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Fitbit Versa 3 ausprobiert – Gute Smartwatch mit Potenzial

Im August hat Fitbit neue Hardware für diejenigen vorgestellt, die sich nach einer neuen Smartwatch umsehen. Mit dabei waren die Fitbit Sense – André hat seine Meinung darüber bereits kundgetan – und die Fitbit Versa 3. Letztgenannte war nun eine Weile bei mir zu Hause und hat einen Eindruck hinterlassen, den ich gern mit euch teilen möchte.

Wer sich das Wearable bestellt, bekommt die Uhr selbst, ein Armband in zwei Längen, ein Ladegerät und etwas Papierkram. Das Armband ist aus Silikon und wird einfach ins Gehäuse geklippt. Sieht meiner Meinung nach nicht wirklich vertrauenswürdig heraus, da die Aufnahme des Armbands im Gehäuse wirklich nur sehr dünn ist. Gibt sicher Fälle, bei denen das Band einfach so aus dem Gehäuse gezogen wird, habe ich aber nicht provoziert. Hat sich im Alltag als in Ordnung erwiesen.

Fummelig finde ich den Verschluss des Bandes, der ähnlich funktioniert wie bei dem Sportband der Apple Watch. Ihr schiebt das Band durch die Aufnahme im anderen Ende des Bandes und drückt dann den Stift in ein passendes Loch. Wer damit nicht zurechtkommt, muss sich eines der verfügbaren, anderen Armbänder zulegen.

Das Design der Uhr ist ansehnlich und man sieht, dass es sich um eine preiswertere Version der Sense handelt. Das Gehäuse ist gefällig abgerundet und beherbergt das 40 mm große Display, das ordentlich scharf ist und in puncto Farbdarstellung und Helligkeit auch Punkte sammeln kann. Konkret handelt es sich um ein AMOLED-Panel mit einer Auflösung von 336 x 336 Pixeln. Die Verarbeitung der Uhr an sich ist wirklich gut. Das Displayglas läuft leicht abgerundet in das Gehäuse und hinterlässt somit auch keine groben Kanten. An der Unterseite der Uhr ist noch ein Herzfrequenzmesser zu finden.

Bedient wird die Versa über den Touchscreen, an der Seite ist noch ein kapazitiver Button – eigentlich eher ein Touch-Sensor. Eben jener ist aber so dumm platziert, dass man fast halb unter die Uhr greifen muss, um eine Aktion auszulösen. Weiterhin ist es mir ab und an passiert, dass ich den Button versehentlich aktivierte, wenn mein Handgelenkt entsprechend angewinkelt war. Keine Ahnung, warum man den nicht weiter oben an den Rahmen gesetzt hat. Neben der schlechten Erreichbarkeit reagierte der Button in meinem Test auch eher stiefmütterlich. Erst nach zwei oder drei Versuchen wurde dann doch mal eine Aktion ausgelöst. Nervig. Da man damit auch Alexa startet, kam es dazu, dass die Assistentin nur am Anfang bei mir aktiv war. Im Verlaufe des Tests versuchte ich den Button so gut es geht zu vermeiden, nur blöd, da man damit zum Homescreen zurückkommt.

An sich ist die Uhr aber äußerlich wirklich schick und der Touchscreen reagiert relativ zügig auf Eingaben des Benutzers. Die Sense sieht zwar edler aus, da dort ein Edelstahlrahmen verbaut ist, aber auch die Versa kann sich sehen lassen und zerkratzt vor allem nicht so schnell. Noch ein Wort zum Armband. Nach langem Tragen reagierte meine Haut auf das Silikon, wurde rot und fing an zu jucken – ja ich nehme die Uhr zum Duschen etc. ab. Das ist was, was ich beispielsweise gar nicht abkann, passiert mir mit dem Sport Band der Apple Watch nicht. Keine Ahnung, ob es bestimmte Weichmacher im Band selbst sind, die ich nicht vertrage, aber wer ähnliche Erfahrungen mit Silikonarmbändern gemacht hat, sollte hier vielleicht direkt zur Alternative Leder, Stoff oder ähnlichem greifen.

Die Versa 3 ist natürlich nicht nur eine Uhr, sondern kann euch auf Wunsch auch benachrichtigen, wenn neue Nachrichten eingehen, Trainings loggen, den Schlaf messen und vieles mehr. Beim Thema Benachrichtigung möchte ich gern ein Wort zum Vibrationsmotor verlieren. Dieser ist meiner Meinung nach kaum spürbar, wenn ihr den Arm nicht gerade ruhig haltet. Da gefällt mir das Klopfen der Apple Watch deutlich besser. Müsst ihr selbst mal ausprobieren.

