Deutsche Telekom äußert sich zum Spotify-Streaming und dem verbrauchten Traffic

Die Deutsche Telekom hat neue Informationen zur Problematik „Spotify und das nicht ganz so inklusive Streaming“ bekannt gegeben. Was war passiert? Kurzform: Die Deutsche Telekom bietet in einigen Verträgen den Streamingdienst für Musik, Spotify, mit an. Hierbei kann der Kunden auch außerhalb des WLANs bedenkenlos streamen, denn die bisherige Aussage der Telekom war: „Sämtlicher Traffic, der via Spotify generiert wird, ist inklusive“. War er aber nicht.

Spotify all offline

Kunden berichteten davon, dass ihre gebuchten Volumenpakete schneller als gewohnt verbraucht waren. Wurzel des Übels: Spotifys Cover. In einem Support-Thread der Deutschen Telekom wird von bis zu 10 MB Traffic pro 30 Minuten Spotify gesprochen. Wer mal ein wenig unterwegs ist, Radio via Mobilfunknetzwerk der Deutschen Telekom hört, der kann seine im Vertrag gebuchte Volumengrenze mal ratz fatz überschreiten. In den AGB und den FAQs war zu diesem Umstand bisher nichts zu lesen.

Was hat die Deutsche Telekom nun dazu zu sagen?

Die FAQ, die Preisliste und die AGB sind angepasst worden, ich habe euch einmal Punkt 7.2 aus den aktuellen AGB für Privatkunden heraus gesucht:

„In die Berechnung des Datenvolumens fließt die Nutzung weiterer Leistungen ein, wie z.B. das Laden von Covern, das Teilen (sharen) von Inhalten, die  Spotify Features „Entdecken“. Wird Music Streaming nicht mit der Spotify-App genutzt, sondern z.B. über die Spotify Client-Software für PCs, wird das Datenvolumen bei der Berechnung der Bandbreitenbeschränkung ebenfalls mitgerechnet.“

Kurzum: ganz inklusive ist Spotify nicht, dies legt die Deutsche Telekom in den AGB nun einmal nach. Das große Problem, welches ich damit habe: wie viele Kunden buchen wohl Spotify ohne die AGB zu lesen? Will man genau sein, müsste man dem Kunden sagen: „selbst Schuld, steht ja in den AGB“.

Es ist weiterhin das Primärziel der Deutschen Telekom, eine vorübergehende Teilkompensation verbrauchter Daten bei Spotify-Nutzung zu realisieren, beispielsweise via separatem Datenpass für alle Spotify-Abonnenten. An einer Realisierung wird nach unseren Informationen mit Vollgas hinter den Kulissen gearbeitet. Sobald es konkrete Lösungen gibt, werden wir hier aktualisieren.

Die Deutsche Telekom hat nach uns vorliegenden Informationen ein langfristiges Ziel: ab dem Moment, in dem ein Telekom-Kunde die Spotify-App im mobilen Endgerät startet, muss der Volumenverbrauch Null sein, egal was er tut, logo – denn das ist die eindeutige Erwartung des Kunden. Hieraus ergibt sich, dass die Deutsche Telekom oder Spotify gerade an einer entsprechenden Lösung arbeiten und somit wieder die FAQ, AGB und Co anpassen müssten.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

35 Kommentare

  1. wichtig ist meiner Meinung nach noch: wenn man das Spotify Premium nicht über seinen Telekom-Vertrag sondern über Spotify direkt gebucht hat, wird das verbrauchte Datenvolumen über Spotify mobil voll angerechnet.

    (Wissenstand von vor ein paar Monaten. Falls sich da etwas geändert hat, bitte ich um Aufklärung 🙂 )

  2. Was interessieren Bestandskunden veränderte AGBs? Wenn da vorher stand Spotify verbrauch kein Volumen, dann darf es nichts verbrauchen…
    Da bringen auch die Änderungen der AGBs nichts wenn der Kunde diese nicht akzeptiert!

    Oder stand es vorher nur undeutlich in den AGBs?

