Die Angst von Journalisten vor Twitter

Ich brech zusammen. Ich halte hier normalerweise Polit-Gedöns raus, weil ich es einfach langweilig finde. Wenn ich wählen muss, dann habe ich das Gefühl, als würde ich nur auswählen, welcher der kleinere Haufen (hier Fäkalwort deiner Wahl einsetzen) ist, in den ich hinein greife. Aber hier geht es um Twitter und Politik. Unser Regierungssprecher Seibert twittert seit ein paar Wochen. Finde ich nicht verkehrt – so erreicht er zumindest Menschen meines Schlages: Politik-verdrossen, Onliner.

Ich bekomme so also Infos, die ich mir so nie woanders nie holen würden. Nein, es gibt keine News, die ich woanders nicht bekommen könnte – denn das Feld der Informationen ist groß. Was aber denken die anwesenden Journalisten? Die machen sich richtig nass, dass man ihnen vielleicht Informationen vorenthält. Nehmt auch mal eine Viertelstunde Zeit und hört euch die Fragen der Journalisten an. Ich habe wirklich gedacht, dass da Menschen fragen, die noch eine Turbo-Taste am PC haben (und ja, ich kenne andere Journalisten, die zum Glück in diesem Jahrzehnt leben & arbeiten). Ich fasse es nicht (und twittere munter weiter).

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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64 Kommentare

  1. Der Grund warum Journalisten nicht twittern liegt meiner Meinung nach eigentlich woanders. Twitter ist Kommunikation – Fragen Antworten. Der eigentliche Journalist ist, so absurd es auch klingt jedoch keiner der Kommuniziert. Er schreibt seine Artikel, Berichte etc und setzt damit dem Leser was vor, was dieser konsumieren darf. Das ganze ist jedoch nicht auf Reaktion des Lesers ausgelegt. Kommunikation ist somit etwas neues für Journalisten.

  2. traurig „armes Journalisten Deutschland“ da müssen wohl manche ihre schreibmaschiene demnächst gegen ein pc tauschen ;-P ~get mal gar nicht das informationen vieleicht sogar ungefilter ans volkgelassen werden … kann man bitte mal nen bildungskurs internet für die damen und herren abieten ?

  3. Klingt sinnvoll. Danke.

  4. bor ich brauch erstmal was koffein …

  5. Einige Nachfragen sind äußerst peinlich, zweifellos. Aber dies nun dafür zu nutzen, schnell mal alle Journalisten über einen Kamm zu scheren, ist wohl auch nicht korrekt. Beim Lesen entsteht bei mir dann jedenfalls eine leichte Blogger-Verdrossenheit…

  6. Lieber Christian, dass ich nicht alle Journalisten an den Pranger stelle, sollte klar sein, oder? So viel Grips erwarte ich von meinen Lesern.

  7. Turbo-Taste, da kommen Erinnerungen hoch. Statt 10 Mhz brutale 16 Mhz – immerhin eine Steigerung um satte 60 % – sowas ist heute gar nicht mehr möglich 🙂

    Aber ein wenig Mitleid dürfen wir mit den Damen und Herren Journalisten schon haben. Die wollen ja schließlich ihre Informationen für Geld weitergeben, was ja auch ihr gutes Recht ist. Und jetzt kommt einer daher und wirft selbige Informationen einfach so unters Volk, noch dazu frei Haus. Und das ohne journalistisches Zutun. Das kann schon Angst machen. 🙂

    Ich kann es ehrlich ein bißchen verstehen, aber nur ein bißchen.

  8. Die werden ihre Informationen auch so noch verkaufen.

  9. Ich finde die Frage berechtigt. Was passiert wenn der Account gehackt wird und jemand eine Falschmeldung postet wie „Bund lehnt Kauf von EADS-Aktien ab“.
    Hintergrund: http://www.google.de/#hl=de&q=bund%20anteil%20eads

    Auch wenn man grds. eine Meldung erst nachprüfen sollte, reagieren die Aktienmärkte schon auf Gerüchte (jeder will der erste sein) und der Kurs fällt.

