Google: So möchte das Unternehmen bei den Wahlen des EU-Parlaments 2019 unterstützen


Im Mai 2019 wird ein neues EU-Parlament gewählt, 350 Millionen Menschen können darüber entscheiden, wer da so vertreten sein soll. Google kündigt nun an, diesen Prozess zu unterstützen, sodass diese Wahlen auch informiert und demokratisch ablaufen können. Drei Punkte nennt Google explizit, die bei diesem Vorhaben helfen sollen.

Den ersten Punkt kennt man in Deutschland eventuell schon von der letzten Wahl. Google hilft den Nutzern dabei, die Wahl überhaupt zu verstehen und erklärt auch, wie man teilnehmen kann. Dinge, die man eigentlich als bekannt voraussetzt, aber nun ja, vermutlich ist das eben doch nicht so gegeben. Zurückgegriffen wird dabei auf Daten der Wahlkommissionen der einzelnen Länder.

Auch wird Google Aufklärung bei der Anzeige von Wahlwerbung betreiben. So wird man bei über Google ausgespielter Werbung deutsch erkennen können, wer für diese Werbung bezahlt hat. Das gilt für Parteien ebenso wie für Einzelpersonen. Gleichzeitig müssen sich Werber politischer Natur verifizieren. Zusätzlich wird es einen EU-spezifischen Transparenzbericht geben.

Google wird außerdem dafür sorgen, dass Informationen zu den Wahlen sicher bzw. korrekt sind. Zum einen über ein Sicherheitsprogramm für Journalisten, Politiker und Menschenrechtsorganisationen. Zum anderen aber auch via Fact Checking, sodass es zu keinen Fehlinformationskampagnen kommen sollte. Dazu arbeitet man mit News-Organisationen aus allen 27 Ländern zusammen. Hoffen wir mal, dass das dann auch so hinhaut.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

11 Kommentare

  1. Entertain Hans says:

    Unterstützen bedeutet wohl in diesem Fall, das Manche Parteien besser und Positiver dargestellt werden als andere. Beschlüsse werden im Geheimen durchgewunken und nur durch Insider kommt das dann raus. Google hilft da nicht wirklich, wenn jeder Sachen einfach aus dem Index löschen lassen kann, mit irgendeiner fadenscheinigen Begründung.
    Ich frage mich sowieso warum sich Konzerne wie Facebook, Apple, Google, usw. in öffentlich Wahlen einmischen müssen.
    Einfach mal über Tatsachen berichten, keine Teimlines manipulieren, Suchergebnisse filtern oder CEOs die erklären was man zu wählen hat und was nicht oder „Künstler“ und Z-Promis die alles und jedem die Aufrufe starte und Leute Denunzieren.
    Das geht mir alles auf den Sack. Lasst die Menschen doch in Ruhe und lasst sie ihre eigenen Entscheidungen treffen.

    Als ich vor 25 Jahren mit dem Internet angefangen habe, ging es da um die Sache, die eben Thema war. Keiner hat dir die Meinung aufgedrängt. Auch die Sozialen Netzwerke (ja gab es damals schon, hieß nur nicht so) waren friedlich und überhaupt war der Umgangston respektvoll. Der Verfall startete so zwischen 2000 und 2005 mit der flächendeckenden Verfügbarkeit Aber ist eben normal, umso erfolgreicher etwas wird, kommen welche aus dem Loch gekrochen und wollen da Geld und Macht und aus schön wird Krieg.

    Um zum Thema zurück zu kommen: Ich (und viele Andre) möchte nicht wissen das du Vegetarier bist und alles Andere erbärmlich ist, das außer den Grünen alles Nasis sind, das du Fahrrad fährst und der Dieselfahrer Abschaum ist, elektro sich nie durchsetzen wird, die Wählscheibe durch nichts zu ersetzen ist oder Linux besser als Mac ist und warum ich welches Geschäft meiden soll, weil der Chef vor 175 Jahren das gesagt haben soll, den Falschen kennt oder das angeblich falsche Parteibuch hat. Mir geht es auf den Sack das den Leuten gesagt wird, zu sowas geht man nicht ins Stadion, die sind eine Aktiengesellschaft, das Getränk ist falsch, das Logo passt mir nicht oder von Tradition kann man nichts kaufen.

    Verdammt, ich möchte ungefiltert Nachrichten und mir selbst ein Bild machen. Dann kann ich mir dann meine eigene Meinung bilden. Dann kann ich entscheiden was oder wen ich wähle oder ob überhaupt.

    Wenn manche schon von Wahlpflicht reden, wie geht es denn weiter? Darf man dann noch alle Parteien wählen oder hat man die Pflicht dann auch die „Richtige“ anzukreuzen? Oder ist dann dann egal, weil das Ergebnis unabhängig davon immer 98,xy ist?

