Gemeinschaftsunternehmen von Telekom und EWE versorgt erste Kunden mit Glasfaser

Im Januar wurde bekannt, dass EWE und Deutsche Telekom ein gemeinsames Unternehmen gründen. Glasfaser Nordwest heißt das Unternehmen und gemeinsam wollen die beiden Urheber dafür sorgen, dass der Firmenname Programm ist. Nun gab man bekannt: Nach nur zwei Monaten Bauzeit nutzen in der niedersächsischen Gemeinden Belm (Kreis Osnabrück) die ersten Kunden bereits Glasfaserprodukte der Telekom mit Geschwindigkeiten bis zu 1 Gigabit.

Mit dem gemeinsamen Ausbau von Glasfasernetzen erschließt Glasfaser Nordwest mit Sitz in Oldenburg auch bislang unterversorgte Gebiete. Das Gemeinschaftsunternehmen vermarktet keine Telekommunikationsdienste direkt an Endkunden. Ihr Auftrag ist es, EWE, Telekom und anderen Telekommunikationsunternehmen wettbewerbsoffen Glasfaserzugänge anzubieten. Andere Unternehmen können diese Glasfaserinfrastruktur zu festgelegten Konditionen einkaufen (wholebuy), mit eigenen Produkten „veredeln“ und ihren Endkunden als eigenständiges Produkt anbieten.

In den ersten beiden Jahren werden die auszubauenden Gebiete vorab festgelegt. Die beiden Mutterunternehmen Telekom und EWE bauen aus. Im Anschluss vergibt Glasfaser Nordwest die Ausbaugebiete in einem wettbewerbsoffenen Auswahlverfahren – auch an Dritte. Wettbewerbsoffenen bedeutet, dass Glasfaser Nordwest sich für das beste Angebot zum Infrastrukturausbau entscheidet.

Komplett unwirtschaftliche Ausbaugebiete werden aber weiterhin auf Fördermaßnahmen angewiesen sein. An diesen wird sich Glasfaser Nordwest aus kartellrechtlichen Gründen nicht beteiligen, so die Meldung des Unternehmens.

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caschy

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16 Kommentare

  1. Hier in Oldenburg Stadtteil Eversten wird schon seit 6 Wochen Glasfaser in die Erde verbuddelt. Ist auch bitter nötig, denn über Kupfer (DSL) gibt’s bis jetzt nur 16er Ltg.

    • Richard Rosner says:

      Ist denn schon absehbar, wie die Preisgestaltung ausfallen soll?

      • Man kann die entsprechenden Tarife von Telekom oder EWE (bzw. der Tochterunternehmen SWB oder osnatel) buchen.

      • Die Preise der Telekom sind bekannt:
        50MBit 39€
        100MBit 45€
        250MBit 55€
        500MBit 59€
        1GBit 79€
        – 3% MwSt und Abzug von irgendwelchen Neukundenrabatten.

      • Werner Labuhn says:

        Das Gemeinschaftsunternehmen vermarktet keine Telekommunikationsdienste direkt an Endkunden. Ihr Auftrag ist es, EWE, Telekom und anderen Telekommunikationsunternehmen wettbewerbsoffen Glasfaserzugänge anzubieten. Andere Unternehmen können diese Glasfaserinfrastruktur zu festgelegten Konditionen einkaufen (wholebuy), mit eigenen Produkten „veredeln“ und ihren Endkunden als eigenständiges Produkt anbieten.

        • Richard Rosner says:

          Schon gesehen. Aber die beiden werden sich ja wohl kaum selbst ins Knie schießen, wenn sie letzten Endes ausbauen und die Kunden zur Konkurrenz gehen, weil es da günstiger ist

    • Also zumindest große Teile des Ausbausgebietes werden bisher per Vectoring und Supervectoring versorgt. Teils von der Telekom, teils von EWE.

  2. Gebiete sind Unterversorgt, wo keine 100 Mbit/s Download möglich sind. Da dürften vor allem Wohngebiete erschlossen werden, die zu weit vom DSL Verteiler liegen. Häuser im richtigen Außenbereich dürften im Fördergebiet liegen. Die Glasfasernetze sind nicht reguliert, daher gibt es dort nur Konkurrenz mit höheren Preisen. Der Glasfaser Ausbau muss sich lohnen, da überall Glasfaser ausgebaut wird.