  10. Wo kämen wir hin, wenn die Regierung ausschließlich Informationen an die Medien weiterleitet? Sie hat eine Verantwortung gegenüber dem Volk, nicht nur den Journalisten & Co.

  11. @Thomas: das sieht man auch daran, dass noch heute auf manchen „jornalistischen Portalen“ ein Kommentieren der servierten Artikel NICHT möglich ist – es gibt schlicht und einfach keinen Button/Link dafür.

    @chrisitan: aber sind es nicht gerade diese Journalisten, die so gerne das ganze (!) Internet verteufeln, gerade auch die „Bloggerszene“ immer wieder als lächerlich hinstellen wollen? Und wenn dann bei so großen Redaktionen Leute sitzen, die Artikel über Themen aus der IT abliefern, in denen nur Bullshit steht,da sträuben sich mir echt manchmal die Haare.

    Ich denke die Journalisten haben einfach Angst, dass ihnen die Arbeit flöten geht. Früher war es eben so, dass gewisse Blätter einfach Meinung machten, wer sich da nicht die entsprechenden Presseverteiler für teuer Geld in Papierversion gekauft hatte musste doch einfach glauben, was geschrieben wurde… …und ich meine jetzt mit Blätter die Meinung machen, durchaus renomierte große Tageszeitungen, nicht etwa das BILDungsblatt. Von der „recherchierten Qualität“ mancher Artikel kann man echt absehen.

    Die Zeitungen und Verlage müssen eben lernen, dass sich die Verhältnisse in den letzten Jahren massiv geändert haben, sie müssten einfach mitziehen. Dann muss ich als Journalist nun halt mal bei Facebook, Twitter, … angemeldet sein. Im Momnet reagieren sie immer nach dem Motto: „Mami, der hat mir mein Sandförmchen weggenommen!“

    Grüße
    TL

  12. Nachtrag:

    @Thomas: ich bezog mich auf deinen ersten Kommentar. Nun zum vorhergehenden: Sicher und gerade auch hat die Regierung Verantwortung gegenüber dem Volk, das fängt doch aber schon mal damit an, dass sie endlich aufhören sollten uns (Volk) für dumm zu verkaufen.

    @Joe: dann kann – wie der Regierungssprecher schon sagte über ein kurzes Telefonat als Bestätigung helfen, was die Journalisten ja wohl auch schon jetzt – ohne Twitter – bei jedem umgefallenen Sack Reis tun.

  13. Man man man *kopfschüttel*

  14. Ich kann eine gewisse Angst vor diesen Diensten schon nachvollziehen. Schließlich wird der Journalist als „Vermittler“ der Informationen umgangen, und die Weitergabe der Information erfolgt direkt ans Volk. Ich denke, es ist schlicht eine – mMn unbegründete – Angst davor, dass der eigene Job überflüssig wird.

  15. Es ist natürlich einerseits die Angst der Journalisten ihren Status zu Verlieren, bei Twitter darf jeder mitlesen, wozu dann noch eine Akkreditierung oder ein Presseausweis?
    Andererseits ist es Fraglich ob denn gerade Twitter das geeignete Medium dafür ist ? es hat so etwas von der berühmten “ Kündigung per SMS „.

    Auch die Sicherheitsfrage ist schon in dieser Beziehung wichtig und damit die Frage der „Echtheit“ von Regierungsmeldungen.
    Hier sollten sich einige nicht allzu sehr der Schadenfreude Frönen, denn sollte sich erst einmal eine Regierung und die Politik eines Medium wie Twitter „Bemächtigen“ könnte dieser Dienst hinterher völlig anders, Aussehen was nun auch keiner Will.

  16. Danke, @Cashy!
    @Thomas: Ich glaube nicht, dass Journalisten keine Kommunizierer sind. Der überwältigende Großteil der journalistischen Arbeit besteht doch genau darin zu kommunizieren. Informationsbeschaffung, Interviews, Recherchen usw.
    Das schreiben der Artikel ist dann der (meist) kreative Teil 😉

    Bei den Fragen hatte ich viel mehr das Gefühl, dass sich viele der Anwesenden nicht richtig über neue Medien informiert haben. Der Aspekt, dass es auch ältere Journalisten gibt, die mit der Technik nicht mitgingen, ist für mich schon fast pervers. Es ist doch mehr oder weniger ein offenes Eingeständnis, schlechte Arbeit betrieben zu haben. Schließlich ist Informationsbeschaffung Teil ihrer Arbeit.
    Auf mich wirkte es, als hätten sie Angst, ihre Souveränität zu verlieren. Es gibt ein neues Alpha-Männchen/Weibchen, unliebe Konkurrenz.

