E-Rezept: Meilenstein von 10.000 eingelösten Exemplaren erreicht

Das E-Rezept sollte eine Erfolgsgeschichte für Digitalisierung in Deutschland werden, entwickelte sich dann aber eher zu einem Running Gag, da es mehrfach zu Verzögerungen bei der breiten Einführung gekommen ist. Nun vermeldet man immerhin einen neuen Meilenstein: 10.000 eingelöste E-Rezepte könne man laut den Verantwortlichen der gematik verbuchen.

Es heißt, dass „Praxen und Apotheken im Umgang und Prozedere zunehmend routinierter“ würden. Es sei bisher auch nicht notwendig gewesen, ein eingelöstes E-Rezept zu retaxieren. Allerdings gesteht man ein, dass die Situation bei den Softwareherstellern immer noch unbefriedigend sei. Damit über 90 % der Apotheken in Deutschland für das E-Rezept bereit seien, müssten noch zwei Anbieter flächendeckend ihren Kunden Updates zur Verfügung stellen. Auch bei den Praxissoftware-Systemen hätten viele Hersteller das E-Rezept-Update ihren Kunden noch nicht zur Verfügung gestellt. Viele Ärzte könnten sich daher noch gar nicht damit vertraut machen.

Nach Erreichen der Qualitätskriterien, 30.000 abgerechnete E-Rezepte und hohe Durchdringung der Software, soll nun das weitere Vorgehen für die flächendeckende Einführung abgestimmt werden.

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12 Kommentare

  1. Ich arbeite im med. Bereich und kann aus eigener Erfahrung sagen, das Thema Telematik (inkl. EAU und ERezept) reiht sich leider in die deutsche „miss“erfolgsgeschischte beim Thema Digitalisierung ein.

    Das System ist für Praxen und Krankenhäuser extrem kostspielig, kompliziert, wartungsintensiv und hat aktuell prinzipiell 0 Mehrwert.

    Alles vom Kartenleser über den eltektronischen Heilberugeausweis, bis zur Software muss den Richtlinien der Gematik entsprechen, dies bedeute z.B. austausch aller Kartenterminals etc., Lizenzkosten, laufende kosten für den VPN Dienst usw usw. Die einzigen die also aktuell daran verdienen sind die wenigen Hersteller der zugelassenen Systeme.

    Techn. stammt das System gefühlt aus den frühen 2000ern, daran ist nun so lange rumgedoktor worden, dass es nun schon bei der Einführung veraltet ist, aber es muss ja auf biegen und brechen an den Start gehen.
    Man will sicher kein Milliardengrab wie bei der PKW Maut, oder dem digitalen Personalausweis oder den anderen deutschen Digitalisierungsprojekten.

    Aber was solls 2025 soll ja die TI 2.0 starten, dann muss eben wieder Geld aus dem Fenster gerworfen werden, was wohl besser bei den Pflegekräften platziert wäre.

    Das wars, euer grefrusteter Admin

    • Was wäre denn dein Vorschlag für ein funktionierendes System? Verstehe mich nicht falsch, ich möchte weder meckern, noch kritisch pöbeln. Ich möchte einfach nur eine Idee bekommen, da ich weder im klassischen Gesundheitssystem arbeite noch großartige IT-Erfahrung habe.
      Ich gebe dir recht, die digitalisierten Vorgänge laufen noch nicht so, wie ich es mir als Anwender (Patient mit digitalem Interesse) wünsche. VPN finde ich aber wichtig, damit meine Sozialdaten sicher verarbeitet werden. Ewig warten möchte ich auch nicht, denn die Digitalisierung findet jetzt statt und nicht morgen / in der Zukunft. Ich finde es aber auch richtig, wenn es ein einheitliches System gibt, das es für alle zugänglich macht. Und wenn dies nicht vorgegeben wird wird es wieder viele Lösungen, zum Teil auch Insellösungen, geben, was m. M. nach eher hinderlich ist.

      • VPN findest Du wichtig? Ich finde es ziemlich unangebracht für den Use Case.

        Das deutsche Gesundheitswesen besteht (unter anderem) aus ca. 1.900 Krankenhäusern, ca. 18.000 Apotheken und ca. 72.000 Arztpraxen in Deutschland. Alle davon sollen an die TI angeschlossen werden. Da ist eine derart große Anzahl von Personen involviert, dass man das Sicherheitsniveau dieses VPNs namens TI in meinen Augen kaum ernsthaft höher ansehen kann als der wilde Westen des offenen Internets. Wir haben doch jüngst bei den digitalen Impfzertifikaten gesehen, dass dann wieder einige Querdulliapotheker auf die Idee kommen die Dinger für teures Geld an Ungeimpfte zu verticken – warum sollten die nicht auch den Zugriff auf ihren Konnektor + HBA für ein paar Euronen zu Geld machen?

        Das Geld sollte man lieber in anständige sichere Softwareentwicklung für die betriebenen Applikationen stecken, dann muss man auch nichts in einem pseudo-sicheren VPN verstecken. Naja, Karl hat gerade wohl andere Sorgen. Mal sehen was er nächste Woche bei der DMEA-Eröffnung erzählt, vermutlich auch nicht mehr als Buzzwords.

    • Das Problem sehe ich eher in den Arztpraxen, wo bedauerlicherweise manche Mitarbeiter bereits überfordert sind, die richtige Farbauswahl beim (bisherigen) Rezept auszuwählen.
      Teilweise werden Medikamente verschrieben bzw als Wdh -Rezept ausgestellt, die es gar nicht mehr gibt.

