David Lynch veröffentlicht seine Sitcom „Rabbits“ kostenlos bei YouTube

David Lynch („Twin Peaks“) ist ein Regisseur, der viele denkwürdige Filme abgeliefert hat – nicht immer im positiven Sinne. Doch selbst die Flops des Regisseurs bleiben aufgrund seines exzentrischen Stils eben absolut im Gedächtnis. Und diese Eigenständigkeit und Kreativität, auch wenn sie bei Lynch nicht immer perfekt kanalisiert wurde, ist es, die ich in vielen anderen Streifen vermisse. Der Kult-Regisseur hat nun höchstpersönlich die erste Episode seiner Sitcom „Rabbits“ kostenlos bei YouTube veröffentlicht.

„Rabbits“ ist durchaus mit Star-Power versehen, denn Naomi Watts spielt eine der Rollen. Mit von der Partie ist unter anderem auch Laura Elena Harring, die gemeinsam mit Watts auch schon in „Mulholland Drive“ vor der Kamera gestanden hat. Allerdings erkennt man die beiden Damen nicht wirklich, denn alle Charaktere der Serie tragen übergroße Hasenmasken.

Bisher findet ihr nur die erste Episode von „Rabbits“ bei YouTube. Lynch bezeichnete die Serie stets als seine Version einer Sitcom, allerdings ist die Atmosphäre nicht unbedingt ausgelassen, sodass sie vielfach auch als Horror-Webserie charakterisiert wurde. Die erste Folge kommt auf rund 15 Minuten Spielzeit. Bleibt zu hoffen, dass Lynch auch die weiteren Folgen, welche ursprünglich auf seiner eigenen Website im Jahr 2002 ihren Einstand gegeben hatten, noch rasch nachreicht.

Lynch-Fans sollten auch einmal zu Netflix blicken – dort findet ihr den Kurzfilm „What did Jack do?“. Meine Favoriten aus seinem Schaffen sind definitiv „Lost Highway“ sowie „Mulholland Drive“, die ich jedem Filmfan, der offen für experimentelle Werke ist, nur empfehlen kann. Aber auch „Straight Story“, wohl der „normalste“ Film aus dem Oeuvre des Regisseurs eignet sich als Einstieg.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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7 Kommentare

  1. Also mein Lynch Highlight ist eindeutig „Wild at Heart“. Da ist sogar Cage erträglich so gut ist der Film.

  2. Sehr schön geschrieben. Ich bewundere die radikalen Welten, die Lynch erschafft, aber ich fürchte sie auch. Twin Peaks war damals mein Einstieg in seinen Schaffenskosmos. Werde mir diese HorrorSitcom mal geben. Hoffe es ist weniger Eraserhead und mehr der unterschwellige absurde Humor, den er da an den Tag legt.

  3. WTF? I dont get it. Finds humorlos

    • André Westphal says:

      Haha, diese Reaktion löst Lynch gerne aus.

      • So ist es. Lynchs Werke sollte man vielleicht gar nicht so sehr versuchen zu verstehen, sondern sich vielmehr der erzeugten Stimmung hingeben. Und darin, insbesondere der Schaffung düsterer, abstrakter, surrealer Welten, sowohl mit dem entsprechenden Bildmaterial, vor allem aber durch die grandiose akustische Untermalung, ist Lynch ein absoluter Meister. Gefällt so nicht jedem, muss es auch nicht.

        Lynch greift Charaktere und Szenen gerne in verschiedenen Werken übergreifend auf, wie hier die Darsteller aus Mulholland Drive. Die Szenen aus „Rabbits“ sind erstmalig im Film „Inland Empire“ aufgetaucht. Auch so ein typischer verwirrter Lynch-Film. Wer sich den arglos anguckt ohne Lynch zu kennen (und zu schätzen) hat hinterher viele Fragezeichen im Kopf…

        • André Westphal says:

          Sehe das sehr ähnlich, ich glaube Lynch sagte auch selbst mal, dass seine Filme keinen tieferen Sinn haben. Aber man kann eben viele Interpretationen anstellen, was irgendwie auch das Schöne ist: Die Filme sind ein bisschen so wie verschrobene, metaphorische Gedichte: Was man darin findet, hängt von der eigenen Interpretation ab.

          Wenn man allerdings eine lineare Erzählweise mit klar definierten Charakteren und Logik erwartet, dann wird man bei Lynch schnell den Kopf schütteln – kann ich auch absolut verstehen.

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