  17. @TL: Bin ein anderer Thomas 😉 Egal wer gerade an der Macht ist, diese Volkstreter werden nie damit aufhören das Volk zu vera*schen. Wie überall geht es nämlich um Geld 😉

  18. Ich wüsste ja mal gerne wie die Diskussion verlief, als die E-Mail aufkam.

    Was mich in dem o.g. Video stört, ist, dass diese Journalisten irgendwie fordern durch den Bund informiert zu werden und das diese Information / Quelle gefälligst geprüft zu sein hat.

    Ich fasse Pressefreiheit so auf, dass jeder Journalist in seiner Arbeit nicht behindert wird und seine Fragen beantwortet werden. Pressefreiheit heißt in meinen Augen aber nicht, dass wir sicherstellen müssen, dass unsere Journalisten von uns auf alle Themen aufmerksam gemacht werden, damit sie ja nie vergessen die entsprechenden Fragen zu stellen. Zudem hat jeder Journalist seine Quelle zu prüfen und nicht einfach nachzuplappern was er da gerade liest. Ob es nun per Mail, Fax, oder über twitter kommt, sollte die Grundvorgehensweise nicht ändern.

    Jeder Arbeitnehmer muss doch heute die Grundvoraussetzung mitbringen, dass er auf die sich täglich ändernden Lebensumstände entsprechend reagiert. Ich dachte in einer sich schnell ändernden Medienlandschaft wäre diese Bereitschaft zur Veränderung besonders ausgeprägt….. wie man sich doch irren kann.

  19. Ich bin wirklich beeindruckt von den Typen, wie ruhig der bleibt. 5 mal die gleiche Frage/Anschuldigung, dass Twitter nicht sicher ist und man das alles bitte per Fax und Email haben will. Sowas ist natürlich nicht zu fälschen und absolut sicher.
    Hat er wirklich gut und suverän gemacht. 🙂

  20. Ich hab zwar seit Jahren einen Twitter Account aber dennoch muss ich immer wieder feststellen, dass ich mit dem Dienst nichts anfangen kann.
    Dennoch muss ich mir an den Kopf fassen wie sehr man von vorgestern sein kann, dass man Twitter nicht als eine von vielen Informationsquellen nutzen kann.
    Ich hab die ganze Zeit auf die Frage gewartet, ob es nicht ein Sicherheitsrisiko sei, dass die Kanzlerin „jetzt“ in diesen schnellen Automobilen fährt und nicht mehr in einer Pferdedroschke.

  21. Ich habe nur 6 1/2 Minuten des Videos durchgehalten. Für mich als Mensch des Jahres 2011 nicht zu verstehen, wie man sich so verhalten kann. Nebenbei bemerkt: Werden Informationen eigentlich auch so verschlüsselt transportiert oder warum fragt keiner der Journalisten direkt, was sich durch den Twitter Account für sie ändern wird?
    Naja, nach der PK ist der eine oder ander Journalist vermutlich erstmal in den Steinbruch, um sich eine neue Steintafel auszuschen, um darüber zu berichten.
    Kopfschüttel,
    Heiko

  22. tomtom (Der Falsche) says:

    @Heiko Bernhörster
    Du bist echt „Mensch des Jahres 2011“? Klasse! Glückwunsch! 🙂

  23. Nillemaster says:

    Gebe dir grundlegend Recht, allerdings muss man auch vorsichtig sein die komplette Politik so abzuwerten. Jeder Bürger hat die Möglichkeit, wenn ihm die Politik nicht gefällt, sich selber aktiv zu beteiligen um etwas zu verändern anstatt nur zu meckern – in welcher Form auch immer. Daher finde ich die Aussage mit den Haufen unangemessen.
    Beim Journalistenthema stimme ich zu.

