Facebook testet aktuell einen Downvote-Button

Facebook experimentiert derzeit mit einem Downvote-Button. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um einen Dislike-Button. Vielmehr kann man mit dem neuen Button derzeit auf ausgewählten öffentlichen Pages Kommentare quasi negativ bewerten. Das Prinzip dahinter klingt für mich aber schwierig: Laut Facebook soll der Downvote-Button den Nutzern helfen irrelevante, beleidigende und unpassende Kommentare auszublenden. Doch wer das Internet kennt, der weiß, dass oft auch sachlich völlig korrekt und höfliche Comments bei Usern auf der Abschussliste landen können, wenn sie einfach nicht zu ihrem Weltbild passen.

Ein ideales Beispiel sind Fan-Communities zu Bands, Filmen, Büchern oder ähnlichem: Schon eine geringfügige Kritik am Material kann unter Fanboys und Fangirls einen Flamewar auslösen. Hier sehe ich für den Downvote-Button bei Facebook dann auch das Potential, am Ende mehr Schaden als Nutzen zu bringen. Aktuell muss man sich darum aber hierzulande (noch) keine Gedanken machen. Denn Facebook testet seinen Downvote-Button derzeit nur in den USA.

Markieren Nutzer einen Comment mit einem Downvote, können sie auch noch eine weitere Angabe ergänzen. Der jeweilige Kommentar kann als „Beleidigend / Anstößig“, „Irreführend“ oder „Off-Topic“ gebrandmarkt werden.

Öffentlich soll übrigens ohnehin nicht sichtbar sein, wie viele Downvotes ein Kommentar erhalten hat. Das entkräftigt meine eingangs vorgebrachten Bedenken natürlich etwas. Vielmehr will Facebook so für sich selbst Daten zusammenraffen, um die Community besser zu verstehen. Einen Dislike-Button soll es übrigens weiterhin nicht geben. Hier bleibt das soziale Netzwerk bei der Ansicht, dass ein solcher Button die Gemeinschaft nur spalten würde.

Offen ist natürlich, was Facebook genau mit den gesammelten Daten anfangen will: So könnte man natürlich User auf dem Kieker haben, deren Comments häufig mit Downvotes versehen werden. Folgerichtig könnte man hinter den Kulissen mit unliebsamen Kommentaren so verfahren, dass jene möglichst nicht hervorgehoben werden. Hier ist eben vieles zu den möglicherweise geplanten Verfahrensweisen offen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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2 Kommentare

  1. Damit können die Filterblasen dieser Welt also weiter eingeengt werden? Finde ich so nicht transparent und somit auch nicht gut.

  2. Man schaue sich nur mal das Forum von Heise an…

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