„Doom Eternal“: Kein echtes 4K für Google Stadia

Oha: Bethesda bzw. id Software hat selbst bestätigt, dass ausgerechnet „Doom Eternal“, von Anfang an als eines der Flaggschiff-Spiele beworben, bei Google Stadia kein natives 4K bieten werde. Stattdessen werde das Spiel je nach Display entweder in 1080p bei 60 fps berechnet oder aber in 1800p bei 60 fps und dann entsprechend zu 2160p hochskaliert.

Nun muss man auch ehrlich sagen: Das ist kein Beinbruch, denn 1080p hochskaliert zu 4K sieht in der Regel, ich gehe da von vielen Spielen für die Xbox One X aus, ebenfalls klasse aus. Wo wir aber bei der Konsole von Microsoft sind: Auch an der Xbox One X wird „Doom Eternal“ in 1800p mit 60 fps berechnet. Da fragt man sich durchaus, was denn nun aus den von Google beworbenen 10,7 TFLOPS geworden ist. Zum Vergleich: Die Xbox One X kommt auf „nur“ ca. 6 TFLOPs, rendert aber in der gleichen Auflösung / Framerate.

Gut, man muss Stadia auch zugutehalten, dass Auflösung allein hier nicht alles sagt. Denn „Doom Eternal“ könnte bei Stadia mit höheren Grafikeinstellungen berechnet werden als an der Konsole. Aufgrund der Kompression des Streamings ist aber fest damit zu rechnen, dass der Shooter an der Konsole fescher aussehen dürfte.

Eine Enttäuschung ist die ganze Sache aber besonders, wenn man noch im Kopf hat, dass genau dieses Spiel wiederholt als Flaggschiff-Game hervorgehoben wurde und auch alle Beteiligten natives 4K in Aussicht stellten. Auf der GDC 2019 etwa betonte der id-Chef Marty Stratton noch, dass „Doom Eternal“ eben „true 4K“ bei Stadia bieten würde.

Wo liegt nun das Problem? In der Vergangenheit gab es ja schon Diskussionen um die 4K-Mogelpackung bei Google Stadia, denn auch Titel wie „Destiny 2“ oder „Red Dead Redemption 2“ laufen nur hochskaliert. Google hatte im Wesentlichen den schwarzen Peter an die Entwickler weitergereicht, welche laut Argumentationen des Unternehmens noch Zeit bräuchten Stadia voll auszunutzen.

Wenn aber selbst id Software kein natives 4K mit 60 fps bei Stadia hinbekommt, einer der ersten und engsten Stadia-Partner, dann ist es durchaus berechtigt, das kritisch zu hinterfragen. Es wirkt, als habe Google zu Anfang schlichtweg den Mund zu voll genommen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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7 Kommentare

  1. True 4K ≠ Native 4K

  2. Glaube Stadia hat größere Probleme als das, IMO. Die Auswahl an Spielen ist Monate nach dem Start schlichtweg ein Witz.

    • Ich finde das ganze Preismodell nicht tragbar und absolut uninteressant für eine breitere Masse.
      Wenn dann so ein Preismodell wie Geforce Now bei dem ich meine bereits gekauften Spiele ganz normal nutzen kann, und nicht wieder alle Spiele doppelt kaufen soll.

      Aber vielleicht wird ja auch so was wie Shadow eine Alternative. Würde ich ja gerne mal testen, aber aktuell muss man ja mehrere Monate bis sogar teilweise nächstes Jahr auf einen Platz warten.

  3. First world problems

  4. Florian Kühn says:

    Das Versprechen hat kein Google Mitarbeiter abgegeben. Es war Marty Stratton, Hast du dir mal angesehen was ein PC kosten wird mit dem man Doom auf Anschlag spielen kann? ich bin bei überschlagenen 2400€.. dafuq? dann doch lieber Stadia und auf 1800p
    Juckt meinen 6 Jahre alten TV ohnehin nicht.

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