  24. @Nillemaster: ich gebe zu: ich befinde mich in einer Lethargie etwas zu ändern. Warum? keine Ahnung. Ich bin einfach verdrossen. Ich kann es dir nicht erklären. Ich habe das Vertrauen in unsere Politik verloren.

  25. Ich weiß gar nicht, warum hier so auf den Journalisten rumgehackt wird?! Und die sinnfreie Polemik à la „die da oben hauen sich die Bäuche voll, während wir hier unten..“ einiger hier kommentiere ich mal auch nicht weiter (#Bild #Niveau)..

    Ich kann die Ängste der Journalisten verstehen.. schließlich ist der Job ein Haifischbecken. Jeder MUSS der erste sein.
    Mit Twitter bekommen nun alle gleichzeitig ihre Pushnachricht, während es vorher Bevorzugungen gab, weil man sich kannte. Es ist nun unpersönlicher und die Arbeit der Journalie wird dadurch nicht weniger, aber anders, was für einige offensichtlich ein Problem ist (für die Älteren?).

    Ich finde es trotzdem super, wie Christoph Steegmans die Anfragen abgebügelt hat und gesagt hat, dass sie dieses Medium nun nutzen werden. Punkt.
    Alle anderen „Vertriebswege“ wird es weiter in gewohnter Qualität geben, Twitter kommt halt nun noch dazu.

    Die Frage der Sicherheit stellt sich allerdings tatsächlich. Falschmeldungen als Scherz oder gar als Angriff sind doch sehr denkbar und mit Twitter sehr sehr einfach, oder?

    M.

  26. Nillemaster says:

    Ok. Das ist echt nicht gut.
    Ich kenne auch viele andere Leute denen es ähnlich geht, aber kann es einfach nicht nachvollziehen. Selbst wenn man kein Vertrauen mehr hat und noch so verdrossen ist –
    Wie kann einem das so völlig egal sein? Man will doch auch ein Stück weit Einfluss haben was in seinem Land passiert und nicht nur abwarten auf Dinge die kommen. Man muss doch wenigstens in irgendner Form Alternativen kennen.

  27. Hermann Schwiebert says:

    Ich finde es gut, dass alle Formen der Informationsverteilung genutzt wird und genutzt werden kann. Ärgerlich finde ich es, wenn zum Beispiel die öffentlich-rechtlichen TV-Sender in den Nachrichten darauf verweisen, dass man weitergehende Infos auf ihren HPs beziehen kann. Da ist doch jemand ohne Internet von diesen Nahrichten ausgeschlossen.Private Sender können ja machen, was sie wollen. Öffentlich-rechtliche aber nicht. Für meine Fernseh-Gebühren möchte ich auch ohne Internet gleichberechtigt alle Infos bekommen können, auch ohne Internet. Darum halte ich Äußerungen eines Regierungssprechers n u r über Twitter zumindest für bedenklich.

  28. @DasMaddin: Welcher Job ist denn bitte kein Haifischbecken? Wenn man gut sein will (oder muss), dann ist das überall so. Journalisten, die das nicht verkraften, haben dann wohl den Job verfehlt. Gilt aber wie gesagt in ziemlich vielen Bereichen. Keiner zwingt einen Menschen, einen Beruf auszuüben. Und wenn man sich dann für etwas mit Stress entscheidet, darf man hinterher nicht jammern, dass es anstrengend und hart ist. Oder eben was anderes machen. Insofern kann ich persönlich jammern generell nicht wirklich verstehen. Gut, jeder hat mal ’nen schlechten Tag. Aber grundsätzlich sollte man mit den Konsequenzen klar kommen oder es einfach sein lassen. Gibt ja auch schöne und ruhige Schreibtischjobs, bei denen man vor Langeweile einschläft. Ist aber eben nicht stressig.

  29. @DasMaddin

    Die Journalisten bekommen doch alle schon Nachrichten über die Mailinglisten, die sind genau so persönlich wie Twitter.
    Der persönliche Weg ist ja nicht auf einmal verschwunden.

