Gunther von Hagens Körperwelten

Heute hatte ich die Möglichkeit, die aktuelle Ausstellung „Körperwelten – eine Herzenssache“ in der Nachbarstadt Bremen zu besuchen. Die Körperwelten und auch die kontroversen Diskussionen sind mir seit Jahren (irgendwann seit Mitte / Ende der 90er) bekannt. Doch ich gehöre zu den Menschen, die unvoreingenommen, fast kindlich naiv alles in sich aufsaugen oder Dinge ausprobieren / auf sich wirken lassen. Open minded. Ich war auch nie jemand, der gegen diese Kunst- / Informationsform war. Ganz im Gegenteil. In früheren Jahrhunderten hätte ich mein Geld wahrscheinlich auch in Panoptiken gelassen.

Leute die schwache Nerven haben, oder die Darstellung der plastinierten Körper abstoßend oder verwerflich finden, sollten am besten nicht auf Spoiler klicken. Ich habe alle Plastinate nicht automatisch eingebunden. Erst auf euren ausdrücklichen Wunsch werden diese angezeigt. Dies habe ich mit dem Easy Spoiler Plugin für WordPress realisiert.

Die Ausstellung beginnt monoton. Ein deutlich spürbarer Herzschlag dröhnt aus den Boxen. Die Frage, ob es sich dabei um Gaukelei, Entertainment oder sonstiges handelt, wurde zumindest für mich gleich zu Beginn geklärt. Ganz offensichtlich wurde herausgestellt, dass die Ausstellung zwar plastinierte Menschen zeige, doch ohne auf ihr Leben und Wirken einzugehen.

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Wer Effekthascherei für sein Geld erwartet, der wird enttäuscht sein. Wissbegierige und Interessierte im Bereich der menschlichen Anatomie werden allerdings auf ihre Kosten kommen. Gerade Menschen wie ich, die in der Schule oftmals andere Interessen als den eigentlichen Lernstoff hatten, werden noch einmal einen Auffrischungskurs in Bezug auf den menschlichen Körper bekommen.

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Ich persönlich empfand die sich mir dargestellte Szenerie wesentlich harmloser als alles, was man so täglich im TV oder Netz so sieht. Neben den Ganzkörper-Plastinaten von Menschen konnte man auch einige Tiere begutachen. Jeder Teil der menschlichen Anatomie wurde gut beleuchtet und gut verständlich dargestellt. Sicherlich: ich kann mir eine Raucherlunge auf Fotos oder Videos anschauen, doch wenn so ein schwarzer Klumpen „real“ vor dir liegt, dann ist das doch schon etwas anderes.

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Ein wenig enttäuschend fand ich den Umfang der Ausstellung, ich war relativ schnell durch, allzu viele Exponate gab es nicht, dies ist sicherlich der zeitgleichen Ausführung einiger Ausstellungen zu danken. Ganzkörper findet man vielleicht ein Dutzend, relativ wenig, bedenkt man, dass Gunter von Hagen in einem Interview mal erwähnte, dass er bereits einige Hundert Menschen plastinierte.

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Die Thematik ist sicherlich für einige schwierig. Kann ich mir vorstellen. Ich persönlich sehe es so: wo wären wir heute, wenn Menschen in früherer Zeit nicht irgendwelche Tabus gebrochen hätten? Was ist schlimmer? Das Zeigen von Körpern mit dem Anspruch Wissens zu vermitteln oder das zur Schau stellen von Menschen im täglichen Abend-TV?

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Begleitet wurde die Ausstellung nicht nur von Plastinaten sondern auch von Denkanstößen. Zu jedem Exponat gab es Erklärungen, bei größeren Szenerien zusätzlichen Input in Form von Zitaten oder Wissenswertem über die Verknüpfung von Geist und Seele.

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Interessierten empfehle ich auf jeden Fall mal den Besuch der Körperwelten. Immer informativ, nie eklig oder auf Effekthascherei bedacht. Man möchte den Besuchern Wissen über den menschlichen Körper und Information über ungesunde Ernährung / Lebensweise beibringen. Und eben jenes gelingt wirklich gut. Zumindest bei mir (ich bin übrigens auch im Besitz des Buches über Gunther von Hagens und einiger anderer Infos zu Körperwelten, habe mich also auch noch so schlau machen können).

Jetzt könnt ihr konstruktive Meinung hinterlassen.  Abstoßend? Faszinierend? Verwerflich? Interessant? Richtungsweisend?

