Googles selbstfahrende Autos lernen an Halloween dazu

artikel google logoGoogle arbeitet derzeit an der Verbesserung seiner selbstfahrenden Autos. Dazu hat das Unternehmen Halloween ausgenutzt, weil es den Sensoren der Fahrzeuge besonders vielseitiges Futter liefert. Man bat seine Mitarbeiter mit ihren Familien ganz bewusst in der Nähe der parkenden Autos zu feiern, um Sensoren und Software besser darauf trainieren zu können die Kinder zu erkennen. Denn die vielseitigen Kostüme mit allen möglichen Formen und Farben sind für die Sensoren der selbstfahrenden Fahrzeuge durchaus eine Herausforderung.

Bereits jetzt kapiert die Software der selbstfahrenden Autos von Google, dass bei Kindern besondere Vorsicht geboten ist. So verhalten sich Kinder unvorhersehbarer als Erwachsene. Sie springen möglicherweise aus unerkennbaren Gründen im Spiel auf die Straße, laufen Schlangenlinien oder beschleunigen bzw. verlangsamen ihr Tempo abrupt. Außerdem sind Kinder aufgrund ihrer Größe zwischen parkenden Autos oder anderen Objekten schwerer auszumachen als Erwachsene.

Googleween kids

Halloween hat Google also eine ideale Chance geboten, um die Sensoren und die Software seiner selbstfahrenden Autos unter erschwerten Bedingungen zu testen. Man hofft, die Bilderkennung dadurch weiter zu verbessern. In den USA testet Google seine selbstfahrenden Autos nämlich bereits mit langsamem Tempo auf öffentlichen Straßen. Allerdings ist stets noch ein Fahrer dabei, der bei Notfällen manuell eingreifen könnte.

Man darf gespannt sein, wie Google die selbstfahrenden Autos noch weiter entwickelt. Ob wir es noch zu unseren Lebzeiten erleben werden, dass die Straßen von automatisierten Vehikeln beherrscht werden?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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15 Kommentare

  1. „Ob wir es noch zu unseren Lebzeiten erleben werden, dass die Straßen von automatisierten Vehikeln beherrscht werden?“

    Hoffentlich! Ich bin der erste, der sowas kauft. Es würde letztlich den Straßenverkehr sehr viel sicherer machen. Und ich muss mir keine Gedanken machen, ob ich fahrtüchtig bin, sondern kann mich auch nach ein paar Bierchen oder völlig übermüdet ins Auto hocken und werde nach Hause gefahren. Ich weiß, da wird die „Freude am Fahren“-Fraktion wieder was dagegen haben, aber Autos sind nun mal in erster Linie Fortbewegungsmittel. Wenn das unkomplizierter und zuverlässiger geht, bin ich dabei. Für alles andere kann man ja noch ein paar gesonderte Rennstrecken mehr bauen.

  2. In einigen Situationen würde ich schon das Lenkrad abgeben, aber dafür fahre ich leider noch zu gerne….
    Stau, Müdigkeit und Übelkeit wären z.B. die Situationen wo ich gerne jemand bzw etwas anderes fahren lasse. =)

  3. Derzeit fahren die Google-Kutschen mit maximal 60 durch die Gegend. Spätestens Ende des nächstens Jahrzehnts (in diesem Jahrzehnt sicherlich nicht mehr), werden wir Autos kaufen können, die alleine durch die Stadt fahren können. Die hochpreisigen Autos von Mercedes können das jetzt schon auf der Autobahn – aber mit Fahrer am Lenkrad.

    Die jüngeren unter uns werden das sicherlich noch erleben, daß man gar keine Autos mehr kaufen kann, die von einem Menschen bedient werden können.

  4. Da werden die eingebauten Eier Kanonen getestet, die als Abwehr automatisch ausgelöst werden, wenn ein Kind auf die Idee kommt ein Ei irgendwo gegen zu werfen 😉

  5. Ich selber habe sehr viel Spaß am fahen, jedoch finde ich die aktuelle Entwicklung super! Es ist einfach angenehm sich auch fahren lassen zu können. Man kann weitere Strecken fahren, man kann auch nach dem Feiern müde uws. noch nach Hause „fahren“/gefahren werden. Einfach top

  6. spritzt euch doch adrenalin wenn ihr soviel spass am „schnell“ fahren habt….