    Sicherheitsprobleme gibts auch bei jedem Medium, gerade bei Mails.

    Gerade als Journalist muss man doch in der Lage sein sich auf neue Informationswege einzustellen, das gehört doch immanent zum Job.

  30. Mal abgesehen von diesen 80er Jahre Pussys voller Angst ist noch am interessantesten, was der eine Herr über Agenturmeldungen mitteilt: Er will „zuschlagen“ sobald neue Informationen reinkommen. Da reicht die Zeit nicht mal mehr für einen Anruf bei den entsprechenden Stellen der Regierung.

    Wo kämen wir auch hin, wenn Nachrichten seriös recherchiert würden?

  31. @Tomtom: Schon klasse, wie sich die deutsche Sprache deuten lässt 😎 Denke mal, du hast die eigentliche Aussage aber verstanden…

    Heiko

  32. Andreas Holzapfel says:

    Ja, die „Politikverdrossenheit“. Ich habe Politikwissenschaft studiert – und bin ebenso verdrossen. Lobbyismus, Dauerwahlkampf, leere Versprechungen. Man lese Machiavellis „Der Fürst“ – dann versteht man alle wesentlichen Grundzüge politischen Handelns.

    Aber back to topic. Ich bin selbst kein Twitterfreund; ich muss aber auch keine Menschen erreichen, ich bin keine Person des öffentlichen Lebens. Gut, dass wenigstens einer aus der Administration gemerkt hat, wie man junge Leute (eventuell) erreichen kann. Wohlgemerkt, einen Regierungsblog fände ich noch besser. Cashy, richtest du denen die Seite mal ein? ^^

  33. Ich glaube nicht, dass es denen um die Gefahren von Twitter usw. geht, die fürchten um ihre Exklusivität. So ist es schwerer für sie als erster eine wichtige Nachricht zu publizieren.
    Und, ganz ehrlich, die Presse nutzt doch selbst Twitter, siehe Ticker z.b. beim SPON. Die „Elite“ der politischen Journalisten fürchtet doch nur um ihren Status und sicher auch um ihre Einnahmequelle.

  34. Manuel Morschel says:

    Für wirkliche Qualitätstexte, professionell gestaltet, wird es ja immer noch einen Markt geben. Journalisten können halt nicht mehr mit bloßen Informationen punkten, die wirklich für alle zur Verfügung stehen wie Mitteilungen von Firmen, Institutionen und Ämtern. Dieser Zug ist schon lang abgefahren und dies ist noch schlimm.

    Doch gibt es genügend Nischen, die wirklich noch von einem professionellen Journalismus abgedeckt werden müssen. Längere Recherchen, Neuigkeiten aus Krisenregionen, Analysen, Reportagen und Ähnliches brauchen die nötigen Ressourcen und Zeit, damit sie eine gewisse Qualität erreichen. Und der Bedarf danach wird ja auch immer bleiben. Bezahlsysteme werden sich hierzu auch ausbilden. Wer hätte denn noch 2008 gedacht, dass es z.B. durch die digitalen Möglichkeiten zu einer Rennaissance der Musikindustrie kommt. Streamingdienste und iTunes bzw. Amazon haben die Distribution zwar grundlegend geändert, aber der Fokus liegt heutzutage nicht mehr so stark auf den „bösen“ Tauschbörsen.

    Der Journalismus wird und muss sich ändern. Dies werden wir auch sehr schnell sehen. Unterhalten wir uns nächstes Jahr noch einmal darüber.

    Außerdem, Caschy und alle anderen Blogger: Ihr seid doch Journalisten oder was macht ihr anderes in euren Blogs, als Texte für ein Publikum zu erstellen, die informieren, unterhalten etc. Ich würde hier keine künstliche Grenze setzen, die zwar manche „klassische“ Journalisten gerne hätte, die es aber nicht gibt und auch nie gab. Insgesamt ist es doch so wie überall: Das Gute, Spektakuläre, Marktrelevante wird sich durchsetzen. Haben doch gerade interessante Zeiten, schauen wir was kommt. 🙂

  35. Jason Miles says:

    Mit der Diskussion über Sicherheit stellen sich die Journalisten doch selbst an den Pranger. Es ist Teil des Jobs, Informationen zu suchen, zu finden und diese zu recherchieren.

