Google Chrome: Adobe Flash rutscht weiter in die Bedeutungslosigkeit ab

Adobe Flash: Ich erinnere mich noch an die Zeit, als Flash auf so gut wie jeder Website den Ton angegeben hat. Mittlerweile sind diese Zeiten längst vorbei. Flash ist als unsicher, zu viele Ressourcen beanspruchend und fehleranfällig gebrandmarkt. Zumal HTML5 die Plattform nahezu überflüssig gemacht hat. Das spiegelt sich natürlich auch in der Einbindung durch Websites wider. So ist der Anteil der Nutzer des Browsers Google Chrome, die täglich mindestens eine Website mit Flash-Inhalten abrufen, von 80 % im Jahr 2014 auf gerade einmal 8 % Anfang 2018 abgesunken.

 

Mitgeteilt wurden diese Zahlen direkt von Parisa Tabriz, Googles Director of Engineering. Ende 2020 will auch Adobe den Support für Flash einstampfen. Dass die Technik also vor dem Ende steht, ist schon lange in Stein gemeißelt. Die großen Browser, etwa Google Chrome, Mozilla Firefox und auch Microsoft Edge, erlauben Flash-Inhalte schon länger nicht mehr als Standard-Einstellungen, sondern nur noch, wenn der Nutzer manuell aktiv wird. Per Klick werden Flash-Inhalte dann abgespielt.

Trotzdem sind einige Insider von dem rasanten Abstieg von Flash durchaus überrascht bzw. zumindest eben von der Geschwindigkeit. Eine Rolle könnte gespielt haben, dass sowohl YouTube, andere Streaming-Anbieter als auch das Gros der Werbenetzwerke mittlerweile HTML5 statt Flash einbinden. Die meisten Nutzer dürften aber noch in der Lage sein Flash-Inhalte zum Laufen zu bringen. Das dürfte erst ab 2020 rapide abbauen. Dann wird auch Google Chrome ab Version 87 Flash etwa endgültig ins Aus schießen.

2019 wird es noch einen Zwischenschritt geben: Ab Chrome 76, erscheint wohl im Juli 2019, soll Flash als Default-Einstellung deaktiviert sein. Dann müsst ihr das Plugin also zuvor generell aktivieren, um noch Flash-Content per Klick abspielen zu können. Das dürfte die Flash-Nutzung also nochmal eine ganze Ecke nach unten ziehen, bevor dann endgültig der Stecker gezogen wird.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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12 Kommentare

  1. Ich habe vor rund zwei Jahren den Flash-Player von allen Familienrechnern entfernt. Am Anfang war es etwas problematisch, da viele Seiten den Player noch benötigten. Diese Seiten habe ich dann einfach gemieden und jetzt gibt es keine Probleme mehr. Was wohl auch an html5 liegt. Mir egal, ich vermisse Flash nicht.

  2. Der Titel suggeriert, dass es für Adobe wichtig wäre, dass Flash weit verbreitet ist (=“Bedeutung“ hat). Da jedoch Adobe schon lange die Entwicklung eingestellt hat und nur noch Lücken stopft, ist der Titel schlecht gewählt.

  3. Eine große Rolle wird auch das iPhone gespielt haben. Das kam 2007 ohne Flash, aber mit vorinstallierter YouTube App. Google hat dafür den Katalog nach H.264 konvertiert. Ausserdem haben sie ein Tool veröffentlicht, dass Flash-Anzeigen nach HTML 5 konvertiert (http://googlecode.blogspot.de/2011/06/swiffy-convert-swf-files-to-html5.html) damit diese Anzeigen auch an Geräte ohne Flash ausgeliefert werden können. Das waren für lange Zeit nun mal iPhone und später iPad. Und auf denen wird/wurde mehr gesurft als auf Androiden, was unter anderem dieses zur Folge hatte: https://stadt-bremerhaven.de/google-verdient-am-iphone-mehr-als-an-android/

    • Prozentual spielt iOS auf der Welt eine äußerst geringe Rolle und hatte so auch keinen Einfluss auf Flash. Die große Rolle war sicherlich zum einen die enorme Performance, die Flash benötigt, die Anfälligkeit für Sicherheitslücken und dass der Code proprietär ist.

      • @Karl O.

        Ohne das iPhone wäre es nicht so schnell gegangen. Android hat den scheiß zu Anfang ja sogar noch unterstützt.

