerdings wird es von den Unternehmen absichtlich als Vorwand zum Nerven der Nutzer missbraucht. Oder warum „darf“ man mittlerweile auf jeder möglichen und unmöglichen Seite die Nutzung von Cookies bestätigen?

  4. Klingt ein bisschen wie der berühmte Haken bei „AGB’s gelesen und verstanden“. Fraglich, wer da am langen Ende Rechtssicherheit hat…

  5. Das ist doch gerade der Sinn von Google, man! Die ganzen Dienste nutzen einzeln doch gar nichts! Natürlich muss ein Profil diensteübergreifend angelegt werden, sonst wären solche Dinge wie Google Now oder Gmail/Calendar/Drive-Integration doch gar nicht möglich!
    Ich frage mich manchmal ob Deutschland das einzige Land ist mit so viel scheiß Datenschutz-Pussys!? Kann ja nicht war sein….(wir machen uns echt beliebt bei den Firmen).

  6. @Luco man kann skeptisch sein…und es nicht nutzen oder den Komfort nutzen wenn man vertraut. Aber eine Bestätigung wird daran nichts ändern und die drücken eh alle einfach weg. Die Rechte die Daten zu verknüpfen ist, als wenn du demnächst deiner Zahnarzthelferin unterschreiben musst das sie deinem Zahnarzt sagen darf das du zur Zahnreinigung da warst……oder sowas halt….

  7. Also ich will dass mich der „Boston Dynamics“ T-X beim Dating mit meinem Google+ Namen anspricht wenn er mich im Auftrag von Skynet verfolgt weil er mich für John Connor hält…

    … und wie isses bei euch ?!?

  8. Jeder beschwerd sich wenn Firma X oder der eigene Staat Daten sammelt. Zu Facebook, G+, … tragen wir sie freiwillig hin!

  9. @Dominik Conrads
    Ich gebe dir zwar recht, aber schaden kann es trotzdem nicht. Abgesehen davon würde es mich nämlich eh nicht wundern, wenn Google einen anderen Weg findet. Dann werden die Datensätze der verschiedenen Angebote eben miteinander verknüpft, statt zu einem Profil zusammengefügt. Irgendwie so was überlegen die sich da schon.

    @DerZello
    Eben. Freiwillig. Ich muss ja FB und G+ nicht nutzen. Oder ich nutze es eingeschränkt. Oder über Synonym mit falschen Angaben. Gibt diverse Möglichkeiten. Aber was tun, wenn der Staat ein Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung einführt? Da hast du zwangsweise ein Halbjahresabo.

  10. Ich finde Google eigentlich toll, gerade weil ich mit einem einzigen Profil alles so gut miteinander vernetzt habe. Klar, damit bin ich sicherlich für Google ein offenes Buch. Nur ohne derartige Auswertungen wären viele Google Services doch gar nicht so gut. Ich finde es super, wenn mir Google Now in einer anderen Stadt mitteilt, dass um eine bestimmte Zeit die letzte Bus-/Bahnverbindung nach Hause ist.

    Wäre doch doof, für jeden Dienst einen separaten Account zu haben. Zumal: Wo wäre der Vorteil? Wenn es miteinander verknüpft wird, landet im Endeffekt doch wieder alles im Konto. Und auf der anderen Seite: Nur, weil ich einen Google-Account habe, muss ich ja nicht zwangsläufig deren Kalender, Kontaktverwaltung, E-Mails etc. benutzen. Selbst beim Android Smartphone kann ich wählen, ob meine Kontakte zum Google-Konto hinzugefügt werden sollen oder nicht. Oder welchen Kalender (lokal, Google, Outlook o. ä.) ich verwenden möchte.

    Auf der anderen Seite wäre eine andere Regelung sicherlich sinnvoll für diejenigen, denen halt nicht bewusst ist, wie das alles miteinander zusammen hängt. Die sich vielleicht nicht unbedingt wissentlich für die Preisgabe ihrer persönlichen Informationen entscheiden.

    Als Unternehmen würde es mich schon etwas ankotzen, wenn ich meinen Nutzern guten Komfort bieten möchte, dann aber irgendwelche Vorgaben von einzelnen Ländern, der EU oder wem auch immer bekomme. Derartiges kennt ja auch schon Microsoft, die bei ihrem eigenen Betriebssystem ärger bekommen, wenn sie ihren eigenen Standardbrowser ausliefern ohne Alternativen anzubieten. (wäre so als müssten in Apple Stores auch Samsung-Tablets angeboten werden). Aber gut, das ist eine andere Geschichte xD

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