    Klar kann ich mir auf Twitter einen Account anlegen, nenne mich „regsprecher24“ und twitter, dass die Kanzlerin gerade zu einer Reise auf den Mond aufbricht. Die Qualität des Journalismus erkenne ich dann hoffentlich daran, dass diese Meldung nicht auf spiegel.de, stern.de und so weiter auftauchen wird.

  36. Was soll man mit RegSprecher und seiner Timeline anfangen? „#Schäuble hat Platten und fehlt in Kabinettssitzung“. Dies ist nicht der politische Journalismus, den eine Demokratie braucht. Da gehört schon etwas mehr dazu als 140-Zeichen-Journalismus. @caschys Politikverdrossenheit: Wenn keiner sich mehr einmischt, informiert, mitmacht und kritisch hinterfragt, was glaubst Du, wohin das langfristig führt? Dann gibt’s irgendwann kein Twitter mehr. Hatten wir alles schon mal. Demokratie lebt vom Engagement der Bürger, ansonsten setzen sich die Stärkeren durch. Also: Venceremos!

  37. Die Kutsche mit „ich weiß nicht ob die SMS sicher ist“ fand ich echt gut. Der Typ schlägt sich gut die besorgten Mütter im Puplikum zu beruhigen, also es halt zu versuchen…

  38. Der ganze Zeitungsbereich und der Journalismus haben sich schon geändert. Ich finde die Debatte gut, da wird sich noch mehr tun. Ganz bald!

  39. Stegmans (?) antwortet cool.

  40. Naja, aber mal ganz ehrlich, Twitter braucht doch kein Mensch! Ich wüsste nicht, was das für einen Mehrwert haben soll. Man kanns auch übertreiben mit dem Online Wahn. Das sind meistens einsame Menschen die in ihrem Keller sitzen und dann rumtwittern. Eher was für einfach gestrickte Leute, aber gut die solls ja auch geben 😉

  41. @Chris: Das ist ja mal nen richtig fundierter Beitrag. Danke dafür.

  42. Danke Chris für die Comedy!

  43. ich habe mich sowieso immer gefragt wieso man für Journalismus „studieren“ muss (das sollte zumindest etwas intellektuellen Background voraussetzen). Mehr als richtig schreiben (und das schaffen sie auch nicht immer) muss man offen bar nicht können.

    Ich finde es gut, dass man diese „Psydo-Presse“ ausrottet!

  44. Richtig schreiben? „Gefragt wieso“ und „offen bar“? Ich schlage vor, neben der „Psydo-Presse“ auch gleich alle Legastheniker auszurotten, wenn wir schon ‚mal beim Ausrotten sind. Letztendlich ist es ganau dieses Niveau, auf dem alles endet. Und mit dem Ausrotten kennen wir uns ja sowieso aus…

  45. Zum Glück tummelt sich hier so viel Intelligenz. Aber ne klar, Twitter ist absolut sicher, das glauben auch nur Leute die zwar Twitter nutzen, aber nicht mal ansatzweise wissen, welche Technik dahinter steckt. Traurig, aber wahr…

  46. @Messiah: Was ist den schon sicher? Und über Twitter wird geklönt und Informiert. Deshalb wird kein Krieg ausbrechen. BTW: Was ist denn an den bisherigen Kanälen sicher?

    Heiko

  47. Sven Brandhorst says:

    Auch heute kommt es schon vor, dass Zeitungsenten und Halbwahrheiten verteilt werden nur damit die eigene Zeitung die erste ist, die mit einer Neuigkeit punkten kann. Die Fehlerquote durch einen gehackten Twitteraccount würde sich nur marginal erhöhen.

    Die „Angst“ um die Sicherheit des Twitteraccounts wurde ja argumentatorisch ausgehebelt indem gesagt wurde, dass auch Webseiten gehackt werden können. Seltsamerweise hat das die lieben Journalisten nicht interessiert.

