Digitale Dilettanten: Doku über rückständiges Deutschland

Knapp 30 Minuten ist der Film „Digitale Dilettanten“ von Steffen Mayer und Joachim Ottmer lang. Gestreamt werden kann er über die Mediathek des ZDF – und er soll aufzeigen, dass Deutschland wohl recht rückständig im Digitalen ist. Digital lassen sich meist nur Termine buchen, die in anderen Ländern komplett online erledigt werden können. Bürger und Beamte sind sauer: Egal, worauf man blickt – auf Verwaltung, Polizei oder Gesundheitsdienst – Deutschland ist digital oftmals abgehängt, so die Einleitung.

Als besonders schlimm werde die Lage bei der Polizei empfunden – Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern seien so schlecht vernetzt, dass sie noch immer nicht per Knopfdruck detaillierte Daten über Ermittlungen oder Straftäter untereinander austauschen könnten. Vielleicht ist das ja was, was ihr euch einmal anschauen wollt – vielleicht erwischt ihr euch ja stark nickend, weil ihr das Problem kennt.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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32 Kommentare

  1. Meisterlein says:

    Hmmm, werde ich mir heute Abend mal anschauen. Ist hoffentlich seriöser als die IKEA-Doku diese Woche mit gummimaskierten „Insidern“, oder ZDF-Sendungen wie „Fünf miese Maschen von McDonalds.“

  2. Dirk der allerechte says:

    Der Gruß geht raus an die Duisburger Wache auf der Karl Jarresstraße . Von wegen Drucker und so von der zweiten Etage in die erste schleppen und wieder zurück. Im besten Deutschland in das wir je gelebt haben

  3. Meiner Erfahrung als Verwaltungsmitarbeiter ist, dass massiv die Generation der Boomer bremst wo es nur geht.
    Einerseits beim Thema Homeoffice, die meisten haben einen absolut autoritären und auf Kontrolle ausgerichteten Führungsstil.
    Zweitens die Prozesse selbst. Das sind fachlich sehr erfahrene Experten wenn es um die althergebrachten Verfahrensweisen geht. Umso unsicherer sind sehr viele sobald es digital wird.
    Sie wollen sich nicht die Blöße geben, dass viele Azubis da geschickter sind als sie, der große Boss, der Amtsleiter. Vielleicht auch Angst zum alten Eisen zu gehören usw. Jedenfalls kaum bis keine Aufgeschlossenheit oder Bereitschaft echt dazu zu lernen und was umzustellen.
    Wir könnten mit weniger Stress mehr Arbeit schaffen in der Abteilung, würden wir nicht soviel Zeit mit Papierorganisation und Meetings verschwenden.
    Das heißt wir hätten mehr Zeit Bürger zu beraten, da kann uns nämlich kein Computer ersetzen, auch Menschen zu helfen die selbst nicht Teil der digitalen Prozesse werden wollen oder können. Es muss ja auch immer möglich sein seine Angelegenheiten als Bürger beim Amt mit einem persönlichen Termin oder Stift und Papier zu regeln.
    Sprich, wir müssen in Zukunft beides bieten. Digital und analog. Aber ich glaube ohne Generationenwechsel im Leitungsbüro wird das nix.

    • André Westphal says:

      So ähnlich kenne ich das aus dem öffentlichen Dienst auch: Fun-Fact in einem Jugendamt weigerte sich eine Mitarbeiterin ihre Arbeitsweise auf zwei statt einen Monitor umzustellen – sie sei doch 50 und dann eh kurz vorm Ruhestand, da lohne sich das nicht mehr ;-).

      Leider ist diese Mentalität gerade in dem Sektor wohl recht verbreitet, wie ich so von Bekannten weiß, die in sozialen Diensten im öffentlichen Bereich arbeiten. Da wird sich auch beschwert, wenn die anderthalb Stunden Mittagspause in Gefahr geraten, weil mal etwas abgearbeitet werden soll – also alle Klischees mitgenommen. Muss nicht überall so sein, ist natürlich nur ein Beispiel – beide Fälle stammen aus einem psychiatrischen Dienst der Stadt (nicht Kiel).

