Google Glass Patent: Eye-Tracking für Werbeanzeigen

Für Google ist der Werbemarkt die wichtigste Einnahmequelle. Auch Google Glass wird über kurz oder lang als Werbeträger fungieren, allerdings könnte sich dies viel komplexer gestalten, als beispielsweise Online-Werbung. In der Online-Werbung ist das Pay-per-Click-Modell weit verbreitet. Der Nutzer sieht Werbung, klickt sie an und der Webseitenbetreiber bekommt Geld dafür. Mit Google Glass könnte es reichen, wenn man die Werbung nur ansieht, das lässt zumindest ein Google Patent vermuten.

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[werbung] Das Patent beschreibt, wie die Augenbewegungen des Nutzers getrackt werden, um festzustellen, ob eine Werbung geschaut wurde und der Werbetreibende dafür entsprechend bezahlen muss. Das kann Online-Werbung sein, ist aber nicht darauf beschränkt. Auch klassische Plakatwände könnten auf diese Weise in das „Pay-per-Glaze“-Muster fallen.

Technisch ist das Ganze nicht unaufwändig. Google muss nicht nur wissen, wo der Nutzer gerade hinblickt, sondern auch, was es dort zu sehen gibt. Dies wird dann abgeglichen, um herauszufinden, ob gerade Werbung wahrgenommen wird. Das heißt, dass die ganze Zeit ein Abgleich stattfindet. Das wird sicher einigen Nutzern nicht gefallen, deshalb behält sich Google die Möglichkeit zu einem Opt-Out-Verfahren offen. Auch an die mögliche Identifizierung von Nutzern denkt Google. Eine direkte Verknüpfung zwischen Blick auf die Werbung und wer auf die Werbung blickt, ist nicht angestrebt.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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15 Kommentare

  1. Sowas finde ich ziemlich angsteinflössend und ist sicher auch ein guter Grund in Zukunft möglichst wegzukommen von Google Diensten

  2. Wer will ernsthaft in Zeiten von Prism und Tempora so eine Datenbrille nutzen. Weg von solchen Diensten und Möglichkeiten!!

  3. Es ist wirklich bedenklich das eine Firma die ihr Geld mit Werbung und Datensammeln macht in allen Bereichen der Technik so prominent vertreten ist….

  4. Das hat übrigens nichts mit Prism und Tempora zu tun, Google ist ein viel stärkerer Datensammler als die NSA nur das bei Google alle bereitwillig ihre Daten hergeben.

    Bei der NSA ist es plötzlich böse wenn Millionen Menschen überwacht werden, bei Google sagt dagegen niemand was

  5. War das in Irobot oder Minority Report – wo den Leuten auf der Straße in die Augen gestrahlt wir. Und danach Werbung kommt?

    Sick auf Facebook gibt’s schon unterschwellige Selbstzensur, wie bei Demolition Man, heftige Wörter benutzt man nicht mehr – sondern. ist darauf konditioniert zu Liken. PRE Crime Algorithmen nutzt das LAPD schon seit mehr als 2 Jahren.

    Since Fiktion wird hierzulande ja belächelt oder nicht verstanden – in den USA wo ein strenger code of conduct und political Corectness das Gesellschaftliche Miteinander bestimmt ist Science Fiction eine Möglichkeit vor negativen Entwicklungen zu warnen, weil man sonst nicht in die Zukunft negativ blicken darf – dort gehört sich das anscheinend nicht. Hätte ich aber früher auch nicht geglaubt – so Schluss jetzt mit dem Antiamerikanismus für heute.

  6. Häh? Wie jetzt?

  7. „Eine direkte Verknüpfung zwischen Blick auf die Werbung und wer auf die Werbung blickt, ist nicht angestrebt.“

    Das heisst jemand sieht sich eine Toyota Werbung an, oh gott, wenn wir da mal nicht hart mit den Wörtern: Datenschutz und NSA um uns werfen sollten…

  8. So so eine verknüpfung wer was anblickt ist nicht gewolt, wie soll dann die Brille Personalisierte Werbung einblenden? Irgentwie wiederspricht man sich da ja schon selbst oder?
    Das ganze erfordert aber eine konstante Serververbindung, wo dann auch gleich noch die Restlichen Daten mit übertragen werden.

    Wieder ein Grund mehr sich so eine Brille keinesfalls anzuschaffen!

  9. Man stelle sich vor, man rennt mit so einem Ding rum und schaut andere Leute an… eine Frage der Zeit, bis man eins in die Fresse bekommt 😉

  10. Öhm ja – nur um hinterher zu schauen was man denn so angeschaut hat könnte man doch gleich vorher schauen welche Stellen in der Welt noch für Werbung genutzt werden könnten, indem man gleich alles mittrackt was die Brille zu Gesicht bekommt – Sonst würde sich der Aufwand ja nicht lohnen…

  11. In 5 Jahren kommt dann das virtuelle Werbe- Tattoo auf der Stirn…. Jedesmal wenn einen einer mit Google Glas anschaut sieht der auf meiner Stirn groß „Viagra“ geschrieben oder sowas 😀

  12. „Eine direkte Verknüpfung zwischen Blick auf die Werbung und wer auf die Werbung blickt, ist nicht angestrebt.“

    Genau. Außerdem hatte niemand die Absicht, eine Mauer zu bauen.

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