„Diablo Immortal“: Entwickler verteidigt die Mikrotransaktionen

„Diablo Immortal“ sieht sich aktuell heftiger Kritik durch die Spielerschaft ausgesetzt. Das war wohl auch zu erwarten: Das Game ist ein Free-to-Play-Titel der sich über Mikrotransaktionen finanziert. Die ersten Spielstunden kommt man wohl laut vielen Berichten problemlos durch das Gameplay, ohne Geld zu investieren. Doch je länger man zockt, desto mehr reift die Erkenntnis, dass insbesondere im Endgame Echtgeld ins Spiel gesteckt werden sollte, will man noch Land sehen.

Der Leiter der Entwicklung, Blizzards Wyatt Cheng, verteidigt das Spiel nun bei Twitter gegen die Kritik der Gamer. Er vermeint, viele Behauptungen würden auf „Fehlinformationen“ basieren. Für viel Ärger sorgte beispielsweise Chengs Ansage, die noch vor Release erfolgte, dass es in „Diablo Immortal“ keine Möglichkeit gebe, Levelaufstiege oder Ausrüstung mit Echtgeld zu kaufen.

Formal ist das korrekt, allerdings können Spieler legendäre Edelsteine gegen Echtgeld erstehen – eine der drei Säulen im Post-Game, um den Charakter neben der Ausrüstung und dem XP-Level zu stärken. Einige der wertvollsten „Legendary Gems“ können offenbar auch gar nicht im Spiel durch normales Gameplay verdient werden, sondern sind nur durch Echtgeld zu erhalten. Selbst diese Gems können zudem nicht einmal ganz direkt gekauft werden, sondern befinden sich in den „Legendary Crests“ – Lootboxen mit zufälligen Inhalten.

Letzten Endes gefällt einigen Spielern „Diablo Immortal“, andere sind aufgrund des Finanzierungsmodells und des darum aufgebauten Gameplays eher abgeneigt. Ich selbst kann und will mir im Detail kein Urteil bilden, da ich es vorziehe „Diablo Immortal“ aufgrund der Mikrotransaktionen direkt komplett links liegenzulassen. Das ist aus meiner Sicht der beste Weg, um sein Missfallen ohne Hate zum Ausdruck zu bringen. Habt ihr denn in das Spiel unter Apple iOS bzw. Android hereingeschaut oder euch an die PC-Beta gewagt? Wie sind eure bisherigen Eindrücke?

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20 Kommentare

  1. Mir gefällt das Geschäftsmodell F2P auch nicht und ich werde niemals auch mir einen Cent zur Unterstützung reinstecken.
    Aus Sicht der Studios ist es ja legitim sowas anzubieten und vielleicht haben manche Menschen (aus mir unerfindlichen Gründen) ja auch Spaß daran. Aber dann sollten diese Studios auch offen damit umgehen, wie sie ihr Geld verdienen und nicht irgendwelche Casinotricks anwenden, um auch noch den letzten Groschen aus den Taschen zu ziehen.

  2. ich bin jetzt level 35 und komme bisher ohne geldausgeben ganz gut klar. nur das drumherum nervt- es gibt (momentan) praktisch keinen shop wo man klassischerweise sein Zeugs verticken und neues erstehen kann. gesammeltes kann man nur zerstören oder vom Schmied verwerten lassen. es gibt viel zu viel rundherum: edelsteine kristalle enblems runentafel 😉 Aber bisher gehts – als von puzzle quest 3 gepeinigter Spieler kann ich sagen : D:I ist Microtransfer Kindergarten 😉

    • OutOfOrder says:

      Sei mir nicht böse. Aber level 35 bist du auch in 3 Stunden.
      Hab das Spiel ebenfalls getestet. Ab Hölle 1, Level 60+, wird man ganz schnell feststellen, dass es im Spiel einen deutlichen Unterschied machen kann, ob man Geld investiert oder nicht.
      Wer wirklich nur gelegentlich etwas spielen möchte, kann mit dem Spiel bestimmt viel Spaß haben.
      Aber ambitionierten Spielern würde ich das Spiel nicht empfehlen.
      Sobald es an die legendären Steine geht, ist man ganz schnell deutlich im Nachteil, weil man kein Geld investiert.

  3. Für praktisch alle Gelegenheitsspieler überhaupt kein Problem. Und letztlich ist das ja auch die Natur des Spiels: hier und da ein paar Minuten (oder Stunden) zu verbringen. Praktisch alle quests sind darauf ausgelegt, nicht mehr als ein paar Minuten zu dauern.

    Die Aufregung gibt es wie immer von einer kleinen Minderheit, die sich durch Rankings Selbstvertrauen erspielen/erkaufen wollen.

