Earth Now soll die ganze Erde permanent via Satellit in Echtzeit erfassen

Satellitenbilder von der Erde beeindrucken mittlerweile nicht mehr unbedingt. Allerdings entstehen immer mehr kreative Ideen, um dem ganzen einen neuen Dreh zu geben. Beispielsweise hatten wir ja über Planet Labs berichtet, welche Aufnahmen aus neuen Perspektiven anbieten. Noch einen Schritt weiter geht Earth Now. Das Projekt will die Erde über Satelliten jederzeit in Echtzeit erfassen. Dadurch soll quasi zu jeder Zeit der Blick auf einen Punkt der Erde möglich sein. Natürlich kann man das aber auch kritisch bewerten, denn sicherlich dürfte es hier eine Gefahr des Missbrauchs geben.

Die Macher von Earth Now schreiben sich auf die Fahnen mit dem Projekt quasi die Welt ohne weitere Filter für jeden zugänglich zu zeigen. Man wolle auf diese Weise auch das Bewusstsein für die Umwelt wecken. Zudem soll es so möglich sein etwa illegale Fischerei zu enttarnen oder auch Naturkatastrophen zu überwachen. In ihren Entstehungsprozessen könne man z. B. auch Taifune erkennen. Für Berichterstatter könnten Aufnahmen aus Earth Now ebenfalls von großem Wert sein.

Umsetzen will man Earth Now nicht nur mit mehreren, hochauflösenden Satelliten sowie der Unterstützung künstlicher Intelligenz, sondern auch mit finanzieller Hilfe durch Investoren wie Airbus, die japanische Softbank Group und den Microsoft-Gründer Bill Gates. Der CEO von Earth Now, Russel Hannigan, erklärt, dass das große Ziel des Projekts eben sei die Erde in Echtzeit zu erfassen, statt in die Vergangenheit zu blicken. Jeder der neuen Satelliten soll dabei immense Rechenleistung mitbringen – so viel wie alle anderen kommerziellen Satelliten zusammengenommen.

Produzieren soll die Satelliten Airbus. Am Anfang soll Earth Now aber nur für Geschäftskunden und Regierungen zur Verfügung stehen. Langfristig plant man den Dienst aber dann für alle zu öffnen. Vorher soll es immerhin eine App für mobile Endgeräte geben, die den Zugriff auf ausgewählte Liveaufnahmen ermöglichen wird. Wann wiederum konkret der Startschuss fallen wird, ist offen. Earth Now befindet sich noch in der Planungsphase. Somit ist auch ein Scheitern derzeit noch möglich. Es heißt Abwarten.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. Big Brother grüßt „Person of Interest“.

    Aber faszinierend ist es schon.

    • Der Redakteur says:

      An sich ja eine coole Idee. Aber bei dem Satz “Am Anfang soll Earth Now aber nur für Geschäftskunden und Regierungen zur Verfügung stehen.“ dachte ich auch gleich an “Person of Interest“.

  2. Klingt schon spannend. Man muss ja nicht bis auf 1m in die Erde rein zoomen können. Aber genial wäre ja wenn man sich Wettergeschehnisse live ansehen könnte z.B. Gewitter oder Hurricanes. Aus einer neuen Sicht, von oben. Das wäre schon spannend für mich als Wetterfreund.

  3. Klar gibts das schon.. Die Amis haben es die Russen haben es und die Isarelis auch. Wie sonst auch könnten die ja wissen wo in welchen Wasserloch nen topterorist steckt und die mit Drohnen angreifen..Ich denke zwar nicht, dass es in dem Ausmaß geht die ganze Erde aber naja

  4. Ich denke nicht, dass es soweit kommt, auch für die Industrie nicht. Erstens aus Datenschutzgründen und zweitens könnte so ganz einfach Wirtschaftsspionage betrieben werden.

  5. Dann kann endlich der Arbeitgeber schauen, ob du nicht den ganzen Tag Gartenarbeit machst, während du gerade krank geschrieben bist 😉

  6. Vorallem für Verschwundene Schiffe / Flugzeuge und vlt auch Personen (wobei das schon ein wenig zu krass wäre in sicht auf datenschutz) wäe das sicher ein brauchbares „tool“

  7. wir müssen schnellstens Deutschland mit Tarnnetzen verpixeln

  8. Hackfleisch says:

    Hat keiner behauptet. Aber es steht eben bisher nur Militär und Geheimdiensten zur Verfügung. Wenn man bedenkt welche Fülle an Anwendungen die zivile Freigabe von GPS gebracht hat, dann werden wir überrascht sein, was für Anwendungen möglich sind, wenn man in Echtzeit jeden Bereich der Erde anschauen kann.
    Und besonders der Umweltschutz ist da nicht von der Hand zu weisen. Wilderei wird u. a. Elefanten und Tiger in ein paar Jahren ausgerottet haben, diese und viele weitere gibt’s dann nur noch im Zoo und auch da werden sie irgendwann verschwunden, der Genpool ist für den dauerhaften Erhalt der Arten einfach zu klein. Illegalen Abfallentsorgung ist der größte Einzelfaktor, der unserer Ozeane vermüllen lässt. Das nur zwei Beispiele, wo in Zukunft Freiwillige auf der ganzen Welt sensible Bereiche beobachten und über das Internet Meldungen an lokale Behörden schicken können, die bisher komplett überfordert sind halb Afrika mit einigen hundert Rangern gegen Wilderei zu schützen.

    Das nur als spontanes Beispiel.

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