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

69 Kommentare

  1. Tja, Geschmackssache. Ich finde es ekelhaft, würdelos und effektheischerisch und würde es mir nie ansehen.

  2. Ich habe mir die Ausstellung vor ein paar Jahren mal angesehen. Kann jetzt nur für mich sprechen und sagen, das ich es sehr interessant fand. War in meiner Zivi-Zeit in einem Klinikum tätig gewesen und habe dort auch schon so einiges mitbekommen. Aus der Erfahrung heraus und den Gesprächen mit Leuten, die diese Ausstellung gesehen oder auch nicht gesehen habe, kann ich sagen, das es nicht jedermanns/fraus Sache ist. Ich für meinen Teil würde es mir jederzeit wieder ansehen.

  3. Ich find es interessant und werde es mir sicher irgenwann mal ansehen.

  4. Ich habe die Ausstellung in Köln gesehen (noch bis 21.03.2010). Die ist wohl größer und hat logischerweise andere Exponate. Ich fand es ok, ein wenig heruntergekommen zwar aber doch schon ganz interessant…

  5. Wir waren letztes Jahr im August hier Berlin zur Körperwelten-Ausstellung unter dem Titel ‚Zyklus des Lebens‘.
    Eigentlich wollten wir schon damals vor über 8 Jahren, als es dies das erste Mal in Berlin gab da rein, hatte sich aber nicht so ergeben.

    Ich war auch leicht enttäuscht nach der Ausstellung, mag aber auch am positiven/negativen Hype gelegen haben, den es damals bereits gab und ich somit zu hohe Erwartungen hatte.
    Das Thema ‚Zyklus des Lebens‘ wurde gut umgesetzt, von der kleinsten Keimzelle bis zum ausgewachsenen Erwachsenen wurde einiges gezeigt, was auch wirklich interessant war. Es hätte gern noch mehr zu sehen geben können, fand auch dass es zu wenig Exponate waren, aber man kann eben nicht alles haben.

  6. Also ich war vor einigen Jahren auch in der Ausstellung. Hat mich nicht soo sehr fasziniert muss ich sagen, außer vielleicht dass es möglich ist menschen so zu präparieren.
    Was ich bedenklich finde, ist dass man nicht nachvollziehen kann, wer warum sein einverständnis gegeben hat seinen Körper herzugeben. Sicher mach das einige freiwillig, aber ich kann mir auch gut vorstellen dass da bei einigen Geld geflossen ist.
    Andererseits könnte man diese plastinations Technik sicherlich auch zur Lehre von Medizinstudenten einsetzen, aber der gute von Hagens weigert sich seine Methoden preiszugeben um damit sinnvolles anzufangen…

  7. Björn Abheiden says:

    Faszination ist durchaus das korrekte Wort. Diese Ausstellung will nicht schockieren, sondern aufklären und Illustrationen stellen nur in Schemen dar, wie sich der menschliche Körper zusammensetzt.

    Gute Bilder!

  8. Annabelle Meyer says:

    Ich habe auch überlegt, die Ausstellung zu besuchen, mich aber letztendlich dagegen entschieden, weil die Herkunft der Leichen unklar ist.

    Siehe auch:

    http://www.stern.de/wissen/mensch/koerperwelten-leichen-im-keller-515297.html

    Grüße

    Annabelle

  9. @Annabelle: lies mal die von mir verlinkte Wikipedia-Seite. Da steht was zu dem Thema. Stichwort Unterlassungserklärung.

  10. Nur kurz zum Spoiler: Über den Google Reader wird der scheinbar ausgehebelt, zumindest ist dort der komplette Text incl. aller Bilder ohne weitere Klicks sichtbar.

  11. Ich finde das wahnsinnig spannend! Ich bin jemand, der immer wissen möchte, wie irgendwas (sei es in der Technik oder in der Natur) so funktioniert und aufgebaut ist. Sobald so eine Ausstellung mal in meiner Nähe stattfindet, werde ich mir das auf jeden Fall mal ansehen

  12. Ich bin ein wirklich aufgeschlossener Mensch, aber ich kann da nicht hingehen. Hatte schon 2x die Möglichkeit, aber das Wissen, dass es sich dabei um Körper von „echten“ Menschen handelt wirkt sich irgendwie auf meinen Magen aus. Wenn es sich dabei um Plastiken aus anderem Material handeln würde, könnte ich auch rein.

    Von mir aus kann aber jeder rein, der das mag.

  13. Annabelle Meyer says:

    @ Caschy

    Die Unterlassungserklärung hat der „Spiegel“ abgegeben. Mein Link führt zum „Stern“.