  3. @Tobi: deswegen der Datenpass.

  4. „…die Spotify Features “Entdecken…” Wat soll der Schmodder denn? Radio hören und die „Browse“ Funktion gehen nicht ins Datenvolumen, aber die Browse-Funktion schon? wieso das denn? Ist doch auch nur Musik drin, die von Freunden gehört wird….Oder bezieht sich der Passus wohl rein auf die abgebildeten Cover??? Dann müsste das doch mit der Radio-Funktion etc. meiner Meinung nach auch mit aufgenommen werden, da dort ja auch die Cover gecached werden.

    Ich hoffe, die Telekom macht schnell, Anfang 2015 will ich O2 Adieu sagen wegen Spotify. Aber da sind die 750 MB LTE im Comfort M Tarif mal relativ fix weg. Mal schauen. Danke, dass du mal nachrecherchiert hast caschy!

  5. Wesentliche Fakten im Bezug auf den Preis eines Produktes dürfen nicht in den AGB versteckt werden. Das ist sittenwidrig und inzwischen vom BGH doch mehrfach per Urteilen festgestellt worde.

  6. Die „Lösung“ der Telekom für dieses Problem sieht also so aus, dass sie statt es zu „fixen“ (also sämtlichen Traffic, der über die Spotify domain geht nicht anzurechnen) ihren Bug mit in die AGB aufnehmen? So ein Schwachsinn… aber dafür ist die Telekom ja bekannt.

    Aber die Telekom ist bei sowas ja sehr garstig:
    – Bei schlechtem Empfang und nur Edge Geschwindigkeit wird trotzdem das Volumen der langsamen Verbindung mit auf den „schnellen“ Datenverbrauch angerechnet
    – Die Webseiten und Dienste der Telekom sind nicht mal vom Trafficverbrauch oder der Drosselung ausgenommen. Das ging sogar soweit, dass ich bei verbrauchtem Volumen die Kundencenter App nicht mehr nutzen konnte, weil der Timeout kam, bevor alle Daten übertragen waren.

  7. Heißt nachträgliches ändern, ohne informieren nicht sonderkündigungsrecht? Wie sieht es hier bei den Friends Tarifen aus, die spotify über 24m drin haben?

  8. Statt Juristen damit zu beschäftigen, die AGB zum Nachteil der Kunden anzupassen, hätte die Telekom besser eine technische Lösung zum Vorteil der Kunden finden sollen.

    Das kann doch nicht so schwer sein, die Cover nicht dem Trafficzähler anzulasten.

  9. Thomas Baumann says:

    Alsob die Telekom Probleme damit hätte selektiv den Traffic zu zählen … Lachhaft. Geht doch eh alles durch ein RAS… Whitelist Eintrag, fertig.

    Das was hier geschrieben worden ist, nach dem Motto wenn Spotify läuft wird der Traffic nicht gezählt, … da kringeln sich mir die Fußnägel hoch. Denn kann ich ja irgend einen blöden Track laufen lassen, Handy lautlos, und kann andere Dinge runter laden ganz ohne Traffic Limit. Das werden die garantiert nicht zulassen. Und selbst wenn die so dumm sind, dann garantiert nicht lange.

  10. Das ist ein rotz. Durch diese Aktionen habe ich sicher schon 50 EUR an Volumenpässen verbraten. Könnte mich schwarz ärgern -.-

  11. Freakyno1 says:

    Welch ein Glück habe ich das nocht nicht gebucht. Hatte darüber nachgedacht….

  12. hansikraus says:

    @Pascal Wuttke

    genau das verstehe ich auch noch nicht.
    Meinen die das einfache rumsurfen innerhalb der App…unter dem Punkt entdecken.(Bilder/Text),
    oder auch das Abspielen eines Liedes durch die Funktion Entdecken.(was ja mega-blöd wäre)

    PS. Seit wann ist die Entdecken Funktion eigentlich unter „Browse“ versteckt?

    mfg

  13. Selbst Schuld, warum geht ihr zu den rosa Riesen 😛

  14. toll. Grund Nummer 837473 wieso man nur illegal laden sollte

  15. Interessant wäre in diesem Zusammenhang, wie die Telekom den Traffic der App von dem eines anderen Clients unterscheidet.