      • Ich bin Boomer und finde dieses pauschale Boomer-Gebashe ziemlich daneben. Vielleicht lebe ich ja in einer Blase, aber meiner Erfahrung nach als IT-Admin und Support-Chef ist Rückständigkeit bei der Akzeptanz neuer Technologien und Prozesse nur selten an bestimmte Altersgruppen gebunden – eher an Sozialisierungskreise.
        Zudem bin ich immer wieder erstaunt wie hilflos und naiv auch junge Menschen sich in IT-Umgebungen bewegen.

        • André Westphal says:

          Ich persönlich würde das auch nicht an eine bestimmte Generation koppeln, oft das ist ganze systemisch – im öffentlichen Dienst etwa würde ich das so sehen. Davon werden dann natürlich auch bestimmte Menschen angezogen bzw. diejenigen, die wirtschaftlich und effizient arbeiten möchten und Antrieb haben, verabschieden sich schnell wieder, weil es ihnen dort zu langweilig und träge ist. So verfestigen sich dann Strukturen.

          Allerdings kann sowas auch sehr stark von einzelnen Teams und Standorten abhängen – wie es in Unternehmen eben auch der Fall ist. Generell gibt es aber eben im öffentlichen Dienst wenig / keinen direkten wirtschaftlichen Druck, daher ergibt sich wohl schneller eine gewisse „Gelassenheit“.

          • Paradoxus says:

            So ist es! Eine Freundin, ITler, wechselte von einem hoch kompetitiven und sehr zeitkritischen Bereich, wo man auch mal abends oder am Wochenende ran musste, weil sonst Umsatzverlust drohte (Abrechnungssysteme) in die IT unser mittelgroßen Kommune, wo sie nun die IT der Schulen (Schulcloud, Server usf.) mitbetreuen soll. Das war ein echter Kulturschock. Inklusive Bestätigung sehr vieler Klischees („Wenn Anfrage von Schule X kommt, erst mal ein paar Tage liegen lassen, das löst sich häufig von selbst … . Generell beantworten wir Supportfragen nie sofort, sondern warten ein paar Tage ab usf.“). Aber natürlich auch im Positiven, denn der fordernde Stress, die Ungewissheit, ob man morgen seine Stelle noch hat usf., war/ist weg. Sobald die Probezeit vorüber ist, ist sie unkündbar. Da hat sie dann gern zB auf den Dienstwagen verzichtet, den man auch privat nutzen kann.

            Dass die dort herrschende Kultur, so schön sie tatsächlich für Angestellte ist (ich würde mir das mitunter auch wünschen, sicher und bequem), dann eine Katastrophe für die Schulen und unsere Schüler darstellt (ich habe schulpflichtige Kinder), die seit 1.5 Jahren im Corona-Koma darauf warten, dass digital was passiert (das scheiterte bereits am WLAN, das nur im Lehrerzimmer verfügbar war, wo aber keine Lehrer mehr saßen … oder daran, dass diese armen BeamtInnen sich keine Laptops leisten konnten oder keine Kamera hatten usf.) — das ist dann halt Pech. Die haben im Ggs zum Öffentlichen Dienst halt keine Lobby.

            Genug der Polemik, die ist wohlfeil. Ich sehe es wie André, das Problem ist systemisch und Teil der Art, wie Verwaltungen seit Preußens Gloria funktionieren (und gut funktioniert haben, es war ja nicht falsch, im Gegenteil). Diese Verwaltungskultur und die (teils wohlerworbenen Rechte im ÖD) mit digitalen Prozessen zu denken, ist enorm schwierig — und spiegelt sich bspw. weiterhin kaum in der entsprechenden Verwaltungsausbildung. Das ist sicher kein bösër Wille. Die Angst, etwas falsch zu machen, also die mangelhafte Fehlerkultur hierzulande, tut dann ihr übriges. Denn die, die am lautesten die mangelnde Digitalisierung beschreien, fordern bei Fehlern dann auch gleich am lautesten, das Köpfe rollen müssen, scheint mir.