    Grüße

    Annabelle

  14. Ich hab die Ausstellung schon zwei Mal gesehen. Ganz am Anfang in Berlin und vor ein paar Jahren noch mal in Hamburg.
    Ich fand es sehr interessant, keineswegs igitt und absolut faszinierend.
    Allerdings fand ich den von Hagens, wann immer ich ihn mal im Fernsehen gesehen habe, sehr suspekt. Für mich ein echter Kotzbrocken.

  15. Also wir waren vor Jahren in London in der Ausstellung – und fanden sie gut. Zwar gab es zwei Exponate, die ich persönlich als übertrieben empfand, aber sonst ist Körperwelten wirklich lehrreich. Und wenn man sich dann noch klar macht, dass es Menschen waren und sind, ist das noch viel eindrucksvoller finde ich. Aber jeder muss selbst wissen, ob er damit zurecht kommt.

  16. Rob J. Cole says:

    Ich durfte in meiner Ausbildung zum Orthopädietechniker die Anatomie in Jena besuchen. Dort kam ich mit dem ehemaligen Kollegen von Gunther von Hagen zusammen. Er erzählte mir, wie es damals dazu kam und wie alle zusammen an dieser Art der Plastination geforscht haben. Dieser Doktor ist natürlich nicht gut auf Gunther zu sprechen.
    Aber die Art und Weise der Platination ist schon einmalig. Ich hab vor Jahren die Ausstellung in Berlin besucht und konnte mir sehr viel für meinen Beruf aus dieser Ausstellung mitnehmen. Mehr als mir die Anatomie in Jena geben konnte.

    Für mich also ein klares Pro für diese Ausstellung.
    Allen die es nicht sehen können oder wollen kann ich nur sagen:

    Guckt’s Euch nicht an!!!

    Danke Gunther 😉

  17. also ich muss sagen, die flickr Bilder sind doch alle sehr gelungen, Glückwunsch……

  18. Habe darüber ja auch vor Kurzen einem Beitrag verfasst: http://maunzblog.die-teppichtorpedos.de/krperwelten War selbst schon einmal dort und möchte es in diesem Jahr wiederholen. 🙂
    Lg Nine

  19. Ich war auch vor einer Ewigkeit in dieser Ausstellung. Damals war ich soweit ich mich erinnern kann 12-14 Jahre alt und geschadet hat es mir nicht.

  20. Ich stehe dieser Aktivität des Herrn Hagen immer sehr kritisch gegenüber.

    Die Vorwürfe mit chinesischen Leichen konnte Hagen bisher NICHT ausräumen.

  21. 1. Gunther von Hagens ist suspekt.
    2. Die Umstände seiner diversen Versuche, seine ‚Produktion‘ im Ausland zu etablieren, sind dubios.
    3. Herr von Hagens ist offenkundig mehr an der wirtschaftlichen als der wissenschaftlichen Nutzung seiner Techniken interessiert.
    4. Man kann darüber, wie mit den sterblichen Überresten eines Menschen verfahren werden darf, kann oder soll, geteilter Meinung sein.
    [Die Zoroastrier pflegten, die Leichen auf hohen einsamen Türmen den Vögeln zum Fraß vorzuwerfen, bis man es ihnen untersagte. Hindus in Indien schmeißen sie bis zur Stunde in den Ganges. Kryonikgläubige lassen sich einfrieren, usw. usf.]

    Die Geschmäcker sind hier also durchaus verschieden.

    Und all das oben Genannte wissend, haben wir uns vor etwa zehn Jahren in Mannheim die entsprechende Ausstellung angesehen, wohlweislich diesen Besuch vor der Verwandtschaft geheimhaltend, man soll den Menschen nicht mehr zumuten, als gut für sie ist, und fanden sie trotz allem in jeder Hinsicht eindrucksvoll und besuchenswert. Den dort konservierten Verstorbenen hatte und hat man freilich nichts angetan. Die sind ja schon tot. Und religiöse Erwägungen sind für mich grundsätzlich nur als freundlich-distanzierter Betrachter menschlicher Irrungen und Wirrungen von mäßigem Interesse.

    So long,
    W.

  22. @ Caschy???
    Ich war vor kurzem in der Ausstellung hier in Köln und dort war jedes Fotografieren aber sowas von verboten. Ist das in Bremen anders? Erstaunlich!
    Ansonsten teile ich deinen Eindruck: Man ist recht schnell durch, alles ist harmloser als man in Funk und Fernsehen so hört.
    Die ausgestellten Körper wirken durch die Plastination dermaßen unreal, dass man quasi Puppen anschaut.

    Ich hab das Ganze als ein Eintauchen in ein solides Anatomiebuch inkl. 3D Beispiele empfunden 😉
    Dafür wird zumindest hier in Köln in einem Zelt mit wackeligem Bretterboden ein beachtliches Sümmchen Eintritt verlangt.

