Google will mehr Geld aus den App-Verkäufen

Ihr kennt das Revenue-Sharing in den App Stores. 70% der Erlöse gehen an die Entwickler und 30% an den App Store Eigentümer. Ist in fast allen Stores so und in meinen Augen auch ziemlich fair. Was viele aber sicher nicht wissen ist, dass Google beim Carrier-Billing (Bezahlen von Apps über die Mobilfunkrechnung) satte 25% an die Netzbetreiber abdrückt. Somit bleiben nur noch 5% für Google selbst.

Play Store Logo Google
Das ist zu viel denkt sich nun anscheinend Google und möchte mehr vom Gewinn abhaben. In Korea wird bereits versucht mehr zu bekommen, 15% sind im Gespräch. Das heißt, dass von den 30% die Google einbehält wenigstens die Hälfte auch beim Konzern selbst bleibt. Auch außerhalb Koreas soll dies durchgesetzt werden. Was bedeutet dies in Zahlen? Eugene Jung und Ben Schachter haben nachgerechnet und sind zu folgendem Ergebnis gekommen.

[werbung] Schachter geht von einem App Umsatz in Höhen von 350 Millionen Dollar im Mai aus und beruft sich dabei auf Zahlen von Distimo. Das bedeutet, dass 17,5 Millionen Dollar an Google gehen, wenn man die verbleibenden 5% zur Hand nimmt. Mit dem neuen Modell, also den 15% wären es 52,5 Millionen Dollar. Auf das Jahr gerechnet könnte Google, wenn die Verhandlungen mit den Netzbetreibern erfolgreich sind, 2014 ca. 500 Millionen Dollar einfahren.

500 Millionen Dollar sind für Google nicht viel. Bedenkt man aber, dass man durch Android an sich keine direkten Gewinne erzielt, ist es immerhin etwas. Schön zu sehen ist allerdings auch, dass Google nicht bei den Entwicklern angreift, um mehr Gewinne aus dem Play Store zu erzielen. Es wäre sicher der einfachere Weg, umso erfreulicher, dass dieser nicht eingeschlagen wird.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

15 Kommentare

  1. Matthias says:

    Google sollte sich mit den GiftCards mal Sputen. Ich würde denen mein Geld dann mit Vergnügen in den Rachen werfen und die ein oder andere App kaufen!

  2. 25% gehen an die Carrier??? Schon von Anfang an völlig überzogen meiner Meinung nach. Aber warscheinlich musste Google mit soviel Prozenten locken, damit sie schnell eine alternative Bezahlungsart bieten konnten. Mit der Verzögerung der Giftcards haben sie sich somit gleich in beide Beine gleichzeitig geschossen.

  3. 500 Millionen sind für Google nicht viel? Das bezweifle ich. Google hat in 2012 10,7 Milliarden Dollar Gewinn gemacht; also wären das 5% vom Jahresgewinn. Sicher alles andere als „nicht viel“.

  4. Hinkt die Rechnung nicht? Die Rechnung geht ja davon aus, dass ALLE Verkäufe (= 350 Mio. $) über Carrier Billing gezahlt werden. Oder sind bei den 350 Mio. nur die Carrier Billing mit inbegriffen? Ich weiß nicht wie groß der Anteil dieser Transaktionen über Mobilfunk Provider ist aber für mich macht die REchnung, wie sie da steht keinen Sinn.

  5. Diese verdammte Wegelagerei der Provider!!!

  6. …also ich bezahle immer über meine Kreditkarte, die im Konto hinerlegt ist. Dabei bleiben doch (fast) die ganzen 30% (abzüglich ca. 4% KKartengebühren) beim Betreiber des Stores, oder? Zahlen dazu, wie viele Nutzer die KKarte bzw. die Zahlung über die TRechnung nutzen, wären mal interessant… .

  7. Falls die nur 25% an den Carrier abgeben, also ein Viertel ihrer Einnahmen von 30% des Verkaufspreises wäre das doch okay. Ich glaube, Du meinst eher 25 Prozent_punkte_. Das ist ein Unterschied.

  8. elknipso says:

    Vor dem Hintergrund ist es noch unverständlicher wieso Google sich so lange mit den Guthabenkarten Zeit gelassen hat.

  9. An Googles Stelle würde ich endlich mal Android (und die Devtools) so umbauen, dass es schwer ist, hässliche Apps zu entwerfen. So ist es nämlich bei iOS und u.A. auch deshalb können iOS Apps sich erlauben, z.T. deutlich mehr zu kosten. Die neue Google-Initiative „Schöne Apps“ ist süß, aber im Angesicht der iOS Konkurenz bemitleidenswert.

    • @troy
      Es gibt auch unzählige hässliche iOS Apps, nämlich genau jene die sich an das alte iOS Design gehalten haben und nicht eigene Wege gegangen sind. Zumal Android Apps häufig zu höheren Preisen verkauft werden als ihre iOS Pendants.

      @carrier
      25% sind schon heftig und wohl auch der Grund warum sonst keiner (?) Carrier Billing anbietet. Für Kunden hingegen ist es eine bequeme Methoden. Er muss nichts hinterlegen und hat direkt seine bevorzugte Zahlungsmethode (Prepaid / Rechnung).

  10. Interessante Zusammenfassung. Wirklich lobenswert, dass Google es auf diesem Weg versucht, anstatt die Preise an zu heben.

  11. Gut zu wissen, dann wird zukünftig wieder über Kreditkarte bezahlt, da fallen die Margen hoffentlich nicht so krass aus. Mit seinen Guthabenkarten – wobei auch hier die Händler dran mitverdienen – wird man vermutlich eh einen kleinen Umschwung bringen, was die Zahlungsbereitschaft der Nutzer betrifft…