    • Dennoch müssen Mikrotransaktionen natürlich stärker reguliert werden. Schade, dass das nötig ist, aber die Profitgier auf Kosten der Schwächsten in der Gesellschaft ist leider ungebrochen.

      • Schon passiert. In Belgien und Niederlanden ist das Spiel nicht verfügbar, weil es wegen seiner Lootboxen als Glücksspiel gegen die dortigen Gesetze verstößt.

        Allerdings frage ich mich, was an Diablo groß anders ist als bei mobilen Gacha-Games wie z.B. „Raid: Shadow Legends“, das von einer Firma vertrieben wird, die sonst Online-Kasinos betreibt.

  4. layerbreak says:

    Das Spiel macht erstaunlich viel Spaß. Bisher bin ich noch nicht an eine Art Paywall geraten. Werde spätestens dann aufhören. Fände es besser, wenn die Microtransaktionen transparenter wären und jegliche Casinomechanik verschwindet. Da fehlt es aber politisch an Richtlinien und Gesetzen. Und so lange jeden Tag mindestens ein dummer Mensch aufsteht und kauft, funktioniert das Setup ja für Unternehmen.

    • Je mehr „dumme Menschen“ das tun, desto besser für die anderen Spieler.

      Z.B. durch Mikrotransaktionen in Fortnite bekommen wir jedem Freitag vollwertige Spiele kostenlos.

      • layerbreak says:

        Bei Fortnite weiß man immerhin was man kauft und es ist keine Lootbox mit Chance auf xy.

        • DerEineDa says:

          Fortnite (BR) setzt in meinen Augen das Prinzip F2P perfekt um. Alles kostenlos, außer Skins, Emotes usw. und selbst den Battlepass kann man sich nach und nach kostenlos erspielen, man muss nur etwas sparen.

          • Genauso gut macht es meiner Meinung nach auch Rocket League. Hier ist alles, was man kaufen kann „vanity“ und bringt keinen spielerischen Vorteil!

            Wer für eine coole Torexplosionsanimation knapp 20€ ausgeben will: immer her damit, ich schau sie mir gerne an, zumindest wenn dieser Spieler in meinem Team ist 😉

            Ich spiele RL seit 2017 und habe mir bis auf einen Season Pass nichts gegen echtes Geld kaufen „müssen“. Selbst die nachfolgenden Season Pässe konnte ich durch fleißiges Spielen alle ohne zusätzliches Geld frei schalten.

            Das zufällige Loot System haben sie vor ein paar Jahren abgeschafft, vermutlich galt das in Europa als „illegales Glücksspiel“ 😉

            Und ja, ich habe für den DeLorean Geld ausgegeben, aber ich konnte eben nicht widerstehen 😀

  5. > Ich selbst kann und will mir im Detail kein Urteil bilden, da ich es vorziehe „Diablo Immortal“ aufgrund der Mikrotransaktionen direkt komplett links liegenzulassen. Das ist aus meiner Sicht der beste Weg, um sein Missfallen ohne Hate zum Ausdruck zu bringen.

    Das kann man so oder so sehen… Ich denke schon, dass man sein Missfallen etwas besser deutlich machen kann, in dem man das Spiel (soweit es einem selbst Spaß bereitet) spielt, aber nicht einen Cent Echtgeld da rein investiert. (Vorausgesetzt, dass man generell mit dem Genre etwas anfangen kann – wenn einen das Spiel tatsächlich gar nicht interessiert, sollte man es natürlich getrost ignorieren.)

    Das Spiel weder herunterzuladen noch zu spielen bringt Blizzard zwar keinen Umsatz, aber auch keine Kosten. Zusätzlich – fiktiv angenommen, es würden nach derselben Logik 100% der Spieler auch Echtgeld investieren – sähe es für Blizzard nach einem spitzenmäßigen Geschäftsmodell aus, da ja jeder Spieler „freiwillig“ Echtgeld ausgibt.

    Ein bisschen in die Suppe zu spucken bringt sicherlich mehr… Das Spiel aus dem AppStore laden (= für die Statistik der potentiellen Spieler), alle Downloadpakete im Spiel runterladen (= kräftig Traffic auf der Serverseite verursacht), das Spiel so lange es Spaß macht spielen (= mehr Serverlast für Battle.net). Nur so kann man sein Missfallen _wirklich_ zum Ausdruck bringen, weil nur so Blizzard über die Statistiken und Telemetrie erfährt, dass es da draußen Spieler gibt, die nur Kosten verursachen aber nichts zum Umsatz beitragen.

