Google steht möglicherweise Rekord-Strafe in der EU bevor

Google App Artikel LogoGoogle und die EU: Das sind zwei Streithähne unter sich. Ich selbst bin aktuell gespannter darauf, ob Großbritannien aus der Union austritt als auf die neuen Schläge gegen Konzerne. Doch die aktuellen Entwicklungen rund um den Suchmaschinengiganten sind ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Zuletzt hatte ich ja Ende April gebloggt, dass die EU bei Android einiges zu meckern hat. Jetzt droht Google aber zunächst primär wegen der Dominanz im Markt für Suchmaschinen eine Rekord-Strafe. Als Schlussstrich des langjährigen Kartellverfahrens könnte Google eine Strafe um die 3 Mrd. Euro winken.

Eine solche Summe wäre selbst für Google keine Peanuts mehr. Noch vor dem Sommer solle laut Quellen aus Brüssel eine Entscheidung fallen. Allerdings habe die EU-Kommission aktuell wohl noch keinen finalen Entschluss zur Höhe der Strafe getroffen. Maximal wäre eine Summe möglich, welche einem Zehntel von Googles Jahresumsatzes entspräche. Das wären dann mehr als 6 Mrd. Euro. So hoch wird die Kommission allerdings wohl nicht gehen. Selbst 3 Mrd. Euro dürften Google jedoch zu schlucken geben. Intel musste beispielsweise 2009 1,09 Mrd. Euro rausrücken. Die Untersuchungen gegen Google laufen nun bereits seit 2010.

Auch in den USA steht Google übrigens derzeit unter Druck. Dort prüft die FTC (Federal Trade Commission) Googles Geschäfte erneut. Ob es ein Kartellverfahren geben wird, ist aber noch offen. Die Kritik der EU-Kommission konzentriert sich übrigens unter anderem auf Googles Anzeige der Suchergebnisse, welche Googles eigene Dienste und Partner begünstige und Wettbewerber benachteilige. Google selbst enthält sich zu den aktuellen Berichten allerdings derzeit eines Kommentares. Sollte die Strafe beschlossen werden, könnte Google sich dagegen allerdings noch vor dem Europäischen Gerichtshof zur Wehr setzen.

 (via The Telegraph)

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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23 Kommentare

  1. Die 3 Mrd könnte man dann für den breitband Ausbau verwenden 🙂

  2. Marktmacht hin oder her. Was soll Google der EU-Kommission nach tun, damit Google als Suchmaschine von den User nicht so genutzt wird und die Leute Bing und Co nutzen? Liefern die Politiker auch Vorschläge?
    Was soll Google tun, wenn die User einfach keine andere Suchmaschine nutzen wollen?

    Ich persönlich komm mit Google bestens klar. Zwischendurch hab ich Bing und Co probiert, jedoch passen die Suchergebisse von Google besser.

  3. Irgendwas müssen sie ja nachweisen als Mmißbrauch – einfach Strafe für nix geht ja auch nicht.

  4. sehe ich öhnlich wie jens. Benutze Google gerade wegen den Suchergebnissen, und kann mir sagen wer will die Ergebnisse bei Bing duckduckgo etc sind einfach wesentlich schlechter oder leifern oftmals nicht das was ich gesucht habe.
    Dazu will ichauch explizit die Ergebnisse von Google haben, stichwort Knowldge Grapf, bing hat zwar eine ähnliche Technologie aber aus ersterem Grund nutze ich diese wenig bis garnicht.

  5. Es geht doch überhaupt nicht darum, ob Google gute Suchergebnisse liefert oder nicht, sondern dass Google seine Marktmacht, die Android ja zweifellos hat, dafür nutzt die eigenen Dienste zu pushen. Da sagen die einen jetzt, ist ja ihr Recht, ist ja ihr Produkt und sollen die anderen halt was besseres liefern. Nein, Kartellrecht ist wie schon bei der Strafe gegen Microsoft recht eindeutig was sowas angeht. Und, was man auch nicht vergessen darf, es ist ja tatsächlich mal ein Gesetz für uns Konsumenten. Monopole und sich anbahnende Monopole sind nie gut.

  6. Was wäre denn die Lösung? Keine Vorinstallierten App’s von Google in Android bei Geräteauslieferung?

  7. H. Braumüller says:

    Als nächstes wird sich wohl die bei der Google Suchmaschine die vertikale Suche bei den Maps, Flüge, Hotels näher angeschaut. Interessant wären meiner Meinung auch die Alphabet-Google Ventures Unternehmen und wie diese in der Google Suche ranken, zu untersuchen.

