CogniToys: Kinderspielzeug mit Internetanbindung ein voller Erfolg bei Kickstarter

Vor ein paar Tagen berichteten wir über die WLAN-Barbie, die direkt für Diskussionen sorgte. Ein als Spielzeug getarntes Spionage-Tool, Beeinflussung der Kinder und was es nicht alles für Argumente gibt, die – völlig zurecht – in den Raum geworfen wurden. Dass es auch anders geht, zeigt ein aktuelles Kickstarter-Projekt. CogniToys heißen die putzigen Spielzeug-Dinosaurier, die ebenfalls mit Kindern kommunizieren wollen. Das Finanzierungsziel wurde direkt am Starttag erreicht, keine Spur von Skepsis eines mit dem Internet verbundenen und lauschenden Spielzeugs.

CogniToys_01

Wobei es bei CogniToys auch nicht so extrem ist wie mit der Barbie-Puppe. Denn die Dinos lauschen nur, wenn man ihnen auf den Bauch drückt. Zudem haben Eltern eine gewisse Kontrolle über das, was mit den Kindern gesprochen wird, hierfür wird ein Web-Portal zur Verfügung stehen. Ziel ist nicht nur, dass sich die Kids mit dem Spielzeug unterhalten, sondern dieses auch bildungstechnisch in die Entwicklung des Kindes eingreift. Spielerisch versteht sich, denn so lernt es sich immer noch am besten. Die cloudbasierte Technik wird übrigens über IBM Watson realisiert.

Das Spielzeug wird zum persönlichen Begleiter, lernt auch vom Kind, mit dem es sich unterhält. Erinnert ein bisschen an Furby, falls das noch wer kennt, eine Neuauflage gab es ja in den letzten Jahren noch einmal, die allerdings nicht an den damaligen Erfolg anknüpfen konnte.

Ich bin ein großer Fan von modernem Spielzeug, das gerne auch über eine Internetverbindung verfügen darf. Aber solche Geschichten, sind schon etwas fragwürdig, gerade in Zeiten, in denen quasi nichts mehr nicht überwacht wird. Im Fall von CogniToys mag dies gerade noch so gehen, da man das Web-Portal für die Steuerung des Ganzen zur Verfügung hat und das Spielzeug auch nur nach einer Aktion „aufgeweckt“ wird.

Eltern sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass mit solchen Spielzeugen auch immer eine gewisse Gefahr einhergeht. Dadurch, dass die Aktionen des Spielzeugs cloudbasiert sind, können sie auch angegriffen werden. Was, wenn ein Dino plötzlich selbst zum Leben erwacht, weil er es durch einen Hack soll? Sitzt dieser dann schweigend beim Kind und übermittelt fleißig alles, was im Raum gesprochen wird? Einem Kind ein Spielzeug im Nachhinein wieder wegnehmen? Viel Spaß beim Versuch, der beim Kind nur auf Unverständnis stoßen wird.

Generell wird Sicherheit eine große Rolle beim Internet der Dinge spielen. Denn im Prinzip kann jedes mit dem Internet verbundene Gadget zum Spionage-Tool werden oder so eingesetzt werden, dass es für den Nutzer schädlich wird. Viele Menschen wird es nicht interessieren, dass so etwas theoretisch möglich ist, solange es funktioniert. Sich keine Gedanken darüber zu machen, welche Gerätschaften mit Internetverbindung man sich ins Haus holt, ist die größte Gefahr, die die vernetzte Welt mit sich bringt. Da muss es sich nicht einmal um Spielzeug für Kinder handeln.

Wer nun dennoch Interesse an den CogniToys Dinos hat, findet das Projekt bei Kickstarter. 99 Dollar werden für einen Dino fällig, die Lieferung soll laut Zeitplan im November 2015 erfolgen, gerade rechtzeitig, um ein innovatives Weihnachtsgeschenk zu sein.

Wie seht Ihr die Vernetzung der Dinge, gerade im Kinderzimmer? Kann man machen oder eher nicht? Geht von Spielzeug wirklich eine Gefahr aus oder sollte man den Herstellern vertrauen? Meinungen würden mich vor allen Dingen von Eltern interessieren.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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13 Kommentare

  1. Einen kleinen Vorgeschmack auf die Zukunft mit Roboterspielzeug kann man ja in dem Artikel von Caschy vom 23.03.2011 mit „Blinky der Roboter“ sehen.
    und zwar hier:
    http://www.google.de/imgres?imgurl=http://stadt-bremerhaven.de/wp-content/uploads/2011/03/blinky.jpg&imgrefurl=http://stadt-bremerhaven.de/kurzfilm-blinky-der-roboter/&h=283&w=550&tbnid=6uqJw6Ed60oofM:&zoom=1&tbnh=90&tbnw=175&usg=__XOeyxkU06yPnjAF7yyq502nj_78=&docid=TSwpPwG0FlBy9M&sa=X&ei=mNfmVIKnF4bOOqDdgagO&ved=0CCwQ9QEwAQ
    oder:
    https://vimeo.com/21216091

    Ach ja, ich finde das grüne Teil grottenhäßlich, aber die Kids werden es lieben.