  16. @ hansikraus und pascal

    Der reine Musikstream ist eigentlich immer ohne Anrechnung. Egal, wo der Stream startet. Aber alles an Bildern und andere Zusatzinformationen (Listen, Texte etc) gehen auf den Traffic.

    Hört sich wenig an, kann sich aber schnell auf einige MB pro Stunde summieren. Radio war gestern bei mir nach 30 Min 3,5 MB.

    Die „Entdecken“-Funktion ändert immer mal wieder ihren Standort in der App.

  17. Die Telekom könnte hier „GRÖSSE“ zeigen und sämtlichen Traffic über Spotify inkludieren… aber nein, stattdessen schraubt mal lieber an den AGB’s. Was für’n Schwachsinn.

    Das Tochter Unternehmen in den USA geht hier mit besten Beispiel voraus: hier ist jeglicher Musik-Streaming-Traffic All-inclusiv.

    Liebe Telekom, nehmt doch endlich den Stock aus dem Hintern und werdet „cool“… na ja, modern bzw. „mit der Zeit mitgehen“ würde auch reichen.

  18. bartenwetzer
    1 oder 2 % sind aber nicht wesentliche Bestandteile den 98% eben das Musik Streaming ist abgedeckt.

  19. Statt hier die Telekom wieder zu dissen, sollten wir uns lieber darüber aufregen, dass man sich im Jahr 2014 überhaupt Gedanken über ein paar MB Mehrverbrauch im Mobilfunk machen muss. Diese verdammten Volumentarife gehören endlich weg. Ging bei DSL-Verträgen ja irgendwann auch (mein erster DSL-Vertrag hatte noch 5GB, später 10GB inklusive, danach musste pro GB Mehrverbrauch draufgezahlt werden!). Bei der Telekom bekommt man ja selbst den recht hochpreisigen Tarifen nur 750MB oder 1GB, was halt einfach lachhaft ist in der heutigen Zeit. Vermutlich betrifft das aber eh nur „uns Poweruser“, ich kenne ja selbst genug Leute, die selbst mit 300MB hervorragend auskommen.

    Eine Lösung fällt mir da leider nicht ein, schließlich ist mobiles Internet eine riesige Cashcow, merke ich ja selbst, wenn ich ohne zu zögern die SpeedOn-Option buche… und solange ein Anbieter drosselt, macht es halt jeder…

  20. @ doener
    Es waren zeitweise übrigens locker 10%…je nach Qualitätseinstellung ggfs sogar mehr.

  21. Wäre ich bei der Telekom und hätte Spotify – ich würde sofort fristlos kündigen!

    Aber so ist sie, die Telekom…

  22. Sysadmin Margarethe says:

    Immer diese Klauseln und komplexes Gemauschel – solang sowas nicht kundenfreundlich und einfach genutzt werden kann werde ich einen Bogen um solche Kombi-Dienste und die Telekom machen.

    Außerdem machen solche Dienste erst Sinn, wenn man unterwegs ausreichend Gigabystes kostengünstig abrufen kann, zumindest wenn man es „frei“ macht, unabhängig von solch Verknüpften Leistungen mit Telekom und co.

    Da lobe ich mir „free“ in Frankreich, dort kann man für 19.99€ monatlich 20GB + Telefonie bekommen
    http://mobile.free.fr/

  23. Tja, so ein Mist kommt eben dabei raus, wenn ein Provider die Netzneutralität verletzt und eine Sonderbehandlung für ausgewählte Zusatzdienste macht. Egal ob das Volumen oder Bandbreite betrifft, letztlich läuft das aufs selbe raus. Das einzig sinnvolle ist mehr Volumen oder gleich eine ungedrosselte echte Flatrate.

    Das gleiche Theater wollte die Drosselkom ja auch bei DSL-Verträgen machen.