            Wie man das durchbricht, da bin ich aber auch überfragt. Ich sehe ja schon in meinem Bereich, der so halb zum ÖD gehört, wie schwierig es ist, sinnvolle Neuerung (Nextcloud/Owncloud statt USB-Stick) einzuführen.

      • Ich arbeite hart, konzentriert und gut organisiert. So schaffe ich es meine Aufgaben in der Zeit zu erledigen, ohne Überstunden, die dem Steuerzahler ja auch Geld kosten, nicht nur mich Freizeit.
        Das ist schon ok, wenn man pünktlich Feierabend will. Will doch jeder. Aber ich weiss schon was du meinst. Es gibt natürlich auch Leute die machen erstmal Frühstück, dann Kaffeepause, dann Mittagspause, dann Brotzeit und dann Feierabend.
        Auch das gibt’s aber in großen Unternehmen beispielsweise auch. Allgemein ein Problem von Verwaltungen die niemand mehr vollständig überblicken kann. Auch hier würde ein digitaler interner Workflow übrigens helfen, faule Früchtchen zu sehen und umgekehrt auch denen ein bisschen mehr leistungsbezogene Bezahlung zu geben die sich auf gut deutsch den Arsch für die Bürger aufreißen. Ich habe heute zum ersten mal seit langer Zeit mal n freien Tag zum Abbau der Überstunden genehmigt bekommen, ausbezahlt werden sie auch nicht, da fragt man sich schon wieso man nicht Punkt 16 Uhr das Büro verlässt wie manch andere.

      • Vielleicht sind die Leute auch nicht technikfeindlich, sondern blödsinnfeindlich?

        Zwei Monitore ist ungefähr so sinnvoll, wie vor 100 Jahren zwei Schreibmaschinen zu haben. Natürlich kann man so mehrere Dolumente und Masken offen haben, aber betrachten und ausfüllen kann man immer nur eine zur Zeit.

        Und was die Jüngeren nicht kapieren ist, dass diese Verdichtung der Arbeit von mehreren auf wenige Mitarbeiter weder dem Arbeitnehmer, noch dem Kunden nutzt.

        Junge Leute meinen nur, sie wären produktiver damit, dass liegt aber daran , dass sie ganz viele Dinge nicht „auf dem Schirm“ haben.

        Ich konnte mich als Teenie auch in Lichtgeschwindigkeit durch den Computer klicken, verstanden, was ich da eigentlich tue habe ich aber damals nur selten. Was ich sehen konnte war das Ergebnis, nicht den Weg dahinter.

        Und gerade im öffentlichen Dienst brauchen wir nicht noch mehr Klickäffchen, die mehr auf Monitore glotzen, als auf Bürger. Ein psychiatrischer Dienst hat da dann doch andere Schwerpunkte.

        Krisenintervention per Instagram geht halt nicht.

        Und wie super die Digitalisierung funktioniert, wenn man sie mal wirklich braucht, hat man letztes Jahr beim Warntag gesehen.

        • Du schreibst ein echt wirres Zeug zusammen, muss ich sagen. Was hat ein zweiter Bildschirm mit zwei Schreibmaschinen vor 100 Jahren zu tun? Was hat jetzt die Verdichtung der Arbeit von mehreren auf wenige Mitarbeiter mit einem zweiten Bildschirm am Arbeitsplatz zu tun? Von Deinem „psychiatrischen Dienst“, der „Kriesenintervention per Instagram“ und dem Warntag mal ganz zu schweigen.

          Wenn es nur darum geht, irgendwas von Stück totem Baum abzutippen, reicht ein Bildschirm. Aber gerade dort, wo nicht mehr mit Zettelwirtschaft, sondern digital gearbeitet wird, ist ein zweiter Bildschirm in der Regel nicht nur hilfreich, sondern fast schon zwingend erforderlich.