    Ein gar nicht erst erfolgter Download hat für Blizzard keine Relevanz; ob man das jetzt „aus Prinzip boykottiert“ oder einfach kein Gefallen am Genre hat oder es einfach bisher zeitlich noch nicht geschafft hat es zu laden oder welchen Grund auch immer hat… solange Blizzard nicht sieht, dass da 30, 40, 50 Prozent der Spieler sind, die zwar aktiv spielen aber KEIN Geld investieren, haben sie keinen Grund, ihr Geschäftsmodell zu überarbeiten…

    Und dass das durchaus was bringen kann, hat man vor grob 10 Jahren mit Diablo 3 und dem Echtgeldauktionshaus für Ausrüstung am PC erlebt. Es hat gedauert, aber vereinfacht gesagt wurde D3 einmal komplett umgebaut und hat heute so gut wie nichts mehr mit der eigentlichen Idee der Release-Version zu tun…

    • Solche Spiele leben von Whales. Spieler, die massiv Geld investieren. Auch wenn 98% nicht zahlen in so manch einem Spiel, schaffen es offt genug ein paar tausend Spieler es wieder auszugleichen. Ein, zwei millionen investiert, und du kannst halt in der Serverliste ganz oben sein.
      Dass du spielst ist für Blizzard ein plus, keine Kosten. Denn du spielst zum Ego der Whales die vor dir posieren können, sonst würden die auch nicht zahlen. Und so manch einer mag aufhören, andere greifen dann zum Geldbeutel um nicht ganz abgehängt zu werden.

    • Viomaniac says:

      Wie das Game bzw. der Shop Aufgebaut ist, zeigen ja genug Menschen, in den Social Media. Das Ziel ist Suchtzwang, das Prinzip ist genau das gleiche, wie in einer Spielothek oder einem Casino. Solche Dinge sollten aus Games gebannt werden.
      Es gibt halt diejenigen, wo es nicht weh tut, paar hundert Euro oder gar tausende in das Hobby Monat für Monat zu buttern. Andere, und das ist die Mehrheit, haben keine Kontrolle mehr über ihr verhalten. Die sind ebenso hochverschuldet, wie der Spielothek Junkey. Leben krank und verarmt, damit Sie ihre Rdm Zauberboxen kriegen können…
      Das ganze System gehört verboten oder als extra Kategorie unter Glücksspiel und genau so Unzugänglich gemacht….

  6. Fritz Mukula says:

    Abgesehen vom Finanzierungsmodell, muss mal zunächst klar sagen, dass es sich bei Diablo Immortal um ein ausgezeichnet gemachtes Mobile-Game handelt. Für mich, der nur zwischendurch ~30 Minuten pro Tag am Handy zockt, ist das Spiel bisher vollkommen in Ordnung. Mich interessieren auch keine Mikrotransaktionen, da ich diese in keinem Spiel nutze. Komme ich tatsächlich irgendwann an den Punkt, an dem ich ohne Geld zu investieren überhaupt nicht mehr weiter komme, wird das Spiel einfach gelöscht.

  7. Wird Zeit, dass Microsoft endlich das Steuer übernimmt, dann hat dieser Albtraum ein Ende. Diese surprise mechanics gehört gebannt. Ich weiß noch damals bei Archlord mehrere tausend Euro versenkt hatte.

  8. Als Diablo Fan juckt mich Immortal nicht. Dieses game wirkt seit Ankündigung für mich wie eine geplantes Cash Cow für Dumme.

  9. Jahrelang haben Publisher versucht, sich herauszureden, indem sie den Spielern einredeten, Mikrotransaktionen seien ja „lediglich optional, nicht obligatorisch“. Jetzt nutzt Activision Blizzard die Situation mit seinem Spiel in den Niederlanden und Belgien aus, um gegen die dortige gesetzliche Regulierung Stimmung zu machen, nach dem Motto: „Eure Regierung ist schuld, dass ihr unser Spiel nicht spielen dürft!“ Was es dabei geschickt überspielt, ist, dass Konzerne wie AB, EA etc. so eine Regulierung überhaupt erst nötig gemacht haben, und bleibt dabei die Erklärung schuldig, warum die Mikrotransaktionen und Lootboxen nicht einfach für diese Länder aus dem Spiel entfernt werden können, wenn sie doch „bloß optional“ seien.

    • Viomaniac says:

      Solchen Spielen droht bald ein Europa weiter verbot. dann hat sich f2p hier zulande vollständig erledigt. Gott sei dank, sehen die Politiker, an ihren Kindern, was diese Schrottmasche mit ihnen macht. Die beiden Länder waren, wie oft die ersten, die es umgesetzt haben und sicher auch weiter verschärfen.

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