Wenn ihr Sport macht, habt ihr die Auswahl aus 20 verschiedenen Trainings wie HIIT, Gehen, Laufen, Pilates etc. Die Uhr erkennt ganz gut auch automatisch, wenn ihr spaziert, joggt oder andere Dinge macht. Das gefällt mir persönlich ganz gut und erfordert auch nicht mal eine Interaktion des Nutzers. Die Daten landen danach zuverlässig in der App. Bezüglich Genauigkeit der Daten sieht es bei der Herzfrequenzmessung ganz gut aus. Die Versa liefert annähernd gleiche Daten wie die Apple Watch. In puncto Schritte sieht die Sache da schon anders aus. Die Versa scheint sensibler auf Bewegungen zu reagieren. Im Schnitt zeigte mir die Fitbit-Uhr 1500 – 2000 Schritte mehr an als das Apple Pendant.

Auch das GPS muss ich leider bemängeln. Anscheinend hat die Versa dasselbe Problem wie die Sense. Es dauert fast eine Minute, bis ein Signal gefunden wird und ab und an hatte ich auch Abbrüche – auf freiem Feld. Das ist insoweit ärgerlich, wenn ihr Laufstrecken etc. erfassen möchtet. Dadurch zeigte die Fitbit dann ab und an 400 Meter weniger an, als die Watch. Gemessen bei einer 5 km-Strecke.

Das Schlaftracking funktioniert gut und zuverlässig. Die Uhr teilt die Daten dann in Wachphasen, REM-, Leicht- und Tiefschlaf-Phasen ein. Am Ende bekommt ihr einen Score für die Schlafqualität angezeigt und auch Informationen zur geschätzten Sauerstoffabweichung. Herzfrequenz-Daten und Unruhe-Informationen gibt es nur für Premium-Abonnenten. Ein Abo kostet entweder 10,49 monatlich oder 80 Euro jährlich. Kann eigentlich nicht sein, dass nicht mal so einfache Sachen wie die Herzfrequenz-Daten ohne Abo angezeigt werden.

Noch eine Meinung zur App, die meiner Meinung nach vollkommen überladen ist. Ich persönlich hätte als Nutzer überhaupt keine Lust mich durch den Wust an Informationen und Optionen, Community-Features etc. zu quälen. Die meisten Käufer wollen mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit einen Helfer für Fitness und Co., der möglichst einfach und ordentlich alle Daten anzeigt. Ist hier meiner Meinung nach nicht der Fall. Gefallen hat mir hingegen die Akkulaufzeit der Versa 3, man kommt mit einer Ladung gut 6 Tage um die Runden.

Fitbit Versa 3 – Mein Fazit

Fitbit hat hier meiner Meinung nach eine gute Smartwatch produziert, die jedoch mit ein paar Macken zu kämpfen hat. Die Uhr ist in puncto Hardware nicht zu bemängeln. Punkte wie GPS-Schwächen oder die meiner Meinung nach nicht wirklich optimale App trüben das Ergebnis jedoch. Hier könnte man sicher mit Software einiges ausbügeln, doch da zeigte sich Fitbit in der Vergangenheit nicht immer willig. Dass man für Informationen, die meiner Meinung nach zum Umfang dazugehören sollten, ein Premium-Abo braucht, das nicht mal günstig ist, geht gar nicht.

Weiterhin muss man sich überlegen, wie man mit den eigenen Daten hantieren will. Google kauft Fitbit und es gehen immer mal wieder Gerüchte um, dass der Konzern aus Mountain View die Daten der Nutzer monetisieren will. Das Thema sollte man im Auge haben, wenn man sich gerade nach einem Fitness-Tracker oder einer Smartwatch umschaut.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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19 Kommentare

  1. Einmal Fitbit und nie mehr, meine hat nicht mal ein Jahr lang gehalten, von schlechten Verbindungen und Synchronisationen wollen wir da erst gar nicht reden, geschweige vom miserableren Support.

  2. Ich habe meine Fitbit Versa 2 seit dem Start und bin sehr zufrieden damit. Habe mir eigene kleine Programme geschrieben, mit denen ich vom Handgelenk mein Smarthome steuern kann (z.B. Garage öffnen oder Haustür öffnen) und nutze über das kostenlose Revolut-Konto Fitbit Pay. Hatte ein paar Probleme mit der Synchronisation aber seitdem ich auf meinem Galaxy-Handy die Fitbit-App im Multitasking-Modus auf „gesperrt“ gesetzt habe, die App also nicht mehr beendet wird, läuft alles perfekt.

    Die Akkulaufzeit von ca. 7 Tagen ist echt unübertroffen und ich würde mir die Fitbit immer wieder holen. Allerdings sind für mich alle Sport-Sachen und Pulsmessung etc. total nebensächlich. Ich nutze die Uhr nur für die Zeit, Benachrichtigungen, Smart-Home-Steuerung und Bezahlen.

    • @Jemand

      „Die Akkulaufzeit von ca. 7 Tagen ist echt unübertroffen…“

      Ist so nicht ganz richtig – meine Uhr hält 4 Wochen.

