ekey uno ausprobiert: Fingerprint mit Akku und Funk wird zum Türöffner

Ich habe mir einmal einen ekey uno angeschaut. Das ist vielleicht eine Nischenlösung für viele unserer Leser, aber dennoch mal erwähnenswert. Biometrische Zutrittslösungen gibt es einige. eKey aus Österreich ist aber für mich ganz nett gewesen, weil man da nämlich mit Nuki zusammenarbeitet. Aber der Reihe nach.

Der ekey Uno ist ein Fingerabdruckleser. Diesen kann man mit kompatiblen Schlössern koppeln und dann sollte man über seinen Finger die Tür öffnen können. Der ekey uno ist aus Kunststoff und wird mit einem mitgeliefertem Akku betrieben. Er kann im Eingangsbereich angeschraubt werden. Alternativ gibt der Hersteller einen bombenfesten Kleber auf einer Rückenplatte mit. Tja, Thema Diebstahlschutz: Natürlich kann jeder mit Gewalt den Leser abreißen, aber eben nichts damit anfangen. So verhält es sich auch mit smarten Klingeln oder Kameras.

Von der ersten Einrichtung bis zur Nutzung vergehen im besten Fall nur wenige Minuten. Bei der Ersteinrichtung spannt der ekey uno ein eigenes WLAN auf und der Admin kann sich ein Konto anlegen – und natürlich gleichzeitig seinen Fingerabdruck mitgeben. Hier kann man dann über die App auch mehrere Finger, maximal 10, hinterlegen. Der ekey selbst speichert keine Fingerbilder. Aus den biometrischen Merkmalen des originalen Fingerabdrucks, wie einzigartige Punkte, Linienendungen, Gabelungen, etc., wird ein Muster erstellt. Dieses Muster wird laut Unternehmen durch einen eigens entwickelten Software-Algorithmus in einen eindeutigen binären Zahlencode umgewandelt, abgespeichert und jedes Mal zum Vergleich herangezogen.

Danach koppelt man den ekey uno mit einem Schloss – in meinem Falle Nuki – und schon kann es losgehen. Der Leser selbst ist auch für den Außenbereich (IP54 und  von -20° bis 50°) geeignet und kann 200 Finger speichern – das macht dann als Gegenrechnung auch maximal 20 Nutzer. Die könnt ihr über die App einrichten, die für Android und iOS zur Verfügung steht. Die App selbst zeigt auch ein Log an, das ausweist, wann wer zugegriffen hat. Auch unbekannte Nutzer werden angezeigt. Fummelt jemand zu häufig falsch über den Leser, kann man diesen sperren. Wie es mit der Falschakzeptanzrate (FAR) aussieht? Sie beschreibt die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Person Zutritt bei einem Sicherheitssystem erhält, obwohl sie keine Berechtigung hat. Bei ekey-Fingerprints liegt diese bei 1 : 10 Millionen – vorausgesetzt, die Fingerbilder wurden richtig aufgenommen, so das Unternehmen.

Um überhaupt nützliche Dinge in der App sehen zu können, muss ich mich mit dem Schloss verbinden. Wie bequem das ist, ist auch Sicherheitssache. Das Schloss kann ein eigenes WLAN aufspannen, über welches ich mich verbinde. Doch alternativ kann ich es auch in mein WLAN bringen. Dauerhaft ist die App zumindest nicht für den Zugriff freigeschaltet. Passierte rund 10 Minuten nichts, dann müsste ich über meinen Finger am Schloss erst einmal wieder „freischalten“, damit die App sich mit dem Schloss verbinden kann. Von unterwegs also Dinge in der App schauen? Nö.

In der App kann man, wie bereits erwähnt, Nutzer einrichten und diese auch in Gruppen einteilen, die zu bestimmten Zeiten Zugriff haben. Im Falle von Nuki oder anderen Schlössern hat das vielleicht den Vorteil, dass die Nutzer weder App noch Code benötigen, sondern nur ihren Fingerabdruck. Das ekey uno kann Türen öffnen und schließen. Diverse Zustände werden über eine LED-Beleuchtung, die in ihrer Leuchtkraft regelbar ist, visualisiert.

