Facebook: Neue Datenschutzeinstellungen für EU-Regulierungs-Konformität


Hätte sich Facebook einmal die letzten Jahre so viel um die Privatsphäre der Nutzer geschert, wie es nun der Fall zu sein scheint, wäre uns einiges erspart geblieben. So sind die jetzigen Maßnahmen alles nur Reaktionen auf Dinge, die eigentlich gar nicht erst vorkommen sollten. Auch die heutige Ankündigung über verbesserte Privatsphäre bei Facebook ist dabei nur eine Reaktion auf die General Data Protection Regulation (GDPR) der EU. Die Änderungen beziehen sich aber nicht nur auf EU-Bürger, sondern werden für alle Facebook-Nutzer verteilt, unabhängig davon, wo sie leben oder den Dienst nutzen.

Facebook wird beginnend diese Woche Nutzer zu ihren Privatsphäreeinstellungen befragen, Sie können dann direkt aus der Befragung heraus Änderungen vornehmen, zum Beispiel bezüglich der verwendeten Daten von dritten Seiten für die Anzeige von Werbung bei Facebook. Das kann man künftig auch deaktivieren, sodass das eigene Surfverhalten keinen Einfluss auf die angezeigte Werbung bei Facebook hat.

Ebenso wird Facebook noch einmal bei den Nutzern nachhaken, ob man Profilinformationen wie Religion, Beziehungsstatus oder die politische Einstellung weiterhin mit Facebook teilen möchte, damit das Netzwerk diese verarbeiten kann. Dabei handelt es sich um optionale Angaben, man kann diese auch einfach aus seinem Profil löschen.

Neuigkeiten gibt es auch beim Thema Gesichtserkennung. Seit sechs Jahren bietet Facebook die Möglichkeit an, allerdings nicht in der EU. Mit den Änderungen jetzt, werden auch Nutzer in der EU und in Kanada die Möglichkeit haben, die Gesichtserkennung zu aktivieren (oder sie deaktiviert zu lassen). Genutzt wird sie zum Beispiel für Tagging-Vorschläge beim Foto-Upload oder auch, um zu erkennen, wenn jemand anderes ein Profilbild nutzt, das nicht seines ist.

Änderungen gibt es auch für europäische Jugendliche. Im Alter zwischen 13 und 15 Jahren werden sie eine weniger personalisierte Version von Facebook zu sehen bekommen. Das betrifft sowohl Sharing-Optionen als auch angezeigte Werbung. Bis die Einwilligung der Eltern vorliegt. Diese Funktion wird nur in den Ländern verfügbar sein, die das gesetzlich fordern.

Ab dem 25. Mai tritt GDPR in Kraft, bis dahin werden alle EU-Nutzer mit den neuen Einstellungen konfrontiert gewesen sein. Danach wird Facebook diese Optionen auch dem Rest der Welt anbieten. Während dieser Punkt eher freiwillig ist, ist der Rest der Optionen aber einfach ein mit Gesetzen konform gehen, kein „uns liegt die Privatsphäre der Nutzer am Herz.“

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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2 Kommentare

  1. Und da soll noch einer sagen, die EU bringt uns nichts Gutes.

    • Was gutes in dem Sinne, dass die Nutzer davon einen Vorteil haben, sehe ich nicht. In erster Linie wird mit solchen Regelungen den Anbietern das Leben schwer gemacht. Man kann sowas auch überregulieren. Aber gut, wenn die Politik keine wichtigeren Probleme zu lösen hat …

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