„Gran Turismo 7“: Wachsende Kritik an Online-Zwang und Mikrotransaktionen

„Gran Turismo 7“ hat bei Olli im Test gut abgeschnitten. Allerdings sind nicht alle Spieler begeistert: Derzeit findet gezieltes Review-Bombing des Titels bei Metacritic statt. Dadurch kommt „GT 7“ nur noch auf einen durchschnittlichen User Score von 2.0. Was ist der Anlass? Gamer bemängeln den Online-Zwang im Singleplayer-Modus sowie die Mikrotransaktionen.

Dass die negativen Kritiken ab dem 17. März 2022 vermehrt aufschlagen, hat zwei entscheidende Gründe. Zum einen veröffentlichten die Entwickler von Polyphony Digital an jenem Datum einen Patch, welcher bei einigen Strecken das Farmen von In-Game-Währung erschwert hat. Daher lassen sich dadurch langsamer bzw. schwerer die Credits erspielen, die benötigt werden, um Fahrzeuge freizuschalten. Dies haben Gamer als Schachzug interpretiert, um Mikrotransaktionen attraktiver zu machen.

Zum anderen gab es einen Ausfall der Server, der mehr als 24 Stunden andauerte. Als Ergebnis konnten nur die Offline-Funktionen von „GT7“ genutzt werden und das sind nicht viele, weil selbst im Singleplayer eine Internetverbindung benötigt wird. Die Entwickler hatten dies damit begründet, dass man nur so Cheating unterbinden könnte.

Letzten Endes sind die Mikrotransaktionen aber vor allem für viele Spieler ein Ärgernis. Einzelne Fahrzeuge kosten teilweise, will man sie mit Echtgeld erstehen, das Achtfache von dem, was sie noch in „Gran Turismo Sport“ wert gewesen sind. Laut GTPlanet dauere es bis zu 20 Stunden, um via Grinding genug Credits freizuspielen, um die teureren Fahrzeuge des Spiels zu erwerben.

Einige Fans der ersten Stunde geben zu, dass „Gran Turismo“ stets viel Grinding beinhaltet habe, der neueste Teil aber den Vogel abgeschossen habe. Der Entwickler Kazunori Yamauchi winkte angesichts der Kritik eher ab. Er erklärte, es würden ja bald noch neue Inhalte geben und es bestehe freier Zugriff auf ein breites Angebot von Strecken und Fahrzeugen, ohne Mikrotransaktionen zu bemühen. Er ermahnt Fans, die Weiterentwicklung des Spiels aus langfristiger Perspektive zu betrachten.

Folgt ihr dieser Argumentation? Oder ist es euch in „Gran Turismo 7“ mit dem Grinding zu viel geworden?

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17 Kommentare

  1. Haha, The real Credit Card Simulator……. da muss man ja genau hinsehen um den zu entdecken…..

  2. Finds auch zum kotzen. Der Online-Scheiß nervt mich heute noch, wenn ich GT6 in die PS3 einlege. Kommt auch noch hin und wieder vor, aber allein das Update meiner Edition erfordert einen Workaround, weil das eben alles nicht mehr „verfügbar“ ist offiziell.

    Bei GT6 darfst du keine Autos verkaufen, kannst also dadurch keine Währung zurückbekommen. Kann schwerer farmen und sollst gleichzeitig Geld ausgeben. Finde ich wirklich zum KOTZEN! Dachte wir sind hier auf der Playstation, wo sowas zum Glück für mich bislang selten kam. Echt nicht witzig und der Grund, warum ich GT7 aktuell auch nicht mehr anfasse. Mag keine Spiele die mich verarschen und mir Geld aus der Tasche ziehen.

  3. Es ist schon enorm frech was hier passiert. Besonders wenn man überlegt was das Spiel für eine PS5 kostet. Am Ende sind aber wir Nutzer schuld wenn wir die Preise bezahlen und erst in Schritt 2 uns über die Problematik beschweren. Es ist leider normale geworden.

  4. Gunar Gürgens says:

    Ich zocke es super gerne, aber diese Downzeit und das damit verbundene nicht nutzen können hat schon genervt. Aber mein Hauptaugenmerk liegt weniger darauf jede Karre zu kaufen, sondern alle Prüfungen in Gold zu haben. Bis ich das habe wird noch viel Wasser den Rhein runter fließen.
    Gut, bis ich meinen R34 im Zuge des Menübuch hatte musste ich schon nochmal 3 Meisterschaften spielen. Aber auch nur, weil ich vorher meinen Camaro für den Gewinn der Pan Americana voll tunen musste 😛

  5. Habe das Spiel jetzt selber schon viele Stunden gespielt und kann den beiden geäußerten Kritikpunkten vollständig zustimmen.