      • Hier werden Fakten verkannt. Der tödliche Stoß für Flash kam von Steve Jobs, als dieser ankündigte Flash nicht unterstützen zu wollen. Der Aufschrei war gewaltig, zumal Flash damals nicht wegzudenken war, trotz Sicherheitslücken und Ressourcenhunger.

      • In den USA liegt iOS mit 53% derzeit vor Android, in Deutschland ist man bei 33%, Europaweit immer noch bei 28%.
        Und das in 2018. Damals sah das noch ganz anders aus. In Europa wurde iOS von Android erst im September 2012 überholt. Zu der Zeit waren noch 8% auf BlackBerry und 3,64% auf Symbian unterwegs.
        Ausserdem ist bekannt dass iOS Nutzer mehr ausgeben wenn sie mit Werbung bombardiert werden. Es ist darum ganz logisch dass Streamingsites und Ad Networks zügig auf Flash verzichteten um diesen Markt zu beliefern. Nicht zu vergessen die ganzen Websites mit ihren dümmlichen Flash-Intros, Flash-basierter Navigation, etc.

  4. Flash hat nie „…auf so gut wie jeder Website den Ton angegeben…“

  5. Steve Jobs und sein Narzissmus war der Grund. Adobe hatte begonnen seine Suite (Photoshop und Co) auf den Windowsrechnern zuerst zu veröffentlichen und auch die 64Bit Varianten zuerst für die Gates Plattform zur Verfügung zu stellen. Die Gründe dafür lagen bei Mac OS, welches aber einer bestimmten Version die Neuprogrammierung aller Apps notwendig machte,wofür Adobe sich 3 Versionen zeitlies.

    Das war für Jobs wie Ehebruch, da neben nur wegnigen Livestyle-Nutzern die Werbeinsdustrie die einzigen wirklichen Großabnehmer von Appel-Rechnern war, kam es hier zu einem richtigen Battle in dem Jobs Adobe als „faul“ bezeichnete und kurz darauf Flash auf der eigenen Plattform verhinderte. Damit hatte er einer bis heute nicht ersetzbaren Technologie den Todestoß verliehen und Webdesigner von vectobasierenden, skalierbaren, interaktiven Animation wieder ins längst todgeglaubte Gif-Zeitalter zurückgestoßen. Wir habe damals in der Firma quasi über Nacht zig Webseiten von interaktiv auf statisch zurückbauen müssen.

    Im Internet jubelten die Dummköpfe, welche Flash nur von Pornoseiten kannten, das es ab jetzt keine nervige Werbung mehr im Netz geben würde… und ich warte seither das es eine Ersatz für dieseTechnologie. Adobe hat dafür Ansätze aber mit HTML5 und JS sind wir aktuell dort wo wir mit Flash schon 1999 waren.

    Das Flash als adobe-eigenes Produkt irgendwann gegen einen Open Source Lösung ersetzt werden musste war allen klar aber das hätte natürlich laufen müssen. Es war Steve Job der Irre, der sich von Adobe gedemütigt fühlte. Einfach weil er die Macht dazu besaß.

    Ein Web Designer

  6. Deine Phantasterei erklärt nicht warum Flash auch auf anderen Plattformen auf dem absteigendem Ast ist. Ich arbeite seit Mitte der 90er im selben Bereich.
    Flash war Scheisse und hatte schon immer mit Sicherheitslücken zu kämpfen, auf mobilen Geräten kommt die schlechte Performance dazu. Dort liegt der Hund begraben. Und das ist auch der Grund warum Flash nicht auf’s iPhone kam. Und nicht der Narzissmus eines Geschäftsführers.

    Adobe hat sich keine 3 Versionen Zeit gelassen. Sie haben auch nie zuerst für Windows zuerst veröffentlicht. Apple plante Ende der 90er ein Betriebssystem namens Rhapsody als Nachfolger des klassischen Mac OS. Teil des Plans war eine plattformübergreifende API namens Yellow Box. Apps würden so auf Macs, Windows, Linux, etc laufen. Dafür müssten sie aber komplett neu geschrieben werden. Adobe hat nur gemeint dass sie nicht mitmachen würden, genau wie so ziemlich jeder andere Entwickler. Apple hat darauf hin die Pläne für OS X über den Haufen geschmissen und statt Yellow Box die Carbon API entwickelt. Carbon emulierte die klassische Macintosh Toolbox in OS X. Damit konnte man einen Großteil des Codebase alter Apps nach OS X portieren. Die erste Version von OS X erschien 2001. Schon die nächste Version von Photoshop (7.0, erschien 2002) lief dank Carbon nativ auf OS X.

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