Epic Games vs. Apple: Ridley Scott äußert sich zum „Fortnite“-Spot

Bekanntermaßen liegen Apple und Epic Games aktuell im Clinch miteinander: Es geht um Geld, nämlich um die 30 % Provision, welche Apple für Käufe über den Apple App Store erhebt. Epic Games will mehr Kohle für sich behalten und geht auf die Barrikaden. Dabei versucht man auch mehr oder minder geschickt die Gaming-Community für das eigene Profitstreben zu mobilisieren – unter dem Deckmantel sich für die Freiheit zu engagieren. Dazu hat nun auch der bekannte Regisseur Ridley Scott („Blade Runner“) etwas zu sagen.

Warum ausgerechnet Scott sich zu Wort meldet? Nun, er drehte für Apple den bekannten 1984-Werbespot, welchen Epic Games sich für seine FreeFortnite-Kampagne zum Vorbild genommen hat. Dabei kopierte man das Original nahezu 1:1. Aber vergleicht selbst einmal. Es folgt der „Fortnite“-Spot.

Und unten findet ihr das Original von Ridley Scott:

Der Werbespot lief 1984 zum Super Bowl, um Werbung für den ersten Apple Mac zu machen. Was hält der Regisseur von Filmen wie „Alien“, „Gladiator“ oder „Black Hawk Down“ nun von Epic Games Tribut an seinen Original-Clip? Scott habe mit dem Studio nach der Veröffentlichung kommuniziert und gibt selbst zu Protokoll, dass er die Animationen und die Idee großartig finde, er sich aber gewünscht hätte, dass man das Video für einen besseren Zweck verwende.

So hätte man aus dem Thema mehr machen können und ein derartiges Video für Freiheit oder Demokratie einsetzen können – nicht für mehr Umsatz mit einem Videospiel. Für nicht eingeweihte: Auch Scotts Spot ist nicht ohne eine zentrale Inspiration, nämlich natürlich George Orwells „1984“, ein dystopisches Buch, das ein totalitäres Regime und einen extremen Überwachungsstaat thematisiert.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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13 Kommentare

  1. Lol

    „So hätte man aus dem Thema mehr machen können und ein derartiges Video für Freiheit oder Demokratie einsetzen können – nicht für mehr Umsatz mit einem Videospiel.“

    Mehr Umsatz mit einem Apple-Computer war 1984 aber okay? Also bitte, viel mehr Heuchelei geht ja kaum.

    • Das habe ich auch direkt gedacht.

    • Abgesehen davon geht es im weitesten Sinne ja um Freiheit. Wenn auch eine eher digitale Freiheit. Eben die Freiheit auch einen anderen Store zu wählen und nicht ein Zwangsmonopol zur Veröffentlichung für ein sowieso schon sehr geschlossenes Ökosystem nutzen zu müssen.

      Klingt das weit hergeholt? Vielleicht… aber ein Stück weit geht es eben genau darum.

  2. Finde es befremdlich, dass es Epic nicht nur um 30 % Umsatz sondern vor allem um die Einschränkung von Apple auf iOS und iPadOS geht und dies in Artikel ganz anders dargestellt wird.
    Schon lustig, wenn man auf seinem iPhone noch nicht mal eine Freeware installieren kann ohne die Zustimmung des Herstellers so sieht die Freiheit also aus Apple Sicht aus.

    • Nein, Epic geht es „nicht nur“ um den Umsatz, Epic geht es „ausschließlich“ um das Geld, sonst gar nichts… das ist die einzig mögliche logische Herleitung aus allem, was die in den letzten Jahren so getrieben haben.

    • iOS ist closed Software, natürlich bedarf es einer Kontrolle/Zustimmung durch den Hersteller.

    • Befremdlich ist es, dass man einem umsatzorientierten Unternehmen mehr glaubt, als dem anderen umsatzorientierten Unternehmen, nur weil die kommunizierten Motive einem „edler“ erscheinen. Rosa-rote Brille und so. Dieses ganze „Wir sind der Robin Hood der Spieleindustrie“ ist Fassade. Das ist aus Marketingsicht sicher clever. Normalerweise ist der, der klagt, fast immer der blöde.
      Am Ende hat weder der Gamer noch der Entwickler etwas davon 🙂

    • Epic geht’s um kostenlosen Zugang zu einem riesigen Markt und kostenlosen Zugang auf fremde Infrastruktur.

  3. Weder Epic noch Apple sind Heilsbringer. Allerdngs möchte ich die 30% von Apple mal anders veranschaulichen: Die gewaltige Mehrheit in D., etwa 90% zahlt deutlich unter 30% Lohnsteuer! Und ich denke, der Staat leistet viel mehr für die Gesellschaft als Apple für dir Anbieter.

    • Respekt – ich dachte ich hätte jeden unpassenden Vergleich bereits gehört.
      Den Staat mit einem privaten, gewinnorientiertem Unternehmen zu vergleichen ist aber nochmal eine neue Qualität.

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