Was schade ist: Der Akku soll locker ein halbes Jahr halten (Netzteil ist im Lieferumfang enthalten), angezeigt wird das aber nicht in der App, sondern nur am Schloss selbst – wenn es kritisch ist. Klar, reicht auch, wäre aber in der sonst kargen App ein Bonbon gewesen. Vielleicht hätte man auch noch weitere smarte Integrationen erledigen können, aber das klappt dann ja vielleicht über die App eines smarten Schlosses…

In der Benutzung fiel mir auf, dass ich mit einem klassischen Nuki gefühlt schneller drin bin. Ich nutze meist keinen Sprachassistenten, sondern klicke eine Komplikation auf meiner Apple Watch an. Anklicken, zack – drin bin ich. Bei ekey uno funktioniert das Öffnen und Abschließen meist sauber, es dauert aber definitiv etwas länger. Vor allem, wenn die Finger feucht sind – das konnte ich nach meinen Joggingrunden beobachten. Meine Frau musste ab und an auch zweimal den Finger auflegen.

Aber: Man kommt rein, mit seinem Finger. Man braucht keinen Schlüssel, keinen Code, keine Karte oder eine App. Nur einen Finger. Das ist ideal für Kinder, Eltern oder Vertraute. ekey sagt, dass der Spaß mit Fingerabdrücken von Kindern ab ca. 6 Jahren funktionieren würde, mein Sohn Max ist in dem Alter und wir können das bestätigen – er fand das Ganze recht cool.

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Horrorgeschichten mit abgetrennten Fingern? Nun ja, ekey sagt, dass man auch eine Vitalprüfung durchführe. Das habe ich dann aber mal lieber nicht getestet. Versicherungstechnisch ist so ein Schloss mit dem gekoppelten ekey-Mechanismus auch „egal“. Wichtig ist, dass die Tür abgesperrt war. Falsche Finger sind schwieriger als mir die Tür anders einzupölen.

Eine Art Fazit? Der ekey uno arbeitete in meinem Test sauber, bis auf die Tatsache, dass ab und an ein Finger ein zweites Mal „drauf“ musste und es nicht besonders schnell war. Das Ganze ist keine neue Technik, aber für den privaten Gebrauch hat man nun auch etwas am Markt – knapp 250 Euro muss es dem neuen Besitzer wert sein, oder man greift zu einem Bundle mit Schloss. Das Produkt wirkt mit seinem Kunststoff wie ein alter PC aus den 1990er-Jahren. Hier könnte der Hersteller vielleicht noch ein paar schickere Hüllen anbieten, die zu den Haustüren der Kunden passen. Würde ich mir so ein Gerät kaufen? Nein. Würde ich es empfehlen? Nur, wenn jemand mit den angesprochenen Dingen leben möchte und keine Alternativen hat.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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10 Kommentare

  1. Wäre schön, wenn man die Aktion des Sensors frei definieren könnte. Ich habe z.B. eine eigene Lösung, um den „Summer“ vom Türöffner zu betätigen. Da wäre es toll, wenn ich den z.B. per http-Befehl ausführen könnte, wenn der Fingersensor einen gültigen Finger registriert.

  2. Jonas Wagner says:

    Erst suggeriert der Text, man könne nur 10 Finger -also 10 Nutzer hinterlegen „Hier kann man dann über die App auch mehrere Finger, maximal 10, hinterlegen.“

    Dann „… kann 200 Finger speichern – das macht dann als Gegenrechnung auch maximal 20 Nutzer.“ – Und warum nicht 200 Finger von 200 unterschiedlichen Nutzern?

    • Das habe ich auch nicht verstanden. Auch nach ein paar Mal erneutes Lesen verstehe ich den Anstieg von 10 auf 20 Nutzer genausowenig wie den Zusammenhang von 200 Fingern und 20 Nutzern. Nur die wenigsten werden doch alle 10 Finger einer Person einlesen, sondern vermutlich nur ein, maximal 2 (Daumen und Zeigefinger) einer Hand.