  8. Es geht um den Missbrauch der Marktmacht, und das tut Google an vielen Stellen wie Ben schon schrieb.
    Die Qualität der Suchmaschine steht da wieder auf einem anderen Blatt, ich halte Google aktuell ebenfalls für alternativlos. Wenn ich immer mal wieder alle paar Wochen zum testen eine Recherche über Bing starte bin ich jedesmal erschrocken wie schlecht die Treffer im Vergleich zu den Ergebnissen bei Google sind. Wäre es anders, dann würden auch viel mehr Leute die alternativen Anbieter nutzen.

  9. die EU soll sich mal abschaffen und wenn ich Google wäre würde ich denen den Mittelfinger zeigen!

  10. Tja, wenn man qualitativ bei weitem nicht mithalten kann und nichts auf die Reihe bringt, versucht man es halt mit den Geldkoffern und vorgeschobenen Marktmacht-Argumenten.

    Wo ginge das besser als im Lobbyisten-Sumpf Brüssel, dem Mekka der europäischen Korruption.

  11. > Was wäre denn die Lösung? Keine Vorinstallierten App’s von Google
    Ich würde sagen: Kein *Pflicht* für die Hersteller,bestimmte GoogleApps zu installieren, wenn sie Play oder Maps wollen.

    So sehr ich Google mag, ich fände das richtig. Und für mich als Anwender ist es besser.

  12. > Dazu will ichauch explizit die Ergebnisse von Google haben, stichwort Knowldge Grapf, bing hat zwar eine ähnliche Technologie aber aus ersterem Grund nutze ich diese wenig bis garnicht.

    Den Knowledge-Graph hat Google ja auch nicht erfunden. Der ist entstanden aus Freebase, einem Projekt, in das die EU millionen gesteckt hat, um so etwas frei zu entwickeln.

    Google hat das Projekt einfach aufgekauft, und die Daten nicht mehr der Öffentlichkeit gegeben.

    > Tja, wenn man qualitativ bei weitem nicht mithalten kann und nichts auf die Reihe bringt, versucht man es halt mit den Geldkoffern und vorgeschobenen Marktmacht-Argumenten.

    Nein, aber es geht um Folgendes:

    SAMSUNG darf keine Amazon Kindle-Geräte herstellen – Google hat denen (und LG, und Co) damit gedroht, sonst denen zu verbieten, Android weiterhin zu benutzen.

    Das regte Amazon, und Samsung, und LG, auf, also haben die sich bei der EU (berechtigterweise) beschwert. Darum geht es hier.

    Ein weiterer Punkt ist, dass Google die Ergebnisse von Yelp! direkt in Google Maps einbindet, aber sich weigert, zu yelp! zu linken – stattdessen sehen diese aus, als wären sie von Google selbst.

    Als Yelp! sich darüber beschwerte, hat Google gedroht, die einfach komplett aus der Suche zu werden.

  13. irgendwo muss das geld für die rapefugees ja her kommen…

  14. Der_Hanseat says:

    @Janne Koschinski An Deinem Text ist fast alles falsch. Schreibst Du den Quatsch absichtlich oder hast Du einfach den Überblick verloren?

    – Samsung darf Kindle Geräte herstellen, Google kann das auch gar nicht verbieten
    – Samsung und LG haben sich nicht bei der EU beschwert
    – Google kann Samsung auch nicht verbieten „Android weiter zu benutzen“ (allerdings hat Samsung natürlich kein Recht drauf, beliebige Google Dienste (=! Android) zu verwenden
    – Google zeigt keine Ergebnisse von Yelp! in der Suche an, ohne auf Yelp! zu verlinken
    – Es gibt keine Drohung, Yelp! ganz aus der Suche zu werfen

    @Walter White: Dümmer geht natürlich immer.

  15. Es scheint leider so, dass die Wenigsten verstanden haben, dass es NICHT um die zweifellos guten Suchergebnisse von Google geht und NICHT darum, dass andere Suchmaschinen schlechtere Ergebnisse liefern!