    Das bei einem neuen Spiel die Server über 24h ausfallen und sich auch die Singleplayer-Kampagne in der Zeit nicht spielen lässt, ist sehr unglücklich.

    Und das Thema Mikrotransaktionen ist auch extrem nervig. Die teuersten Auto im Spiel kosten 20 Mio. Credits, das entspricht 200€ in echter Währung. In den Rennen liegen die Preisgelder nun meist bei unter 50.000 Cr. Das heißt für so ein Auto müsste ich jetzt schon 400 Rennen fahren. Und Autos im sieben- oder achtstelligen Preisbereich sind im Spiel auch nicht gerade selten.

    Habe früher ebenfalls Gran Turismo 4 gespielt, da war Geld verdienen bei weitem nicht so schwer, zudem enthielt das Spiel deutlich mehr Rennen, sodass es auch mehr Abwechslung gab.

    • Zu dem Thema Mikrotransaktionen kommt bei Gran Turismo 7 immer noch dazu, dass die meisten teuren Autos immer nur für einen kurzen Zeitpunkt kaufbar sind und dann erstmal für unbestimmte Zeit nicht mehr verfügbar. Das erhöht dann nochmal den Druck, die sehr teuren Fahrzeuge jetzt kaufen zu müssen (mit Echtgeld), da man so viele Rennen bis zum Ablauf der Verfügbarkeit gar nicht fahren kann.

  6. Ich habe für mich entschieden, das Spiel wegen der genannten Punkte nicht zu holen, auch wenn ich mich auf den neuen Teil gefreut habe.
    Immerhin kam fast gleichzeitig die erste Welle der neuen Mario Kart-Strecken, ist zwar eine etwas andere Herangehensweise bzgl. eines Rennspiels, macht aber auch Spaß

  7. Das klingt ja nach dem härtesten Pay to Win überhaupt. Gehört natürlich boykottiert. Hoffe, da fließt kein Geld, aber Wales gibt es leider immer, die das bereit sind zu zahlen.

  8. Robert Heitzinger says:

    Über die oben genannten Sachen.
    Hätte noch hinwegsehen können.
    Was mich am Spiel mehr nervt ist dieses verbitterte Festhalten an den Fahr Prüfungen.
    Wenn du diese nicht bestehst kannst du nicht in story Modus.
    Auch ist der Kauf vom Gebrauchtwagen beziehungsweise älteren Wagen sehr kompliziert nicht frei zugänglich und nervig.
    Wenn man dann einmal so ein Auto gekauft hat kann man es nicht einmal ordentlich frei betrachten.
    Vielleicht bin ich auch hier zu sehr verwöhnt von der Konkurrenz (For the Horizon 5)

    Vielleicht waren es 5 Stunden Spaß die ich mit diesem Spiel gehabt habe. Doch langfristig hab mitgespielt wieder begeistert noch unterhalten, es war mehr ein abarbeiten meiner gebissen Liste dass man weiterkommt.

    • Also die Kritik ist berechtigt, aber GT7 mit Forza zu vergleichen ist für mich lächerlich. GT war schon immer die pure Liebe zum Auto. Das Spiel hat einen schon immer zu solchen Sachen „gezwungen“ und das hat dafür gesorgt, dass die Community sehr „rein“ war. Du darfst ja auch nicht direkt nach dem Start in den Multiplayer, was schonmal all die Idioten rauskickt. Du startest auch nicht mit dem Porsche GT3, was dann ebenfalls dafür sorgt, dass nur diejenigen bleiben, die wirklich Autos lieben und gerne Rennen fahren. Das fand ich bei GT schon immer gut. Sie haben einen scheiß drauf gegeben, ob sie jemanden aussperren, weil sie wussten – wer Autos liebt, liebt am Ende auch GT.

      Aber wie gesagt. Online-Zwang, weniger Multiplayer als in Sport, dazu die Mikrotranskationen, das sind fiese Nummern, finde ich und hätte ich vom Entwickler so nicht erwartet.

  9. Ein paar einzelne Personen haben es schon richtig erkannt: Die einzige Lösung ist, das Spiel nicht zu kaufen, kein Geld in diese DRM-verseuchte Abzockmaschinerie hineinzupumpen. Ich weiß, für Gamer™ kaum vorstellbar, soll aber gehen. Man darf da auch nicht mit dem Gedanken herangehen: „Wenn ich es nicht mache, machen es andere, ich ändere also gar nichts.“ Richtig ist viel mehr: „Ich steuere nicht mehr meinen Teil dazu bei, dass die Studios mit so etwas durchkommen.“ Wer konsequent ist, kann damit auch andere motivieren, es einem gleichzutun, und wenn es genug Leute tun, verbessert sich vielleicht mal wirklich etwas. Aber dazu muss man eben auch mal der FOMO widerstehen und sich dazu durchringen können, ein Spiel nicht zu besitzen, nicht zu konsumieren, nicht mitreden zu können. Das Hobby als solches muss man deshalb noch lange nicht aufgeben, das Angebot an guten Titeln ist schließlich groß genug, und ein Spiel von der Einkaufsliste zu streichen, weil es die Kunden aufs Übelste piesackt und bis aufs Blut zu melken versucht, kann dazu motivieren, seinen Tunnelblick loszuwerden und die eine oder andere Perle zu entdecken, auf die man sonst nie gekommen wäre. Ist auf Dauer sowohl der geistigen Gesundheit als auch dem Geldbeutel zuträglicher.