          Und wenn Du glaubst, dass öffentliche Verwaltung in erster Linie daraus besteht, einen Bürger vor der Nase sitzen zu haben und für den ein Formular auszufüllen, dann hast Du ein ziemlich seltsames Bild von den Aufgaben öffentlicher Verwaltungen.

        • „Zwei Monitore ist ungefähr so sinnvoll, wie vor 100 Jahren zwei Schreibmaschinen zu haben. Natürlich kann man so mehrere Dolumente und Masken offen haben, aber betrachten und ausfüllen kann man immer nur eine zur Zeit.“

          In dieser Hinsicht hast Du so was von keine Ahnung.

          (Gez. – Beschäftigter mit zwei Bildschirmen am Arbeitsplatz)

        • Hallo Lars, meine volle Zustimmung. Sinlose Arbeitsverdichtung und Umorganisation um der Umorganisation willen. Bestes Beispiel: vor Corona wurden in der Behörde in der ich vor der pensionierung arbeitete in großem Stil echt Umbaumaßnahmen am Gebäude vorgenommen. Ziel: statt Einzelbüros und vieler kleiner büros in denen 2, maximal 3 Mitarbeitende saén die ach so modernen Großraumbüros , damit man mehr menschen auf der gleichen Grundfläche oder – wie man heute ja rechnet – dem gleichen Atemluftvolumen – unterbringen konnte. Auch eine Form der im räumlichen Sinne „Arbeitsverdichtung“ hühnern will man größere Käfige zugestehen, arbeitende menschen sollen in kleinstzellen in Großraumbüros schaffen. Oder gar nomadisierende Arbeitsplätze – kein fester Schreibtisch mehr , digital modern wandert der Arrbeitsplatz mit oder wird gleich als tragbarer coomputer ausgeführt. Ob man das nach den pandemie-Erfahrungen wieder zurückbaut weiß ich nicht denn ich bin nun nicht mehr da. Nicht nur aus Sicht einer menschengerechten Arbeitsumgebung sondern wie man nun weiß auch seuchentechnisch war das mit den Großraumbüros wohl ein Bauchklatzscher. Aber modern – genau wie die zwei bildschirme aus Deinem Beispiel. Nicht alles ist richtig nur weil es neu ist oder „digital“ drauf steht.

      • Bei uns sind inzwischen locker zwei Drittel aller Arbeitsplätze mit einem zweiten Bildschirm ausgestattet. Nicht weil wir das irgendwem aufoktroyiert hätten, sondern weil die Kolleginnen und Kollegen quer durch alle Altersgruppen aktiv danach fragen und einen zweiten Bildschirm haben wollen. Ich arbeite übrigens im Öffentlichen Dienst. 😉

    • Kann ich zu 100% so aus meinen Erfahrungen bestätigen.

    • Die gleiche Erfahrung hinsichtlich Führungspersonal habe ich auch gemacht. Jeder möchte immer die Digitalisierung vorantreiben (Stichwort: elektronische Akte). Aber leider möchte niemand die Entscheidung treffen, welche Dokumente nach dem verscannen im Original aufzubewahren sind bzw. vernichtet werden können. Ich bin der Meinung, dass insbesondere in den deutschen Amtsstuben die Digitalisierung ein Projekt ist, dass in vielen vielen Bereichen zum scheitern verurteilt sind. Zum einen stehen oftmals rechtliche Gesichtspunkte gegen die Digitalisierung, zum anderen wie Akiro schon angemerkt hat der Kontrollzwang der Führungsetage.

      Und als Zugabe kommt dann noch der Leitspruch:
      „Das haben wir schon immer so gemacht, warum soll ich das jetzt anders machen, nur weil ich mit der elektronischen Akte arbeite?“

  4. Christian says:

    Vielleicht sollte man solche Dokus Mal den Verantwortlichen zwangsweise ansehen lassen. Man schüttelt nur noch mit den Kopf. Und nein nicht immer ist Datenschutz der Hinderungsgrund.

