Google Clips: Erste Tests geben sich eher verhalten

Google Clips kommt in Deutschland erst einmal nicht auf den Markt. Es handelt sich um eine kleine Kamera, die mit der Hilfe künstlicher Intelligenz automatisch besondere Momente aufzeichnen soll. Im Oktober 2017 wurde das Gadget vorgestellt. In den USA laufen seit Ende Januar die Vorbestellungen. Allerdings soll Google Clips selbst in den Vereinigten Staaten erst ab März lieferbar sein. Geliefert werden wiederum schon jetzt allerdings die ersten Tests zur kleinen Kamera, die automatisiert besondere Augenblicke im Leben ihrer Besitzer festhalten soll.

So hat sich etwa The Verge mit Google Clips beschäftigt: 5 Punkte gibt man der Kamera und lobt zwar die einfache Ersteinrichtung, zuckt sonst aber viel mit den Schultern. Clips sei zu teuer und nehme Bilder und Videos mit eher bescheidener Qualität auf. Da auch kein Ton aufgezeichnet werde, sei man am Ende besser beraten einfach sein Smartphone griffbereit zu halten.

Etwas besser kommt Clips dann bei Wired weg. Dort lobt man etwa die leichte Möglichkeit aufgenommene Inhalte zu teilen. Zudem komme man mit den integrierten 16 GByte Speicherplatz lange aus. Die Akkulaufzeit von drei Stunden findet ebenfalls eine lobende Erwähnung. Kritisch sieht Wired jedoch, dass Videos eben nur in 720p mit 15 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden. Zudem erkennt die Kamera nur emotionale Ausdrücke. Darauf ist Google Clips also eingeschossen.

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Video-Link: https://youtu.be/JXh1yyvXpwo

Tech Crunch wiederum findet das Konzept vom Clips zwar klasse, glaubt aber, dass es noch ein oder sogar zwei Generationen der Hardware brauchen werde, bis die Kompatibilität für einen größeren Markt gegeben sei. Clips sei zwar eine wahre Fundgrube für GIF-Bastler, doch der Preis von 249 US-Dollar werde wohl die meisten Anwender angesichts der beschränkten Einsatzgebiete abschrecken. Speziell da heute so gut wie jeder Mensch mit seinem Smartphone eine Kamera fast immer griffbereit habe.

Die Kollegen von Engadget lassen eine Wertung von 76 Punkten springen. Auch hier lobt man die unkomplizierte Einrichtung, den einfachen Transfer der aufgenommenen Inhalte, den großzügigen Speicherplatz und das dezente aber robuste Design. Allerdings sei die künstliche Intelligenz noch unzuverlässig. So könne Google Clips eben nicht garantieren, dass interessante Momente wirklich festgehalten werden.

Spannenderweise widerspricht man bei ZDNet zumindest teilweise: Dort lobt man die KI als „smart“ und ist auch vom geringen Gewicht von Google Clips angetan. In Kombination mit der soliden Akkulaufzeit biete sich Clips deswegen für den Einsatz an unterschiedlichsten Schauplätzen an. Allerdings lässt es sich auch ZDNet nicht nehmen die Bildqualität zu monieren. Zudem wäre es laut den Testern schön gewesen, wenn Clips wasserdicht wäre.

USA Today hält Google Clips für eine gute Idee, bei welcher der Preis aber einfach zu hoch ausgefallen sei. Wer an Google Clips Interesse habe, könne sich stattdessen eine kompakte Actionkamera kaufen und mit vielen Modellen zu ähnlichen Preisen deutlich höherwertige Videos aufzeichnen. Dann müsse man zwar auf AI verzichten, das sei im aktuellen Zustand aber verschmerzbar. In Frage komme Google Clips vor allem für diejenigen, die gerne GIFs erstellen oder automatisch generierte Videos aus Google Fotos lieben.

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Time vergibt immerhin 3,5 von 5 Punkten. Dort hätte man sich eine etwas längere Akkulaufzeit gewünscht. So müsse man sich durchaus selektiv auswählen, was man mit Clips aufzeichnen wolle. Einfach den ganzen Tag laufen lassen und auf das Beste hoffen, funktioniere mit dieser Kamera eben nicht. So müsse man sich zu oft daran erinnern, wofür Clips nicht tauge. Clips sei keine Actioncam, kein Wearable und auch keine Sicherheitskamera. Für Familien sei Clips aber eine gute Möglichkeit z. B. Ereignisse im Leben der Kinder aufzuzeichnen, ohne dass man selbst etwas verpasse, weil man mit einem Smartphone oder einem Fotoapparat hantiere.

Zuletzt blicken wir noch einmal zu Tech Radar. Dort zieht man das Fazit, dass Clips mit seiner kompakten Größe und seiner speziellen Funktionalität durchaus ein spannendes Produkt sei. Wenn die Kamera bei der Nutzung das mache, wofür sie gedacht sei, erhalte man schöne Ergebnisse. Allerdings sei bedauerlich, dass Google Clips keinen Ton aufzeichne, teuer sei und sich auch nur für diejenigen eigne, die daheim viel Trubel haben. Denn wenn man Google Clips aufstelle, ohne dass etwas los sei, erhalte man zwangsweise nunmal auch nur langweiliges Material.

Was meint ihr denn zu Google Clips? Hättet ihr zur Kamera gegriffen, wenn sie denn hierzulande erschienen wäre?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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2 Kommentare

  1. 720p für 250 Euro, na klar. Wenn es 2005 wäre, aber nicht in 2018.

  2. Für den Preis sicher nicht. Dafür müßte dann mehr geboten werden.

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