Google Messages: E2E-Verschlüsselung für RCS könnte unterstützt werden

Google versucht seit Jahren auf dem Messengermarkt so richtig Fuß zu fassen. Da gab es zig Versuche, wie das Ganze gelaufen ist, haben wir ja mitbekommen. Seit einiger Zeit will man aufsetzend auf RCS auch die eigene SMS-App unter Android salonfähig machen. RCS (Rich Communication Services) wird schon jahrelang als das Mittel diskutiert, um einen Gegenpart zu Apples iMessage zu haben. Bislang auch erst mit mäßigen Erfolgen – bedenkt man, dass RCS durch Google schon 2016 in ersten Märkten freigeschaltet wurde.

Dort, wo es funktioniert, bietet RCS natürlich mehr als die vermoderte SMS – eine Nachrichten-App, die eben nicht nur SMS anzeigt, sondern ein Mehr an Funktionen anbietet. Benachrichtigungen, dass ein Gegenüber schreibt, Videos, bunte Bildchen, GIFs – SMS & MMS on fire.

Messages
Messages
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Laut 9to5Google, die die aktuelle Android-Version von Googles Nachrichten-App unter die Lupe genommen habe, arbeitet Google gerade an der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Eine Sache, die iMessage schon seit langem anbietet, die RCS bisher aber nicht bieten konnte. Stark vereinfacht: Die Nachricht wird auf eurem Gerät so verschlüsselt, dass sie nur auf dem Gerät des Empfängers entschlüsselt und gelesen werden kann, was bedeutet, dass niemand in der Lage sein sollte, die Konversation auszuspionieren. Bislang ist es so, dass der Transportweg verschlüsselt ist.

Im Moment gibt es noch nicht genug Details, um sicher zu wissen, was die genauen Anforderungen für den Einsatz dieser Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sind.

August 2005: Google Talk (auch bekannt als Google Chat) startet.

Oktober 2008: Android startet mit Unterstützung für Google Talk & SMS.

Juni 2011: Google+ startet. Es beinhaltet Huddle und Hangouts Video-Chat.

August 2011: Facebook Messenger startet als eigenständige App.

Oktober 2011: iMessage startet. WhatsApp meldet 1 Milliarde Nachrichten pro Tag.

Mai 2013: Google+ Hangouts startet und führt andere Google Messaging- und Video-Chat-Anwendungen zusammen.

September 2014: Google Voice in Hangouts integriert

April 2015: Project Fi startet und integriert sich auch in die Hangouts.

Januar 2016: Google Messenger wird zur bevorzugten SMS-App auf Android.

Juni 2016: Google Talk für Android und Google Chat in Google Mail eingestellt.

August 2016: Google veröffentlicht Duo, eine Video-Chat-App.

September 2016: Google veröffentlicht Allo, eine Texting-App.

Februar 2017: Messenger wird in Android Nachrichten umbenannt, zudem angekündigt, dass es die Standard-RCS-App sein wird.

März 2017: Google kündigt an, dass Hangouts zu Hangouts-Chat werden, der sich auf die Nutzung in Unternehmen konzentriert.

April 2018: Google „stoppt die Investition“ in Allo und konzentriert sich stattdessen auf Chat, einen neuen Standard, um SMS zu ersetzen.

Mai 2019: Google schaltet Allo ab.

April 2020: Hangouts Chat wird Google Chat, Hangouts Meet wird Google Meet, Google Meet wird in Gmail integriert.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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17 Kommentare

  1. Mit einem weltweiten Rollout und nicht nur paar Ländern, sowieso vorinstalliert auf vielen Geräten, könnte es zum „iMessage“ für Android werden. Durch die Verteilung und Rückwärtskompatibilität zu SMS/MMS, könnte es damit der quasi Standard, wie iMessage (und immer noch SMS) in Nord-Amerika werden. Durch die Möglichkeit des QR Code Scans und der Nutzung auf dem Desktop, bieten sich die selben Funktionen, wie bei WhatsApp. Allerdings wird es mehrere Jahre dauern, bis das Konzept aufgehen könnte…

    • never ever. der Dienst kann sich jetzt schon in den obigen Grabstein eintragen.

      • Zumal es WhatsApp ja schon gibt. …und bereits auf allen Telefonen funktioniert.

        • Es gibt ja auch Menschen die WhatsApp nicht nutzen wollen. Für die wäre es doch eine alternative.

          • Richard Rosner says:

            Dafür gibt’s aber auch schon etablierte Alternativen. Telegram, Signal, Threema…

            • vor allem ganz ohne sicheres Verfallsdatum…

            • Das Selbe wie bei Watsapp, proprietäre Anbieter sind für manche ein Nogo. Die Nachrichten sollen nicht über die Server irgendeines Privatunternehmens in irgendeinem x-beliebigen Land gehen. Deswegen RCS. GSMA-Standard.

          • Da würde mich die Argumentation schon interessieren. Welchen Mehrwehrt hätte Google Messages für WhatsApp-Verweigerer?

            • Richard Rosner says:

              In erster Linie stammt es nicht von Facebook. Die Frage ist eher welchen Mehrwert hätte es gegenüber anderen Alternativen?

              • Genau der erste und wichtigste Grund war die Übernahme von WA durch FB. Auf meinem Smartphone ist kein einziger Dienst von FB vorhanden und wird es auch nie sein. Ja ich nutze auch andre wie Telegram und Threema. Aber es gibt ja eine ganze Menge Menschen da draußen das WA das einzig wahre ist und sind nicht bereit sich anderen alternativen zu öffnen. Deshalb hoffe ich das RCS so langsam durchsetzt und dadurch keine SMS Flat mehr notwendig ist für diese Menschen.

                • Warum sollte RCS jetzt aus seiner völligen Bedeutungslosigkeit heraus kommen, geschweige denn sich gegen WhatsApp (oder sonst einen Messanger) durchsetzen? Weil Google den Kram jetzt in seine SMS-App einbaut? Das hat Google schon völlig erfolglos mit einem seiner eigenen zahlreichen Messanger-Rohrkrepierer versucht, da sehe ich persönlich absolut keinen Grund, warum das bei dem Messanger-Rohrkrepierer der Mobilfunk-Konzerne anders sein sollte.

  2. Google sollte RCS endlich überall freischalten. Ich finde es unglaublich, dass Google eine App nach der anderen veröffentlicht und einstampft. Leider fehlt mir langsam das Vertrauen. Wieso man nicht einfach eine App weiterentwickelt, dann würde man die User auch nicht jedes Mal vergraulen.

    • Richard Rosner says:

      Es liegt nicht an Google das freizuschalten. Soweit ich weiß müssen die Netzbetreiber das erst einmal unterstützen, sonst funktioniert es nicht.

      • nooblucker says:

        Nein, entweder kann Google den Service bereitstellen oder dein Telefonprovider, das würde gehen. Eine E2E Verschlüsselung wäre aber in Deutschland nicht zulässig für Telekommunikationsdieste geht das nicht.

        Und um das ganze richtig durchzustezten müsste es auch Apple im iPhone unterstützen.

        • Warten wir doch einfach ab wie es sich weiterentwickelt. Wenn man immer nur negativ denkt ist es auch nicht so gut. Man soll die Hoffnung nicht aufgeben.

  3. Christian says:

    Eine ewige Dauerbaustelle bis zum Grab

  4. Auch wenn man zwei tote Pfefde zusammen spannt, bewegen die sich keinen Millimeter mehr.

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