Fraunhofer HHI gibt En- & Decoder-Software für H.266/VVC frei

Das Fraunhofer HHI (Heinrich Hertz Institute) hatte bereits im Juli 2020 den neuen Videocodec H.266 alias VVC vorgestellt. Als Partner sind etwa Huawei, Apple, Intel, Qualcomm, Sony, Microsoft und mehr dabei. Was will man gegenüber dem etablierten H.265 / HEVC bieten? Nun bei identischer Bildqualität wolle man bis zu 50 % an Datenbedarf einsparen. Geeignet ist der Videocodec somit insbesondere für 4K- und 8K-Videos. Im Juli hatte man bereits die ersten En- und Decoder angekündigt. Nun ist es so weit und sie sind da.

Entwickler und Entwicklerinnen auf der ganzen Welt seien laut dem Fraunhofer HHI dazu eingeladen, ein breites Spektrum an Anwendungen für den neuen Videokodierstandard zu schaffen. Ihr findet die En- und Decoder auch bei GitHub. Sie nennen sich Versatile Video Encoder (VVenC) und Versatile Video Decoder (VVdeC). Der Quellcode ist somit dort ab sofort für die nicht-kommerzielle Nutzung frei verfügbar.

Bei VVC werden auch High Dynamic Range (HDR) und omnidirektionales 360-Grad Video voll unterstützt. Man darf gespannt sein, wie VVC sich nun so etablieren wird. Konkurrenz-Codecs, wie etwa AV1, gibt es ja zur Genüge.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. Ist schön zu sehen, daß die Entwicklung weiter voranschreitet. Aber ehrlich gesagt frage ich mich, wie viele Videocodecs diese Welt eigentlich noch braucht?

    • Was is denn das bitte für eine kurzsichtige Frage? Auf dem Papier stehen da zumindest mal 50% geringere Größe bei identischer Qualität. Mit den steigenden Auflösungen und damit auch den Größen der Quelldateien ist das unabdingbar! Um deine Frage zu beantworten, die Welt wird noch so einige brauchen!

    • Weniger Daten müssen fürs Streaming übertragen werden, damit Einsparen von Energie. Das allein sollte schon reichen, um eine ständige Weiterentwicklung zu rechtfertigen.

    • Ja hä ist halt die Weiterentwicklung von HEVC, welche von AVC der Nachfolger ist. Und wenn man 50% Daten sparen kann bei gleicher Qualität, das will schon was heißen! Dann kann man auch FullHD-Filmchen wieder auf CDs brennen oder gar 4K auf den guten alten DVDs! Zwar unnötig, aber es zeigt, wie wichtig Komprimierung ist. Weniger Auslastung im Netzwerk ist meist der gewünschte Effekt, gerade im Streaming über Mobilfunk etc.

  2. Ich vermute, der Erfolg eines neuen Codecs steht und fällt mit dem Support in Hardware durch die Prozessor-/GraKa-/SoC-Hersteller.

    Bis VVC da unterstützt wird, dürfte noch viel Zeit vergehen. AV1 wurde Ende März 2018 freigegeben – und jetzt, 2,5 Jahre später, gibt noch fast keine Hardware für den Massenmarkt für Codierung/Dekodierung (und selbst H.265 wird z.B. in IP-Kameras oft noch nicht unterstützt).

    AV1 wurde von der „Alliance for Open Media“ entwickelt – und der gehören so viele bedeutende Unternehmen an, daß ich da einem bei kommerziellem Einsatz vermutlich kostenpflichtigen VVC nur wenig Chancen einräume:

    Amazon, Apple, ARM, Cisco, Facebook, Google, IBM, Intel, Microsoft, Mozilla, Netflix, Nvidia, Samsung, Tencent

  3. die Durchsetzung des Codes wird in. erster Regel von dem Support der Entwickler abhängig sein, denke da wird man mit Fraunhofer Institutionen einen stabilen verlässlichen Partner haben die entsprechend z.B. auf Lücken schneller reagieren werden können

  4. Geht weg, AV1 ist kostenlos und gleichwertig.

  5. Hast meinen Satz aber geklaut…

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