    Vielleicht kapieren jetzt wieder ein paar Leute mehr, wie wichtig Netzneutralität ist.

  24. @saenic: Zitat „- Bei schlechtem Empfang und nur Edge Geschwindigkeit wird trotzdem das Volumen der langsamen Verbindung mit auf den “schnellen” Datenverbrauch angerechnet“
    Das ist bei absolut jedem Telefonanbieter so: AGB: mobiles Internet bis XX GB… mobiles Internet ist auch Edge…

  25. @Jo: Sorry, aber dein Kommentar ist ausgemachter Unsinn. Man kann sich darüber streiten, ob die Kooperation der Telekom mit Spotify ein Bruch der Netzneutralität, der „Abrechnungsneutralität“ oder des lauteren Wettbewerbs ist. Aber das spielt in diesem Fall keine Rolle: Das Problem und die „Lösung“ der Telekom sind keine Konsequenz daraus.

  26. Meiner Ansicht nach irreführende Werbung.

  27. Es ist doch so, dass die IP-Adressen der Spotify-Server bei der Telekom in einer Whitelist stehen müssen, damit der Traffik zu diesen Servern anders bzw. gar nicht berechnet werden kann. Das war zumindest früher bei Musik-Angeboten von E-Plus so. Jetzt frage ich mich, ob Spotify die Server irgendwann geändert und dies der Telekom nicht mitgeteilt hat oder waren die Cover etc. schon immer nicht auf der Whitelist? Und wie lange kann es dauern, die Whitelist jetzt entsprechend anzupassen im zeitlichen Vergleich zu den AGB-Änderungen?

  28. @Markus
    Nope – zumindest nicht hier. Genauer: AGBs koennen nur in Ausnahmefaellen einseitig geaendert werden – die hier vorliegende Situation faellt nie und nimmer darunter, erst recht nicht bei vorher aufgelaufenem Volumen.
    Die von der Telekom vorgenommene einseitige AGB-Aenderung ist (fuer Bestandskunden) nichtig. Da wir bei Spotify ueblicherweise von Privatkunden sprechen stellt sich die Frage nach der genauen Auslegung nicht, unpraezise Teile eines B2C-Vertrags werden immer zugunsten der Consumerseite ausgelegt.

  29. @Jo: Bitte nicht so überheblich. Lies Dir doch mal den Wikipedia-Artikel zur Netzneutralität durch, keines der dort genannten Kriterien trifft hier zu. Deswegen gehe ich davon aus, dass Du den Begriff „Netzneutralität“ missverstanden hast.

  30. Meines Wissens dürfte diese AGB-Klausel keiner gerichtlichen Überprüfung standhalten, da sie „überraschend“ ist.

    Groß in der Werbung sagen: „Alles inklusive“ und klein in den AGBen sagen: „nee, doch nicht“ dürfte wohl nicht gehen…

  31. heingruber says:

    der letzte Satz ist der krasseste:

    Wird Music Streaming nicht mit der Spotify-App genutzt, sondern z.B. über die Spotify Client-Software für PCs, wird das Datenvolumen bei der Berechnung der Bandbreitenbeschränkung ebenfalls mitgerechnet.

    also wenn ich am computer Musik höre, belastet das das Volumen meinens mobildfunkvertrages. was für ein Unsinn!!!!!

  32. Kein Unsinn, sofern der PC und das Handy über Tethering/Hotspot verbunden sind und man quasi am PC über das Handy surft.

  33. Eine Änderung der AGB’s ist nach deutschem recht nicht ohne Zustimmung des Kunden möglich, wenn diese dem Kunden benachteiligen würde.
    ALLE die die Streaming Option vor dem 15.07.2014 abgeschlossen haben, haben diese zu den alten Konditionen getan, diese finden hier auch Anwendung.

  34. Schade, selbst nach 4 langen Monaten ist keine Lösung in Sicht. Man hört nur das man dran arbeitet…. Naja, AGB ändern ist auch einfacher als dem Kunden mal entgegen zu kommen.