  48. Diese Journalisten sind mir echt suspekt.
    Auf der einen Seite Leistungsschutzrechte fordern und was von Qualitätsjournalismus im Netz erzählen und auf der anderen Seite neue Medien und Informationsquellen boykottieren.

  49. Man sollte bei dieser ganzen Diskussion aber nicht vegessen, dass Twitter auch nicht gerade die Krönung der qualitiativen Informationsflut ist.

  50. Die Angst dieser Journalisten ist eine Angst um die eigene Existenz. Früher gingen Ankündigungen von Auslandsreisen oder ähnliche Mitteilungen der Bundesregierung über den Presseverteiler, die Journalisten haben das mehr oder weniger sinnvoll aufbereitet und am nächsten Tag in der Zeitung geschrieben.

    Die ursprüngliche Aufgabe, solche Informationen zu verbreiten, können heute nunmal auch Dienste wie Twitter übernehmen. Die Regierung kann sich jetzt direkt an die Bürger wenden und muss nicht mehr den Umweg über die Journalisten gehen. Dadurch ist das, was zahlreiche Hauptstadtjournalisten jahrelang gemacht haben, nämlich mehr oder weniger interessante Regierungsmitteilungen mehr oder weniger reflektiert aufzuarbeiten und am nächsten Tag in die Zeitung zu schreiben, immer überflüssiger geworden.

    Anstatt anzuerkennen, dass die Lage sich geändert hat, versuchen viele die Entwicklung aufzuhalten. Vergeblich.

  51. Twitter ist eine US Firma, wo gefiltert wird. Twitter als Informationquelle anzugeben usw, hat keine Ahnung. Ich nutze kein Twitter und werde es auch nicht nutzen, da es enfach nur Schrott ist.

  52. @hoschi: Regierung und Qualität passt auch nicht zusammen 🙂
    @cokkii: Die restlichen Medien sind bestimmt viel besser, haben immer Recht und erzählen immer die Wahrheit.

  53. @mysha

    diese (womöglich alle?) journalisten? wohl kaum. einfach mal ne suchmaschine deiner wahl anwerfen und IGEL eingeben. die welt ist nicht nur schwarz und weiss, es gibt unendlich viele, fein nuancierte grautöne. wäre sonst auch ziemlich eintönig…

  54. Genial, wie ruhig der Sprecher bleibt. Ich könnte das nicht. Er erklärt es den Fragenden immer und immer wieder…

  55. Ich kapier gar nicht warum ihr alle auf den Journalisten rumhackt, die haben völlig recht: Es geht schließlich darum ob Mitteilungen *exklusiv* über Twitter rausgehen oder eben nur ergänzend.
    Und wenn das ohne vorherige Ankündigung passiert, ist das eben ein Ärgernis.

    Aber Hauptsache mal einen auf „die Journalisten sind ja völlig verblödet und können keinen Computer bedienen“ machen.

  56. Ich wüßte da ein paar Journalisten, die mir auf @android_oma folgen. Die sind, glaube ich, auch nicht jünger, aber vielleicht interessierter und weniger ängstlich. Junge, das hätte ich nicht gedacht in unserer querbeet kommunizierenden Welt. Glaube trotzdem nicht, dass Herr Seibert selbst twitter. Dafür gibts bestimmt Bodenpersonal ;-).

  57. hasenkraut says:

    RSS kennen die Journalisten wohl nicht. Auch als NICHT-Mitglied kann man Tweets verfolgen. Bin kein Twitter-User, aber habe einige Tweets abonniert …

  58. Ok der Vorwurf den neuen Kommunikationsweg nicht bekannt gegeben zu haben muss man sich gefallen lassen, wobei ich davon ausgehe, dass Sie einfach noch am experimentieren waren. Also ab jetzt ist es per Pressekonferenz bekannt, Punkt.

    Was mich interessieren würde: wieviele derer, die nach der Sicherheit fragen, verifizieren bei Ihren Faxen, ob der Header mit der CallerID übereinstimmt ? Und falls die Emails elektronisch signiert sind: Wieviele der Empfänger überprüfen die Signatur ? Und ganz nebenbei ist die Chance, dass die Signatur kompromitiert ist genauso groß, wie dass der Twitteraccount gehackt wird.