  7. Ich finde es gibt noch sehr viele ethische Bedenken, z.B. was passiert wenn ein Kind auf die Straße rennt, Bremsweg reicht nicht und auf der Gegenfahrbahn kommt ein LKW. Da wäre mir mein eigenes Leben wohl lieber … Aber wie entscheidet der Computer …

  8. @Daniel
    Wo sind da die ethischen Bedenken? In dieser Situation (ein LKW kommt mit hjoher Geschwindigkeit) würde wohl auch ein Kind nicht über die Straße rennen. Außerdem hättest Du in dem Szenario gar keine Zeit groß nachzudenken. Im übrigen wärest Du vermutlich auch zu schnell unterwegs – ein Fehler der dem Computer nicht passieren wird.

    Gerade diese Situation spricht für eine Lenkung durch den Computer. Es gibt sicher andere vergleichbar schwierige Situationen bei denen man aber erwarten kann, daß der Computer zumindest nicht schlechter als Du reagieren würde.

    Natürlich wird es mindestens in der Übergangszeit auch katastrophale Fehlentscheidungen durch Computer geben. Genau das aber ist bei der Lenkung durch Menschen völlig normal und überhaupt nicht verhinderbar.

  9. @ l1werner:
    „In dieser Situation (ein LKW kommt mit hoher Geschwindigkeit) würde wohl auch ein Kind nicht über die Straße rennen.“
    Diese Annahme ist realitätsfern.

  10. @Tchooe
    „Diese Annahme ist realitätsfern.“
    Mag sein.
    Aber dann hätte ein menschlicher Autofahrer überhaupt keine Chance.
    Und ein Computer würde bei dieser angenommenen extrem (!) aussichtslosen Lage sicher nicht schlechter reagieren als ein Mensch.

    Ich kann also das von @Daniel aufgeworfene ethische Problem gar nicht sehen.

  11. @ l1werner:
    „Aber dann hätte ein menschlicher Autofahrer überhaupt keine Chance.“
    1. Das ändert nichts daran, dass deine vorher von mir zitierte Annahme realitätsfern und somit kein gültiges Argument ist.
    2. Definiere „Chance“.

    „Und ein Computer würde bei dieser angenommenen extrem (!) aussichtslosen Lage sicher nicht schlechter reagieren als ein Mensch.“
    3. Definiere „nicht schlechter“. Oder andersherum: Definiere, was eine „gute“ Reaktion wäre.

  12. @Tchooe @l1werner ich glaube, eure Diskussion führt in der Form nicht wirklich zu einem Ergebnis. Natürlich ist die Aussage, dass ein Kind nicht auf die Straße rennt, wenn ein LKW kommt, realitätsfern.

    Die angenommene Situation ist aber einfach so extrem, dass es keine „gute Reaktion“ gibt. Die Situation ist ja in dieser extremen Form so angelegt, dass der Fahrer – ob Mensch oder Maschine – die Wahl hat zwischen „Kind überfahren“ oder „frontal auf einen LKW aufprallen“. Dass es in der Praxis möglicherweise trotzdem andere Alternativen geben kann, lassen wir mal außen vor.

    Da ist keine Entscheidung „gut“. Es ist aber sicher so, dass ein Computer eine solche Situation schneller erfassen kann und schneller reagiert, weil er keine „Schrecksekunde“ hat. Daher ist die Chance, dass er noch rechtzeitig reagieren kann, größer als bei einem menschlichen Fahrer. Das ist in der Extremsituation wahrscheinlich das beste und das einzige, was man in dem Fall als „gut“ bezeichnen kann. Daher: ja, ein Computer wird wahrscheinlich nicht schlechter reagieren als ein Mensch. Denn er hat – wenn er einen Zusammenstoß nicht mehr vermeiden kann – auch nur die Wahl zwischen Pest und Cholera, aber vorher eine etwas größere Chance, doch noch rechtzeitig zu bremsen, sodass es gar nicht zu dieser extremen Wahl kommen muss. Jetzt müsste ja nur noch dazukommen, dass beispielsweise der LKW auch computergesteuert ist und die Situation genauso schnell und ohne Schrecksekunde erfasst und seinerseits schneller reagiert, als es ein Mensch könnte. Schon hat das Kind (oder der andere Fahrzeuginsaße) möglicherweise noch eine Sekunde mehr gewonnen, die über Leben und Tod entscheidet.