    Fazit: Informationen sehr interessant gerade für uns Techniker, die in der Schule nicht gerade in der ersten Reihe im Biounterricht saßen. Die Infos wären aber auch mit einem guten Buch zu erhalten

  23. @Luco: hatte einen Presseausweis bekommen auf Anfrage.

  24. Körper und dessen Bestandteile werden schon lange Zeit (versucht zu) erhalten und zwar aus verschiedensten Gründen(medizinisch, religiös, etc.) und eine der ältesten Form praktizierten schon die Ägypter vor langer Zeit. In unserer modernen Gesellschaft wurden mit Formalin und div. anderen Substanzen Körper schon vor vielen Jahrzehnten konserviert, in erster Linie für die Medizin. Neu ist jetzt, dass die Plastinate enorm viel natürlicher und präziser konserviert sind, aber auch, dass nicht nur Medizinstudenten sondern die breite Öffentlichkeit Zugang zu solchen Plastinaten hat. Ich verstehe Ekel und Abneigung gewisser Menschen, finde es aber in keinster Weise entwürdigend oder menschenverachtend, denn ob in Formalin in einem Glas oder schön plastiniert, es braucht diese erhaltenen Körper für die Wissenschaft und dann ist eine Plastination bestimmt die beste Wahl. Die öffentliche Zurschaustellung tut dabei nichts zur Sache, plastiniert werden die Körper auch sonst. Zudem spenden die Verstorbenen ihren Körper freiwillig und im Wissen darum, wie ihm geschieht. Viele sehen ihre Spende als persönlichen Forschungsbeitrag. Und ich habe den Eindruck, von Hagen geht seriös mit den Körpern um.

  25. Hey die kürzlichen Aktivitäten in meiner Nähe von Plastinator Dr. Gunther von Hagens:

    http://bit.ly/cR53uf

    @Johannes_k

    Macht es denn für dich dann ein Unterschied? Ich meine weil es in dieser Ausstellung Tiere sind. Würdest du dir diese Ausstellung dann ansehen?

  26. Ich hatte dir Gelegenheit vor Jahren die Ausstellung in Berlin zu besuchen und ich fand sie äußerst interessant. Von Hagens mag in seiner Person doch eher suspekt erscheinen, aber nichts desto trotz ist die Ausstellung wirklich sehenswert insofern man dies verkraftet. Damals war ich grade in meiner Zivildienstzeit und war deswegen besonders interessiert daran…

    Wenn man überlegt ob die Ausstellung eklig oder dergleichen ist, sollte man sich heutzutage schon manchmal überlegen den Fernseher überhaupt anzuschalten. Da ist es nicht nur teilweise eklig, sondern auch geschmacklos!

  27. Ich war noch nicht da, finde es aber höchst interessant, werde mir das ganz sicher noch mal anschauen. Habe keine ethischen Probleme damit, kann aber verstehen, wenn’s einem den Magen umdreht.

  28. Von solchen Bildern habe ich schon von klein auf Alpträume bekommen. Jetzt ist es immernoch so. — Ich finde so etwas ist Ärztesache — das muss man sich nicht anschauen.

    Viele Grüße
    Der paradonym

    PS: Wann und wo kann man Sie am 6.6. auf der CeBit treffen? — Nur so zum plaudern (Am besten wär Twitter direktnachrichts-Antwort)

  29. Danke für deinen Artikel und deinen Diskussionsanstoss. Ich war mitte der 90 Jahre mal in dieser Ausstellung, und war anfänglich auch begeistert. Mit der Zeit verlor ich aber diese Begeisterung, aus vielen schon o.g. Punkten. Hagens ist suspekt, die Quellen seiner Leichen nicht geklärt, und seine Shows, z.B. seine öffentlichen Sectiones im britischen TV ekelhaft. Diese Art der Ausstellung, die Art der Plastination sicherlich beeindruckend sollte nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sein.

  30. Ich würde die Ausstellung auch mal gerne besuchen. Und wenn Sie mal irgend wann hier in der nähe sein sollte, dann werde ich das auch tun.

  31. Echt interessante Bilder, wenn sich das mal ergibt, werd ich die Ausstellung sicher auch mal besuchen!

    Apropos Spoiler:
    Im RSS-Feed tauchen bei mir die Bilder sofort auf, ohne Spoiler Button.

  32. @caschy: Wie kann man als Blogger ein Presseausweis bekommen?

    Gruß Jan 😀

  33. Hab‘ damals auch die Ausstellung in HH besucht. Sehe es auch so, dass die Exponate durch die Behandlung eher künstlich als real wirken.