    Es geht um das omnipräsente Google, das auf jedem Android-Gerät in Form mannigfaltiger Dienste und Funktionen vorinstalliert ist, außerdem darum, dass es Googles Bestreben ist, dass sich die Kunden immer abhängiger von Google machen – egal ob auf dem Smartphone oder bereits mittels Tipps und Werbemaßnahmen auf der Google-Suchseite.

    @Walter White aka KevinLSkynet oder wie-auch-immer: geh‘ zu deinen AfD-Freunden spielen, die lachen vielleicht über solche kindische Propaganda.

  16. Die EU-Kommission soll aufhören solche Shows abzuziehen und sich lieber um wichtige Themen kümmern. Die EU braucht jetzt einfach einen den man medienwirksam hinhängen kann, denn das allein ist das Motiv.

    Mal ehrlich: Google hat laut letzem Bilanzausweis 75 Mrd. Dollar Cashreserven. Denen tun doch läppische 3 Mrd. Euro nicht weh! Peanuts.

    Ansonsten kann ich ebenfalls der Meinung von Jens anschließen. Niemand wir dazu gezwungen Google bzw. Android zu nutzen. Es gibt schon Alternativen die der gemein blöde Verbraucher jedoch nicht kennt wenn man sich nie damit auseinandersetzt.

  17. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum das strafbar ist? Es ist Google’s Dienst und daher sollten sie doch auch entscheiden dürfen, wie und was sie bewerben. Und das sie versuchen ihre eigenen Produkte zu pushen.. macht das nicht jedes Unternehmen? Ich hab noch nie gesehen, das Unternehmen Ihre Produkte nicht bevorzugt behandeln. Ich meine Windows nutzt Bing als Standartsuche. Ist das nicht das selbe in Grün? Muss aber zugeben, ich hab mich jetzt nicht sonderlich lange damit beschäftigt.

  18. Versteh‘ ich nicht. Die Hersteller könmen ja eigene Systeme entwickeln, so wie Apple. Denen pisst auch keiner ans Bein.

  19. Was mich mal interessieren würde: wer genau erhält eigentlich diese Bussgelder und für was genau wird es dann verwendet?

  20. @Ben: Mag sein, dass das Kartellrecht da eindeutig ist, aber dann ist das Kartellrecht eben praxisfern. Und vielleicht mag es auch grundsätzlich die Belange der Konsumenten im Fokus haben, aber wie so viele andere Regelungen, die eigentlich zum Schutz der Verbraucherrechte gedacht waren, bewirken diese Vorschriften eher das Gegenteil, indem sie dem Verbraucher das Leben unnötig erschweren. Ganz besonders in diesem Fall, denn es gibt schlicht keine gleichwertigen Alternativen zu den Google-Diensten, die diese Bezeichnung auch verdienen.

  21. Ich sehe das eher als Präventivmaßnahme, bei der letztlich (hoffentlich) nur die Verbraucher gewinnen können.
    Generell halte ich das Eingreifen von Kartellämtern schon mal für gut, zeigt es zumindest, dass es noch Institutionen gibt, die ihre Aufgabe einigermaßen ernst nehmen. Und das im Sinne der Verbraucher. Was das im konkreten Fall – oder allgemein – letztlich praktisch für den Verbraucher bringt, lasse ich mal offen. Schlechter wird es meines Erachtens nach jedenfalls nicht. Und auch wenn manche Fälle durch Lobbyisten auf bitten/Hinweisen von Konkurrenten angeregt werden: Es wird nicht alles einfach hingenommen. Und das ist schon mal gut! Selbst wenn solche Fälle nur Änderungen in irgendwelchen AGB nach sich ziehen, hat den/dem Unternehmen zumindest mal jemand auf die Finger geklopft. Für andere weitreichendere Änderungen in solchen Fällen wären sicherlich tiefgreifendere Änderungen in diversen Gesetzen nötig, die sowieso nicht von heute auf morgen umgesetzt werden könnten und zum anderen eh von Lobbyisten vereitelt werden würden. So blauäugig bin ich dann auch wieder nicht.

  22. Wieso werden hier eigentlich ausländerfeindliche Kommentare, wie dieser geduldet?

    „Walter White (Heisenberg) 17. Mai 2016 um 11:29 Uhr

    irgendwo muss das geld für die rapefugees ja her kommen…“

  23. Was wohl erst Apple für eine Strafe erwartet, wenn sie 2017 weiterhin Smartphones mit Lightning statt (micro-)USB- (oder USB-C-) Schnittstelle verkaufen?

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