Google will unterschiedliche Hautfarben besser in seinen Produkten repräsentieren

Inklusion, Diversität, Repräsentation: Für viele Unternehmen sind das aktuell wichtige Stichworte. Manch einer ist dieser Themen überdrüssig, andere wiederum möchten sie sogar noch stärker in den Vordergrund rücken. Google jedenfalls hat diese Woche angekündigt, dass man unterschiedliche Hautfarben bzw. Hauttöne noch besser in seinen Produkten repräsentieren wolle.

Dafür habe man mit dem Harvard-Professor und Soziologen Dr. Ellis Monk kooperiert. Gemeinsam habe man eine Farbskala mit zehn Stufen entwickelt: die Monk Skin Tone (MST) Scale. Diese Skala soll nun mehreren Google-Produkten als Grundlage dienen. Entsprechende Veränderungen werde man innerhalb der nächsten Monate vornehmen.

Laut Google hätten Testpersonen angegeben, dass sie sich durch die neue Skala besser repräsentiert fühlen als durch bisherige Alternativen. Das traf insbesondere auf Menschen mit dunkleren Hautfarben zu. Ziel ist es, Menschen und ihre Hautfarben nicht in zu allgemeine Kategorien einzusortieren. Wichtig sei dies auch für die KI-Entwicklung. Aber auch in den Suchergebnissen, speziell eben bei der Bildersuche, will man unterschiedlichen Hauttönen mehr Raum geben.

Das obige GIF zeigt es ja: Da könnte ein Suchender eben die Ergebnisse nach Hautfarben anpassen, damit sie individuell besser passen. Die Bilder sollen also nach der MST-Skala eingeordnet und ausgespielt werden. Laut Google könne man die Repräsentation aber nicht im Alleingang verbessern. Daher werde man in den kommenden Monaten auch Tools für Creator, Marken und Verlage bereitstellen, um Inhalte z. B. im Hinblick auf die Hauttöne, Haarfarben und Haartexturen einzuordnen.

Kritisch kann man da natürlich hinterfragen, ob dies am Ende wirklich zu einer verbesserten Repräsentation führt oder eher die Segregation verstärkt, die man ja eigentlich überwinden möchte. Google wird im Übrigen auch für Google Fotos neue Real-Tone-Filter einführen, die sich an der MST-Skala orientieren. Sie sollen in den kommenden Wochen verteilt werden.

Wie bewertet ihr Googles neue Anstrengungen für mehr Repräsentation?

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9 Kommentare

  1. Sollten sie machen. Meine Smileys bleiben klassisch gelb.

  2. Ich fühle mich unterrepräsentiert, keine der Farben in dem Bild entspricht auch nur ansatzweise meiner.

    • Grünes Marsmännchen oder Rassisten-Braun? Oder wo ist dein Problem?

      • Nee, eher die ganzen geplatzten Äderchen unter der Haut durch den Alkoholmissbrauch :-). Egal mit welchem Bildschirm oder Display ich die Farbkarte oben betrachte, da fehlt immer der Rotanteil.

    • Sebastian says:

      Gamer weiß?

  3. Bockwurst says:

    First World Problem

  4. Google hat m.M.n. ein ganz großes Diversitätsproblem und könnte sehr von einer diverseren Mitarbeiterlandschaft profitieren. Das ist nur leider harte Arbeit und führt zu vielen Spannungen, deshalb nehmen sie einen klassisch amerikanischen shortcut und versuchen sich an Hautfarbenzusammensetzungen. Das ist ein Fehler.

    Ein Team aus upper middle class ivy league STEM Absolventen mit eindeutiger politischer Ideologie wird nicht diverser, weil der neue Mitarbeiter, ein upper middle class ivy league STEM Absolvent mit eindeutiger politischer Ideologie, einen anderen Hautton auf der „Monk Skin Tone Scale“ mitbringt. Das ist Fake-Diversity.

    Was den Repräsentationsgedanken angeht: Auch hier ist der Ansatz sehr amerikanisch: Klar ist es schön, wenn sich die Nutzer repräsentiert sehen. Trotzdem: Wenn ich jemanden mit meinem Hautton sehe, fühle ich mich durch den Typen nicht plötzlich repräsentiert.

    Ich bin in vielerlei Hinsicht einzigartig. Wenn mehr blonde Hauttyp 1 Biodeutsche in Hollywood rumspringen, macht das meine persönliche Repräsentation in der Welt nicht besser. Die sprechen ja nicht für mich, nur weil wir in einzelnen genetischen Präpositionen ähnlich veranlagt sind. Das wäre ein Trugschluss – und ironischerweise auch noch ein rassistischer.

    • Das hast du gut erkannt.
      Ich würde sogar noch weiter gehen und behaupten, dass diese ganze Diversitätsdebatte Teil des US-amerikanischen (Kultur-) Imperialismus ist. Nach dem Verständnis von Google & Co. bedeutet Diversität nämlich nicht, Menschen unterschiedlicher Herkunft innerhalb ihrer eigenen (!) Kultur zu repräsentieren, sondern stets innerhalb der US-amerikanischen Kultur.
      Das erinnert mich irgendwie immer an die Borg aus Star Trek: https://www.youtube.com/watch?v=3867yZAAST8

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