    • Amen Bruder

    • Ist dir bewusst, dass du gerade genau das gemacht hat, was du in großen Teilen deines Textes kritisierst? Du hast deine Meinung im Internet gepostet. Du willst nicht ständig die Meinung von Vegetariern lesen, aber deine eigene Meinung zu schreiben ist okay?
      Ich möchte dich damit nicht angreifen, sondern nur darauf hinweisen, dass dein Post sich manchmal selber widerspricht. Bei anderen Punkten bin ich ebenfalls deiner Meinung.
      Grüße

      • Bob (der andere) says:

        @ Bremen Guy:
        Entertain Hans ist aber nur eine einzige Person, der seine Meinung auf einem (vergleichsweise) winzigem Technik-Blog kundtut.
        Google ist dagegen der weltgrößte Medienkonzern, der alleine über seine Suchmaschine und das Android-Betriebssystem eine enorme Macht hat. Die Macht, über eben diese Werkzeuge, Milliarden Menschen weltweit zu beinflussen.

      • Ist eigentlich kein Widerspruch, denn ich lese es so, daß er nicht Meinungen einzelner kritisiert, sondern nur, wenn es belehrend sein soll.
        Vergleiche: Wenn ich in einer Diktatur vorgeben will, daß alle auf Demokratie umschwenken sollen, dann diktiere ich zwar auch, aber dann kann frei entschieden werden.

    • Bob (der andere) says:

      @ Entertain Hans:
      100% Zustimmung!

      “…Ich frage mich sowieso warum sich Konzerne wie Facebook, Apple, Google, usw. in öffentlich Wahlen einmischen müssen…“ – Nein, die Frage ist, wieso sie es dürfen, bzw. warum der Gesetzgeber es nicht unterbindet?

      Google, Facebook & Co.: Halt’s Maul!!! Mir kann keiner erzählen, daß Google da keine eigenen Interessen verfolgt.
      Außerdem:
      Ich bin erwachsen, interessiere und informiere mich seit 40 Jahren für/über Politik. Ich kann alleine Denken und entscheiden.
      Wer eine Wahl bzw. Wahlsystem nicht versteht, politisch desinteressiert ist, der darf zwar wählen, sollte es aber eigentlich sein lassen.

  2. Angesichts der Tatsache, dass bei den nächsten Parlamentswahlen die Rechtspopulisten im EP deutlich stärker werden könnten (auch weil deren Anhänger vielleicht eher wählen als diejenigen, die zwar andere Positionen haben, sich für die Europawahl aber kaum interessieren), wäre es durchaus sinnvoll, hier stärker zu informieren. Aber warum meint ausgerechnet Google, sich da einmischen zu müssen?

    Das Unternehmen versucht an anderer Stelle, Druck auf die EU-Institutionen auszuüben (jüngstes Stichwort: Google News). Ist ja an sich auch legitim, Einfluss nehmen zu wollen. Doch ich frage mich, ob solche Versuche der, sagen wir mal, Wahlbegleitung nicht eher Schüsse sind, die nach hinten losgehen werden …

    • Das Problem ist, daß links gleich gut ist und wir schon so weit nach links gerutscht sind, daß die Mitte als rechts gilt.
      Ich denke es sagen zu können, da ich einiges von Sahra Wagenknecht verdammt gut finde und mit einer Farbigen verheiratet bin, also ganz klar nicht diskriminierend veranlagt bin. Leider pauschalisiert links gerne und definiert konservativ als rechts oder rechtspopulistisch und das wiederum als rassisitisch. Die Mehrheit derer, die “rechtspopulistisch” wählt, ist ganz sicher nicht rechts im Sinne von rassistisch, sondern hat schlichtweg die Schn**ze voll von der Bevormundung von oben.

      • Nur weil mir manche Entscheidungen der EU-Institutionen (Parlament, Rat, Kommission) nicht behagen, käme es mir nicht in den Sinn, Parteien zu wählen, die die Uhr zurückdrehen möchten oder diese Union am liebsten gleich in der Mülltonne sähen. Dennoch weiß ich nicht, ob Google „Europa“ einen Gefallen damit tut, wenn es sich derart in den Wahlkampf hängt. Die Versprechen dieses Unternehmens in Sachen Transparenz in allen Ehren – die Firma ist natürlich daran interessiert, dass bestimmte europäische Themen auf ihre Weise gelöst oder entschieden werden. Wenn Google also verspricht, den Wahlvorgang zu „unterstützen“, hat das für mich ein gewisses Gschmäckle …

  3. Das Land mit dem teuersten öffentlich rechtlichen Medienkomplex der Welt benötigt also Google als Unterstützung, um über die Europawahlen zu informieren?

    Ist das jetzt Satire oder meinen die das ernst?

    Mein Interesse an von Google oder der Bundesregierung für Korrekt gehaltenen Informationen hält sich zudem in engen Grenzen, Meinungsmanagement und Wahrheitskommissionen sind etwas für gelenkte Demokratien und in freiheitlich-demokratischen Gesellschaften mit funktionierender Presse überflüssig. Zum Glück gibt es inzwischen genug kleinere, weniger regierungstreue Medien und internationale Publikationen, wo man sich frei informieren kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.