    Trotzdem kann ich die ethischen Bedenken von Daniel verstehen. Der Computer könnte möglicherweise nach dem Schema „Kind hat noch ein längeres Leben vor sich, also lasse ich lieber den 40-jährigen Insaßen des Autos auf den LKW aufprallen“ abwägen. Oder er könnte lieber das Kind überfahren, weil es ein kleineres Hindernis als der LKW ist. Oder gar nix machen, weil er für den Fall nicht programmiert wurde… man weiß es nicht hundertprozentig. Wenn der Fahrzeuginsaße aber selbst steuert, würde er vielleicht in der Extremsituation instinktiv lieber das Kind überfahren, weil ihm sein eigenes Leben lieber ist als das eines fremden Kindes. Oder genau umgekehrt… man weiß es auch nicht hundertprozentig.

    Aber genau dann, wenn es wie hier keine „richtige“ oder auch nur „gute“ Entscheidung gibt, treten eben solche ethischen und moralischen Fragen auf. Kann man den Computer (oder denjenigen, der ihn programmiert hat) strafrechtlich belangen, wenn er das Kind überfährt? Ist der menschliche Fahrer für den Tod des Kindes verantwortlich, wenn er sich an die Verkehrsregeln gehalten hat und trotzdem keine Reaktionsmöglichkeit hatte? Oder die Chance nur darin bestanden hätte, sich selbst zu opfern?

    Das sind Fragen, für die es wahrscheinlich keine allgemeingültige Antwort gibt, die man aber diskutieren muss. Trotzdem halte ich es für sinnvoll, solche technischen Entwicklungen zu nutzen, wenn dadurch beispielsweise die Chance erhöht wird, dass der Computer rechtzeitiger bremst als ein Mensch. Unwägbarkeiten und Situationen, in denen man sich gar nicht „richtig“ oder „falsch“ entscheiden kann, wird es immer geben, solange Menschen daran beteiligt sind (und sei es nur als auf die Straße laufendes Kind).

    Interessant und auch haftungs- und versicherungstechnisch sehr spannend ist diese Entwicklung auf jeden Fall. Es wird (und muss) ja auch dafür Lösungen geben. Wenn man sich immer nur auf den Standpunkt stellt „Der Computer könnte ja einen Fehler machen“, kommen wir jedenfalls nicht weiter. Natürlich kann der Computer Fehler machen – der Mensch aber auch und wahrscheinlich noch viel mehr als der Computer.

  13. @Tchooe
    Die Annahme hier ist ja so gestaltet, daß es schlicht überhaupt keine Möglichkeit für eine gute Reaktion gibt. Und das ist im Straßenverkehr nur außerordentlich selten so. Ganz überwiegend entstehen Unfälle durch Fehlverhalten der – eben menschlichen – Verkehrsteilnehmer. Und dieses Fehlverhalten resultiert meistens durch die Überschätzung der eigenen Möglichkeiten. Und genau diese Dinge werden einem Computer nicht passieren.

  14. Abseits der komplett selbst fahrenden Fahrzeuge wünsche ich mir eine komplette, anonyme Vernetzung aller Fahrzeuge. Als Beispiel: Autobahn, Stau. Die im Stau stehenden Fahrzeuge melden diesen den folgenden, zum Beispiel auf eine Entfernung von 5 km vor der letzten Abfahrmöglichkeit. Die Fahrzeuge, die dann nicht abfahren, verringern stetig die Geschwindigkeit und kommen am Stauende dann sicher zum Stehen. Natürlich muss man als Fahrer dann akzeptieren, dass der PKW/LKW/Bus dann mal die Kontrolle der Geschwindigkeit übernimmt.

    Interessant, aber anderes Thema, ist auch das Konvoifahren autonomer Fahrzeuge.

  15. @ Michael (3. November 2015 um 00:33 Uhr):
    Du hast genau das (und zwar sehr ausführlich) auf den Punkt gebracht, was ich mit meinen Fragen verdeutlichen wollte:
    Es gibt bei dem beschriebenen Szenario keine optimale Lösung. Aber man muss sich vorher(!) Gedanken darüber machen, denn irgendwie muss man dem System ja sagen, wie es zu reagieren hat. Da kommt mir gerade „I Robot“ in den Sinn, da wurde nämlich genau so eine Situation thematisiert.

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