    Klar geworden ist mir trotz allem: Leg‘ dich nicht mit einem Gorilla an. 😉

  34. Hallo,
    der Spoiler war eine … sehr gute Idee.
    kannst du nicht auch benutzerdefinierte Titel festlegen anstatt nur „Spoiler Inside“ ?

    Die Show selbst würde ich nicht besuchen, aber wem’s gefällt ^^

    Mit besten Grüßen Marius Müller

  35. Hatte damals in Mannheim die Ausstellung besucht, als ich noch Zivi war. Auf dem Sprungbrett zum Stud-med. fand ich das alles sehr interessant und fand nichts Abstoßendes daran. Dass Herr Hagens Knorke ist, damit muss man leben. Das, was er zeigt, ist saubere Präparation und Plastination. Die Sammlung kann sich auch das zarteste Gemüt ohne Ekel ansehen. Tipp von mir: Geht hin und nehmt auch den Katalog der Ausstellung mit, auch wenn er damals etwas teuer war und sicher auch heute noch ist.

  36. LokiBartleby says:

    Die menschliche Anatomie finde ich definitiv faszinierend.
    Eine Zurschaustellungen eben dieser in entsprechendem Rahmen ist auch mit Sicherheit ebenso faszinierende Sache, so man sich denn für das Thema interessiert.

    Das ändert nur nichts daran, dass der Herr von Hagens und seine Machenschaften z.T. extrem zwielichtig sind.
    Er ist allerdings wahrlich nicht der Erste, der unter dem Mantel von Wissenschaft und Forschung, speziell im Bereich der Medizin, Grenzen überschreitet und Tabus bricht.
    Ganz im Gegenteil: immer wieder im Laufe der Geschichte wurden Fortschritte nur gemacht, weil Menschen etwas verbotenes, fragwürdiges, perverses oder sonstwie oft mehr als nur zweifelhaftes getan haben.
    Und so ist auch von Hagens Treiben aus rein medizinischer Sicht sicherlich bewundernswert. Aus anderen Blickwinkeln bleibt es z.T. dennoch mehr als fragwürdig.
    Medizinische Forschung und auch Geschäftemacherei in allen Ehren, wenn dabei aber Ethik und Moral komplett vergessen werden, ist das so nicht hinnehmbar. Aber mit seiner Einstellung befindet sich von Hagens letztlich in illustrer Gesellschaft.

    Nur um das klarzustellen: es geht mir nicht um die Plastination oder die Ausstellungen als solche, nur um die Geschehnisse drumherum bzw. hinter den Kulissen.

  37. Ich finde die Ausstellung auch faszinierend. Wenn die mal in die Nähe kommt und ich Zeit habe würde ich wahrscheinlich hingehen. Und abstoßend finde ich die Plastinate nicht…Biologie war schon immer spannend für mich… sogar das Ochsenaugen-sezieren damals in der Schule. 😉

  38. Noch war ich nicht da, aber das werde ich nachholen. Warum die Ausstellung ein Muß ist? Ganz einfach, der Laie wird mittlerweile mit soviel Biologiewissen beworfen in der Presse und bekommt dabei Halbwahrheiten und Unwahrheiten vorgesetzt, daß mir als Biologen schlecht wird. Und Gerade soe eine Ausstellung kann dem Laien einen kleinen Einblick, ein Gefühl geben, wie Tiere/Menschen funktionieren. So eine Ausstellung sollte auch Teil des Biologieunterrichts werden. Wenn ich mir alleine schon anhöre darf, was für ein Unsinn über Gentechnik verzapft wird, wird es Zeit da mal ein wenig für verbesserter Allgemeinbildung sorgen.

  39. Hast du die Bilder gemacht? Hab nicht alles gelesen, aber in Berlin durfte man nicht. Der hütet sein Werk copyright-technisch besser als jede Hollywood-Produktion … Wikipedia braucht frei lizensierbare Bilder!

    Ach so, zum Thema: Die Plastinate wirken überhaupt nicht echt. Die nachgemalte Muskelfärbung ist mehr als schlecht. Hätte man guten Modellbauern anstelle von Medizinern überlassen sollen.

    Abstoßend? Fragt mal Youtube nach ‚Würmern in Augen‘ …. oder was sich der Verstand sonst so einfallen lässt. Die Ausstellung ist so lehrreich, dass sie fast langweilig wird. Es gibt erstaunlich wenig zu sehen, ich und mehrere Begleiter waren enttäuscht. Zu Teuer.

    Gäbe es freie Bilder, würde ich empfehlen diese sich anzusehen, und sich den Gang zum „Museum“ zu sparen. Die hier gezeigten Bilder reichen schon fast. Mehr kommt da nicht!

