EFF kritisiert Wegfall von XMPP und Archivierung in Google Hangouts

Die EFF (Electronic Frontier Foundation) kritisiert Googles Verhalten bezüglich Hangouts in zwei Punkten. Zur Erinnerung, was die EFF eigentlich ist, hier die Erklärung von Wikipedia: Die Electronic Frontier Foundation (EFF) ist eine im Juli 1990 von John Perry Barlow und Mitchell Kapor gegründete nichtstaatliche Organisation mit Sitz in San Francisco, die sich mit den Bürgerrechten im Cyberspace beschäftigt. Ziel ist eine mediale Selbstbestimmung des Bürgers.

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Im Detail wird die Archivierung der Hangouts kritisiert, die nicht unterbunden werden kann. Außerdem, und das haben wir auch schon in zahlreichen Kommentaren von Euch gelesen, ist der Wegfall von XMPP/Jabber als offener Standard nicht gern gesehen. XMPP ermöglichte es, direkt aus Google Talk mit anderen Chat-Services oder auch selbst gehosteten Lösungen zu kommunizieren.

[werbung] Google erklärt den Wegfall der XMPP-Unterstützung damit, dass es für die neuen Dienste nicht mehr ausreichend sei. Laut EFF wäre es das einfachste für Google, wenn man die Technik hinter Hangouts freigeben würde und so eine Interoperabilität mit anderen Diensten ermöglichen würde. Ein neuer Standard quasi, der XMPP ablösen könnte. Im momentanen Status ist es allerdings ein geschlossenes System, das eine Client-Server-Kommunikation erlaubt, das heißt, solange man sich mit einem Google-Konto anmeldet, man auch andere Dienste nutzen kann. Allerdings lässt Google keine Server-Server-Kommunikation zu, wie es XMPP eben ermöglichte.

Ebenso wird gefordert, dass es eine Möglichkeit zur Löschung der Hangouts-Archivierung anbietet. Google will mit Hangouts ja ein riesiges Kommunikations-Archiv erschaffen, das jederzeit alle Informationen bereit hält, die man später eventuell noch einmal nutzen möchte.

Wie seht Ihr das? Verschließt sich Google immer mehr, oder sind solche Schritte einfach notwendig, um in Sachen Kommunikation nicht zu stagnieren?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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24 Kommentare

  1. Ich weiß nicht wie es bei euch aussieht, aber momentan funktioniert Pidgin noch ohne Probleme mit Google Talk bzw Chat. D.h. noch läuft XMPP. Gibt’s einen konkreten Zeitpunkt ab dem das deaktiviert werden soll?

  2. Google macht das schon gut, erst Geschäftsfelder aufrollen, Marktführerschaft oder zumindest eine relevante Rolle erobern und dann die Dienste abschalten.
    Dazu kommt der unsinnige Fokus auf dieses irrelevante Google+.

  3. Wo wir gerade bei Rechten sind. Einfach Texte aus der Wikipedia kopieren ist aber auch nicht, ohne die Lizenz zu nennen. 😉

  4. Ich glaube, xmpp wird nicht abgeschaltet.
    man kann damit nur nicht die neuen hangout-funktionen nutzen.
    und man kann nicht mehr mit anderen jabber-servern (z.b. gmx) chatten.
    man kann aber weiterhin über xmpp mit anderen google-kontakten aus dem „haupt-adressbuch“ chatten.

  5. Irgendwie ne MS Argumentation. Unser Produkt hat so viele neue tolle Features, das kann das alte halt nicht. Also stellen wir das mal ab bzw. bieten standard Funktionen halt nicht mehr an.
    Man wird das Gefühl nicht los, dass so langsam neuer Wind einkehrt. Wenn ich mir das Vorgehen der grossen US Techunternehmen in den letzten Monaten ansehe. Und irgendwie isses auch geballt. So dass man möglichst viel Komfortverlust hat, wenn man das Neue nicht fressen will und ablehnt. Ich hab Hangouts noch nie benutzt aber dadurch hab ich es jetzt auch nicht mehr vor.

  6. Daher bin ich froh, dass es für Dinge, die mir wichtig sind, nach wie vor Alternativen gibt, die nicht zu den großen Anbietern (Google, Apple, MS) zählen. Damit meine ich Whatsapp, Spotify, Dropbox… Zumal diese Dienste ja nur von den den Großen kopiert wurden.

  7. Definiendum says:

    Die nicht unterbunden werden kann? Dann bilde ich mir die Einstellungsmöglichkeiten offenbar ein. Ich kann die Historisierung global und pro Kontakt abschalten.

    Zumal auch zu Zeiten von Google Talk – selbstverständlich abschaltbar – die Chats in einen GMail-Ordner gescheichert werden konnten.

  8. Der Wegfall der Server-Server Kommunikation wurde auf der IO auch noch damit begründet dass diese fast ausschließlich für Attacken verwendet wurde. Und nebenbei, die großen Alternativen bieten dies auch nicht an. Facebook z.B. hat auch noch nie S2S unterstützt. Immerhin sind Google und Facebook eine der wenigen die Cross-Plattform und auf den meist verbreiteten Endgeräten verfügbar sind (Desktop/Phone/Tablet/Android/iOS).Dies kombiniert mit ihren Features ist doch mehr ein Fort- als Rückschritt. Der Verlauf lässt sich wie oben bereits erwähnt wurde auch deaktivieren.