  10. Boykott, umtauschen, Geld zurück bis die merken wo es wh tut

  11. Auch wenn es keinen Wert hat, über den Mist rege ich mich seit es „DLC“ gibt. Ich meine nicht hier Add-Ons die vorher schon fast eigene Spiele waren oder für ⅓ des Preises noch mal 50% Spielzeit geliefert haben. Dann ging es weiter und weiter bis dann tatsächlich Teile aus dem Spiel fehlten und ab dem ersten Tag nachgekauft werden konnten. So….jetzt sind wir bei online zwängen, erst die kostenlosen Spiele, vergünstigt….herzlichen Glückwunsch …. auch Spiele die den vollen Preis kosten. Zum Glück gibt es vermehrten Widerstand und einige Titel fallen durch das Raster. Ich habe GranTurismo bis zur PS3-DemoVersion gespielt, Persönlicher Favourit der 3. Teil. Auch wenn kein ganzer Teil…Prologue hatte mich auch begeistert. Soll es jetzt brennend untergehen. Immer mehr dieser Taktiken haben mich von den neuen Spielen weggeführt. Teilweise Spiele ich einiges einfach noch mal durch, weil ich es auf Scheibe habe, kein Internet braucht und ich es auch alleine Spielen kann.

  12. Ich habe mich monatelang auf das Spiel gefreut – und kaufe es nun nicht.
    Onlinezwang ist für mich ein KO-Kriterium. Mikrotransaktionen bei einem Vollpreisspiel ist ein weiterer Tiefschlag, würde ich aber akzeptieren.
    Falls Online-DRM rausgepatcht wird greife ich zu. Aber ich rechne nicht mehr damit.

  13. Auch wenn ich einige Kritikpunkte nachvollziehen kann, so finde ich die Aufregung, bzw. fast schon Hetze etwas übertrieben!
    1. Online Zwang: Finde ich auch schei***, aber die Konsole ist eh immer online (für Updates, Trophäen usw.) also was soll’s. Und PS-Plus ist nicht erforderlich.
    2. Mikrotransaktionen: Wer es braucht und unbedingt in 30 Tagen alle Autos besitzen möchte soll es tun. Ich brauche das nicht und werde nie Mikrotransaktionen nutzen. Auch ohne habe ich schon einige der teuersten Autos und der Rest kommt nach und nach.
    3. Abwechslung:
    Wenn es langweilig werden sollte, was durchaus sein kann, dann spiele ich zwischendurch andere Spiele, welche auch wiederum irgendwann langweilig werden. Dann spiele ich wieder GT7, evtl. bereits mit neuen Inhalten.

    Ja, es gibt einige Punkte, welche man kritisieren kann, aber dieses Spiel als Pay2Win zu bezeichnen ist Schwachsinn! Alles lässt sich erreichen ohne Credits zu kaufen. Seht es als Möglichkeit euch in Geduld zu üben, welche leider größtenteils verloren gegangen ist.

    Schneller, höher, weiter… einfach besser!???

    • 1. Jedes Spiel, in dem man sich durch Echtgeld einen Vorteil verschaffen kann, ist per Definition Pay2Win, egal was sich alles auch ohne Käufe freispielen lässt.

      2. Sobald Mikrotransaktionen im Spiel sind, wird das Spiel um sie herum designt, und was auch immer man „auch so freispielen“ kann, erfordert einen deutlichen höheren Grind; denn der Entwickler baut keine Mikrotransaktionen ein, ohne das Ziel zu haben, dass sie auch genutzt werden, und dafür werden künstliche Anreize geschaffen, indem man die Option, etwas durch Spielen freizuschalten, möglichst unattraktiv macht.

      3. Ich sage immer: Ein Spiel, das einem Zeitsparer verkaufen will – und darunter fallen alle Mikrotransaktionen, mit denen jede erdenkliche Art von Grind umgehen kann –, gibt offen zu, dass es ein schlechtes Spiel ist, weil es dem Spieler vermittelt, dass es mit einem monetären Wert verbunden sei, das Spiel weniger zu spielen. Anders ausgedrückt: Das Spiel sagt dir offen, dass du deine Zeit verschwendest, indem du es spielst.

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