    *Senf*

  40. Fotos darf man mit Akkreditierung machen, die schicken einem ne Genehmigung, die man ausfüllt, dann ist das erlaubt.

    Wenn ‚meine‘ Fotografin Mitte März endlich wieder da ist, kann ich auch endlich die Gelegenheit nutzen, mir das „in echt“ anzusehen. Aber erst ist die Cebit dran;)

  41. Tja, ich wollte dort auch immer mal hin. Meine Frau aber leider nicht. Dann war die Show vor einigen Jahren mal in Hamburg und wir zufällig auch. Immerhin hat ich sie dort schon so weit das sie auch reingehen wollte. Die Schlange war aber so lang, das meine Frau sich beim warten leider wieder umentschieden hat 🙁 Schade. Allerdings kenne ich solche sachen ohnehin aus der Pathologie da ich dort einige Monate gearbeitet habe. Wobei die Leichen – oder Teile – dort natürlich nicht so – zuschauerfreundlich zurechtgestaltet – aussahen 😉 – vom geruch mal ganz angesehen. Aber es war eine echt interessante Zeit.

  42. Pathologie. Mh. Hut ab Willi. Ich hab zwar schon 2x einen toten Menschen gesehen – aber eben „normal“. Weiss nicht wie ich das verarbeiten würde. Deswegen haben Rettungskräfte & Co auch immer meinen Respekt…

  43. Ich war bereits in Frankfurt in der Ausstellung (mit 13 oder 14).

    Damals fand ich es noch langweilig, in meiner kindlichen Naivität habe ich die Exponate vergaukelt.
    Heute finde ich es gänzlich uninteressant. Bei der Ausstellung steht das künstlerische eher im Vordergrund, wobei eigentlich der biologische Aspekt zur Geltung kommen sollte. Sind beides nicht meine Fachgebiete, also ist der Laden nix für mich.

  44. JürgenHugo says:

    Tja, der letzte tote Mensch, den ich gesehen habe, war mein Vater vor 4 Jahren. Er lag im Krankenhaus (im Ausland, weil er da in Privatpflege war) in einem relativ großen Raum mit einem Laken aufgebahrt.

    Ich mag den von Hagen nicht, und ich würde seine Ausstellung nicht besuchen. Selbst wenn das hier zu Fuß erreichbar und umsonst wäre.

  45. Schön zusehen, dass die Ausstellung immer neu aufgebaut wird. Im letzten Sommer in berlin gab es andere Figuren zu betrachten.

  46. Auch bei mir funktioniert die Spoiler-Funktion im Reader nicht. *Scary* 😉

  47. Ich habe die Ausstellung Ende der 90er irgendwann besucht. Ich fand es interessant aus dem Grund, weil man mal Sachen zu sehen bekam, die ein jeder so unter der Haut verborgen mit sich trägt.

  48. Ich hatte vor vielen Jahren die Möglichkeit mir die Ausstellung in Hamburg mit meiner Freundin ansehen zu dürfen.
    Wir standen irgend wann vor einem Exponat und überlegten, was das für ein Organ sein könnte. in diesem Moment kam Herr Gunther von Hagen vorbei und erklärte uns, dass dieses Organ die Milz ist. Ich vergesse bis heute, seinen breiten dunklen Hut aber noch viel mehr seine kurze ausführliche Führung, die wir bekamen nicht. Diese Führung brachte uns mehr als 13 Jahre Schule vorweg.

  49. Ich finde das faszinierend und wenn es mal in meiner Nähe stattfindet werde ich auf alle Fälle hinfahren. Die Kartenspieler find ich klasse 🙂

  50. Ich finde, man sollte sich vor so etwas nicht verschliessen. Eine schönere Möglichkeit, den menschlichen Körper in seiner gesamten Detailgetreue zu begutachten, wird es wohl kaum geben. Das interessanteste ist meiner Meinung nach die Ansicht der herausgelösten Ebenen (Muskeln, Adern, Haut). Man muss sich halt gedanklich frei machen, dann kann das ganze auch mit anderen Augen betrachtet werden.

  51. also Verstorbene anzuschauen ist nichts für Mutters Tochter, Plastinate sind in meinen Augen etwas für Mediziner und mit dieser Show wird bei meinem Verständnis eine Grenze überschritten die ich mir gesetzt habe. Die Bilder sind für mich allein schon abstoßend, da hier die Show im Vordergrund steht und nicht der Mensch. Sorry für mich ist das Ganze nur Geschäftemacherei unter dem Mantel das er Tabus brechen will und einen Einblick in die Medizin.