      Ärzte sind halt keine Unternehmer, jedoch müssten sie dies sein, denn nur dann kann ein wirtschaftliches Praxismanagement gewährleistet werden.

      Hinzu kommt, dass einer der Branchen Banken meint deren System zu erneuern, was kräftig in die Hose ging. Die Vorstände sind zwischenzeitlich gegangen, die Ärzte halten jedoch an den Konten fest, anstatt ein Wechsel zu vollziehen. Somit sind bis heute keine Echtzeit-Überweisung ein-/ausgehend möglich, was natürlich zu längeren Laufzeiten führt.

      Rundum, das Finanzamt ist moderner wie eine Praxis oder die og Branchen-Bank.

  2. 10.000 Rezepte – wow! Wie viele werden denn täglich ausgestellt? Alter Schwede, hier glänzt Deutschland mal wieder.
    Und dann will man den Größen Konkurrenz machen…

  3. Das ist mal wieder ein trauriges Zeugnis davon, wie ineffizient Deutschland mit Geld umgeht. Unserer Gesundheitssektor ist extrem kostspielig (12,5 Prozent des BIPs), da darf man doch erwarten, dass man dafür auch Qualität geliefert wird. Schon dieses komische Männchen wirkt, wie einer Schulsoftware aus den frühen 00er Jahren entrissen. Ich würde gerne 2022 einfach ein Rezept auf mein Smartphone bekommen können und auch meine Karte online einlesen können, ohne persönlich zum Arzt gehen zu müssen. Die Digitalisierung ist schließlich nicht erst seit gestern da. Bei dieser Gemütlichkeit könnten wir 2030 schon soweit sein.

  4. Und dann als Patient überhaupt die Möglichkeit zu bekommen ist frustrierend! Ich benötige eine aktuelle Gesundheitskarte. Um an den Pin zu gelangen muss ich bei der AOK Niedersachsen in einer Filiale vorstellig werden, um mich mit meinem Personalausweis zu verifizieren. Hier bei uns auf dem Land fahre ich 39 km nach Papenburg, dort sitzt der für mich zuständige Sachbearbeiter. Bisher habe ich nicht in Erfahrung bringen können, ob ich auch die verkehrsmäßig günstigere Filiale in Cloppenburg (21 km) ansteuern könnte.
    Und ich verstehe absolut nicht, wieso ich mich nicht digital mit meinem E-Perso verifizieren kann, klappt sogar einwandfrei bei der deutschen Rentenversicherung!!!

    • Dito ist für mich auch absolut unverständlich. Ironischerweiße kann man sich bei der elektronischen Patientenakte von AOK Online verifizieren. Warum es nicht gleich für andere Anwendungsgebiete funktioniert, ist mir ein Rätsel.

  5. Ich arbeite seit 1984 im Gesundheitswesen, Abt. Pflege.
    Das einzige, was bis jetzt funktioniert, ist das olle Fax. Leider….

    Bin jetzt kein Informatiker, nutze aber PC, Internet und Co. bereits seit ca. 1992 (Schwager war Informatiker).
    Und frage mich ernsthaft, wieso wir in D alles selbst basteln müssen, wenn unsere Nachbarländer uns das schon lange vormachen (Lettland, Litauen…)

    Wenn ich überlege, was alles digitalisiert bearbeitet wird:
    – Börse
    – Banken
    – bezahlen per Handy
    – digitale Bordkarte
    usw….

    dann frage ich mich, woran es hängt?

    Bsp. Krankenkasse
    Meine KK bietet jetzt digitale Nutzung des eigenen Nutzerkontos an, inc. Krankmeldungen verarbeiten etc.
    Aber:
    Der Ablauf einer Anmeldung ist derart kompliziert, PostIdent; VideoIdent, dann aber zusätzlich Passwort per Post mit PIN und TAN, PUK und sonstwas….
    Einfach Passwort ändern online – geht nicht; wieder der ganze Rattenschwanz von vorne…

    Da hab ich ja schneller einen Kredit online abgeschlossen – und diese Daten sind genauso vertrauenswürdig wie Gesundheitsdaten..

    Nene, so wird das nix mit der Digitalisierung in D….

  6. Ich lebe in Österreich und kann über die Deutschen nur den Kopf schütteln. Wenn hier jemand verschreibungspflichtige Tabletten braucht, schreibt er eine Email und gibt dabei seine Versicherungsnummer an. Dann bekommt er eine Antwort das er zur Apotheke kann, die Apotheke ist egal, dort legt er die Versicherungskarte vor und bekommt so seine Tabletten. Deswegen extra zum Arzt muss niemand deswegen.
    Ich verstehe nicht warum die Nachbarn sich da so schwer tun, sie könnten doch mal eine Tür weiter nachfragen wie es geht.

    • Sowas unbürokratisches kann es in DE einfach nicht geben. Wir müssen alles dermassen regulieren und unpraktisch gestalten dass wir wieder Weltmeister im Bürokratisieren sind.
      Und alle Länder lachen uns zu recht aus.
      Es ist inzwischen so peinlich geworden in Deutschland zu leben.

      • Da gebe ich dir vollkommen recht.
        Wir werden in 30 Jahren nichts mehr produzieren, da wir alle mit der Bürokratie und Verwaltung beschäfftigt sind.

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