Google Transparency Report gibt Auskunft über NSL-Anfragen

Alle großen Firmen hatten schnell ihre Dementi parat, als das PRISM-Programm bekannt wurde. Der Whistleblower war in diesem Fall Edward Snowden, der auch weitere Details zu PRISM bekannt gab und zeigte, dass die Dementi der Firmen gar nicht so falsch waren.

nslrequests
Google hat nun begonnen, im Zuge des Transparency Reports, zumindest grob die Anfragen zu zeigen, die man seit 2009 erhalten hat. Die sogenannten National Security Letters erlauben dem FBI Anfragen ohne richterlichen Beschluss und sind die größte Sorge bezüglich der Privatsphäre. Google ging diesen Schritt, um das Vertauen der Nutzer nicht zu verlieren. Der Transparency Report zeigt, dass diese Anfragen nicht etwa im großen Stil durchgeführt werden, sondern eher die Ausnahme sind.

[werbung] Die genauen Zahlen kann man sich direkt bei Google anschauen. Dort sieht man auch, wie vielen der Anfragen nachgekommen wurde. Es ist also nicht so, dass jeder beliebige Bürger ausspioniert wurde, nur weil eine Behörde meint, dies machen zu müssen. In Deutschland wurden übrigens 2012 gerade einmal gut 3000 Anfragen an Google gestellt, die lediglich in 40% der Fälle auch zu einer Auskunft geführt haben.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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12 Kommentare

  1. Die Schlußfolgerung ist etwas gewagt. Wenn ohne richterlichen Beschluß angefragt werden kann, kann theoretisch über jeden nachgefragt werden. Die reinen Zahlen sagen nichts über einen gefestigten Tatverdacht aus solange man nicht weiß, wer die Betroffenen sind. Theoretisch könnten es auch verlassene Ex-Partner sein.

  2. Das betrifft die Fisa Abfragen aber immer noch nicht. Deren Existenz müssen sie ja sogar von Gesetz wegen leugnen.

  3. ja theoretisch halt, aber im Gegensatz zu einem richterbeschluß, muss Google dem nicht nachkommen. schon ein unterschied.
    Im falle von ex.partner wird Google eindeutig nein sagen.

  4. Guardian hat doch sone tolle Folie da steht, dass sie es direkt vom Glasfaserkabel abgreifen. Da dies verschlüsselt ist, bzw. auseinandergenommen werden muss, so kommt auch der tolle Name zu Stande. Selbst wenn die großen nicht mitspielen würden, was sie trotz Dementi tun, würden die trotzdem alles bekommen. Vielleicht nicht ganz so einfach. Und unsere Volksvetreter wissen das auch bis zu einem gewissen Grad, halten aber Still, weil sie im Bedarfsfall Zugriff erhalten.

  5. Geheime Gerichte stellen aufgrund geheimer Anfragen geheime Beschlüsse aus.
    Das Problem hierbei ist das die Gerichte nie öffentlich Rechenschaft ablegen müssen.

    Das heisst ein Richter kann im Grunde einfach immer nur seine Unterschrift unter jeden Antrag hauen ohne auch nur den Antrag gelesen zu haben.
    Es war leider schon immer einfacher einem Antrag stattzugeben statt ihn abzulehnen.

  6. Schöne glatte Zahlen die da stehen. Wer garantiert das diese Zahlen stimmen? Google hat viel zu verlieren. Die werden sich sicherlich was einfallen lassen um sich zu rechtfertigen. Frage nur, ob man das so glauben kann. Ich würde es nicht.

  7. Google ging diesen Schritt, um das Vertauen der Nutzer nicht zu verlieren.

    Google kann (mir) viel erzählen, wenn der Tag lang ist. Und niemand kann die Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit von Googles Angaben nachprüfen.

    Diese Aussage gehört in dieselbe Ecke wie die angeblich von Google immer wieder gebetsmühlenartig wiederholte Phrase von seiner „Nutzerfreundlichkeit“.

  8. Ulysses Niemand says:

    Google darf natürlich in seinen Transparency-Bericht nur die Beauskunftungen aufnehmen, zu denen keine Geheimhaltungsverpflichtung seitens der beauskunfteten Behörde ausgesprochen wurde.

    Denn nach dem Patriot Act dürfen die Unternehmen, bei denen Infos angefragt wurden, nur unter bestimmten Voraussetzungen Dritten gegenüber offenbaren, dass sie überhaupt eine geheimdienstliche Anfrage erhalten haben (vgl. http://thomas.loc.gov/cgi-bin/query/F?c107:1:./temp/~c107eh7pFi:e24683: ) . Das bezieht sich erst recht auf Informationen zu der Anfrage selbst.

    Außerdem:
    Die Aussage, dass Google der NSA kein unmittelbares Zugriffsrecht auf ihren Servern eingeräumt hat, bedeutet ja noch lange nicht, dass sich die NSA das Recht selbst einräumt bzw. eingeräumt hat. Ferner kann es ein mittelbares Zugriffsrecht geben.

    Letztlich kann Google auch zur Lüge verpflichtet worden sein (misdirection), um im Falle des ungeplanten Auffliegens noch weiteren Nutzen aus der geschaffenen Infrastruktur zu ziehen.

    Just my 5 cents

    Beste Grüße

    U. Niemand

  9. @Mini:
    Woher will Google denn wissen, da= es sich um einen Ex-Partner handelt?

  10. Diese Zahlen sind (noch) durch nichts belegbar. Google könnte ohne Schmerzen beliebige Werte in ihren Bericht schreiben, was sie vermutlich auch getan haben. Ich stehe der ganzen Geschichte, nicht nur was Google betrifft, äußerst skeptisch gegenüber.

  11. für die geheimdienste (nicht nur in) USA ist das internet (u.a.) ein de facto rechtsfreier raum, d.h. was technisch machbar ist wird auch gemacht, da kannst sicher sein.
    wer was anderes glauben will, der darf, was aber nichts dran ändern wird.. ebenso wenig wie die lächerlichen dementi einiger beteiligten..

    (so und jetzt bin ich gespannt wann die MIB hier auftauchern 😉 )

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