  2. „Personalized – Each toy will get to know the child and grow with him/her, interacting directly with them to create an experience around each child’s personal interests. The toy will explore favorite colors, favorite toys, interests and use these to customize engagement. Even better, the toy has a personality of its own that changes over time. “

    Ich weiß, ich weiß, das klingt jetzt sehr nach „früher war alles besser“… aber bei mir haben das noch meine Eltern gemacht, statt mich bei einer Maschine abzustellen und dann später im Internet nachzuprüfen, was ich von der gelernt habe.

    Und irgendwie habe ich auch Zweifel, ob diese doch ziemlich großartigen Versprechungen, die der Kickstarter bezüglich der AI und der Interaktionsfähigkeit des Teils macht, haltbar sind.

  3. Weltraummann says:

    Gerade die Kinder sollte man so lange wie möglich von sowas fernhalten.
    Eben drum weil wir wissen was heutzutage möglich ist (Manipulation von Cisco Routern / Festplattenfirmware usw) sollte man es den Firmen/Überwachungsdiensten so schwer wie möglich machen. Selbst wenn man den Herstellern vertraut, weiß man nicht ob auch die unwissentlich manipuliert wurden.

  4. Kein Problem, Sascha hat gerade herausgefunden, dass dem Produkt wie beim Samsung Fernseher AGBs beiliegen. Wer die nicht liest …

    Nein Ernsthaft. Ein lauchender Fernseher, der unverschlüsselt (sic!) den Inhalt im Wohnzimmer durchs Internet jagt, bei dem genauso unaufgeklärte Gäste, Kinder etc. sein sollen können verargumentiert er als unproblematisch, bei einem Spielzeug traut er Eltern aber nicht zu, sich selbst zu informieren?

    Muss man nicht verstehen. Sicher nur eine Meinung und Meinungen wechselt man eh täglich. Immerhin keine groben Recherchefehler („Meinungen“) wie beim letzten Mal.

  5. Ergänzung: Ein Produkt, das wohlgemerkt damit wirbt und dessen Hauptfunktionalität es ist, mit dem Internet verbunden zu sein. Nicht wie ein Fernseher, der maximal mit Sprachsteuerung wirkt, für die nichtmal unter technischem Gesichtspunkt eine Internetverbindung notwendig wäre. Und wer die üblich schlechte Recherche vermisst: Das Ding kann nur Englisch, also relativ irrelevant für die meisten Eltern hier. Und nein, in der angedachten Altersstufe ist eine Fremdsprache eher selten.

  6. Sascha Ostermaier says:

    @geeg: Ernstgemeinte Frage: Warum liest Du hier? Es gibt so viele Möglichkeiten und Du suchst Dir genau diese aus? Nur um Deine Zeit mit schlecht recherchierten Artikeln zu verschwenden? Oder brauchst Du Dein Kluggescheiße für die persönliche Profilierung?

  7. @Sascha: anscheinend immer noch Probleme mit Kritik umzugehen…?! Schade… denn hättest du diesen Artikel verfasst, wenn dieser Dino nur chinesisch, japanisch, russisch etc. könnte? eher nicht, oder? und schon gar nicht für die anvisierte Altersgruppe: (Klein) Kinder! von daher fand ich den Beitrag von geeg durchaus nützlich…

    @geeg: danke für den Hinweis

  8. @Sascha: Profilierung mit einem anonymen Pseudonym? Nein. Aber ich fand den Blog für die Endnutzer-Sicht immer ganz nett und er scheint ja auch eine Größe in der deutschen Bloglandschaft zu sein. Und es ist einfach schade, wenn dass hier wegen Schludrigkeit und 2 Minuten Zeitersparnis an Niveau verliert. Und ja, vielleicht müsste man dann auch auf den ein oder anderen Pseudo-Reißerischen Artikel verzichten, wenn man mal sich an die Fakten hält. Aber anscheinend kannst du weder mit sachlicher Kritik noch mit der persönlichen Hoffnung umgehen, dass das noch besser wird.

  9. @Sascha: Profilierung unter einem anonymen Pseudonym? Nein. Ich fand den Blog nur als Verbrauchersicht immer ganz nett und schön durchmischt und er scheint unter den deutschen Blogs nicht ganz irrelevant. Und es ist doch schade, wenn der Blog zum Bild-Niveau absinkt, nur weil man sich 2 Minuten Recherche spart und dann vermutlich der ein oder anderen pseudo-reißerischen Artikel nüchterner sein müsste. Es ist ja nicht gegen diene Person, aber der Umgang mit Kritik scheint genauso eine Herausforderung zu sein, wie dass andere Leute trotzdem die Hoffnung haben, dass sich das noch bessert.

  10. Naja und jetzt hängt mein Kommentar in Akismet fest und man bekommt hier nichtmal einen Hinweis, dass er nicht verloren ist …

  11. Sascha Ostermaier says:

    @geeg: Interessant. Vor allem, dass Du weißt, was sein müsste. Oder wie wir arbeiten. Oder was wir uns sparen. Oder was andere Leute hoffen. Warum wirst Du nicht vom Besserwisser zum Bessermacher? Wäre das nicht die ideale Lösung für alle?

  12. @Sascha: Vielleicht hörst du auch einfach auf, auf Kritikern persönlich rumzutrampeln und den Inhalt zu ignorieren.

  13. Sperr halt die Kommentarfunktion, wenn du so dermaßen nicht damit umgehen kannst.

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