Googles Android im Visier der EU-Kartellbehörde

Es ist noch gar nicht lange her, da befragte die EU Netzbetreiber zu Apples Vertriebskonditionen bezüglich des iPhones. Nun gerät aber auch Google ins Visier der Befragungen. Es soll herausgefunden werden, ob Google andere Smartphone-Hersteller durch Android benachteiligt. Im Vorderugrund steht wohl die Nutzung der Google-Dienste, allen voran Googles Suchmaschine.

Android
In einem Katalog mit 82 Fragen wird unter anderem gefragt, ob Android-Vereinbarungen mit Netzbetreibern und Händlern einen Vertrieb von Smartphones mit anderen Betriebssystemen erschweren oder unmöglich machen. Auch wird gefragt, ob Google-gebrandete Geräte mit Services ausgeliefert werden dürfen, die mit Googles eigenen Diensten konkurrieren.

[werbung] Die Untersuchungen wurden auf Grund von Beschwerden von Microsoft und Nokia (und anderen, nicht genannten) eingeleitet. So richtig passen will das aber nicht, schließlich steht Android für ein offenes Betriebssystem, das hochgradig von Herstellern angepasst werden kann. Als Beispiel seien hier HTC und Samsung genannt, die sehr wohl eigene Dienste auf ihren Android-Smartphones anbieten, die mit Google Produkten konkurrieren. Bis zum 26. Juli haben die Befrgaten Zeit, ihre Antworten abzugeben.

Google Sprecher Al Verney sagt dazu: „Android is an open platform that fosters competition. Handset makers, carriers and consumers can decide how to use Android, including which applications they want to use.“ Dies trifft es eigentlich ziemlich gut. Mann muss wohl abwarten, ob da noch etwas hinterherkommt.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

7 Kommentare

  1. Klingt erst einmal nach einer normalen Befragung, wie sie recht häufig geschieht. Wenn jemand den Verdacht hat, fragt man erst einmal um offizielle Aussagen zu haben.

    Das heißt an sich erst einmal gar nichts. Nur später, wenn es wirklich zu ernsthaften Streitigkeiten kommen sollte, sind dann solche Aussagen durchaus interessant wenn man ggf. nachweisen kann, dass wissentlich gelogen wurde.

    Aber erst einmal ist das recht uninteressant, wenn ich die Befragung richtig deute.

  2. Das „Problem“ wird wohl sein, dass Google verlangt, dass ihre eigenen Apps auf’s System müssen, wenn der Playstore genutzt werden soll und die Lizenzen kosten wohl ein wenig.

    Natürlich kann ein Hersteller auch drauf verzichten und z.B. AndroidPit beilegen, aber wahrscheinlich verkaufen sich die Telefone – zumindest bei den normalen Usern – schon besser, wenn die Google-Suite vorinstalliert ist.

    Ich will idealerweise eigentlich nur blanke Telefone haben, Stock-Android(+ev. Treiber) und nachinstallieren können, was ich will. Das’s das außer als Nexus nicht gibt, bleibt mir halt nur rooten, aber das will ich ja sowieso. Mit meinem Find5 bin ich jedenfalls sehr zufrieden.

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  4. Mh, Jahrelang hats bei PCs mit Windows niemand gekümmert, noch heute kann man kaum ein Notebook ohne Windows kaufen und dank dem wundervollen Doc und docx Format ist man nahezu auf MS-Office in jedem Unternehmen angewiesen.
    Das juckt alles niemanden, aber bei mobilen Geräten, wo eine offensichtliche Konkurrenzsituation herrscht, da werden solche (übrigens sehr vernünftigen Maßnahmen) getroffen… Microsoft darf aber weiter sein Office und Windows Monopol halten…

    Und wie ist das derzeitige Stimmungsbild? Beim IE hat man dann endlich was gemacht, aber da war der Aufschrei in Foren, wie ungerecht die EU doch Microsoft behandelt, groß… Google macht keine Youtube-App für WinPhone? Wie ungerecht, die der Monopolist will das arme aufstrebende Unternehmen aus Redmond aktiv behindern… Dass es Microsoft Office noch immer nicht für Linux nutzt, interessiert keinen, und halbherzige iOS Lösung wird gefeiert als sei es das Kundenfreundlichste, was ein Unternehmen je getan hätte.

    Wie gesagt, ich finde diese o.g. Vorsichtsmaßnahmen (getreu dem Motto man darf ja mal nachfragen) sinnvoll, und stehe Google, Apple und Microsoft geleich skeptisch gegenüber… Ich kann nur aus der Erfahrung seit den 90ern diese Sympathie für Microsoft nicht nachvollziehen. Und dementsprechend kann ich auch nicht nachvollziehen, warum jetzt auf einmal so ein Fragenkatalog an Google geht, an Microsoft – mit Außnamne der viel zu spät erfolgreichen IE-Geschichte – gerade im Kerngeschäfft (Office,Windows) seit 20 Jahren weitermachen darf wie bisher…

  5. Und wieso prüft man nicht iOS?

  6. @Simon Lambrecht

    Weil Apple kein Monopol (mehr) hat und keine Lizenzen verkauft. Kartellrecht und so, darum geht’s hier.

  7. Man überprüft iOS erstmal nicht, wel es – wie Mike angedeutet hat – keiner braucht.

    Das ist genauso wie Fefe beim derzeitigen PRISM-Skandal anmerkt: Noch magenentleerender stößt mir auf, dass die Apple-Sprallos sich jetzt ernsthaft einen Heldenmythos zurechtlegen, dass Apple sich ja jahrelang geweigert hätte, mit der NSA zusammenzuarbeiten, und erst als der Heilige Steve in die ewigen Jagdgründe befohlen wurde, da knickte Apple ein!1!! Auf die Idee, dass Apple schlicht keine Rolle spielte als Kommunikationsinfrastrukturprovider, besonders für Terroristen, die ihr Geld lieber für Sprengstoff und Flugtickets ausgeben als für krass überteuerte Lifestyle-Gadgets, kommt natürlich niemand bei den Apple-Apologeten

    Macht mehr als nur Sinn. Also gute Nacht und Danke!