  3. Stichwort Smart und Sicherheit. Das schließt sich gegenseitig aus. Solange der Code nicht offen einsehbar ist ist jedem mit gesunden Menschenverstand davon abzuraten einem solchen Hersteller sein ganzes Haus anzuvertrauen. Zumal ein System, das heute sicher ist es morgen nicht mehr sein muss.
    Beispiel gefällig? Siehe https://www.heise.de/news/Sicherheitsalbtraum-Viele-vernetzte-Tuerklingeln-lassen-Hacker-ins-Haus-4998372.html . Mehr zu finden dürfte nicht sonderlich schwer sein 😉

    Frohes Fest und guten Rutsch.

    Greg

    • Sicherheit ist immer auch relativ. Auch mechanische Schlösser sind teils in Sekundenschnelle unbefugt zu öffnen. Meiner Meinung nach kann so ein eKey System schon mit einem üblichen Schloss mithalten. Nicht ohne Grund gehen alle namhaften Hersteller von Schließsystem immer mehr auf elektronische Schließsysteme über. Und in vielen Fällen ist das aufhebeln der Türe einfacher als das Schloss zu knacken. Und das mit dem veralteten trifft auch auf Hardware zu. Unsere Haus hat ein Keso 2000S Schließsystem. Vor 25 Jahren eher high End, heute eher so Mittelmaß.

      Der verlinkte Heise Artikel ist auch arg tendenziös. Warum wurde da nicht auch etablierte Marken getestet sondern nur billigster China Copy Ramsch?

    • Mir scheint Deine Position etwas zu simpel zu sein. Auch wenn es schon fast eine religiöse Diskussion ist, noch ein paar Gedanken dazu:

      Dieses System lässt, wenn ich es richtig verstanden habe, eben kein Öffnen per App zu. Es braucht einen Admin, der Fingerabdrücke einlernt und dann den konkreten Finger zum Öffnen.

      Mal ein analoges Gegenbeispiel:
      Wer sagt denn ,dass der nette Mensch an der Baumarktkasse nicht die Nummer von der Schlüsselkarte und die Kundendaten von der Rechnung zusammenbringt und verkauft?

      Digital gleich unsicherer ist einfach falsch und erinnert mich an die Ängste der Menschen bei der Einführung der Eisenbahn, dass Geschwindigkeiten von 30 km/h gesundheitlichen Schäden verursachen können.

      Konkrete Sicherheitshinweise sind natürlich wichtig.

      Noch ein Beispiel:
      Habe gestern meine alte analog verschlossene Garage ohne sie zu beschädigen in weniger als einer Minute geöffnet, da die Kinder den Schlüssel eingeschlossen hatten.
      Bei der anderen Garage mit smarten Garagentoröffner wäre es nicht so einfach, da ich dort gegen den Motor arbeiten müsste.

      Mir stellt sich immer die Frage, welche Einbrecher ein digitales System hacken (dessen Lücken dann auch nicht bekannt gemacht werden und vom Hersteller nicht behoben werden). Und wie viele doch die Balkontür aufheben und ob da wirklich eine relevante Risikoerhöhung passiert.

      Was mir bei allen Systemen mit zusätzlicher Hardware an der Außentür nicht gefällt, ist, dass man gleich Seibt, welches System man hat. Sollte es Mal eine Lücke geben, empfinde ich das als unnötiges Risiko.

  4. Ist das System lernfähig? Das heißt, passt es bei minimalen Änderungen der Referenzabdruck an? Wichtig wenn man Kinder hat wo sich der Abdruck wegen der Fingergröße noch verändert. Sonst ist alle paar Wochen ein Neuscan notwendig oder die Tür öffnet plötzlich nicht mehr.

  5. Wie lange gibt es das Gerät schon auf dem Markt ? Ohne Wetterschutz mit dem Sensor nach oben kann ich mir nicht vorstellen das es lange problemlos funktioniert, vielleicht übersteht es die Garantiezeit. Steht zwar dabei für den Aussenbereich geeignet doch so ganz ohne Schutz des Sensors bei Regen, Sonneneinstrahlung und der alltäglichen Verschmutzung durch die Umwelt kann ich mir das nicht Vorstellen. Die leichte Neigung des Sensors dürfte hier nicht allzuviel bringen. Frage mich, warum man den nicht vertikal angebracht hat mit einem Schutz darüber.

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