  5. Diese Lächerlichkeit merke ich auch täglich bei der Arbeit. Wir stellen uns gerade unternehmensintern extrem gut auf in Sachen Digitalisierung. Das Problem ist, wenn es Dinge sind die Behörden betreffen, existieren einfach nicht die Schnittstellen, bzw. der gleiche Grad an Digitalisierung bei der Behörde.

    Das bedeutet z.B. dass ich um einen Lohnausfall nach Infektionsschutzgesetz zu beantragen für MA aus Bundesland A ein anderes verfahren anwenden muss als bei Bundesland B. Für A gibt es eine Internetseite, wo ich für jeden einzelnen MA 1000 Datenfelder eingeben muss, was mich pro MA ca. 20 min kostet. Für Bundesland B ist es noch schlimmer. Da darf ich erstmal ein Konto erstellen, muss einige Tagen warten bis das Konto bestätigt ist und darf dann dort für jeden MA einzeln eine Akte anlegen und innerhalb dieser Akte die Daten eintragen, die gefordert sind. Für Bundesland C gibt es gar nicht erst die Möglichkeit die Erstattung online zu beantragen, in 2021!

    Das Ganze setzt sich dann fort, wenn uns um die Zusammenarbeit mit Finanzamt, Bundesagentur, Krankenkassen usw. geht.

    Förderalismus ist für bestimmte Felder eine gute Sache aber bei der Digitalisierung ist er einfach nur hinderlich und dämlich. Wenn man dann noch sieht, welche Länder einen schon seit Jahren abhängen kann man nur noch den Kopf schütteln.

  6. kleine Anekdote: Neulich beim Amtsgericht…

    Ich brauchte eine Beurkundung

    Büro A: Alle Daten wurden bereitgestellt. Die Urkunde wurde ausgestellt. Nun musste noch bezahlt werden. Dazu druckte mir der Mitarbeiter eine Zahlungsaufforderung (DIN A4). Damit sollte ich in Büro B.

    Büro B: Zahlungsaufforderung vorgezeigt; Bezahlt; Zahlungsaufforderung im Aktenvernichter geschreddert. Neuer Beleg über Zahlung (ebenfalls DIN A4) ausgedruckt. Zurück in Büro A.

    Büro A: Zahlungsbeleg vorgezeigt; Zahlungsbeleg im Aktenvernichter geschreddert. Aushändigung der Urkunde!

    Krass, oder?

  7. Fritz Mukula says:

    Die Nummer mit dem Abtippen des Barcodes macht mich absolut sprachlos. Vor allem die Aussage über eine „Schnittstelle“. Hier sieht man deutlich, dass es bereits an vernünftiger Beratung scheitert, denn für das Lesen eines Barcodes braucht man nichts anderes, als einen kleinen Scanner, der wie eine Tastatur an einen USB-Port angeschlossen wird. Ist ja im Grunde nichts anderes als ein Eingabegerät.

    Die größten Dilettanten sitzen bei den Softwarehäusern, die den Behörden ihren Müll für teures Geld andrehen. Die meisten Lösungen scheitern bereits aufgrund der absolut unsinnig aufgebauten UIs, mit denen der User vollkommen überfordert ist und es natürlich auch direkt ablehnt.

    • checkit53 says:

      Das ist mir auch direkt aufgefallen.
      Im Zuge dessen habe ich Herrn Reinecke auch eine Anfrage über das Kontaktformular des BDK geschickt und ihn auf diese Möglichkeit hingewiesen.

  8. Die Doku hab ich gestern im ZDF gesehen.

    Ich (einer der „Boomer“ :)) bin nach einem Jahr wieder aus der Landes-IT geflüchtet. Unfassbare Zustände. Leute aus irgendeinem Amt werden IT-Leiter weil sie „dran“ sind. Wollen in die Cloud (bin Cloud-Heini), aber es laufen noch Server 2003, Exchange 2007, Anwendungen, die nur mit Office 2010 können usw. Du weißt gar nicht wo du anfangen sollst.

