Google und PayPal sollen Interesse an Mobile Payment-Anbieter Softcard haben

Das kontaktlose Bezahlen per Smartphone ist dank Google Wallet seit Jahren möglich, Google Interpretation des Mobile Payment kam aber nie so wirklich in Schwung. Schuld daran sollen die Netzbetreiber in den USA tragen, die das System nicht unterstützen und stattdessen Softcard ins Leben riefen. Dabei handelt es sich um einen Mobile Payment-Dienst, der im Besitz von AT&T, Verizon und T-Mobile ist. Google ist mit dem Interesse an Softcard allerdings nicht allein, auch PayPal wird selbiges nachgesagt. Die Mobilfunkprovider würden jedoch Google bevorzugen, da sie ja auch Smartphones mit Android verkaufen und sich so vermutlich eine breitere Präsenz erhoffen.

Google Office

Wie das Wall Street Journal berichtet, soll Google Angebot bei 50 Millionen Dollar liegen. Mitarbeiter von Softcard wurden bereits freigestellt, die restlichen Mitarbeiter sollen die Arbeit einstellen bis ein Käufer gefunden ist. Softcard soll gegen Apple Pay antreten, Apples Bezahldienst, der im November 2014 eingeführt wurde und sich in den USA scheinbar auch ganz gut macht. Ursprünglich wurde Softcard gegründet, um gegen Google Wallet anzutreten, war aber ebenso wenig erfolgreich wie Google selbst.

Google wird von den Mobilfunkprovidern außerdem bevorzugt, weil es bereits Vereinbarungen über eine Umsatzbeteiligung gibt. Zudem sah Googles System vor, den Kunden gezielt Werbung während des Einkaufens anzuzeigen, eine weitere Einnahmequelle, die man teilen könnte.

Die Geschäfte, die nicht mit Apple kooperieren, könnten großes Interesse an einem solchen System haben. Kurz nach dem Start von Apple Pay wurden in einigen Ketten sogar die NFC-Lesegeräte deaktiviert, damit Kunden kein Apple Pay nutzen können. Theoretisch funktioniert dies nämlich an jedem NFC-Terminal, auch wenn es sich nicht um einen Apple Pay-Partner handelt.

In den USA ist Mobile Payment noch ein sehr viel heißeres Thema als bei uns, was unter anderem auch daran liegt, dass wir hierzulande weder Kreditkarten für normale Einkäufe nutzen, noch gerne Diensten vertrauen, die mit Zahlungsdaten verknüpft sind. Das Höchste der Gefühle sind hier Shopping-Apps einzelner Ladenketten, die mit mehr oder weniger komplizierten Nutzungsmechanismen keinerlei Mehrwert gegenüber der Zahlung per EC-Karte oder Bargeld liefern.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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6 Kommentare

  1. Na hoffentlich lassen sie sich nicht von Google aufkaufen lassen. Wenn es Google in den Klauen bekommen würde, würden andere Nicht-Android Geräte z. B. Windows Phone nicht mehr unterstüzt und ausgesperrt werden. Da wäre mir PayPal dann noch lieber als Google

  2. Google ist besser als alle anderen, insbesondere PayPal.. Ich sag nur wikileaks Konto Sperrung !!!!

  3. @Chris: Ach, deshalb werden auch alle Google-Dienste auf iOS angeboten?
    Formuliere deinen Satz um. Es werden nur marktrelevante Systeme unterstützt. Wenn man halt ein unwichtiges Nischensystem nutzt, hat man Pech.

  4. @Totorito: Ach, warten wir mal Windows 10 ab und gucken dann, wer das unwichtige Nischensystem nutzt und damit eben Pech hat. Über 95% nutzen Desktoprechner mit Windows, und damit sieht es mit der Entwicklung von Apps nicht allzu düster aus.
    http://dev.windows.com/de-de/develop/building-universal-Windows-apps

  5. @Tiescher
    Ich will Dir ja nicht die Hoffnung nehmen, aber dieses „Die Marktmacht von Windows auf dem Desktop springt ganz sicher auch auf Windows Phone über“ denken wird schon seit Jahren gebetsmühlenartig immer wieder wiederholt. Und trotzdem sieht man jedes Jahr aufs neue, dass sich der Marktanteil von Windows Phone weiter nahe an der Grenze zur Bedeutungslosigkeit bewegt. Aktuell ein weltweiter Marktanteil von 2,5% und damit rückläufig (vorher 3,4%) und das trotz einem insgesamt gesamt wachsenden Mobilmarkt. Da ist „Nischensystem“ durchaus eine zutreffende Beschreibung.

  6. @Tororito:
    würde sagen, das es nicht nur um marktrelevante Systeme geht. Sondern auch nen Stückweit auf die Aktion von Microsoft auf die Exchangeabschaltung bei Gmail. GLaub da sind wohl einige Entscheider bei Google noch immer etwas angefressen 😉

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