      • Smartwatch mit Always-on-Display und gleich großem Display? Welche soll das sein?

        • Amazfit Bip…

          • Wolfgang D. says:

            @Bitfox „Bip“

            Bip? Chinacrap, war zu erwarten. Dazu ist das nutzbare Display für meine Augen und Finger viel zu klein.

            Meine Bip, Mi Bänder, Honor Watch 2, etc. liegen so gut wie ungenutzt seit langem in der Ecke, weil Akkulaufzeit allein dann doch nicht reicht.
            Garmin Pay, TOTP Generator App für 2FA, und einige Schmankerl mehr, da will ich nicht mehr drauf verzichten. Selbst wenn es nur selten gebraucht wird. Und natürlich nicht auf die für mich ausreichende, mind. 120h Laufzeit.

  3. Ich hätte gern eine Smartwatch, Nur leider muss man dann akzetieren, mit einer Wanze am Arm zu leben. Dann siegt dann doch dei Vernunft und ich verzichte. Schade. Eine offene Alternative, die ohne kommerzielle Datensammelei auskäme… gibt es so etwas?

  4. (Ausschlag) Gut, dass bei mir gleich Fremdarmbänder montiert werden, hat schon mal einen Negativpunkt ausgespart.

    Die an sich tolle Sense ging nach wenigen Tagen vor allem zurück, weil die App zur Werbetafel für ein Abonnement verkommen ist. Man darf extra zahlen, um seine eigenen Daten sehen zu können, echt der Hammer wenn die damit durchkommen. Schade um die an sich gute Hardware und Bedienbarkeit von Versa 3 und Sense.

    Meine vorhandene Versa 2 wird also über kurz oder lang ebenfalls ersetzt. Venu, oder ein verbesserter Nachfolger der Venu SQ, mal schauen.

    • Ich hab mir die Venu geholt, und hochzufrieden.
      Das einzige, was ich bisher noch nicht geschafft habe, ist, die Venu mit meinem Edge 830 zu koppeln … der findet die Uhr nicht.
      Und endlich ein ordentliches Fahrrad-Tracking, das sucht man bei Fitbit vergeblich.

      • Hans Günther says:

        Zum Fahrrad Tracking reicht doch die Venu..
        Seit ich meine Vivoactive 4S habe, lasse ich meinen Edge Explore (auf bekannten Routen) immer öfter zuhause.

        • Zum normalen Fahrradtracking bleibt der Edge auch zuhause. Beim Mountainbiking finde ich das größere Display angenehmer.
          Ich fahre mit dem Rad auch gerne mal Touren von Komoot ab, die ich noch nicht gemacht habe, da ist die Orientierung auf dem größeren Display auch einfacher.
          Ich höre bei längeren Touren gerne Musik, daher die Venu und nicht die Vivo active, die von der Funktionen ja sehr ähnlich sind.
          Keine Sync-Probleme mehr, und vor allem habe ich Zugriff auf all meine Daten, für die ich bei Fitbit noch mal zusätzlich zur Kasse gebeten werde.
          Und wozu sich Fitbit, zumindest in der App, auf die Anzeige der Ruhe-HF beschränkt, weiß wohl nur der Konzern selbst…… ich muss/will die aktuelle HF während einer Aktivität wissen.

  5. Zum Thema Ausschlag: Silikon ist von Haus aus weich und hat daher keine Weichnacher. LG

  6. So gut die Hardware auch ist, die Software ist komplett Schrott.
    Ich hab mit meinen Pixel-Phones nie Sync-Probleme gehabt, selbst bei den vergleichsweise störrischen Mi-Bändern nicht. Mit der Fitbit-App braucht es zig manuelle Versuche, zu syncen.
    Der Support besteht aus Standard-Textbausteinen.
    Dinge wie Fahrradtracking sind gar nicht vorgesehen.
    Den Vogel abgeschossen hat Fitbit mit seinem Premium-Abo….. inzwischen soll man schon für Grundfunktionen zahlen.
    Den Wechsel zur Konkurrenz (Garmin Venu) habe ich noch keinen Tag bereut, auch wenn die für mich schon ziemlich overkilled ist als Freizeitsportler. Aber dafür kann ich die HF auf meinen Edge senden und hab die HF auch beim Radfahren im Blick.
    Und vor allem brauche ich nix bezahlen, um meine eigenen Daten anschauen zu können.

  7. Hans Günther says:

    Ich bin seit jeher im Team Garmin und damit rundum zufrieden.
    Ich hatte die Forerunner 35 und jetzt die Vivoactive 4S.
    Zum Navigieren beim Radfahren nutze ich einen Edge Explore. Der hat mich schon sehr zuverlässig über die Alpen geführt.

    Mittlerweile funktioniert auch die Kopplung/Synchronisation sehr zuverlässig!

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