    Ironie: 2018/2019 wurden Leute wie ich gerade im ÖD (Landes-/Bundes-IT…) oft belächelt, dann kam Corona. Nun versucht man krampfhaft uns zurückzuholen, aber jetzt lächeln wir. Tja, Karma.

    Ich will auch gar nicht einzelne bashen, dort gibt’s auch sehr gute Leute, aber was man in 15 Jahren verpennt hat holt man nicht in 15 Monaten auf. BTW, viele Cloud-Spezialisten sind > 40, das hat nicht unbedingt was mit dem Alter zu tun 😉

  9. In keinem Land der Welt wird das Thema Datenschutz als so extrem wichtig erachtet wie bei uns. Selbst wenn die technischen Grundlagen für die Digitalisierung gegeben sind scheitert es spätestens am „sogenannten Datenschutzexperten“ für den grundsätzlich erstmal alles neue schlecht ist.

    Sicherlich ist Datenschutz gut und wichtig aber auch einer der Hauptgründe warum es bei uns so so schleppend läuft, vor allem im Gesundheits- und Rechtswesen.

    • Hallo Marco, Datenschutz schützt nicht Daten, sondern BürgerInnenrechte. Das Bewußtsein für atensparsamkeit und -IT-Sicheerheit ist – und das nicht nur im öffentlichen Dienst – oft noch viel zu schwach entwickelt. Wie können sonst unvollständig gelöschte Datenträger aus öffentlichen und privaten Verwaltungen im Müll oder gar auf Second-Hand-Plattformen landen? Das sind oft die gleichen Leute die im papiernen zeitalter Akten ungeschreddert in den Müllcontainer warfen. Datenschutzbewußtsein hat also nichts mit moderner IT zu tun und behindert diese auch nicht. Es ist mein Recht als Bürger dieses landes daß sowohl öffentliche wie private einrichtungen sorgsam mit meinen Daten umgehen. Ich bin froh daß es Datenschutzbeaufttragte oder den CCC gibt. Sie sind keinesfalls hemmschuh der Digitalisierung sondern sorgen dafür das diese grundrechtskonform abläuft. Alles andere wäre mir zu „Chinalike“.

      • Deine Meinung ist ein gutes Beispiel für die Probleme. Wenn Ideologie Machbarkeiten verhindern, wird Fortschritt und Wohlstand blockiert. Nicht die Lösung eines Problems ist dann stets das Ziel, sondern der Weg dahin. Zur Not eben ohne das Ziel je zu erreichen.

    • Und wie oft ist der Datenschutz gar nicht das vordergründige Problem sondern wird als blockierend vorgeschoben, weils so leicht ist?

  10. Lustig finde ich immer, dass dieselben Leute, die sich über die schnarchlangsame Digitalisierung aufregen, Fans von so deutschen Institutionen wie dem CCC oder den Verbraucherschützern sind ;-)))

    • Das verstehe ich nicht. Wo ich da der Zusammenhang?

      • Kleines Beispiel aus jüngster Vergangenheit: Einfluss dieser Gruppen und Erfolg der Apps Corona-Warn-App bzw. Luca.

    • Hallo Mike , kennst Du einen der alltäglischten Datenschutz-GAUs? Das ist die „handakte“ in der unverschlossenen Schreibtischschublade. Sie enthält alle möglichen und unmöglichen personenbezogenen Daten von KundInnen , KollegInnen und so weiter. Was da drin ist ist in keinem Datenkathaster erfaßt. irgenwann waiß vielleicht noch nicht mal die person die diese „handakte“ führt warum sie das eine oder andere Datum eigentlich für aufschreibens- und aufhebensweerts hielt. Aber jede person die um diese Kladde weiß oder auch nur deren Existenz veermutet kommt in einem unbeobachteten moment dran. Das also alles ohne Beteiligung auch nur eines Taschenrechners. Guter Datenschutz hemmt keine Digitalisierung sondern ist deren Voraussezztung – und fängt weit vorrherr an , nämlich bei zettelsammlung und Stift.

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