    Nene liebe Journalisten, da haben die Herren Politiker mal was richtig gemacht und schnelle online Kommunikation über einen etablierte Plattform wahrgenommen und dann nörgelt Ihr nur rum anstatt Euch darüber zu freuen.

    Carsten

    P.S.: Ich selber lese übrigends kein Twitter, dazu ist mir meine Zeit zu schade. 2x täglich Nachrichten genügt meinen Informationsbedürfnis und da ist gleich das wichtigste zusammengefasst.
    So wie hier was IT Anwender angeht 😉

  59. Aaah! – Ich hasse diese Nachlauf-Journalisten (verallgemeinert). Immer wenn Sie auf einer PK „Blut“ geleckt haben, schaltet bei Denen das Hirn aus und Sie fangen an kollektiv immer und immer wieder die gleichen Fragen zu stellen. Worum es Ihnen dabei wirklich geht ist, aus einer Mücke eine ausbaufähige Schlagzeile zu machen, genau das macht Sie für mich so dermaßen unsympathisch. Wer mal ein Seminar mitgemacht hat, wie man mit der Presse umzugehen hat, der weiß dass es ein grotesker Tanz mit den Medien ist. Schlimm ist das. – Vor Allem weil durch solche Meinungsmache gegenüber dem leicht empfänglichen Bürger, Entscheidungen unnötig hinterfragt werden und es Mühlen langsamer drehen lässt. Gerade in der Politik sehr fatal.

    Als ob das jetzt so ein Problem für Sie wäre, Twitter als Verteiler zu akzeptieren.

  60. Ich finde den werten Sprecher da mit seinem leicht schielendem Blick und der sympathischen Stimme äußerst… ja, sympathisch 😉

  61. Chris hat Recht und das meine ich ernst. Nicht mal der Geschäftsführer von Twitter kennt deren Sinn. Kein Scherz.

    Bei den Tweets von Steffen denk ich manchmal: Wär er doch beim ZDF geblieben.

  62. @caschy (#7): Schon gut. Ich war gestern morgen einfach nicht empfänglich für Formulierungen, die wie Verallgemeinerungen klingen ….
    Hier noch ein paar Fakten zur Diskussion:
    1. Die Bundesregierung hat den Start der Twitterei auf der Internetseite der Bundesregierung angekündigt – im Bereich „Nachrichten“, aber nicht als Pressemitteilung.
    2. Die Ministerinnen Leutheusser-Schnarrenberger und Schröder twittern schon seit mindestens 2009
    3. Frau Dr. Schröder ist gerade auf einen Fake-Account hereingefallen. Sie hatte ihren neuen Kabinettskollegen Friedrich bei Twitter begrüßt, obwohl der entsprechende Twittername gar nicht zum Innenminister gehört.
    4. Die Bundespressekonferenz ist keine Einrichtung der Bundesregierung, sie ist vielmehr ein Verein von Journalisten, der zum Beispiel Minister und Sprecher einlädt, vor der Bundespressekonferenz Rede und Antwort zu stehen.
    5. Journalismus kann man studieren, man muss aber nicht. Grundsätzlich haben viele Journalisten aber studiert, der Fächerkanon ist vielfältig.
    6. Die Arbeit eines Pressesprechers ist kein redaktioneller Journalismus, es ist PR-Arbeit.
    7. Twitter ist kein Journalismus-Ersatz – es ist meiner Meinung nach eher ein Impulsgeber für Recherchen. Mehr nicht, aber immerhin das.
    8. Hinter der Nachfrage zur Sicherheit und Athentizität der Tweets steckt die Überlegung, in wieweit die Botschaften zitierbar sind im Sinne von „es gilt das gesprochene/getwitterte“ Wort. Dass manche Kollegen vermuten, die Tweets könnten unter Umständen für eine Meldung ausreichen, ist allerdings befremdlich. Die bisherigen Tweets scheinen dies aber eher nicht möglich zu machen.

  63. als hätten wir keine anderen Probleme *g*

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