Google Russland muss offenbar Konkurs anmelden

Google Russland ist wohl pleite: Da die russische Regierung die Bankkonten der Tochtergesellschaft eingefroren hat, kann man dort weder die Mitarbeiter noch Partner weiter bezahlen. Allerdings sollen die Websuche und YouTube weiter betrieben werden. Diese aktuelle Entwicklung war absehbar, denn Google weigerte sich Inhalte zu löschen, die in Russland als illegal eingestuft werden.

Laut Reuters war der russischen Regierung natürlich auch ein Dorn im Auge, wie Google mit russischen Medien, die Staatspropaganda verbreiten, umgesprungen ist. Google bestätigt, dass man ausländische Mitarbeiter bereits zuvor größtenteils aus seinen Büros in Moskau abgezogen hatte. Auch hatte Google bereits den Verkauf von Werbung und andere kommerzielle Handlungen in Russland wegen der schwierigen Lage einstellen müssen. Ein Insolvenzantrag wird wohl bald gestellt.

Erhalten bleiben dort aber neben der Websuche und YouTube auch Dienste wie Gmail, der Play Store und generell Android. YouTube soll von der russischen Regierung nach aktuellem Stand auch nicht gesperrt werden. Die Verantwortlichen geben an, das würde der Bevölkerung schaden, daher vermeide man es. Russland hatte Google in den vergangenen Monaten, bereits vor dem Angriffskrieg auf die Ukraine, zahlreiche Strafen aufgebrummt. Auch damals lautete der Vorwurf bereits, das Unternehmen würde in Russland illegale Inhalte nicht beseitigen.

Googles Mutterkonzern, Alphabet, gibt an, dass Russland nur für ca. 1 % seiner weltweiten Einnahmen steht. Damit will man wohl andeuten, dass man die Pleite in Russland auch verschmerzen kann.

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17 Kommentare

  1. Oliver Müller says:

    Gogole?

  2. Was ist denn Gogole? Ist das nen Google Clone?

  3. Gogole. Gleich mal TLD sichern 😀

  4. Oh nein, nicht „Gogole“! 😉

  5. Jim Panse says:

    War kurz irritiert weil im Header Gogole steht 🙂

    greez

  6. „… das würde der Bevölkerung schaden…“
    Aha, mit allem anderen scheint es also bestens zu laufen…

    • Ist mir auch nicht ganz klar. Viele der Sanktionen treffen alle in Russland, auch die allgemeine Bevölkerung. An vielen Stellen (z.B. Wissenschaft weiß ich aus pers. Erfahrung) wird die russische Bevölkerung ausgeschlossen, selbst wenn diese sich gegen das Regime ausgesprochen haben. Ich sehe da nichts anderes als Druck auf das Regime über die Bevölkerung.

      Warum also nicht hier anders verfahren?

      • Das ist ja in dieser Situation eine Entscheidung der russischen Administration, nicht von Google. Die wiederum suchen in der Bevölkerung ein Gleichgewicht zwischen Kontrolle und Wohlbehagen herzustellen.

        Klar leidet die Bevölkerung unter der Zensur, bloß nimmt das an sich erst bei großem Leidensdruck nachhaltig Einfluss auf die Legitimität der Regierung.

        Wenn sie also z.B. Facebook sperren, weicht die russische Bevölkerung relativ elastisch auf vKontakte oder so aus. Das ändert wenig am Unmut, aber erhöht die Kontrolle.

        Wenn sie jetzt Youtube blockieren ist der Unmut sehr groß, es gibt aber gar keine wirkliche Alternative, die von Seiten der russischen Administration groß kontrolliert werden könnte.

        Schlussendlich ists eine Abwägungsfrage von Service zu Service. Integration, Substitut, Einfluss auf die Willensbildung, Aufwand, etc.

    • Ich habe gelesen (nicht selbst ausprobiert!), dass sich die Suchergebnisse zwischen Google und russischen Suchmaschinen (z.B. yandex) zu bestimmten Begriffen wie „Butscha“ deutlich unterscheiden. Bei google werden Kriegsbilder bei yandex idyllische Vorstadtbilder gezeigt. Nimmt man der Bevölkerung Google weg, dann verschwindet auch die letzte Informationsquelle.

      • Ach hör doch auf, wir sitzen hier auch in einer Blase welche uns unsere Medien schönreden. Ich sehe kein Unterschied. Was russische Medien von sich geben ist bei uns alles Fake, was unsere Medien von sich geben ist dort Fake. Jeder lebt in seiner Blase und ist glücklich so einfach ist es.

        • Beim klassischen Zensurrelativismus gibts eine harte und eine weiche Variante. Das hier ist die harte. Die ist m.M.n. unhaltbar.

          Die Weiche ist eher so „Zensur findet überall statt, deshalb %implikationen%“ .. und dann so etwas wie solle man nicht urteilen, sei man nicht überlegen, habe man keine Forderungen zu stellen, etc.

          Die harte ist „Überall findet Zensur in exakt dem gleichen Maße statt, deshalb %implikation%“. … und das ist halt einfach trivial zu widerlegen. Presse ist weltweit mit sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen konfrontiert, das führt im Ergebnis zu einer sehr unterschiedlichen Presselandschaft.

          Klar ist die deutsche Presselandschaft sehr schlecht, die Hälfte ist Staatsfernsehen. … aber wer das mit der Presse von Russland vergleicht und dabei beteuert, einfach keinen einzigen Unterschied erkennen zu können. .. das würde ich nicht mal einem Analphabeten glauben. 😀

      • … also zumindest bei mir führen beide Suchen zu vergleichbaren Ergebnissen.

  7. Grumpy Niffler says:

    „Gogole Russland“ 😀 Ja ich weiß nur ein Tippfehler in der Überschrift. Aber es klingt auch sehr russisch 😀

  8. MeinNametutnichtszurSache says:

    Der Form halber: Es heißt Insolvenz.

  9. Ehrlich gesagt verstehe ich das jetzt nicht.
    Ist Google Russland nun pleite oder nicht?
    Wie können die, wenn die kein Geld haben, YouTube, die Suche, playstore etc denn weiter laufen lassen?!
    Wie funktioniert das?

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