  9. Definiendum says:

    Die globale Deaktivierungsmöglichkeit für den Chatverlauf ist übrigens tatsächlich weg. Da guckt man mal kurz nicht in die Einstellungen…

    Ich glaube mn sollte sich nicht zu sehr an Facebook oder Whatsapp orientieren. Es ist schon schade, dass diese offenen Protokolle gerne genommen, durch Aufsätze potentiell verbessert aber dann mehr oder weniger künstlich verschlossen werden.

  10. Kann man denn wenigsten mehrere Protokolle im selben Client nutzen? Ich hab kein Problem damit, meine XMPP-Kontakte in deren Profil zu hinterlegen, aber ich habe keine Lust, für die paar G+-Kontakte von mir extra eine App zu nutzen, reines XMPP ist mir – allein wegen der Arbeit – wesentlich wichtiger.

  11. Also eine Option „Verlauf deaktivieren“ habe ich bei Hangouts auch, diesen Vorwurf kann ich also nicht wirklich nachvollziehen [dabei gehe ich mal davon aus, das die Option auch funktioniert und nicht nur Tarnung ist]
    Das XMPP weg fällt ist wirklich schade. Dennoch ist Hangouts meiner Meinung nach zur Zeit der beste plattformübergreifende Nachrichtendienst. Jetzt muss ich nur noch hoffen, das der auch wirklich benutzt wird, denn ohne Nutzer bringt das ganze natürlich gar nichts. =)

  12. hangouts ist nichtmal ansatzweise plattformübergreifend:
    http://www.google.com/hangouts/

    Whatsapp ist nahezu plattformübergreifend:
    http://www.whatsapp.com/download/

  13. @Wasser: Wichtig ist mir ganz persönlich dabei z.b. PC und Laptop. Und vor allem auch mehrere Geräte parallel. Ob der Chat jetzt auch auf Nokia S40 und Nokia Symbina läuft ist mir dabei relativ egal. Das ist natürlich ganz klar schade für die Nutzer dieser Betriebssysteme, allerdings räume ich beiden genannten auch keinen besonders große Zukunft ein.

    An Whatsapp stört mich am meisten, dass ich NUR an mein Handy gebunden bin. Viele haben heute Smartphone, Tablett, Laptop, (Desktop PC) etc.
    Wenn ich an meinem Laptop sitze habe ich eine gute Tastatur und einen großen Bildschirm, kann wesentlich komfortabler Links aus dem Browser in den Chat pasten etc. Da will ich nicht mein Smartphone rauskramen und damit hantieren. Oder ich sitze im Zug und Surfe mit dem Tablett, dann muss ich mein Smartphone rausholen um zu chatten? Das kann doch nicht sein.

  14. @Jens
    …und blackberry, windows phone…

    Das stört mich auch ans whatsapp.

  15. Man kritisiert, dass Hangouts die Verläufe archiviert. Und der Facebook Messenger macht das nicht? Achso ja, der ist nicht von Google.
    Man kritisiert, dass man bei Hangouts die Verläufe nicht löschen kann. Ich habe die Option sowohl im Web, als auch in der App.
    Man kritisiert, dass man die Speicherung des Verlaufs in Hangouts nicht deaktivieren kann. Auch das habe ich im Web und in der App.

    Bleibt noch die Kritik mit XMPP. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage, dass es weit mehr für Angriffe genutzt wurde, als es sinnvoll verwendet wurde.
    Also kurz: Wir haben einen besseren Messenger und keine Nachteile. Wo ist also das Problem?

  16. @Wishu Kaiser: es ist von Google. Mache stört dies – aus für mich nachvollziehbaren Gründen.

  17. Google sind die guten, nicht vergessen!
    Und was soll der gaga Verweis auf Facebook? Anstatt sich mit einem Problem zu befassen, werden unsinnige Vergleiche gezogen. Macht Googles krude Politik nicht besser.

  18. XMPP wurde nicht komplett abgeschaltet sondern nur die Server zu Server Kommunikation. Das heisst sie versuchen die Leute dazu zu bewegen einen Google Account anzulegen.

    Technisch sehe ich keinen Grund warum man nicht ein Gateway von Hangouts zu XMPP bauen könnte. Die Funktionen die von den XMPP Clients nicht auf breiter Fläche unterstützt werden, werden einfach als Link durchgereicht wie z.B. wenn jemand einen Videochat starten möchte.

    Schade ist es für die Leute die ihren Google Account genutzt haben um mit Leuten zu chatten die ihre Jabber Accounts auf anderen Servern haben.
    Das heisst einen anderen Jabber Anbieter suchen aber die gibt es wie Sand am Meer.
    Ich habe z.B. einen Account auf dem Server vom CCC.

  19. Habe Talk im Thunderbird eingebunden. Gibts da irgendwelche Auswirkungen beim Update? Und kann man nicht einfach _nicht_ updaten? Dann ändert sich doch nix 😀

  20. Schade, dass nun XMPP nur noch eingeschränkt (die Frage ist ja auch wie lange noch) verfügbar ist 🙁 Habe einige Leute, welche über andere Server das XMPP Protokoll nutzen.

  21. XMPP wird nicht eingestellt -.- Einzig Federation wurde eingestellt. Man kann sehr wohl heute und in Zukunft mit einem XMPP Client auf talk.google.com zugreifen.

    Externe Kontakte anderer Netzwerke kann man aber nicht mehr erreichen und umgekehrt genauso. Letztendlich eine gute Entscheidung, denn wieviele benutzen wirklich externe XMPP Server? 1%?

  22. @Erwin
    Man wird aber Hangouts nicht in seinem vollen Funktionsumfang (Offline-Nachrichten, Gruppen-Chats) nutzen können.

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