Facebook ermöglicht Nutzung der App via Tor unter Android

artikel_facebookSeit 2014 können Facebook-Nutzer auch via Tor auf Facebook zugreifen, Facebook hat hierfür eine eigene Onion-Adresse eingerichtet. Das ermöglicht zumindest die Nutzung von Facebook via Tor-fähiger Browser. Nun geht Facebook den nächsten Schritt und ermöglicht auch eine Nutzung via Tor über Facebook für Android. Neben der Facebook-App wird dafür auch noch die Orbot Proxy-App benötigt. Ist diese installiert, findet man in den Einstellungen der Facebook-App den Punkt „Facebook over Tor“, wo man dann die entsprechende Aktivierung zur Nutzung von Tor via Orbot vornehmen kann.

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Einziger Haken bei Aktivierung von Tor: es gehen alle Benachrichtigungen verloren, da diese nicht via Tor verschickt werden können. Informationen zu Tor unter Android gibt es an dieser Stelle, die Installation von Orbot kann via Play Store, F-Droid oder manuell erfolgen. Ins Leben gerufen wurde die Tor-Unterstützung von Facebook für Android übrigens von einem Sommerpraktikanten, später wurde die Idee dann vom Protect & Care Team in London weitergeführt.

Facebook geht hier sicher einen wichtigen Schritt. Die Nutzung von Tor auf die mobile App auszuweiten, wird nur der steigenden mobilen Gesamtnutzung gerecht. Dass Facebook hierfür sogar in Kauf nimmt, keine Benachrichtigungen mehr auszuliefern und somit potentiell die Nutzungszeit der App sinkt, ist jedoch ein bisschen überraschend. Entweder die Tor-Nutzer fallen nicht so sehr ins Gewicht (was bezogen auf die Gesamtnutzer sehr wahrscheinlich ist) oder Facebook möchte Tor-Nutzer um jeden Preis im Netzwerk haben. Beides wäre verständlich. Die neue Unterstützung wird laut Facebook in den nächsten Tagen aktiviert.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

5 Kommentare

  1. Einziger Haken bei Aktivierung von Tor: Man ist dank Facebook nicht mehr anonym und somit wird Tor ad absurdum geführt. Wer in Ländern lebt, wo Facebook nicht erreichbar ist, kann auch einfach auf einen Proxy zurückgreifen.

  2. Der Sinn des Ganzen (FB + Tor) erschließt sich mir nicht, zumindest nicht anhand dieses Artikels. Klingt für mich nach einem gepanzerten Cabrio…

  3. @stan: In manchen Ländern ist die Nutzung von Facebook nicht möglich. Dort kann man sich dementsprechend nur über Tor oder VPNs mit Facebook,… verbinden.

  4. @Chris: Ah, OK, das macht schon mehr Sinn. Wenn ich „Tor“ lese, denke ich eher an Anonymität. Danke für die Aufklärung :).

  5. @Stan
    Tor wurde hauptsächlich vom US-Militär und Geheimdienst finanziert und entwickelt. Ziel war es, den Aufenthaltsort von Agenten an einem Ende einer Verbindung zu verschleiern. Dabei ist egal wo sie sich befinden. Wenn sie sich in fremden Ländern befinden und dort Aktivitäten nachgehen, können sie dort von Dritten nicht geortet werden.

    Tor muss aber öffentlich zugägnlich sein, jeder kann ein Exit Node betreiben. Sonst würde man bei Aktivitäten aus dem Tor-Netzwerk sofort wissen daß es sich um einen US-Agenten handelt. Viele Exit Nodes werden aber immer noch von der US-Regierung betrieben (was übrigens der letzte Job von Edward Snowden war).

    In manchen Ländern wird Facebook gesperrt (China, Syrien, etc). Wenn man sich dort befindet kann man Tor nutzen um Facebook aufzurufen. Man muss das nicht vor Facebook verbergen, sondern vor Dritten wie zBsp ISPs, die von der Regierung kontrolliert werden.