  52. Also für Mediziner und Artverwandte wie Biologen ist die Ausstellung wohl eher weniger etwas. Eigentlich ist sie genau für die Menschen, die nichts damit zu tun haben, um etwas zu lernen. Und das halt anschaulich. Sei es in Bezug auf Köperschmerzen (und was für Organe da stecken). Die Wissenschaft ist in der Pflicht dem Laien zu erklären, was sie machen, denn Forschung ist kein Selbstzweck. Der Laie sollte aber auch etwas davon annehmen. 😉

  53. DerLangenberger says:

    Hallo Caschy,

    danke für den Blog-Eintrag und die angestoßene Diskussion.
    Ich selbst war vor _sehr_ langer Zeit mal irgendwo im Ruhrgebiet in der Ausstellung (wo genau weiß ich leider nicht mehr).
    Muß aber einigermaßen früh gewesen sein, ich weiß noch, daß die Medien sich zu dem Zeitpunkt noch ziemlich über die Ausstellung aufgeregt haben.
    Ich fand das ganze sehr interessant, nicht ekelig oder so. Muß aber wohl jeder mit sich selbst ausmachen.
    Leider durfte man damals keine Bilder machen. Daher meine Frage: Kannst Du bitte Deine Bilder in Originalgröße zum Download stellen? Flickr ist da leider nicht sehr entgegenkommend…

    Gruß,
    DerLangenberger

  54. @Der Langenberger:

    Klick mal bei Flickr auf ALL SIZES bei den Fotos 😉 sind in 3000px hochgeladen! 😉

  55. DerLangenberger says:

    @Caschy:

    Jo. Und jetzt darf ich jedes einzelne öffnen, auf „Volle Größe“ klicken, „Speichern unter…“. Und das 68 Mal.
    _Das_ meinte ich mit „nicht sehr entgegenkommend“ 🙁
    Oder kennst Du eine Möglichkeit, die automatisiert vom Server zu zerren?
    Ist vielleicht mal ein Thema für’n Blogeintrag… (Wink mit dem ganzen Jägerzaun :))

    Ansonsten: Danke für Dein _sehr_ informatives Blog.
    Bin stiller Stammleser.

    Gruß,
    DerLangenberger

  56. Ich weiss nicht. Ich find’s ja irgendwo schon interessant aber mir ist einfach nicht klar, worin der Sinn liegt, Tote pokern zu lassen oder denen ne E-Gitarre in die Hand zu drücken.

    Bin bestimmt nicht zart besaitet aber das ist eigentlich der Hauptgrund, warum Gunther von mir nicht einen Cent sehen wird.

  57. @Marcel:
    Meines Wissens nach sind die Plastinate so erstellt, daß die jeweilige Position realistisch umgesetzt wurde. Also sind z.B. die Muskeln bei einer sitzenden Position anders als bei der stehenden. Man sieht, wie die Organe und Gewebe in der jeweiligen Funktion wirklich beansprucht werden. Zumindest hatte ich das dazu mal gehört.

  58. Ich habe die Körperwelten-Ausstellung 2001 in Berlin gesehen und war begeistert. Ich kann aber auch diejenigen Verstehen, die ein Problem damit haben.

  59. Ich habe auch schon von einigen Leuten gehört, dass das Ganze hätte größer ausfallen können, weil man – gemessen am Preis – recht schnell durch die Ausstellung durch ist. Daher bin ich selbst noch am Überlegen, mir das mal anzuschauen.

    Meine persönliche Meinung zum Thema allgemein: Es gibt ja Leute, die sowas eklig, abstoßend oder widerlich finden und es am liebsten verbieten lassen möchten. Die sollten sich mal überlegen, was im Falle eines Unfalls ist…

    Dann sind sie froh, dass es Menschen gibt, die sowas nicht eklig finden und an echten Körpern die menschliche Anatomie gelernt haben. Jetzt können sie deren Körper zusammenflicken und ihr Leben retten.

    Wenn man sowas nicht mag, soll man’s einfach nicht anschauen – aber Leute in Ruhe lassen, die sowas gern sehen möchten.

  60. @caschy
    Also die Pathologie mag nicht jedermanns sache sein, aber du kannst die dortigen Leichen eben nicht mit übel zugerichteten Unfallleichen vergleichen. Darüberhinaus war ich auch nur einmal kurz bei einer Sektion einer „erwachsenen“ Leiche dabei. Ich war „nur“ bei allen bis 40 cm (Totgeburten) dabei. Und die wurde bevor sie aufgeschnitten wurden in Formaldehyd eingelegt.Das sieht dann so aus, als ob du eine Barbypuppe aufschneidest. Du blendest einfach aus, das es sich um eine Menschen andelt. Aber es war ein ungeheure interessante Zeit dort.