    • Tatsächlich werden bisher hauptsächlich Gebiete erschlossen, bei denen Telekom oder EWE bereits FTTC ausgebaut haben. „Unterversorgt“ heißt in diesem Zusammenhang, dass bisher kein FTTH verfügbar war.

      • FFTC heißt Glasfaser bis zum Verteilerkasten. Alle Verteilerkasten werden Glasfaser haben. Bei uns haben die Stadtwerke Glasfaser in große Teile der Innenstadt verlegt, wo es sicher zumeist sehr gutes DSL gibt. Sieht irgendwie nicht nach unterversorgte Gebiete aus. Vielleicht war das auch ein Konjunkturprogramm für den Tiefbau oder das Bewohner von Trendvierteln beglückt werden konnten. Glasfaser wird jetzt überall sehr stark ausgebaut. Problem ist teilweise, dass die Vorab Nachfrage fehlt.

        • Richtig, FTTC bedeutet Glasfaser bis zum Verteilerkasten.

          Glasfaser bis ins Haus ist der logische nächste Schritt.

          Die ursprüngliche Aussage (laut Artikel und Telekom-Pressemitteilung) war übrigens, dass Glasfaser Nordwest *auch* bisher unterversorgte Gebiete erschließen will. Aber der Schwerpunkt bei den insgesamt geplanten 1,5 Mio HH wird sicher in der Aufrüstung der FTTC-Gebiete von Telekom und EWE liegen.

          • Für richtig schlecht Versorgte Gebiete gibt es Bundesförderung. Die Bundesförderung beantragen die örtlichen Kommunen, die dann denn bei Bewilligung den Glasfaser Ausbau öffentlich Ausschreiben. Die Ewe bewirbt sich bei Kommunen auch um so welchen Ausbau. Der Ausbautopf dürfte nach der letzten 5G Auktion noch sehr voll sein. Ohne Förderung dürfte kein Unternehmen in unterversorgte Gebiete Glasfaser verlegen. Bei Ausbau ohne Förderung wird der Ausbau meistens erst begonnen, wenn genug Vorverträge unterschrieben wurden. Teilweise wurden komplette kleinere Gemeinden mit Außenbereich mit Glasfaser beglückt.

  3. Bei uns wurde das Glasfaser-Leerrohr Ende 2018 von EWE verlegt, bis heute ist noch kein Anschluss in Sicht. Vor kurzem flatterte die EWE-Werbung für einen DSL Anschluss ins Haus (max. 50 MBit).

  4. Caschy, du kommst ja auch aus der EWE Region. Vielleicht kannst du mal über die Pressemitteilung berichten, in der die EWE die neuen Glasfaser Tarife bekannt gegeben hat. Gab nur wenig berichte, über besseren Speeed.

    In wirklichkeit ist der Upload massiv gekürzt worden, nahezu lächerlich für Glasfaser und IPV6 gibts im Jahr 2020 gar nicht. Heißt IPV6 dienste sind gar nicht zu erreichen. Siehe https://twitter.com/Moin_EWE/status/1250416373055901696

  5. Meine Eltern waren so doof und so klug vor 25 Jahren wo sie sich nen Haus gebaut haben sich glasfaser vom verteilerkasten zum Haus verlegen zu lassen. Aber die Telekom setzt in der Region noch immer auf kupfer. Und deswegen haben sie ganze 2mbit. Und das ist schon schnell für die. Bis vor Nen paar Jahren hatten sie nur 384kbit trotz glasfaser. Obwohl Neubaugebiet und nur 10km von ner Großstadt entfernt.

    Wie kommt es dass in 2. Welt Ländern wie Bulgarien und Rumänien das Internet mobil und via Kabel so schnell ist und Deutschland noch immer im letzten Jahrtausend unterwegs ist. Privat ist das schon blöd, aber für die Wirtschaft ist das ein regelrechter Maulkorb. Wenn sich in einer kleinen Firma 10 Mitarbeiter ne 2mbit Leitung teilen müssen.

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