  61. Trainspotter says:

    Grundsätzlich hab ich mit anatomischen Exponaten keine Probleme, so lange sie nicht wie das bei von Hagens der Fall ist einem Wirtschaftsunternehmen zur Gewinnerzielung dienen und einen wissenschaftlichen Zweck erfüllen. Wenn Plastinate mit ungeborenen Kindern im Leib auf plastinierten Pferden reiten oder was auch immer in der Art, dann halte ich das für pure Effekthascherei, um noch mehr Leute mit Sensationslust in derlei Ausstellungen zu locken. Korrigiert mich bitte, wenn die Einnahmen einem anderen Zweck dienen sollten…

    Mit der Wirklichkeit haben die Plastinate auch nicht mehr viel zu tun. Die sehen eben trotzallem irgendwie noch „schön lebendig“ aus. Mit dem Anblick einer echten Leiche, die wohlmöglich schon eine Weile in der Kühlung liegt, und von Studenten in der Anatomie bearbeitet wird, hat das überhaupt nichts zu tun.

  62. Nicht schlecht

  63. Moin cashy,
    das seh ich ganz ähnlich: Ich fand die Ausstellung auch nicht eklig. das kann man sich durchaus mal ansehen.

  64. Ich kann nicht glauben, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich dort ausstellen lassen wollen, aber wenn es wirklich ihr Wille ist, dann lasst sie ruhig, damit habe ich kein Problem.
    Womit ich allerdings ein Problem habe, ist, wie diese Menschen dort dargestellt werden. Menschen, die ihre Gedärme in die Höhe halten oder ihr Hirn an ein Pferd verfüttern! Man kann doch nicht mit toten Menschen Kunst betreiben, dass ist keinesfalls ethisch tragbar.
    Das schlimmste an der ganzen Ausstellung finde ich jedoch, waren die Embryos. Wer hat die denn gefragt, ob die sich ausstellen lassen wollen? Niemand.
    Und die Besucher scheinen sich noch nicht einmal Gedanken über diese ethischen Aspekte zu machen, bzw. ihre Kinder nicht darüber aufzuklären und so etwas steht dann nachher im Gästebuch:
    „Die Babys waren süß.“ oder „Ich hätte mir für meine Kinder mehr zum anfassen gewünscht.“ (Zitat)

  65. @Shari:

    Deine Bedenken in allen Ehren, ich will sie auch nicht verneinen, aber eine Gegenfrage: Wie stehst Du zu Abtreibung? Ich frage, weil Du sagst, wer hat bei den Embryos entschieden? Das gleiche kann bzw. muß man dann auch bei Abtreibungen sagen, sonst wäre es inkonsequent. Entweder man läßt bei Abtreibungen eben die letzte Entscheidung bei den Eltern, dann aber auch bei solchen Austellungen.

  66. Fraggle,
    ehrlich gesagt habe ich das ganze von dieser Seite noch nicht betrachtet. Ja, du hast recht, ich bin auch gegen Abtreibung, mit einigen krankheitsbedingten Ausnahmen.
    Womit ich einfach nur ein Problem habe, ist, dass dort Embryos ausgestellt werden, die noch ihr ganzes Leben vor sich hatten, aber auf tragische Weise schon vor dem Erblicken des Sonnenlichts gestorben sind. Ich finde die Körper dieser Kinder haben einen friedlichen Platz und nicht einen Glaskasten verdient haben, durch den sie irgendwelche voyeuristischen Blicke begaffen.
    Du hast wahrscheinlich Recht, Fraggle, solange es noch Abtreibung gibt, wird man es wohl auch nicht schaffen, Embryos aus dieser Ausstellung zu entfernen…

  67. Wie verschieden da doch die Meinungen sind. Meine ist da eher die andere Seite:

    Ich denke es ist sehr wichtig und gut, dass Abtreibungen in dem heutigen gesetzlichen Rahmen erlaubt sind.

    Bei den Embryos auf den Körperwelten sehe ich das ebenso nicht ganz so eng. Ich kann mir vorstellen dass es dafür, zumindest in Deutschland, auch Genehmigungen der Angehörigen geben muss. Wenn so was vorliegt, sehe ich gar keinen Grund ein Embryo aus der Austellung zu entfernen.

    Über die o.g. Einträge in das Gästebuch kann man sicher streiten. Das finde ich auch etwas merkwürdig bzw. respektlos.

  68. Kurze Anmerkung:
    Das mit dem spoilern scheint nicht mehr zu klappen 😉